Neues Testament
Lukas Kapitel 17
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Zu seinen Jüngern <gerichtet> sagte er: "Es ist ausgeschlossen, dass Fallstricke1 nicht kommen. Wehe aber dem, durch den sie kommen.
2Zuträglicher ist es ihm, wenn ein Eselsmühlstein2 um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen wird, als dass er einem dieser Kleinen einen Fallstrick lege3.
3Gebt <stets> acht auf euch selbst! Wenn aber dein Bruder gegen dich sündigt, rede ihm mit Ernst zu, und wenn er Buße tut4, vergib ihm.
4Und wenn er sieben Mal am Tag gegen dich sündigt und sieben Mal am Tag umkehrt und sagt: 'Ich tue Buße', sollst* du ihm vergeben."
5Und die Apostel sagten zum Herrn: "Füge uns mehr Glauben hinzu."
6Aber der Herr sagte: "Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, würdet ihr zu diesem Maulbeerfeigenbaum sagen: 'Werde entwurzelt und gepflanzt im Meer!' Und er würde euch gehorchen5."
7"Wer von euch, der einen leibeigenen Knecht hat, der pflügt oder Hirtendienst tut, wird, wenn der vom Felde hereinkommt, sogleich zu ihm sagen: 'Komm her und lege dich [zu Tisch]?'6
8- sondern wird er nicht zu ihm sagen: 'Bereite, was ich zum Mahl haben soll, und gürte dich und diene mir, bis ich gegessen und getrunken habe, und nach diesem sollst du essen und trinken'?
9Hat er etwa Dank* für jenen7 Knecht8, weil er das [ihm] Angeordnete tat? Ich meine, nicht.
10So auch ihr, wenn ihr alles das, was euch angeordnet war, getan habt, sagt: 'Wir sind unnütze Knechte: Wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.'"
11Und es geschah, während er nach Jerusalem zog, dass er zwischen Samarien und Galiläa hindurchging.
12Und als er in ein gewisses Dorf9 einzog, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die von ferne standen.
13Und sie erhoben die Stimme: "Jesus, Meister", sagten sie, "erbarme dich unser!"
14Und als er es10 sah, sagte er zu ihnen: "Geht hin und zeigt euch den Priestern." Und es geschah, während sie hingingen, wurden sie gereinigt.
15Aber einer von ihnen, als er sah, dass er geheilt worden war, kehrte zurück und verherrlichte Gott mit großer, <lauter> Stimme.
16Und er fiel aufs Angesicht zu seinen Füßen und dankte ihm. Und der war ein Samariter.
17Aber Jesus antwortete und sagte: "Wurden nicht die Zehn gereinigt? - Die Neun, wo [sind sie]?
18Wurde keiner gefunden, der zurückkehrte, um Gott Ehre11 zu geben, als nur dieser, der aus einem anderen Volk [ist]?"
19Und er sagte zu ihm: "Stehe auf und gehe hin! Dein Glaube hat dich gerettet."
20Und als er von den Pharisäern befragt wurde: "Wann kommt das Königreich Gottes?", antwortete er ihnen und sagte: "Das Königreich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten könnte12,
21noch wird man sagen: 'Siehe, hier!' oder: 'Siehe, dort!' - denn - siehe! - das Königreich Gottes ist °inmitten von euch13."
22Aber zu den Jüngern <gerichtet> sagte er: "Es werden Tage kommen, da ihr begehren werdet, einen der Tage des Menschensohnes zu sehen, und ihr werdet [ihn] nicht sehen.
23Und sie werden zu euch sagen: 'Siehe, hier!' oder: 'Siehe, dort!' Geht nicht hin; lauft auch nicht nach;
24denn gleichwie der Blitz, der blitzend leuchtet von dem einen [Ende] unter dem Himmel bis zum anderen [Ende] unter dem Himmel, so wird der Sohn des Menschen sein an seinem Tag.
25Zuerst muss er aber vieles leiden und verworfen werden von diesem Geschlecht.
26Und so, wie es in den Tagen Noahs geschah, so wird es auch in den Tagen des Menschensohnes sein:
27Sie aßen; sie tranken; sie heirateten; sie wurden verheiratet - bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging. Und es kam die Flut und brachte alle um.
28Gleicherweise auch [wird es sein], wie es geschah in den Tagen Lots: Sie aßen; sie tranken; sie kauften; sie verkauften; sie pflanzten; sie bauten.
29Aber an dem Tag, an dem Lot aus Sodom wegging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte alle um.
30Genauso wird es sein an dem Tag, an dem14 der Sohn des Menschen enthüllt wird.
31An jenem °Tag - wer auf dem Dach sein wird und seine Sachen im Haus hat, steige nicht hinab, sie zu holen. Und der auf dem Felde gleicherweise kehre nicht um zu dem, das zurückliegt15.
32Denkt an Lots Frau!
33Wer irgend seine Seele16 zu retten <und zu bewahren> sucht, wird sie verlieren. Und wer irgend sie verliert, wird ihr das Leben verleihen17.
34Ich sage euch: In dieser Nacht werden zwei auf einem Bett sein. Der eine wird mitgenommen werden und der andere wird gelassen werden.
35Zwei werden an derselben [Stelle] am Mahlen sein. Die eine wird mitgenommen werden und die andere wird gelassen werden."
36Und18 sie antworten und sagen zu ihm: "Wo, Herr?" Er sagte zu ihnen: "Wo der Leib ist, da werden sich die Geier19 sammeln."
2Zuträglicher ist es ihm, wenn ein Eselsmühlstein2 um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen wird, als dass er einem dieser Kleinen einen Fallstrick lege3.
3Gebt <stets> acht auf euch selbst! Wenn aber dein Bruder gegen dich sündigt, rede ihm mit Ernst zu, und wenn er Buße tut4, vergib ihm.
4Und wenn er sieben Mal am Tag gegen dich sündigt und sieben Mal am Tag umkehrt und sagt: 'Ich tue Buße', sollst* du ihm vergeben."
5Und die Apostel sagten zum Herrn: "Füge uns mehr Glauben hinzu."
6Aber der Herr sagte: "Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, würdet ihr zu diesem Maulbeerfeigenbaum sagen: 'Werde entwurzelt und gepflanzt im Meer!' Und er würde euch gehorchen5."
7"Wer von euch, der einen leibeigenen Knecht hat, der pflügt oder Hirtendienst tut, wird, wenn der vom Felde hereinkommt, sogleich zu ihm sagen: 'Komm her und lege dich [zu Tisch]?'6
8- sondern wird er nicht zu ihm sagen: 'Bereite, was ich zum Mahl haben soll, und gürte dich und diene mir, bis ich gegessen und getrunken habe, und nach diesem sollst du essen und trinken'?
9Hat er etwa Dank* für jenen7 Knecht8, weil er das [ihm] Angeordnete tat? Ich meine, nicht.
10So auch ihr, wenn ihr alles das, was euch angeordnet war, getan habt, sagt: 'Wir sind unnütze Knechte: Wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.'"
11Und es geschah, während er nach Jerusalem zog, dass er zwischen Samarien und Galiläa hindurchging.
12Und als er in ein gewisses Dorf9 einzog, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die von ferne standen.
13Und sie erhoben die Stimme: "Jesus, Meister", sagten sie, "erbarme dich unser!"
14Und als er es10 sah, sagte er zu ihnen: "Geht hin und zeigt euch den Priestern." Und es geschah, während sie hingingen, wurden sie gereinigt.
15Aber einer von ihnen, als er sah, dass er geheilt worden war, kehrte zurück und verherrlichte Gott mit großer, <lauter> Stimme.
16Und er fiel aufs Angesicht zu seinen Füßen und dankte ihm. Und der war ein Samariter.
17Aber Jesus antwortete und sagte: "Wurden nicht die Zehn gereinigt? - Die Neun, wo [sind sie]?
18Wurde keiner gefunden, der zurückkehrte, um Gott Ehre11 zu geben, als nur dieser, der aus einem anderen Volk [ist]?"
19Und er sagte zu ihm: "Stehe auf und gehe hin! Dein Glaube hat dich gerettet."
20Und als er von den Pharisäern befragt wurde: "Wann kommt das Königreich Gottes?", antwortete er ihnen und sagte: "Das Königreich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten könnte12,
21noch wird man sagen: 'Siehe, hier!' oder: 'Siehe, dort!' - denn - siehe! - das Königreich Gottes ist °inmitten von euch13."
22Aber zu den Jüngern <gerichtet> sagte er: "Es werden Tage kommen, da ihr begehren werdet, einen der Tage des Menschensohnes zu sehen, und ihr werdet [ihn] nicht sehen.
23Und sie werden zu euch sagen: 'Siehe, hier!' oder: 'Siehe, dort!' Geht nicht hin; lauft auch nicht nach;
24denn gleichwie der Blitz, der blitzend leuchtet von dem einen [Ende] unter dem Himmel bis zum anderen [Ende] unter dem Himmel, so wird der Sohn des Menschen sein an seinem Tag.
25Zuerst muss er aber vieles leiden und verworfen werden von diesem Geschlecht.
26Und so, wie es in den Tagen Noahs geschah, so wird es auch in den Tagen des Menschensohnes sein:
27Sie aßen; sie tranken; sie heirateten; sie wurden verheiratet - bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging. Und es kam die Flut und brachte alle um.
28Gleicherweise auch [wird es sein], wie es geschah in den Tagen Lots: Sie aßen; sie tranken; sie kauften; sie verkauften; sie pflanzten; sie bauten.
29Aber an dem Tag, an dem Lot aus Sodom wegging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte alle um.
30Genauso wird es sein an dem Tag, an dem14 der Sohn des Menschen enthüllt wird.
31An jenem °Tag - wer auf dem Dach sein wird und seine Sachen im Haus hat, steige nicht hinab, sie zu holen. Und der auf dem Felde gleicherweise kehre nicht um zu dem, das zurückliegt15.
32Denkt an Lots Frau!
33Wer irgend seine Seele16 zu retten <und zu bewahren> sucht, wird sie verlieren. Und wer irgend sie verliert, wird ihr das Leben verleihen17.
34Ich sage euch: In dieser Nacht werden zwei auf einem Bett sein. Der eine wird mitgenommen werden und der andere wird gelassen werden.
35Zwei werden an derselben [Stelle] am Mahlen sein. Die eine wird mitgenommen werden und die andere wird gelassen werden."
36Und18 sie antworten und sagen zu ihm: "Wo, Herr?" Er sagte zu ihnen: "Wo der Leib ist, da werden sich die Geier19 sammeln."
Fußnoten
- 1 o.: die Anlässe zum Anstoßen und Fallen
- 2 D. i. ein Mühlstein, den ein Esel dreht.
- 3 o.: einen Anlass gebe zum Anstoßen und Fallen; o.: zu einem Fallstrick werde.
- 4 o.: den Sinn ändert, [grundsätzlich] umdenkt
- 5 o.: hätte euch gehorcht.
- 6 evtl.: wird ... sagen: 'Komm sogleich her und lege dich [zu Tisch]'?
- 7 o.: eine Dankschuld bei jenem
- 8 eigtl.: leibeigenen Knecht; so a. i. Folg.
- 9 wohl auf der galiläischen Seite der Grenze; vgl. V. 16.
- 10 o.: [sie]
- 11 eigtl.: Herrlichkeit
- 12 o.: dass man es an äußeren Anzeichen erkennen könnte; eigtl.: ... kommt nicht unter Beobachtung; i. S. v.: kommt nicht mit äußeren Phänomenen, die Beobachtung zulassen.
- 13 o.: mitten unter euch; nicht: in euch; die Worte sind nicht zu den gläubigen Hörern, sondern zu den Pharisäern gesagt; hier also i. S. v.: in eurer Mitte ist das Königreich Gottes da (näml. in der Person Jesu und seiner Jünger).
- 14 i. S. v.: zu jener Zeit, in der
- 15 o.: wende sich nicht um nach hinten.
- 16 d. h.: sein Leben
- 17 o.: wird ihr zu Leben verhelfen; o.: wird machen, dass sie am Leben bleibt; das gr. Wort (dsoo-ogonein) ist nicht verwandt mit dem Wort für Seele (psüchee).
- 18 Im überlieferten gr. Text von 1550 (d. h., in der Ausgabe von Stephanus) fügt sich dieser Vers (mit den meisten gr. Hss) an V. 35 an. In den späteren Ausgaben des überlieferten Textes - in der von Beza und in der von Elzevier - ist an V. 35 zusätzlich folgender Text angefügt: "Zwei werden im Felde sein; der eine wird mitgenommen werden und der andere wird gelassen werden."
- 19 Das Wort für "Geier" ist das allgemeine für die Vogelfamilie, zu der Adler und Geier beide gehören. Von den beiden ist es der Geier, der Totes frisst. Vom Zusammenhang her wird hier der Geier gemeint sein, der an einer Leiche mehr Interesse hat als ein Adler.