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Neues Testament

Lukas Kapitel 4

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Jesus, voll des Heiligen Geistes, kehrte vom Jordan zurück und wurde durch den Geist in die Wüste geführt
2<für> vierzig Tage, und er wurde vom Teufel versucht. Und er aß nichts in jenen Tagen, und als sie zu Ende kamen, hungerte ihn zuletzt.
3Und der Teufel sagte zu ihm: "Wenn du Gottes Sohn bist, sage diesem Stein, dass er Brot werde."
4Und Jesus antwortete ihm und sagte: "Es ist geschrieben: 'Nicht von Brot allein wird der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das von Gott <gesprochen ist>.'" {5Mo 8,3}
5Und der Teufel führte ihn hinauf auf einen hohen Berg und zeigte ihm in einem Augenblick alle Königreiche des Weltreiches.
6Und der Teufel sagte zu ihm: "Dir werde ich alle diese Vollmacht und ihre Herrlichkeit geben, weil sie mir übergeben ist, und wem irgend ich will, gebe ich sie.
7Wenn du also vor mir huldigst1, wird alles dein sein."
8Und Jesus antwortete ihm und sagte: "Gehe weg, hinter mich, Satan! Es ist geschrieben: 'Du sollst* dem Herrn, deinem Gott, huldigen2 und ihm allein <den ihm zukommenden> verehrenden Dienst erweisen.'" {Vgl. 5Mo 6,13; 10,20.}
9Und er führte ihn nach Jerusalem und stellte ihn auf den Flügel der Tempelstätte und sagte zu ihm: "Wenn du der Sohn Gottes bist, wirf dich von hier hinab,
10denn es ist geschrieben: 'Er wird seinen Boten3 deinethalben Befehl erteilen, dich zu bewahren',
11und: 'Auf Händen werden sie dich tragen4, damit du nicht etwa deinen Fuß an einen Stein stoßest.'" {Ps 91,11.12}
12Und Jesus antwortete und sagte zu ihm: "Es ist gesagt: 'Du sollst* den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen5.'" {5Mo 6,16}
13Und als der Teufel mit aller Versuchung zu Ende war, stand er von ihm ab bis zu einer gelegenen Zeit.
14Und Jesus kehrte in der Kraft des Geistes zurück nach Galiläa. Und die Nachricht von ihm ging aus durch die ganze Umgegend hin.
15Und er lehrte in ihren Synagogen, verherrlicht von allen.
16Und er kam nach Nazaret, wo er aufgezogen worden war. Und nach seiner Gewohnheit ging er am Sabbattag6 in die Synagoge, und er stand auf, um zu lesen.
17Und es wurde ihm das Buch7 des Propheten Jesaja gereicht. Nachdem er das Buch aufgerollt hatte, fand er die Stelle, wo geschrieben war:
18"Der Geist des Herrn ist auf mir, deswegen, weil er mich salbte, den Armen gute Botschaft zu sagen. Er hat mich gesandt, zu heilen die, deren Herz zerbrochen ist, Gefangenen Erlassung zu verkünden und Blinden, dass sie wieder sehen dürfen, Zerbrochene als Freigelassene zu entsenden8
19[und] zu verkünden das angenehme Jahr des Herrn." {Jes 61,1.2}
20Und nachdem er das Buch zusammengerollt und dem verantwortlichen Diener zurückgegeben hatte, setzte er sich. Und aller Augen in der Synagoge waren unverwandt auf ihn gerichtet.
21Er fing an, zu ihnen zu sagen: "Heute ist diese Schrift in euren Ohren erfüllt worden."
22Und alle gaben ihm Zeugnis und verwunderten sich über die Worte der Gnade, die aus seinem Mund ausgingen, und sie sagten: "Ist dieser nicht der Sohn Josefs?"
23Er sagte zu ihnen: "Ihr werdet zweifelsohne dieses Gleichnis zu mir sagen: 'Arzt, heile dich selbst! Alles, von dem wir hörten, dass es in Kapernaum geschah, tue auch hier in deiner Vaterstadt!'"
24Aber er sagte: "Wahrlich! Ich sage euch: Kein Prophet ist angenehm9 in seiner Vaterstadt.
25In Wahrheit aber sage ich euch: Es gab in Israel viele Witwen in den Tagen des Elia, als der Himmel verschlossen wurde für drei Jahre und sechs Monate, als eine große Hungersnot über das ganze Land kam.
26Und zu keiner von ihnen wurde Elia geschickt, sondern nur nach Sarepta [im Gebiet] von Sidon, hin zu einer Frau, einer Witwe.
27Und viele Aussätzige waren zur Zeit des Propheten Elisa in Israel, und keiner von ihnen wurde gereinigt, sondern nur Naeman10, der Syrer."
28Und alle in der Synagoge wurden mit Grimm erfüllt, als sie dieses hörten.
29Und sie standen auf und stießen ihn zur Stadt hinaus und führten ihn bis zum Hochrand11 des Berges, auf dem ihre Stadt gebaut war, um ihn hinabzustürzen.
30Aber er ging durch ihre Mitte hindurch und zog weiter.
31Und er kam hinab nach Kapernaum, einer Stadt von Galiläa, und lehrte sie am Sabbat.
32Und sie waren in Erstaunen über seine Lehre, weil sein Wort mit Vollmacht war.
33Und in der Synagoge war ein Mensch, der einen unreinen Geist hatte, einen Dämon12, und er schrie auf mit großer, <lauter> Stimme:
34"Heh!", sagte er, "Was haben wir mit dir zu tun13, Jesus, Nazarener? Kamst du, uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes."
35Und Jesus schalt ihn und sagte: "Verstumme14 und fahre aus von ihm!" Und der Dämon schleuderte ihn in die Mitte; und er fuhr von ihm aus, ohne ihm Schaden angetan zu haben.
36Und es kam Schrecken über alle. Und sie redeten zusammen und sagten untereinander: "Was ist das für ein Wort, dass er mit Vollmacht und Kraft den unreinen Geistern befiehlt, und sie fahren aus?"
37Und die Kunde von ihm ging aus in jeden Ort der Umgegend.
38Von der Synagoge machte er sich auf und kam in das Haus Simons. Die Schwiegermutter Simons war von starkem Fieber befallen, und sie ersuchten ihn ihretwegen.
39Und er stellte sich hin [und beugte sich] über sie, gebot dem Fieber <nachdrücklich>, und es verließ sie. Auf der Stelle stand sie auf und diente ihnen15.
40Als die Sonne unterging, brachten alle, die an mancherlei Krankheiten Leidende hatten, sie zu ihm hin. Jedem Einzelnen von ihnen legte er die Hände auf, und er heilte sie.
41Auch fuhren Dämonen von vielen aus; die schrien und sagten: "Du bist der Gesalbte, der Sohn Gottes!" Und er schalt sie und ließ sie nicht reden, weil sie wussten, dass er der Gesalbte war.
42Als es Tag geworden war, ging er aus und zog hin an einen einsamen16 Ort. Und die Mengen suchten ihn <anhaltend>, und sie gelangten17 zu ihm. Und sie hielten ihn auf, dass er nicht von ihnen weg fortzöge.
43Aber er sagte zu ihnen: "Auch den anderen Städten muss ich die gute Botschaft vom Königreich Gottes sagen, weil ich dazu gesandt bin."
44Und er verkündete <eine Zeitlang> in Galiläas18 Synagogen.

Fußnoten

  1. 1 o.: mir fußfällig Verehrung erzeigst; vor mir anbetest
  2. 2 o.: den Herrn, deinen Gott, anbeten
  3. 3 d. h.: seinen himmlischen Boten
  4. 4 o.: hebend tragen
  5. 5 o.: nicht herausfordern.
  6. 6 eigtl.: am Tag der Sabbate (o.: der Ruhen)
  7. 7 gr. biblion, ursprünglich Verkleinerungsform, später synonym für biblos (Schrift, Buch, oft in Form einer Rolle) oder büblos (Papyrus).
  8. 8 o.: Zerbrochene <freizugeben und> abzusenden
  9. 9 d. h.: willkommen; wohlwollend angenommen
  10. 10 eigtl.: Neh-eman
  11. 11 D. i. eine Felsklippe mit Überhängen.
  12. 12 eigtl.: einen Geist eines unreinen Dämons; der Wesfall könnte i. S. d. Gleichsetzung aufzufassen sein.
  13. 13 o.: Was ist uns und dir gemeinsam; w.: Was uns und dir
  14. 14 eigtl.: Werde stumm gemacht
  15. 15 o.: diente ihnen <anhaltend>.
  16. 16 und öden
  17. 17 eigtl.: kamen bis
  18. 18 so mit dem Byz. T. u. der großen Mehrheit der gr. Hss. Würde man hier (gemäß Aleph, B, C, L, 019, Q u. einiger Minuskeln) "Judäas" lesen, könnte ein unnötiger Widerspruch zu Mk 1,35-39 entstehen.