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Neues Testament

Lukas Kapitel 22

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Es nahte das Fest der ungesäuerten [Brote]1, das Passa genannt wird.
2Und die Hohen Priester und die Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn umbringen könnten, denn sie fürchteten das Volk.
3Aber [der] Satan fuhr hinein in Judas, der zusätzlich Iskariot genannt wurde, der von der Zahl der Zwölf war.
4Und er ging weg und besprach mit den Hohen Priestern und <Tempel>hauptleuten2, wie er ihn an sie ausliefern3 würde.
5Und sie freuten sich und kamen überein, ihm Geld zu geben.
6Und er war einverstanden und suchte eine gelegene Zeit, ihn an sie auszuliefern abseits der Menge.
7Es kam derjenige Tag der ungesäuerten [Brote], an dem das Passa geschlachtet werden musste.
8Und er sandte Petrus und Johannes und sagte: "Geht hin. Bereitet uns das Passa vor, damit wir essen mögen."
9Sie sagten zu ihm: "Wo willst du, dass wir es vorbereiten?"
10Er sagte zu ihnen: "Siehe! Wenn ihr in die Stadt hineingeht, wird euch ein Mensch begegnen, der einen Tonkrug mit Wasser trägt. Folgt ihm in das Haus, wo er hineingeht.
11Und ihr sollt* dem Hausherrn des Hauses sagen: 'Der Lehrer sagt dir: Wo ist das Gastzimmer, wo ich mit meinen Jüngern das Passa essen mag?'
12Und jener wird euch einen großen, mit Polstern belegten Obersaal4 zeigen. Dort bereitet es vor."
13Sie gingen weg und fanden es so, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passa vor.
14Und als die Stunde kam, legte er sich [zu Tisch] - und die zwölf Apostel [legten sich] zusammen mit ihm [zu Tisch].
15Und er <wandte sich> an sie und sagte: "Mit <großer> Sehnsucht begehrte ich5, dieses Passa mit euch zu essen, ehe ich leide,
16denn ich sage euch: Ich werde davon auf keinen Fall mehr essen, bis dass es erfüllt sein wird im Königreich Gottes."
17Und er nahm einen Becher in Empfang, dankte und sagte: "Nehmt diesen und teilt ihn unter euch
18- denn ich sage euch: Ich werde auf keinen Fall von dem Erzeugnis des Weinstocks trinken, bis dass das Königreich Gottes gekommen ist."
19Und er nahm Brot, dankte, brach und gab ihnen und sagte: "Dieses ist mein6 Leib, der für euch gegeben wird. Das tut zu meinem Gedenken7!"
20Ebenso [nahm er] auch den Becher nach dem Mahl und sagte: "Dieser Becher ist der neue Bund8 in meinem Blut, das für euch vergossen wird.
21Doch - siehe! - die Hand dessen, der mich ausliefert, ist mit mir auf dem Tisch.
22Und in der Tat, der Sohn des Menschen geht hin, gemäß dem, das bestimmt ist. Doch wehe jenem Menschen, durch den er ausgeliefert wird!"
23Und sie fingen an, bei sich selbst zu disputieren, wer von ihnen es dann wohl sein möge, der im Begriff sei, dieses auszuführen.
24Es entstand unter ihnen auch ein Wettstreit im Hinblick darauf, wer von ihnen für größer gelte9.
25Aber er sagte zu ihnen: "Die Könige der Völker sind Herren über sie, und die, die über sie Autorität ausüben, werden Wohltäter genannt.
26[Seid] ihr aber nicht so, sondern der Größere unter euch werde wie der Jüngere und der Führende wie der Dienende;
27denn wer ist größer: der [zu Tisch] Liegende oder der Dienende? Nicht der [zu Tisch] Liegende? Ich bin aber in eurer Mitte wie der Dienende.
28Ihr seid es aber, die durch [alles] mit mir geblieben sind in meinen Versuchungen10.
29Und ich vermache euch, so wie mir mein Vater vermachte, ein Königreich,
30damit ihr esst und trinkt an meinem Tisch in meinem Königreich und sitzt auf Thronen und richtet11 die zwölf Stämme Israels."
31Und der Herr sagte: "Simon, Simon, siehe! Der Satan bat sich euch aus, um [euch] zu schütteln wie den Weizen.
32Ich aber flehte für dich, damit dein Glaube nicht zu Ende gehe12. Und du, nachdem du einst umgekehrt bist, festige deine Brüder."
33Aber er sagte zu ihm: "Herr, mit dir bin ich bereit, auch ins Gefängnis und in den Tod zu gehen."
34Er sagte: "Ich sage dir, Petrus: [Der] Hahn wird heute keinesfalls krähen13, ehe du dreimal verleugnen wirst, mich zu kennen."
35Und er sagte zu ihnen: "Als ich euch sandte ohne Beutel und Tasche und Schuhe, littet ihr an etwas Mangel?" Sie sagten: "An nichts."
36Er sagte also zu ihnen: "Jedoch nun: Wer einen Beutel hat, nehme ihn, gleicherweise auch eine Tasche. Und wer kein Schwert hat, verkaufe sein Oberkleid und kaufe [eines];
37denn ich sage euch, dass noch dieses, das geschrieben ist, an mir ausgeführt werden muss: 'Und er wurde unter die Gesetzlosen14 gerechnet' {Jes 53,12}; - denn auch das, was mich betrifft, hat ein <Ziel und> Ende."
38Sie sagten: "Herr, siehe! Hier sind zwei Schwerter." Aber er sagte zu ihnen: "Es ist genug."
39Und er ging hinaus; und nach der Gewohnheit zog er hin zum Berg der Olivenbäume. Es folgten ihm auch seine Jünger.
40Als er an den Ort gekommen war, sagte er zu ihnen: "Betet <anhaltend>, um nicht in Versuchung hineinzugeraten."
41Und er riss sich von ihnen los, etwa einen Steinwurf [weit], und beugte die Knie und betete.
42"Vater!", sagte er. "Wenn es dein Wille ist, diesen Becher an mir vorüberzuführen -. Doch nicht mein Wille15, sondern der deine geschehe!"
43Da erschien ihm ein Bote vom Himmel, der ihn stärkte.
44Und als er in Angst <und Ringen> geriet, betete er inbrünstiger. Es wurde sein Schweiß wie große Blutstropfen, die auf die Erde niederfielen.16
45Und er stand auf von dem Gebet, kam hin zu den Jüngern und fand sie schlafend vor Betrübnis.
46Und er sagte zu ihnen: "Was schlaft ihr? Steht auf und betet17, damit18 ihr nicht in Versuchung hineingeratet!"
47Während er noch redete, - siehe! - eine Menge; und der, der Judas hieß, einer von den Zwölfen, ging ihnen voran. Und er nahte sich Jesus, ihn zu küssen.
48Jesus sagte zu ihm: "Judas, lieferst du den Sohn des Menschen aus19 mit einem Kuss?"
49Als die, welche um ihn [waren], sahen, was werden würde, sagten sie zu ihm: "Herr, ob wir mit dem Schwert zuschlagen sollen*?"
50Und einer, jemand von ihnen, schlug den leibeigenen Knecht des Hohen Priesters und hieb ihm das rechte Ohr ab.
51Aber Jesus antwortete und sagte: "Lasst sie so weit [machen]!"20 Und er rührte sein Ohr an und heilte ihn.
52Jesus sagte zu denen, die gegen ihn hergekommen waren, den Hohen Priestern und Hauptleuten21 der Tempelstätte und Ältesten: "Wie gegen einen Räuber seid ihr ausgegangen, mit Schwertern und Stöcken.22
53Als ich täglich bei euch in der Tempelstätte war, strecktet ihr nicht die Hände aus gegen mich. Aber dieses ist eure Stunde und die Vollmacht der Finsternis."
54Sie nahmen ihn fest und führten ihn ab. Und sie führten ihn hinein in das Haus des Hohen Priesters. Aber Petrus folgte von ferne.
55Nachdem sie in der Mitte des Hofes ein Feuer angezündet und sich zusammengesetzt hatten, setzte sich Petrus mitten unter sie.
56Aber eine gewisse Magd sah ihn im Licht23 sitzen und sah ihn unverwandt an und sagte: "Auch dieser war bei ihm."
57Aber er verleugnete ihn. Er sagte: "Frau, ich weiß nicht um ihn!"24
58Und nach kurzem sah ihn <jemand> anderer und sagte: "Auch du bist [einer] von ihnen." Aber Petrus sagte: "Mensch, ich bin's nicht!"
59Und nach Verlauf von etwa einer Stunde25 behauptete <jemand> anderer fest und steif: "In Wahrheit, auch dieser war bei ihm, denn er ist auch ein Galiläer."
60Aber Petrus sagte: "Mensch, ich weiß nicht, was du sagst!" Und auf der Stelle26, während er noch redete, krähte der Hahn.
61Und der Herr wandte sich um und blickte Petrus an. Und Petrus erinnerte sich an das Wort des Herrn, wie er ihm gesagt hatte: "Ehe [der] Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen."
62Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich.
63Und die Männer, die Jesus in Haft hielten, verspotteten und schlugen ihn.
64Und sie verhüllten ihn und schlugen ihn ins Angesicht und befragten ihn: "Weissage", sagten sie, "wer ist's, der dich schlug?"
65Und vieles andere sagten sie lästernd gegen ihn.
66Und wie es Tag wurde, wurde die Ältestenschaft des Volkes versammelt, sowohl Hohe Priester als auch Schriftgelehrte, und sie führten ihn hinauf in ihren Hohen Rat*.
67Sie sagten: "Wenn du der Gesalbte27 bist, sage es uns." Er sagte zu ihnen: "Wenn ich es euch sage, werdet ihr mir keinesfalls glauben.
68Wenn ich aber auch frage, antwortet ihr mir keinesfalls, noch gebt ihr [mich] frei.
69Von nun28 an wird der Sohn des Menschen sitzen29 zur Rechten der Kraft Gottes."
70Sie sagten alle: "Du bist also der Sohn Gottes?" Er sagte zu ihnen: "Ihr sagt es, dass ich es bin."
71Sie sagten: "Was brauchen wir noch Zeugnis? - denn wir selbst haben es aus seinem Mund gehört!"

Fußnoten

  1. 1 Gemeint sind die sieben Festtage, in denen Sauerteig nicht verwendet werden durfte.
  2. 2 d. h.: mit den Offizieren der Tempelwache; o.: mit den [militärischen] Sicherheitsverantwortlichen
  3. 3 eigtl.: <verraten und> ausliefern; so a. i. Folg.
  4. 4 d. h.: einen Raum im Obergeschoss
  5. 5 eigtl.: mit Begehren begehrte ich; d. i. ein Hebraismus, der Verstärkung ausdrückt.
  6. 6 d. h.: steht für meinen; zum Gebrauch von "ist" i. S. v. "bedeutet" vgl. Lk 8,9E; 22,20; Joh 10,6; 16,17; Apg 10,17; 17,20E; 1Kor 10,16; Gal 4,25.
  7. 7 o.: zur Erinnerung an mich.
  8. 8 d. h.: steht für den neuen Bund (bzw.: die neue Bundesstiftung)
  9. 9 o.: wer von ihnen größer [als die anderen] zu sein scheine (o.: für den Größeren zu halten sei).
  10. 10 o.: Prüfungen
  11. 11 eigtl.: sitzt ..., richtend
  12. 12 o.: ein Ende nehme.
  13. 13 eigtl.: seine Stimme von sich geben
  14. 14 o.: Ungesetzlichen
  15. 15 i. S. v.: Wunsch
  16. 16 Die V. 43.44 werden von der überwältigenden Mehrheit der gr. Handschriften bezeugt.
  17. 17 i. S. v.: betet fortwährend; o. i. S. v.: betet inständig; gr. Impf. zur Andeutung von andauernder Handlung bzw. von Nachdrücklichkeit
  18. 18 o.: dahingehend, dass; im Falle der Üsg. im Text ist "beten" das Mittel, um nicht in Versuchung zu geraten; im Falle der Fn. ist "nicht in Versuchung geraten" ein Gebetsanliegen. (Im Lichte von V. 40 ist wohl das Erste vorzuziehen.)
  19. 19 o.: Verrätst du den Sohn des Menschen
  20. 20 eigtl.: Lasst sie bis <zu> diesem!
  21. 21 d. h.: den Offizieren der Tempelwache; o.: den [militärischen] Sicherheitsverantwortlichen
  22. 22 Der Satz könnte evtl. auch als Frage aufzufassen sein.
  23. 23 eigtl.: zum Licht hin
  24. 24 o.: Ich weiß nicht, wer er ist!
  25. 25 S. Üsgsk. zu Mk 14,68.72.
  26. 26 d. h.: unmittelbar
  27. 27 gr. christos, heb. maschiach (Messias), dt. Gesalbter; lat. Christus
  28. 28 Dieses schließt offensichtlich sein gegenwärtiges Leiden sowie die darauf folgende Verherrlichung als Zeitpunkt ein.
  29. 29 eigtl.: wird sitzend sein; o.: wird einer sein, der sitzt