Neues Testament
Lukas Kapitel 19
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Und er ging hinein und zog durch Jericho hindurch.
2Und - siehe! - [da war] ein Mann, mit Namen Zachäus1 genannt, und der war ein Oberzolleinnehmer. Und dieser war reich.
3Und er suchte Jesus zu sehen, wer er sei. Und er konnte nicht vor der Menge, weil er klein von Gestalt war.
4Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, damit er ihn sehe, weil jener im Begriff war, dort durchzuziehen.
5Und als er an den Ort kam, blickte Jesus auf, sah ihn und sagte zu ihm hin: "Zachäus, eile und steige herab, denn heute muss ich in deinem Hause bleiben!"
6Und er stieg eilends herab und nahm ihn auf mit Freude.
7Und als sie es sahen, murrten sie alle <untereinander> und sagten: "Er ging hinein, um bei einem sündigen Mann zu Gast zu sein2."
8Aber Zachäus stand und sagte, zum Herrn <gewandt>: "Siehe! Die Hälfte meiner Habe, Herr, gebe ich den Armen. Und wenn ich von jemandem etwas erpresste3, gebe ich es vierfach wieder4."
9Jesus sagte, zu ihm <gewandt>: "Heute widerfuhr diesem Hause Rettung, weil ja auch er ein Sohn Abrahams ist,
10denn der Sohn des Menschen kam, das Verlorene zu suchen und zu retten."
11Während sie das noch im Ohr hatten5, fügte er ein Gleichnis hinzu, weil er nahe bei Jerusalem war und sie meinten, dass unverzüglich das Königreich Gottes im Begriff sei zu erscheinen.
12Er sagte also: "Ein Mensch von edler Herkunft zog in ein fernes Land, um für sich ein Königreich in Empfang zu nehmen und zurückzukehren.
13Er rief zehn seiner leibeigenen Knechte und gab ihnen zehn Minen6 und sagte zu ihnen: 'Handelt7, bis ich komme.'
14Aber seine Bürger hassten ihn und sandten eine Gesandtschaft hinter ihm her und sagten: 'Wir wollen nicht, dass dieser über uns König sei.'
15Und es geschah, als er, nachdem er das Königreich in Empfang genommen hatte, zurückkam, sagte er, man solle diese Knechte8, denen er das Geld gegeben hatte, zu ihm rufen, damit er erfahre, was jeder erhandelt habe.
16Der erste kam herbei und sagte: 'Herr, deine Mine gewann zehn Minen hinzu.'
17Und er sagte zu ihm: 'Wohl [getan], du guter Knecht! Weil du im Geringsten treu geworden warst, habe Vollmacht9 über zehn Städte.'
18Und der zweite kam und sagte: 'Herr, deine Mine machte fünf Minen.'
19Auch zu diesem sagte er [in ähnlicher Weise]: 'Und du, werde du über fünf Städte [gesetzt].'
20Und ein anderer kam und sagte: 'Herr, sieh - deine Mine, die ich in einem Schweißtuch aufbewahrt hielt;
21denn ich fürchtete dich, weil du ein strenger Mensch bist: Du nimmst, was du nicht hinlegtest, und du erntest, was du nicht sätest.'
22Er sagt zu ihm: 'Aus deinem Munde werde ich dich richten, böser Knecht! Du wusstest: Ich bin ein strenger Mensch, der ich nehme, was ich nicht hinlegte, und ernte, was ich nicht säte.
23Weshalb gabst du dann nicht mein Geld auf [die] Bank10, und ich hätte es bei meinem Kommen mit Zinsen eingefordert?'
24Und zu den Dabeistehenden sagte er: 'Nehmt ihm die Mine ab und gebt sie dem, der die zehn Minen hat'
25(und sie sagten zu ihm: 'Herr, er hat zehn Minen!'),
26'denn ich sage euch: Jedem, der hat, wird gegeben werden; aber von dem, der nicht hat, von ihm wird auch das abgenommen werden, das er hat.
27Doch jene, meine Feinde, die nicht wollten, dass ich über sie König sei, führt her und macht sie nieder vor mir.'"
28Und nachdem er das gesagt hatte, ging er voraus und zog hinauf nach Jerusalem.
29Und es geschah, als er sich Bethphage11 und Bethanien12 nahte, gegen den Berg hin, genannt der [Berg] 'der Olivenbäume', sandte er zwei seiner Jünger
30und sagte: "Geht hin in das Dorf gegenüber, und wenn ihr hinkommt, werdet ihr darin ein Fohlen angebunden finden, auf das sich noch nie ein Mensch setzte. Bindet es los und führt es <her>.
31Und wenn jemand euch fragt: 'Weshalb bindet ihr es los?', werdet13 ihr zu ihm so sagen: 'Der Herr bedarf seiner.'"
32Die Abgesandten gingen weg und fanden es so, wie er ihnen gesagt hatte.
33Als sie das Fohlen losmachten, sagten dessen Herren zu ihnen: "Warum bindet ihr das Fohlen los?"
34Sie sagten: "Der Herr bedarf seiner."
35Und sie führten es zu Jesus. Und sie warfen ihre Oberkleider auf das Fohlen und setzten Jesus darauf.
36Während er hinzog, breiteten sie ihre Oberkleider auf dem Weg aus.
37°Als er [Jerusalem] näherkam, schon gegen den Abhang des Berges der Olivenbäume, fing die ganze Anzahl der Jünger mit Freude und großer, <lauter> Stimme an, Gott zu preisen über alle Krafttaten, die sie gesehen hatten:
38"Gelobt [sei] der König, der kommt im Namen des Herrn!", sagten sie. "Friede im Himmel und Herrlichkeit in den höchsten <Höhen>!"
39Und etliche der Pharisäer aus der Menge richteten sich> an ihn und sagten: "Lehrer, strafe deine Jünger!"
40Und er antwortete und sagte: "Ich sage euch, wenn diese schweigen, werden die Steine schreien."
41Und als er näherkam und die Stadt sah, weinte er über sie.
42Und er sagte: "Wenn doch auch du, und eben an diesem deinem Tag, zur Kenntnis genommen hättest, was zu deinem Frieden [diente]! Nun aber wurde es vor deinen Augen verborgen.
43Es werden nämlich Tage über dich kommen, da werden deine Feinde einen Wall14 um dich herumziehen und dich umzingeln und dich von allen Seiten bedrängen
44und dich zu Boden strecken15, [dich] und deine Kinder in dir, und sie werden in dir nicht Stein auf Stein lassen, dafür dass du die Zeit deiner Heimsuchung nicht zur Kenntnis nahmst."
45Und er ging in die Tempelstätte und fing an, die hinauszutreiben, die darin verkauften und kauften,
46und sagte zu ihnen: "Es ist geschrieben: 'Mein Haus ist ein Haus des Gebets.' {Jes 56,7} Aber ihr machtet es zu einer Räuberhöhle!"
47Und er lehrte täglich in der Tempelstätte. Aber die Hohen Priester und die Schriftgelehrten und die Ersten des Volkes suchten ihn umzubringen.
48Und sie fanden nicht, was sie tun sollten, denn das ganze Volk hing ihm an und hörte [auf ihn]16.
2Und - siehe! - [da war] ein Mann, mit Namen Zachäus1 genannt, und der war ein Oberzolleinnehmer. Und dieser war reich.
3Und er suchte Jesus zu sehen, wer er sei. Und er konnte nicht vor der Menge, weil er klein von Gestalt war.
4Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, damit er ihn sehe, weil jener im Begriff war, dort durchzuziehen.
5Und als er an den Ort kam, blickte Jesus auf, sah ihn und sagte zu ihm hin: "Zachäus, eile und steige herab, denn heute muss ich in deinem Hause bleiben!"
6Und er stieg eilends herab und nahm ihn auf mit Freude.
7Und als sie es sahen, murrten sie alle <untereinander> und sagten: "Er ging hinein, um bei einem sündigen Mann zu Gast zu sein2."
8Aber Zachäus stand und sagte, zum Herrn <gewandt>: "Siehe! Die Hälfte meiner Habe, Herr, gebe ich den Armen. Und wenn ich von jemandem etwas erpresste3, gebe ich es vierfach wieder4."
9Jesus sagte, zu ihm <gewandt>: "Heute widerfuhr diesem Hause Rettung, weil ja auch er ein Sohn Abrahams ist,
10denn der Sohn des Menschen kam, das Verlorene zu suchen und zu retten."
11Während sie das noch im Ohr hatten5, fügte er ein Gleichnis hinzu, weil er nahe bei Jerusalem war und sie meinten, dass unverzüglich das Königreich Gottes im Begriff sei zu erscheinen.
12Er sagte also: "Ein Mensch von edler Herkunft zog in ein fernes Land, um für sich ein Königreich in Empfang zu nehmen und zurückzukehren.
13Er rief zehn seiner leibeigenen Knechte und gab ihnen zehn Minen6 und sagte zu ihnen: 'Handelt7, bis ich komme.'
14Aber seine Bürger hassten ihn und sandten eine Gesandtschaft hinter ihm her und sagten: 'Wir wollen nicht, dass dieser über uns König sei.'
15Und es geschah, als er, nachdem er das Königreich in Empfang genommen hatte, zurückkam, sagte er, man solle diese Knechte8, denen er das Geld gegeben hatte, zu ihm rufen, damit er erfahre, was jeder erhandelt habe.
16Der erste kam herbei und sagte: 'Herr, deine Mine gewann zehn Minen hinzu.'
17Und er sagte zu ihm: 'Wohl [getan], du guter Knecht! Weil du im Geringsten treu geworden warst, habe Vollmacht9 über zehn Städte.'
18Und der zweite kam und sagte: 'Herr, deine Mine machte fünf Minen.'
19Auch zu diesem sagte er [in ähnlicher Weise]: 'Und du, werde du über fünf Städte [gesetzt].'
20Und ein anderer kam und sagte: 'Herr, sieh - deine Mine, die ich in einem Schweißtuch aufbewahrt hielt;
21denn ich fürchtete dich, weil du ein strenger Mensch bist: Du nimmst, was du nicht hinlegtest, und du erntest, was du nicht sätest.'
22Er sagt zu ihm: 'Aus deinem Munde werde ich dich richten, böser Knecht! Du wusstest: Ich bin ein strenger Mensch, der ich nehme, was ich nicht hinlegte, und ernte, was ich nicht säte.
23Weshalb gabst du dann nicht mein Geld auf [die] Bank10, und ich hätte es bei meinem Kommen mit Zinsen eingefordert?'
24Und zu den Dabeistehenden sagte er: 'Nehmt ihm die Mine ab und gebt sie dem, der die zehn Minen hat'
25(und sie sagten zu ihm: 'Herr, er hat zehn Minen!'),
26'denn ich sage euch: Jedem, der hat, wird gegeben werden; aber von dem, der nicht hat, von ihm wird auch das abgenommen werden, das er hat.
27Doch jene, meine Feinde, die nicht wollten, dass ich über sie König sei, führt her und macht sie nieder vor mir.'"
28Und nachdem er das gesagt hatte, ging er voraus und zog hinauf nach Jerusalem.
29Und es geschah, als er sich Bethphage11 und Bethanien12 nahte, gegen den Berg hin, genannt der [Berg] 'der Olivenbäume', sandte er zwei seiner Jünger
30und sagte: "Geht hin in das Dorf gegenüber, und wenn ihr hinkommt, werdet ihr darin ein Fohlen angebunden finden, auf das sich noch nie ein Mensch setzte. Bindet es los und führt es <her>.
31Und wenn jemand euch fragt: 'Weshalb bindet ihr es los?', werdet13 ihr zu ihm so sagen: 'Der Herr bedarf seiner.'"
32Die Abgesandten gingen weg und fanden es so, wie er ihnen gesagt hatte.
33Als sie das Fohlen losmachten, sagten dessen Herren zu ihnen: "Warum bindet ihr das Fohlen los?"
34Sie sagten: "Der Herr bedarf seiner."
35Und sie führten es zu Jesus. Und sie warfen ihre Oberkleider auf das Fohlen und setzten Jesus darauf.
36Während er hinzog, breiteten sie ihre Oberkleider auf dem Weg aus.
37°Als er [Jerusalem] näherkam, schon gegen den Abhang des Berges der Olivenbäume, fing die ganze Anzahl der Jünger mit Freude und großer, <lauter> Stimme an, Gott zu preisen über alle Krafttaten, die sie gesehen hatten:
38"Gelobt [sei] der König, der kommt im Namen des Herrn!", sagten sie. "Friede im Himmel und Herrlichkeit in den höchsten <Höhen>!"
39Und etliche der Pharisäer aus der Menge richteten sich> an ihn und sagten: "Lehrer, strafe deine Jünger!"
40Und er antwortete und sagte: "Ich sage euch, wenn diese schweigen, werden die Steine schreien."
41Und als er näherkam und die Stadt sah, weinte er über sie.
42Und er sagte: "Wenn doch auch du, und eben an diesem deinem Tag, zur Kenntnis genommen hättest, was zu deinem Frieden [diente]! Nun aber wurde es vor deinen Augen verborgen.
43Es werden nämlich Tage über dich kommen, da werden deine Feinde einen Wall14 um dich herumziehen und dich umzingeln und dich von allen Seiten bedrängen
44und dich zu Boden strecken15, [dich] und deine Kinder in dir, und sie werden in dir nicht Stein auf Stein lassen, dafür dass du die Zeit deiner Heimsuchung nicht zur Kenntnis nahmst."
45Und er ging in die Tempelstätte und fing an, die hinauszutreiben, die darin verkauften und kauften,
46und sagte zu ihnen: "Es ist geschrieben: 'Mein Haus ist ein Haus des Gebets.' {Jes 56,7} Aber ihr machtet es zu einer Räuberhöhle!"
47Und er lehrte täglich in der Tempelstätte. Aber die Hohen Priester und die Schriftgelehrten und die Ersten des Volkes suchten ihn umzubringen.
48Und sie fanden nicht, was sie tun sollten, denn das ganze Volk hing ihm an und hörte [auf ihn]16.
Fußnoten
- 1 o.: Zakchajus
- 2 o.: sich auszuspannen.
- 3 gr. sükophantein; das Wort bed. auch: falsch anklagen; durch falsche Anklage nehmen.
- 4 o.: erstatte ich es vierfach; vgl. 2Mo 21,37; 2Sam 12,6.
- 5 eigtl.: Als sie das hörten
- 6 Eine Mine ist ein Sechzigstel eines Talents; 1 Mine = 100 Drachmen (o. Denare); 10 Minen verdiente ein Arbeiter für 1000 Tage Arbeit.
- 7 o.: Macht Geschäfte
- 8 eigtl.: leibeigenen Knechte; so a. i. Folg.
- 9 w.: sei einer, der Vollmacht hat
- 10 eigtl.: auf den Tisch (d. i.: den Tisch der Wechsler bzw. Verleiher)
- 11 bed.: Haus der unreifen Feigen
- 12 bed.: Haus des Elends
- 13 o.: sollt
- 14 o.: Pfahlwall
- 15 o.: dem Erdboden gleichmachen
- 16 o.: hing <fortwährend> hörend an ihm.