Zum Inhalt springen

Altes Testament

1. Könige Kapitel 13

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und - siehe! - ein Mann Gottes kam aus Juda, auf das Wort Jahwehs hin, nach Bethel, als Jerobeam beim Altar stand, um Rauchopfer darzubringen.
2Und auf das Wort Jahwehs hin rief er gegen den Altar hin und sagte: "Altar, Altar! So sagt Jahweh: 'Siehe! Dem Haus Davids wird ein Sohn geboren werden, Josia sein Name, und er wird auf dir die Höhenpriester <als Schlachtopfer> opfern, die auf dir Rauchopfer darbringen; und Menschengebeine wird man auf dir verbrennen!'"
3Und er gab an jenem Tag ein Wunderzeichen und sagte: "Dieses ist das Wunderzeichen dafür, dass Jahweh geredet hat: Siehe! Der Altar wird auseinanderbrechen, und die Fettasche1, die darauf ist, wird verschüttet werden."
4Und es geschah, als der König das Wort des Mannes Gottes hörte, das er gegen den Altar in Bethel gerufen hatte, da streckte Jerobeam vom Altar herab seine Hand aus und sagte: "Ergreift ihn!" Da verdorrte seine Hand, die er gegen ihn ausgestreckt hatte, und er konnte sie nicht zu sich zurückziehen.
5Und der Altar brach auseinander, und die Fettasche wurde vom Altar [herab] verschüttet, gemäß dem Wunderzeichen, das der Mann Gottes durch das Wort Jahwehs gegeben hatte.
6Da antwortete der König und sagte zu dem Mann Gottes: "Besänftige bitte das Angesicht Jahwehs, deines Gottes, und tue Fürbitte für mich, dass meine Hand zu mir zurückkehre." Und der Mann Gottes besänftigte das Angesicht Jahwehs; und die Hand des Königs kehrte zu ihm zurück und wurde wie zuvor.
7Und der König redete zu dem Mann Gottes: "Komm mit mir ins Haus und stärke2 dich. Und ich will dir ein Geschenk geben."
8Aber der Mann Gottes sagte zu dem König: "Wenn du mir die Hälfte deines Hauses gäbest, ich würde nicht mit dir hineingehen. Und ich werde an diesem Ort kein Brot essen und kein Wasser trinken;
9denn so wurde mir durch das Wort Jahwehs geboten und gesagt: 'Du sollst kein Brot essen und kein Wasser trinken. Und du sollst nicht auf dem Weg zurückkehren, den du gegangen bist.'"
10Und er ging auf einem anderen Weg und kehrte nicht auf dem Weg zurück, auf dem er nach Bethel gekommen war.
11Es wohnte aber zu Bethel ein alter Prophet. Und sein Sohn3 kam, und sie4 erzählten ihm alles, was der Mann Gottes an dem Tag in Bethel getan hatte: die Worte, die er zu dem König gesagt hatte. Sie erzählten sie ihrem Vater,
12und ihr Vater sagte zu ihnen: "Welchen Weg ist er gegangen?" Und seine Söhne hatten den Weg gesehen, den der Mann Gottes gegangen war, der aus Juda gekommen war.
13Und er sagte zu seinen Söhnen: "Sattelt mir den Esel!" Und als sie ihm den Esel gesattelt hatten, bestieg er ihn.
14Und er zog dem Mann Gottes nach und fand ihn unter der Terebinthe sitzen. Und er sagte zu ihm: "Bist du der Mann Gottes, der aus Juda gekommen ist?" Und er sagte: "Ich [bin es]."
15Und er sagte zu ihm: "Komm mit mir ins Haus und iss Brot."
16Er aber sagte: "Ich kann nicht mit dir zurückkehren und mit dir kommen. Und ich werde mit dir an diesem Ort nicht Brot essen und nicht Wasser trinken,
17denn es [erging] infolge des Wortes Jahwehs ein Wort zu mir: 'Du sollst dort nicht Brot essen und nicht Wasser trinken. Du sollst auf dem Weg, auf dem du gegangen bist, nicht wieder [zurück]gehen.'"
18Und er sagte zu ihm: "Auch ich bin ein Prophet wie du. Und ein Bote hat mittels des Wortes Jahwehs zu mir geredet und gesagt: 'Bring ihn mit dir in dein Haus zurück, dass er Brot esse und Wasser trinke.'" (Er belog ihn.)
19Und er kehrte mit ihm zurück und aß Brot in seinem Haus und trank Wasser.
20Und es geschah, während sie zu Tisch saßen, da geschah das Wort Jahwehs zu dem Propheten, der ihn zurückgeholt hatte.
21Und er rief dem Mann Gottes zu, der aus Juda gekommen war, und sagte: "So sagt Jahweh: Weil du gegen den Mund5 Jahwehs widerspenstig warst und das Gebot, das Jahweh, dein Gott, dir geboten hat, nicht gehalten hast
22und zurückgekehrt bist und Brot gegessen und Wasser getrunken hast an dem Ort, von dem er zu dir gesagt hatte: 'Iss kein Brot und trink kein Wasser!', [darum] wird dein Leichnam nicht in das Grab deiner Väter kommen."
23Und es geschah, nachdem er Brot gegessen und getrunken hatte, da sattelte man den Esel für ihn, für den Propheten, den er zurückgeholt hatte.
24Und er zog fort. Und ein Löwe fand ihn auf dem Weg und tötete ihn. Und sein Leichnam lag hingestreckt auf dem Weg. Und der Esel stand neben ihm, und der Löwe stand neben dem Leichnam.
25Und - siehe! - als Männer vorbeigingen, sahen sie den Leichnam hingestreckt auf dem Weg liegen und den Löwen neben dem Leichnam stehen. Und sie kamen und sagten es in der Stadt, in der der alte Prophet wohnte.
26Und der Prophet, der ihn vom Weg zurückgeholt hatte, hörte es. Da sagte er: "Das ist der Mann Gottes, der gegen den Mund Jahwehs widerspenstig war. <Also> hat Jahweh ihn dem Löwen gegeben, der hat ihn zerrissen und getötet, gemäß dem Wort Jahwehs, das er zu ihm gesagt hatte."
27Und er redete zu seinen Söhnen und sagte: "Sattelt mir den Esel!" Und sie sattelten ihn.
28Und er ging hin und fand seinen Leichnam hingestreckt auf dem Weg [liegen] und den Esel und den Löwen neben dem Leichnam stehen. Der Löwe hatte den Leichnam nicht gefressen und den Esel nicht zerrissen.
29Und der Prophet hob den Leichnam des Mannes Gottes auf und legte ihn auf den Esel und brachte ihn zurück. Und er kam in die Stadt des alten Propheten, ihn zu beklagen und zu begraben,
30und legte seinen Leichnam in sein [eigenes] Grab. Und man klagte über ihn: "Ach, mein Bruder!"
31Und es geschah, nachdem er ihn begraben hatte, sagte er zu seinen Söhnen: "Wenn ich gestorben bin, begrabt mich in dem Grab, in dem der Mann Gottes begraben ist. Legt meine Gebeine neben seine Gebeine;
32denn das Wort wird gewisslich geschehen, [das Wort], das er auf das Wort Jahwehs hin ausgerufen hat gegen den Altar, der in Bethel ist, und gegen alle Häuser der Höhen6, die in den Städten Samarias sind."
33Nach dieser Begebenheit kehrte Jerobeam von seinem bösen Weg nicht um. Und wieder machte er [etliche] aus dem gesamten Volk zu Priestern der Höhen. Wer Lust hatte, dem füllte er seine Hand7, dass er ein Priester der Höhen würde.
34Und diese Sache wurde dem Haus Jerobeams zur Sünde und zur Vertilgung und zur Vernichtung, hinweg von der Fläche des Erdbodens.

Fußnoten

  1. 1 D. i. die Asche des verbrannten Fettes der Opfer.
  2. 2 und erfrische
  3. 3 Im heb. Text steht die Einzahl.
  4. 4 d. i.: der Sohn und die anderen Söhne (V. 12.13)
  5. 5 i. S. v.: Befehl; so a. V. 26.
  6. 6 d. h.: alle Höhenheiligtümer
  7. 7 d. i.: den weihte er