Altes Testament
1. Könige Kapitel 3
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Und Salomo wurde Schwiegersohn Pharaos, des Königs von Ägypten. Und er nahm die Tochter Pharaos und brachte sie in die Davidsstadt, bis er den Bau seines Hauses und des Hauses Jahwehs und die Mauer rings um Jerusalem vollendet hatte.
2Nur, das Volk opferte <Schlachtopfer> auf den Höhen, denn bis zu jenen Tagen war dem Namen Jahwehs kein Haus gebaut worden.
3Und Salomo liebte Jahweh, sodass er in den Satzungen Davids, seines Vaters, wandelte, nur dass er auf den Höhen <Schlachtopfer> opferte und Rauchopfer darbrachte.
4Und der König ging nach Gibeon, um dort <Schlachtopfer> zu opfern, denn das war die große Höhe1. Tausend Brandopfer brachte Salomo auf jenem Altar dar.
5Zu Gibeon erschien Jahweh Salomo im Traum der Nacht. Und Gott sagte: "Bitte, was ich dir geben soll."
6Und Salomo sagte: "Du selbst hast deinem leibeigenen Knecht David, meinem Vater, große Güte erwiesen, wie er denn vor deinem Angesicht gewandelt ist in Wahrheit2 und in Gerechtigkeit und in Geradlinigkeit des Herzens dir gegenüber. Und du hast ihm diese große Güte bewahrt und ihm einen Sohn gegeben, der auf seinem Thron sitzt, wie es an diesem Tag ist.
7Und nun, Jahweh, mein Gott, du hast deinen leibeigenen Knecht zum König gemacht an Davids, meines Vaters, Statt, und ich bin ein kleiner Bursche, weiß nicht aus- und einzugehen,
8und dein leibeigener Knecht ist inmitten deines Volkes, das du dir erwählt hast, eines großen Volkes, das nicht gezählt werden kann und vor Menge nicht bemessen3 werden kann.
9So gib denn deinem leibeigenen Knecht ein hörendes4 Herz, dein Volk zu richten5 [und] Einsicht zu haben <und unterscheiden zu können> zwischen Gut und Böse; denn wer vermag dieses dein schweres6 Volk zu richten?"
10Und die Sache war gut in den Augen des Herrn7, dass Salomo um diese Sache gebeten hatte.
11Und Gott sagte zu ihm: "Weil du um diese Sache gebeten hast - und hast dir nicht viele Tage erbeten und hast dir nicht Reichtum erbeten und nicht um die Seele8 deiner Feinde gebeten, sondern hast dir Verständnis9 erbeten, um auf das Recht zu hören,
12- siehe! - so tue ich nach deinen Worten: Siehe! - Ich gebe dir ein weises und verständiges10 Herz, sodass deinesgleichen vor dir nicht war und deinesgleichen nach dir nicht erstehen wird.
13Und auch das, was du nicht erbeten hast, gebe ich dir, sowohl Reichtum als auch Herrlichkeit, dass deinesgleichen nicht sein wird unter den Königen alle deine Tage.
14Und wenn du in meinen Wegen wandelst, indem du meine Satzungen und meine Gebote wahrst <und hältst>, wie dein Vater David gewandelt ist, werde ich deine Tage verlängern11."
15Und Salomo erwachte, und - siehe! - es war ein Traum gewesen. Und als er nach Jerusalem kam, stand er vor der Lade des Bundes Jahwehs und opferte Brandopfer und machte Friedensopfer bereit und machte allen seinen Knechten ein Festmahl.
16Damals kamen zwei Huren zu dem König und traten vor ihn.
17Und die eine Frau sagte: "Bitte, mein Herr! Ich und diese Frau wohnten in ein und demselben Haus. Und ich gebar bei ihr im Haus.
18Und es geschah am dritten Tag, nachdem ich geboren hatte, gebar auch diese Frau. Und wir waren beieinander, kein Auswärtiger war bei uns im Haus, nur wir beide waren im Haus.
19Und in der Nacht starb der Sohn dieser Frau, weil sie auf ihm gelegen hatte.
20Und sie stand mitten in der Nacht auf und nahm meinen Sohn von meiner Seite, während deine Magd schlief, und legte ihn in ihren Schoß; ihren toten Sohn aber legte sie in meinen Schoß.
21Als ich am Morgen aufstand, meinen Sohn zu stillen - siehe! -, da war er tot. Am Morgen aber achtete ich genau auf ihn, und - siehe! - da war es nicht mein Sohn, den ich geboren hatte."
22Und die andere Frau sagte: "Nein, sondern mein Sohn ist der lebende, und dein Sohn ist der tote." Und jene sagte: "Nein, sondern dein Sohn ist der tote, und mein Sohn ist der lebende." Und sie redeten <hin und her> vor dem König.
23Und der König sagte: "Diese sagt: 'Dieser, der lebende, ist mein Sohn, und dein Sohn ist der tote.' Und jene sagt: 'Nein, sondern dein Sohn ist der tote, und mein Sohn ist der lebende.'"
24Und der König sagte: "Holt mir ein Schwert." Und man brachte das Schwert vor den König.
25Und der König sagte: "Zerschneidet das lebende [Neu]geborene in zwei Teile, und gebt der einen die Hälfte und der anderen die Hälfte."
26Da sagte die Frau, deren Sohn der lebende war, zu dem König, denn ihr Inneres wurde erregt12 über ihren Sohn: "Bitte, mein Herr, gebt ihr das lebende [Neu]geborene und tötet es ja nicht!" Die aber sagte: "Weder mir noch dir soll es gehören. Zerschneidet es!"
27Da antwortete der König und sagte: "Gebt jener das lebende [Neu]geborene und tötet es nicht! Sie ist seine Mutter."
28Und ganz Israel hörte das Urteil, das der König gefällt hatte. Und sie fürchteten sich vor dem König, denn sie sahen, dass Weisheit Gottes in ihm war, Recht zu schaffen13.
2Nur, das Volk opferte <Schlachtopfer> auf den Höhen, denn bis zu jenen Tagen war dem Namen Jahwehs kein Haus gebaut worden.
3Und Salomo liebte Jahweh, sodass er in den Satzungen Davids, seines Vaters, wandelte, nur dass er auf den Höhen <Schlachtopfer> opferte und Rauchopfer darbrachte.
4Und der König ging nach Gibeon, um dort <Schlachtopfer> zu opfern, denn das war die große Höhe1. Tausend Brandopfer brachte Salomo auf jenem Altar dar.
5Zu Gibeon erschien Jahweh Salomo im Traum der Nacht. Und Gott sagte: "Bitte, was ich dir geben soll."
6Und Salomo sagte: "Du selbst hast deinem leibeigenen Knecht David, meinem Vater, große Güte erwiesen, wie er denn vor deinem Angesicht gewandelt ist in Wahrheit2 und in Gerechtigkeit und in Geradlinigkeit des Herzens dir gegenüber. Und du hast ihm diese große Güte bewahrt und ihm einen Sohn gegeben, der auf seinem Thron sitzt, wie es an diesem Tag ist.
7Und nun, Jahweh, mein Gott, du hast deinen leibeigenen Knecht zum König gemacht an Davids, meines Vaters, Statt, und ich bin ein kleiner Bursche, weiß nicht aus- und einzugehen,
8und dein leibeigener Knecht ist inmitten deines Volkes, das du dir erwählt hast, eines großen Volkes, das nicht gezählt werden kann und vor Menge nicht bemessen3 werden kann.
9So gib denn deinem leibeigenen Knecht ein hörendes4 Herz, dein Volk zu richten5 [und] Einsicht zu haben <und unterscheiden zu können> zwischen Gut und Böse; denn wer vermag dieses dein schweres6 Volk zu richten?"
10Und die Sache war gut in den Augen des Herrn7, dass Salomo um diese Sache gebeten hatte.
11Und Gott sagte zu ihm: "Weil du um diese Sache gebeten hast - und hast dir nicht viele Tage erbeten und hast dir nicht Reichtum erbeten und nicht um die Seele8 deiner Feinde gebeten, sondern hast dir Verständnis9 erbeten, um auf das Recht zu hören,
12- siehe! - so tue ich nach deinen Worten: Siehe! - Ich gebe dir ein weises und verständiges10 Herz, sodass deinesgleichen vor dir nicht war und deinesgleichen nach dir nicht erstehen wird.
13Und auch das, was du nicht erbeten hast, gebe ich dir, sowohl Reichtum als auch Herrlichkeit, dass deinesgleichen nicht sein wird unter den Königen alle deine Tage.
14Und wenn du in meinen Wegen wandelst, indem du meine Satzungen und meine Gebote wahrst <und hältst>, wie dein Vater David gewandelt ist, werde ich deine Tage verlängern11."
15Und Salomo erwachte, und - siehe! - es war ein Traum gewesen. Und als er nach Jerusalem kam, stand er vor der Lade des Bundes Jahwehs und opferte Brandopfer und machte Friedensopfer bereit und machte allen seinen Knechten ein Festmahl.
16Damals kamen zwei Huren zu dem König und traten vor ihn.
17Und die eine Frau sagte: "Bitte, mein Herr! Ich und diese Frau wohnten in ein und demselben Haus. Und ich gebar bei ihr im Haus.
18Und es geschah am dritten Tag, nachdem ich geboren hatte, gebar auch diese Frau. Und wir waren beieinander, kein Auswärtiger war bei uns im Haus, nur wir beide waren im Haus.
19Und in der Nacht starb der Sohn dieser Frau, weil sie auf ihm gelegen hatte.
20Und sie stand mitten in der Nacht auf und nahm meinen Sohn von meiner Seite, während deine Magd schlief, und legte ihn in ihren Schoß; ihren toten Sohn aber legte sie in meinen Schoß.
21Als ich am Morgen aufstand, meinen Sohn zu stillen - siehe! -, da war er tot. Am Morgen aber achtete ich genau auf ihn, und - siehe! - da war es nicht mein Sohn, den ich geboren hatte."
22Und die andere Frau sagte: "Nein, sondern mein Sohn ist der lebende, und dein Sohn ist der tote." Und jene sagte: "Nein, sondern dein Sohn ist der tote, und mein Sohn ist der lebende." Und sie redeten <hin und her> vor dem König.
23Und der König sagte: "Diese sagt: 'Dieser, der lebende, ist mein Sohn, und dein Sohn ist der tote.' Und jene sagt: 'Nein, sondern dein Sohn ist der tote, und mein Sohn ist der lebende.'"
24Und der König sagte: "Holt mir ein Schwert." Und man brachte das Schwert vor den König.
25Und der König sagte: "Zerschneidet das lebende [Neu]geborene in zwei Teile, und gebt der einen die Hälfte und der anderen die Hälfte."
26Da sagte die Frau, deren Sohn der lebende war, zu dem König, denn ihr Inneres wurde erregt12 über ihren Sohn: "Bitte, mein Herr, gebt ihr das lebende [Neu]geborene und tötet es ja nicht!" Die aber sagte: "Weder mir noch dir soll es gehören. Zerschneidet es!"
27Da antwortete der König und sagte: "Gebt jener das lebende [Neu]geborene und tötet es nicht! Sie ist seine Mutter."
28Und ganz Israel hörte das Urteil, das der König gefällt hatte. Und sie fürchteten sich vor dem König, denn sie sahen, dass Weisheit Gottes in ihm war, Recht zu schaffen13.
Fußnoten
- 1 heb. bamah; Höhe; Anhöhe; hier: ein großer Opferaltar unter freiem Himmel.
- 2 o.: in Treue
- 3 o.: aufgeschrieben
- 4 o.: horchendes; hinhörendes; achtsames
- 5 und ihm Recht zu sprechen; so a. i. Folg.
- 6 o.: gewichtiges; gewaltiges; n. 2Chr 1,10: großes
- 7 heb. Adonai
- 8 d. h.: das Leben
- 9 und Urteilsfähigkeit
- 10 und unterscheidungsfähiges, urteilsfähiges
- 11 i. S. v.: werde ich machen, dass deine Tage lang sein werden.
- 12 eigtl.: ihre Eingeweide wallten auf
- 13 o.: <rechtes> Gericht zu halten.