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Altes Testament

1. Könige Kapitel 21

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und es geschah nach diesen Dingen: Nabot, der Jesreeliter, hatte einen Weinberg, der in Jesreel war, neben dem Palast Ahabs, des Königs von Samaria.
2Und Ahab redete zu Nabot und sagte: "Gib mir deinen Weinberg. Und zwar soll er mir zum Gemüsegarten werden, denn er ist nahe bei meinem Haus. Und ich gebe dir dafür einen besseren Weinberg. Wenn es in deinen Augen gut ist, gebe ich dir Geld1 als Kaufpreis für diesen."
3Aber Nabot sagte zu Ahab: "Ferne sei es mir von Jahweh her, dass ich dir das Erbteil meiner Väter geben sollte!"
4Und Ahab ging in sein Haus, missmutig und wütend über das Wort, das Nabot, der Jesreeliter, zu ihm gesagt hatte; hatte der [doch] gesagt: "Ich will dir das Erbteil meiner Väter nicht geben." Und er legte sich auf sein Bett und wandte sein Angesicht ab und aß nichts.
5Und Isebel, seine Frau, kam zu ihm herein und sagte zu ihm: "Warum dieses? Dein Geist ist missmutig, und du isst kein Brot!"
6Und er sagte zu ihr: "Weil ich mit Nabot, dem Jesreeliter, geredet habe. Und ich habe ihm gesagt: 'Gib mir deinen Weinberg für Geld. Oder wenn es dir gefällt, gebe ich dir dafür einen [anderen] Weinberg.' Aber er sagte: 'Ich gebe dir meinen Weinberg nicht.'"
7Und Isebel, seine Frau, sagte zu ihm: "Du, du übst <doch> jetzt die Königsherrschaft über Israel aus! Steh auf! Iss und lass dein Herz fröhlich sein! Ich werde dir den Weinberg Nabots, des Jesreeliters, geben!"
8Und sie schrieb Briefe im Namen Ahabs und versiegelte sie mit seinem Siegel und sandte die Briefe an die Ältesten und an die Edlen, die mit Nabot in seiner Stadt wohnten.
9Und in den Briefen hatte sie geschrieben: "Ruft ein Fasten aus und setzt Nabot obenan im Volk!
10Und setzt ihm gegenüber zwei Männer, Söhne Belials2. Und die sollen gegen ihn zeugen und sagen: 'Du hast Gott und den König gelästert!' Und führt ihn hinaus und steinigt ihn, dass er sterbe."
11Und die Männer seiner Stadt, die Ältesten und die Edlen, die in seiner Stadt wohnten, taten, wie Isebel ihnen gesandt hatte, so, wie in den Briefen geschrieben war, die sie ihnen gesandt hatte.
12Sie riefen ein Fasten aus und setzten Nabot obenan im Volk.
13Und die zwei Männer, die Söhne Belials, kamen und setzten sich ihm gegenüber. Und die Männer Belials zeugten gegen ihn, gegen Nabot, vor dem Volk und sagten: "Nabot hat Gott und den König verflucht3!" Und sie führten ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und er starb.
14Und man sandte zu Isebel und sagte: "Nabot ist gesteinigt worden und ist gestorben."
15Und es geschah, als Isebel hörte, dass Nabot gesteinigt und tot war, da sagte Isebel zu Ahab: "Mache dich auf, nimm den Weinberg Nabots, des Jesreeliters, in Besitz, der sich geweigert hat, ihn dir für Geld zu geben; denn es gibt keinen lebenden Nabot, denn er ist gestorben."
16Und es geschah, als Ahab hörte, dass Nabot tot war, da machte sich Ahab auf, um in den Weinberg Nabots, des Jesreeliters, hinabzugehen, ihn in Besitz zu nehmen.
17Und es geschah das Wort Jahwehs zu Elia, dem Tischbiter:
18"Mache dich auf, geh hinab, Ahab, dem König Israels, zu begegnen, der in Samaria ist. Siehe, er ist in Nabots Weinberg, wohin er hinabgegangen ist, ihn in Besitz zu nehmen.
19Und rede zu ihm und sage: So sagt Jahweh: 'Hast du gemordet und dazu noch in Besitz genommen?' Und rede zu ihm und sage: So sagt Jahweh: 'An der Stelle, wo die Hunde das Blut Nabots geleckt haben, werden die Hunde dein Blut lecken, ja, auch deines.'"
20Und Ahab sagte zu Elia: "Hast du mich gefunden, mein Feind?" Und er sagte: "Ich habe [dich] gefunden, weil du dich verkauft hast, das Böse in den Augen Jahwehs zu tun.
21Siehe! Ich bringe Unheil über dich. Und ich werde hinter dir her ausfegen! Und ich werde von Ahab ausrotten, was männlich ist4, sowohl den Gebundenen als auch den Freien5 in Israel.
22Und ich mache dein Haus dem Haus Jerobeams, des Sohnes Nebats, gleich und dem Haus Baschas, des Sohnes Ahijas, wegen der Reizung, mit der du mich gereizt hast und Israel sündigen gemacht hast."
23Und auch über Isebel redete Jahweh und sagte: "Die Hunde werden Isebel fressen an der Vormauer6 von Jesreel.
24Wer von Ahabs Angehörigen in der Stadt stirbt, den werden die Hunde fressen. Und wer auf dem Feld stirbt, den werden die Vögel des Himmels fressen."
25(Es gab in der Tat keinen, der sich wie Ahab verkaufte, das Böse in den Augen Jahwehs zu tun, wozu Isebel, seine Frau, ihn verleitete.
26Und er handelte überaus abscheulich, sodass er hinter den Dreckgötzen7 herging, gemäß allem, was die Amoriter getan hatten, die Jahweh vor den Söhnen Israels <aus ihrem Besitz> verdrängt hatte.)
27Und es geschah, als Ahab diese Worte hörte, da riss er seine Kleider entzwei und legte Sacktuch um sein Fleisch und fastete, und er schlief in Sacktuch, und er ging still8 umher.
28Da geschah das Wort Jahwehs zu Elia, dem Tischbiter:
29"Hast du gesehen, dass Ahab sich vor mir gebeugt hat? Weil er sich vor mir gebeugt hat, werde ich das Unheil nicht in seinen Tagen kommen lassen. In den Tagen seines Sohnes lasse ich das Unheil über sein Haus kommen."

Fußnoten

  1. 1 eigtl.: Silber; so a. V. 6.
  2. 2 d. h.: Söhne der Nichtswürdigkeit und des Verderbens
  3. 3 Grundbed.: segnen; hier i. S. v. absegnen, absagen.
  4. 4 w.: was an die Wand uriniert
  5. 5 eigtl.: sowohl den Unmündigen als auch den Mündigen
  6. 6 n. heb. Hss u. alten Üsgn.: auf dem Grundstück (wie 2Kön 9,10.36.37)
  7. 7 o.: Götzenklötzen; o.: Mistkugeln
  8. 8 o.: niedergeschlagen (Grundbed.: sanft)