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Altes Testament

1. Könige Kapitel 2

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Als nun die Tage Davids nahten, dass er sterben sollte, gebot er seinem Sohn Salomo und sagte:
2"Ich gehe den Weg der ganzen Erde. So werde stark und sei ein Mann
3und nimm die zu wahrenden Aufgaben Jahwehs, deines Gottes, wahr, dass du in seinen Wegen wandelst, indem du seine Satzungen, seine Gebote und seine Rechtsbestimmungen und seine Zeugnisse wahrst <und hältst>, wie geschrieben ist in der Weisung Moses, damit du verständig handelst <und Erfolg hast> in allem, was du tust, und überall, wohin du dich wendest;
4damit Jahweh sein Wort aufrecht halte, das er über mich geredet hat, als er sagte: 'Wenn deine Söhne auf ihren Weg achthaben, sodass sie in Wahrheit1 vor meinem Angesicht wandeln, mit ihrem ganzen Herzen und mit ihrer ganzen Seele, dann soll es dir nicht an einem Mann fehlen auf dem Thron Israels2.'
5Und du selbst weißt auch, was mir Joab getan hat, der Sohn der Zeruja, was er den beiden Heerobersten Israels, Abner, dem Sohn Ners, und Amasa, dem Sohn Jeters, getan hat: Ja, getötet hat er sie und hat so den Frieden mit Kriegsblut belastet und Kriegsblut an seinen Gürtel gebracht, der an seinen Lenden ist, und an seinen Schuh, der an seinen Füßen ist.
6So handle nach deiner Weisheit und lass sein ergrautes Haar nicht in Frieden in den Scheol3 hinabsteigen.
7Aber den Söhnen Barsillais, des Gileaditers, erweise Güte, und sie sollen unter denen sein, die an deinem Tisch essen, denn ebenso sind sie mir entgegengekommen, als ich vor deinem Bruder Absalom floh.
8Und - siehe! - bei dir ist Schimi, der Sohn Geras, der Benjaminiter, aus Bahurim. Der fluchte mir schlimm an dem Tag, als ich nach Mahanajim ging. Aber er kam herab, mir zu begegnen, am Jordan, und ich schwor ihm bei Jahweh und sagte: 'Wenn ich dich mit dem Schwert töte ...4!'
9Nun aber lass ihn nicht ungestraft5, denn du bist ein weiser Mann und wirst erkennen, was du ihm tun sollst, sodass du sein ergrautes Haar mit Blut in den Scheol hinabsteigen lässt."
10Und David legte sich zu seinen Vätern. Und er wurde begraben in der Davidsstadt.
11Und die Tage, die David über Israel <als König> herrschte, waren vierzig Jahre. In Hebron herrschte er <als König> sieben Jahre, und in Jerusalem herrschte er <als König> dreiunddreißig Jahre.
12Und Salomo saß auf dem Thron Davids, seines Vaters. Und seine Königsherrschaft war sehr gefestigt.
13Und Adonija, der Sohn der Haggit, kam zu Batseba, der Mutter Salomos. Und sie sagte: "Ist dein Kommen Friede?" Er sagte: "Friede."
14Und er sagte: "Ich habe ein Wort an dich." Sie sagte: "Rede."
15Und er sagte: "Du weißt, dass das Königtum mein war und dass ganz Israel sein Angesicht auf mich gerichtet hatte, dass ich König werden sollte. Aber das Königtum hat sich gewandt und ist meinem Bruder zuteil geworden, denn von Jahweh aus wurde es ihm zuteil.
16Jetzt aber will ich eine Bitte von dir erbitten. Weise mein Angesicht nicht zurück!" Sie sagte zu ihm: "Rede."
17Und er sagte: "Sprich bitte zu dem König Salomo (denn dein Angesicht wird er nicht zurückweisen), dass er mir Abischag, die Schunemiterin, zur Frau gebe."
18Und Batseba sagte: "Gut. Ich selbst werde deinetwegen mit dem König reden."
19Und Batseba ging zu dem König Salomo hinein, um betreffs Adonija mit ihm zu reden. Und der König erhob sich, ging ihr entgegen, und warf sich vor ihr nieder6. Und er setzte sich auf seinen Thron und ließ einen Thron für die Mutter des Königs aufstellen. Und sie setzte sich zu seiner Rechten.
20Und sie sagte: "Ich habe eine einzige kleine Bitte an dich. Weise mein Angesicht nicht zurück." Und der König sagte zu ihr: "Bringe die Bitte vor, meine Mutter, denn ich will dein Angesicht nicht zurückweisen."
21Und sie sagte: "Möchte Abischag, die Schunemiterin, deinem Bruder Adonija zur Frau gegeben werden!"
22Da antwortete der König Salomo und sagte zu seiner Mutter: "Warum bittest du um Abischag, die Schunemiterin, für Adonija? Bitte doch um das Königtum für ihn - er ist mein Bruder, älter als ich - ja, für ihn und für Abjatar, den Priester, und für Joab, den Sohn der Zeruja!"
23Und der König Salomo schwor bei Jahweh und sagte: "So soll mir Gott tun und so hinzufügen! Um seine Seele7 hat Adonija dieses Wort geredet!
24Und nun, so wahr Jahweh lebt, der mich befestigt und mich auf den Thron meines Vaters David gesetzt und der mir, so wie er gesagt hatte, ein Haus gemacht hat: Wahrlich, heute soll Adonija getötet werden!"
25Und der König Salomo sandte hin durch die Hand Benajas, des Sohnes Jojadas. Und er stieß ihn nieder, und er starb.
26Und zu Abjatar, dem Priester, sagte der König: "Gehe nach Anatot, auf deine Felder, denn du bist ein Mann des Todes! Doch am heutigen Tag will ich dich nicht töten lassen, denn du hast die Lade Jahwehs, meines Herrn, getragen vor meinem Vater David, und du hast demütig alles erduldet8, was mein Vater demütig erduldet hat."
27Und Salomo vertrieb Abjatar, dass er nicht mehr Priester Jahwehs war - um das Wort Jahwehs zu erfüllen9, das er in Silo über das Haus Elis geredet hatte.
28Und die Kunde kam zu Joab (denn Joab hatte sich Adonija zugeneigt; Absalom aber hatte er sich nicht zugeneigt). Und Joab floh zum Zelt Jahwehs und fasste die Hörner des Altars.
29Und es wurde dem König Salomo berichtet: "Joab ist zum Zelt Jahwehs geflohen. Und - siehe! - er ist neben dem Altar." Da sandte Salomo Benaja, den Sohn Jojadas, und sagte: "Geh hin! Stoß ihn nieder!"
30Und Benaja kam zum Zelt Jahwehs und sagte zu Joab: "So sagt der König: Geh hinaus!" Und er sagte: "Nein, sondern hier will ich sterben." Und Benaja brachte dem König Antwort und sagte: "So hat Joab geredet. Und so hat er mir geantwortet."
31Und der König sagte zu ihm: "Tu, wie er gesagt hat, und stoß ihn nieder und begrabe ihn, damit du das unschuldige Blut, das Joab vergoss, von mir und vom Hause meines Vaters wegschaffest.
32Und Jahweh lasse sein Blut auf seinen Kopf zurückkehren, weil er zwei Männer niederstieß, die gerechter und besser waren als er, und sie mit dem Schwert tötete, ohne dass mein Vater David es wusste: Abner, den Sohn Ners, den Obersten des Heeres Israels, und Amasa, den Sohn Jeters, den Obersten des Heeres Judas.
33Und ihr Blut kehre zurück auf den Kopf Joabs und auf den Kopf seines Samens ewiglich. Aber David und seinem Samen und seinem Hause und seinem Thron werde Friede zuteil auf ewig von Seiten Jahwehs."
34Und Benaja, der Sohn Jojadas, ging hinauf und stieß ihn nieder und tötete ihn. Und er wurde begraben in seinem Haus10 in der Wüste.
35Und der König setzte11 Benaja, den Sohn Jojadas, an seiner Statt über das Heer. Und den Priester Zadok setzte der König an Abjatars Statt ein.
36Und der König sandte hin und ließ Schimi rufen, und er sagte zu ihm: "Baue dir ein Haus in Jerusalem und wohne dort. Und du sollst nicht von dort hinausgehen, nicht dahin und nicht dorthin.
37Und es soll geschehen: An dem Tag, an dem du hinausgehst und den Bach Kidron überschreitest, das wisse bestimmt, musst du gewisslich sterben. Dein Blut wird auf deinem Kopf sein."
38Und Schimi sagte zu dem König: "Das Wort ist gut. Wie mein Herr, der König, gesagt hat, so wird dein Knecht tun." Und Schimi wohnte viele Tage in Jerusalem.
39Es geschah aber am Ende von drei Jahren, da entflohen zwei leibeigene Knechte Schimis zu Achisch, dem Sohn der Maacha, dem König von Gat. Und man gab Schimi Bericht und sagte: "Siehe! - deine leibeigenen Knechte sind in Gat!"
40Da machte sich Schimi auf und sattelte seinen Esel und ging nach Gat, zu Achisch, um seine leibeigenen Knechte zu suchen. Und Schimi ging hin und brachte seine leibeigenen Knechte von Gat zurück.
41Und es wurde Salomo berichtet, dass Schimi von Jerusalem nach Gat gegangen und zurückgekehrt sei.
42Da sandte der König hin und ließ Schimi rufen. Und er sagte zu ihm: "Habe ich dich nicht bei Jahweh schwören lassen und dir bezeugt12 und gesagt: 'An dem Tag, an dem du hinausgehst und dahin oder dorthin gehst, das wisse bestimmt, musst du gewisslich sterben'? Und du sagtest zu mir: 'Das Wort ist gut. Ich habe gehört.'
43Und warum hast du den Schwur Jahwehs und das Gebot, das ich dir geboten hatte, nicht gehalten?"
44Und der König sagte zu Schimi: "Du selbst kennst all das Böse, das dein Herz kennt, das du David, meinem Vater, angetan hast. Und Jahweh lässt deine Bosheit auf deinen Kopf zurückkehren.
45Der König Salomo aber möge gesegnet sein und der Thron Davids vor dem Angesicht Jahwehs feststehen auf ewig."
46Und der König gab Benaja, dem Sohn Jojadas, Befehl. Und er ging hinaus und stieß ihn nieder, und er starb. Und das Königtum wurde gefestigt in der Hand Salomos.

Fußnoten

  1. 1 o.: in Treue; in Zuverlässigkeit
  2. 2 eigtl.: dann wird dir nicht abgeschnitten werden ein Mann von auf dem Thron Israels.
  3. 3 d. h.: in den Bereich der Toten; so a. i. Folg.
  4. 4 D. i. eine Schwurformel; nur die erste Hälfte wird ausgesprochen.
  5. 5 o.: erkläre ihn nicht für unschuldig
  6. 6 Im Heb. dasselbe Wort wie für "huldigen; sich huldigend niederwerfen".
  7. 7 d. h.: um den Preis seines Lebens
  8. 8 und gelitten
  9. 9 i. S. v.: damit sich erfüllte ...; vgl. 1Sam 2,30-35.
  10. 10 Zum "Haus" gehörte der Hof.
  11. 11 w.: gab; so a. i. Folg.
  12. 12 o.: dich <vor Zeugen> gewarnt