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Altes Testament

1. Könige Kapitel 19

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und Ahab berichtete Isebel alles, was Elia getan hatte, und über alles, wie er alle Propheten mit dem Schwert getötet hatte.
2Da sandte Isebel einen Boten zu Elia und sagte: "So sollen mir die Götter tun und so hinzufügen: Fürwahr, morgen um diese Zeit mache ich deine Seele der Seele eines von ihnen gleich!"
3Und als er es sah1, machte er sich auf und ging fort, um seiner Seele willen. Und er kam nach Beerscheba, das zu Juda gehört. Und dort ließ er seinen Knecht zurück.
4Er selbst aber ging in die Wüste, eine Tagereise weit. Und er kam und setzte sich unter einen einsamen Ginsterstrauch und bat, dass seine Seele sterbe. Und er sagte: "Es ist genug. So nimm nun, Jahweh, meine Seele. Fürwahr, ich bin nicht besser als meine Väter."
5Und er legte sich nieder und schlief unter dem einsamen Ginsterstrauch ein. Und - siehe da! - ein [himmlischer] Bote rührte ihn an und sagte zu ihm: "Stehe auf! Iss!"
6Und als er aufblickte - siehe! -, da lag an seinem Kopfende ein auf heißen Steinen [gebackener] Brotfladen2 und ein Krug Wasser. Und er aß und trank und legte sich wieder hin.
7Und der Bote Jahwehs kehrte wieder, ein zweites Mal, und rührte ihn an und sagte: "Stehe auf! Iss, denn der Weg vor dir ist weit!"
8Und er stand auf und aß und trank. Und er ging in der Kraft dieser Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis an den Berg Gottes, den Horeb.
9Und dort ging er in die Höhle hinein und übernachtete da. Und - siehe! - das Wort Jahwehs [geschah] zu ihm, und er sagte zu ihm: "Was willst du hier, Elia3?"
10Und er sagte: "Ich habe wirklich geeifert für Jahweh, den Gott der Heere; denn die Söhne Israels verließen deinen Bund, rissen deine Altäre nieder und töteten deine Propheten mit dem Schwert, und ich allein bin übrig geblieben. Und sie trachten danach, meine Seele zu nehmen."
11Und er sagte: "Geh hinaus und stelle dich auf den Berg vor das Angesicht Jahwehs!" Und - siehe! - Jahweh ging vorüber. Und [da war] ein Wind, groß und stark, die Berge zerreißend und die Felsen zerschmetternd, vor dem Angesicht Jahwehs her! Jahweh war nicht in dem Wind. Und nach dem Wind ein Beben! Jahweh war nicht in dem Beben.
12Und nach dem Beben ein Feuer! Jahweh war nicht in dem Feuer. Und nach dem Feuer der Ton eines leisen Säuselns4!
13Und es geschah, als Elia es hörte, da verhüllte er sein Angesicht mit seinem Mantel und ging hinaus und stellte sich in den Eingang der Höhle. Und - siehe! - eine Stimme erging an ihn, die sagte: "Was willst du hier, Elia?"
14Und er sagte: "Ich habe wirklich geeifert für Jahweh, den Gott der Heere; denn die Söhne Israels verließen deinen Bund, rissen deine Altäre nieder und töteten deine Propheten mit dem Schwert, und ich allein bin übrig geblieben. Und sie trachten danach, meine Seele zu nehmen."
15Und Jahweh sagte zu ihm: "Geh. Kehre zurück auf deinen Weg in Richtung Wüste, nach Damaskus. Und <dann> gehst du hinein und salbst Hasaël zum König über Aram!
16Und Jehu, den Sohn Nimschis, salbst du zum König über Israel! Und Elisa, den Sohn Schafats, von Abel-Mehola, salbst du zum Propheten an deiner Statt!
17Und es soll geschehen: Wer dem Schwert Hasaëls entkommt, den wird Jehu töten. Und wer dem Schwert Jehus entkommt, den wird Elisa töten.
18Und ich lasse in Israel übrig bleiben siebentausend [Mann], alle die Knie, die sich vor dem Baal nicht beugten, und jeden Mund, der ihn nicht küsste."
19Und er ging von dort weg und fand5 Elisa, den Sohn Schafats, der gerade mit zwölf Gespannen6 [Rindern] vor sich her pflügte. Er selbst aber war bei dem zwölften. Und Elia ging zu ihm hin und warf seinen Mantel über ihn.
20Und er verließ die Rinder und lief hinter Elia her und sagte: "Lass mich bitte meinen Vater und meine Mutter küssen, <dann> will ich hinter dir hergehen." Und er sagte zu ihm: "Geh. Kehre wieder! Fürwahr: [Bedenke], was ich dir getan habe!"
21Und er kehrte von ihm zurück und nahm das Rindergespann und opferte es <als Schlachtopfer>. Und mit dem Geschirr der Rinder kochte er ihr Fleisch und gab es den Leuten. Und sie aßen. Und er machte sich auf und ging hinter Elia her, und er tat ihm den aufgetragenen Dienst.

Fußnoten

  1. 1 i. S. v.: erkannte; merkte; erfuhr
  2. 2 o.: ein (frisch gebackenes) Röstbrot
  3. 3 eigtl.: Was ist dir hier, Elia?; Was hast du hier [zu tun]?; so a. V. 13.
  4. 4 o.: eines linden Wehens
  5. 5 o.: traf
  6. 6 bzw.: Joch