Zum Inhalt springen

Altes Testament

1. Könige Kapitel 8

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Damals versammelte Salomo die Ältesten Israels und alle Häupter der Stämme, die Fürsten der Vaterhäuser der Söhne Israels, zum König Salomo nach Jerusalem, um die Lade des Bundes Jahwehs heraufzubringen aus der Davidsstadt, das ist Zion.
2Und alle Männer Israels versammelten sich zum König Salomo im Monat Etanim, das ist der siebente Monat, an dem Fest.
3Und es kamen alle Ältesten von Israel. Und die Priester nahmen die Lade auf.
4Und sie brachten die Lade Jahwehs hinauf und das Zelt der Begegnung und alle Geräte des Heiligen1, die im Zelt waren. Die Priester und die Leviten brachten sie hinauf.
5Und der König Salomo und die ganze Gemeinde Israels, die <nach Verabredung> bei ihm zusammengekommen war, waren mit ihm vor der Lade und opferten Kleinvieh und Rinder, die vor Menge nicht gezählt und nicht bemessen2 werden konnten.
6Und die Priester brachten die Lade des Bundes Jahwehs an ihre Stätte, in den Sprachort3 des Hauses, in das Heilige der Heiligen, unter die Flügel der Cherubim;
7denn die Cherubim breiteten die Flügel aus über der Stätte der Lade, und die Cherubim überschatteten die Lade und ihre Stangen von oben her.
8(Und die Stangen waren so lang, dass die Enden der Stangen vom Heiligen aus an der Vorderseite des Sprachorts zu sehen waren; aber von außen wurden sie nicht gesehen. Und dort sind sie bis zu diesem Tag.)
9Nichts war in der Lade als nur die beiden steinernen Tafeln, die Mose dort niedergelegt hatte, am Horeb, als Jahweh mit den Söhnen Israels [den Bund] schloss, als sie aus dem Land Ägypten zogen.
10Und es geschah, als die Priester aus dem Heiligen hinausgingen, da füllte die Wolke das Haus Jahwehs.
11Und die Priester konnten wegen der Wolke nicht stehen, den <aufgetragenen> verehrenden Dienst zu verrichten, denn die Herrlichkeit Jahwehs füllte das Haus Jahwehs.
12Damals sagte Salomo: "Jahweh hat gesagt, dass er im Wetterdunkel wohnen wolle.
13Gebaut, ja, gebaut habe ich ein Haus, eine erhabene Wohnung für dich, eine Stätte für dein Thronen in Ewigkeit4."
14Und der König wandte sein Angesicht und segnete die ganze Versammlung Israels (und die ganze Versammlung Israels war stehend),
15und er sagte: "Gelobt5 sei Jahweh, der Gott Israels, der mit seinem Mund zu David, meinem Vater, geredet und es mit seiner Hand erfüllt hat, nämlich:
16'Von dem Tag an, als ich mein Volk Israel aus Ägypten führte, habe ich mir aus allen Stämmen Israels nie eine Stadt erwählt, ein Haus zu bauen, dass dort mein Name sei; David aber erwählte ich mir, dass er über mein Volk Israel sei.'
17Und es war David, meinem Vater, im Herzen6, dem Namen Jahwehs, des Gottes Israels, ein Haus zu bauen.
18Und Jahweh hatte zu David, meinem Vater, gesagt: 'Dass es dir im Herzen war, meinem Namen ein Haus zu bauen, <daran> hast du wohlgetan, dass es dir im Herzen war.
19Nur wirst nicht du das Haus bauen, sondern dein Sohn, der aus deinen Lenden hervorkommen wird, er wird meinem Namen das Haus bauen.'
20Und Jahweh hat sein Wort, das er gesagt hatte, aufrecht gehalten. Und ich stand auf [und trat] an die Stelle meines Vaters David und setzte mich auf den Thron Israels, wie Jahweh gesagt hatte. Und ich habe dem Namen7 Jahwehs, des Gottes Israels, das Haus gebaut.
21Und ich habe dort eine Stätte für die Lade zugerichtet, in der [sich] der Bund8 Jahwehs [befindet], den er mit unseren Vätern schloss, als er sie aus dem Land Ägypten herausführte."
22Und Salomo trat angesichts9 der ganzen Versammlung Israels vor den Altar Jahwehs und breitete seine offenen Hände zu den Himmeln aus
23und sagte: "Jahweh, Gott Israels! Kein Gott ist dir gleich in den Himmeln oben und auf der Erde unten, der du den Bund und die Güte10 deinen leibeigenen Knechten, die mit ihrem ganzen Herzen vor deinem Angesicht wandeln, bewahrst,
24der du deinem leibeigenen Knecht David, meinem Vater, gehalten hast, was du zu ihm gesagt hast. Mit deinem Mund hast du es geredet, und mit deiner Hand hast du es erfüllt, wie es an diesem Tag ist.
25Und nun, Jahweh, Gott Israels, halte deinem leibeigenen Knecht David, meinem Vater, was du zu ihm geredet hast, als du sagtest: 'Nicht wird es dir an einem Mann fehlen vor meinem Angesicht, der auf dem Thron Israels sitzt, wenn nur deine Söhne auf ihren Weg achthaben, dass sie vor meinem Angesicht wandeln, wie du vor meinem Angesicht gewandelt bist.'
26Und nun, Gott Israels, mögen sich deine Worte als wahr11 erweisen, die du zu deinem leibeigenen Knecht, zu David, meinem Vater, geredet hast!
27Aber sollte Gott wirklich auf der Erde wohnen? Siehe! Die Himmel und die Himmel der Himmel können dich nicht fassen, wie viel weniger dieses Haus, das ich gebaut habe!
28Doch wende dich zu dem Gebet deines leibeigenen Knechtes und zu seinem Gnadenflehen12, Jahweh, mein Gott, dass du hörest auf das laute Rufen und auf das Gebet, das dein leibeigener Knecht heute vor deinem Angesicht betet,
29dass deine Augen geöffnet seien zu diesem Haus hin, des Tags und des Nachts, zu der Stätte hin, von der du sagtest: 'Mein Name soll dort sein!', dass du hörest auf das Gebet, das dein leibeigener Knecht nach dieser Stätte hin beten wird!
30Und hören mögest du auf das Gnadenflehen deines leibeigenen Knechtes und deines Volkes Israel, das sie nach dieser Stätte hin beten werden. Und du mögest hören zu der Stätte deines Thronens13 hin, zu den Himmeln hin, ja, hören und vergeben.
31Wenn jemand gegen seinen Nächsten14 sündigt, und man15 erhebt einen <bedrohenden> Eid16 gegen ihn, um ihn unter einen Fluch zu stellen, und er tritt - eidbedroht - in diesem Haus vor deinen Altar,
32so mögest du hören in den Himmeln und handeln und deinen leibeigenen Knechten Recht schaffen, dass du den Ehrfurchtslosen für ehrfurchtslos <und schuldig> erklärst, um [ihm] seinen Weg auf seinen Kopf zu geben, und dass du den Gerechten rechtfertigst17, ihm zu geben nach seiner Gerechtigkeit.
33Wenn dein Volk Israel vor dem Feind geschlagen wird, weil sie gegen dich gesündigt haben, und sie kehren zu dir um und bekennen deinem Namen Lob und beten und flehen zu dir in diesem Haus <um Gnade>,
34so mögest du hören in den Himmeln und die Sünde deines Volkes Israel vergeben und sie zurückbringen zu dem Erdboden, den du ihren Vätern gegeben hast.
35Wenn die Himmel verschlossen sind und kein Regen sein wird, weil sie gegen dich gesündigt haben, und sie beten zu dieser Stätte hin und bekennen deinem Namen Lob [und] kehren von ihrer Sünde um, weil du sie demütigst,
36so mögest du hören in den Himmeln und die Sünde deiner Knechte und deines Volkes Israel vergeben! Ja, du mögest sie unterweisen, hin zu dem guten Weg, auf dem sie wandeln sollen, und mögest Regen auf dein Land geben, das du deinem Volk zum Erbteil gegeben hast.
37Wenn Hunger im Land ist, wenn Pest ist, wenn Getreidebrand und Vergilben18, Heuschrecken, Fresser19 da sind, wenn sein Feind es belagert im Land seiner Tore, irgendeine Plage oder Krankheit da ist:
38Jedes Gebet, jedes Gnadenflehen, das dann von irgendeinem Menschen [oder] von deinem ganzen Volk Israel geschieht, wenn sie erkennen, ein jeder die Plage seines Herzens, und er <dann> seine offenen Hände zu diesem Haus hin ausbreitet,
39so mögest du hören in den Himmeln, der Stätte deines Thronens20, und vergeben, und du mögest einem jeden gemäß allen seinen Wegen geben, der du ja sein Herz kennst (denn du allein kennst das Herz aller Menschensöhne),
40damit sie dich fürchten alle Tage, in denen sie auf der Fläche des Erdbodens leben, den du unseren Vätern gegeben hast.
41Und auch der Ausländer, der nicht von deinem Volk Israel ist, aber deines Namens wegen aus fernem Lande kommt
42(denn sie werden von deinem großen Namen hören und von deiner starken Hand und deinem ausgestreckten Arm): Wenn er nun kommt und zu diesem Haus hin betet,
43so mögest du hören in den Himmeln, der Stätte deines Thronens21, und nach allem tun, worum der Ausländer zu dir ruft, damit alle Völkerscharen der Erde deinen Namen erkennen, damit sie dich fürchten, wie dein Volk Israel [es tut], und erkennen22, dass dein Name auf dieses Haus gerufen worden ist23, das ich gebaut habe.
44Wenn dein Volk zum Kampf gegen seine Feinde auszieht, auf dem Weg, den du sie senden wirst, und sie zu Jahweh beten nach der Stadt hin, die du dir erwählt hast, und nach dem Haus hin, das ich deinem Namen gebaut habe,
45so mögest du in den Himmeln ihr Gebet und ihr Gnadenflehen hören und ihnen Recht schaffen.
46Wenn sie gegen dich sündigen (denn es gibt keinen Menschen, der nicht sündigt) und du über sie erzürnt bist und sie vor einem Feind dahingibst und ihre Fänger sie gefangen wegführen in das Land des Feindes, ferne oder nahe,
47und sie nehmen es sich zu Herzen in dem Land, in das sie gefangen weggeführt wurden, und kehren um und flehen <um Gnade> zu dir im Land derer, die sie gefangen weggeführt haben, und sagen: 'Wir haben gesündigt, haben verkehrt gehandelt und sind ehrfurchtslos gewesen!',
48und sie kehren mit ihrem ganzen Herzen und mit ihrer ganzen Seele zu dir um, in dem Land ihrer Feinde, die sie gefangen weggeführt haben, und sie beten zu dir, nach ihrem Land hin, das du ihren Vätern gegeben hast, nach der Stadt hin, die du dir erwählt hast, und nach dem Haus hin, das ich deinem Namen gebaut habe,
49so mögest du hören in den Himmeln, der Stätte deines Thronens24, auf ihr Gebet und ihr Gnadenflehen und ihnen Recht schaffen
50und deinem Volk vergeben, worin sie gegen dich gesündigt haben, und alle ihre Vergehen, womit sie sich gegen dich vergangen haben25, und mögest sie Erbarmen finden lassen vor denen, die sie gefangen weggeführt haben, sodass diese sich ihrer erbarmen
51(denn sie sind dein Volk und dein Erbteil, das du aus Ägypten geführt hast, mitten aus dem eisernen Schmelzofen),
52- dass deine Augen offen seien hin zu dem Gnadenflehen deines leibeigenen Knechtes und hin zu dem Gnadenflehen deines Volkes Israel, dass du auf sie hörest in allem ihrem Rufen zu dir;
53denn du hast sie für dich zum Erbteil ausgesondert aus allen Völkerscharen der Erde, wie du durch die Hand26 Moses, deines leibeigenen Knechtes, geredet hast, als du unsere Väter aus Ägypten führtest, mein Herr, Jahweh!"
54Und es geschah, als Salomo geendet hatte, all dieses Gebet zu beten und das Gnadenflehen an Jahweh [zu richten], stand er auf von [dem Platz] vor dem Altar Jahwehs, vom Beugen seiner Knie, seine offenen Hände zu den Himmeln ausgebreitet,
55und er stand und segnete die ganze Versammlung Israels mit großer Stimme und sagte:
56"Gelobt27 sei Jahweh, der seinem Volk Israel eine Ruhestatt gegeben hat, nach allem, was er gesagt hat! Kein einziges Wort ist hingefallen von all seinem guten Wort, das er gesagt hat durch die Hand seines leibeigenen Knechtes Mose.
57Möge Jahweh, unser Gott, mit uns sein, wie er mit unseren Vätern war. Möge er uns nicht verlassen und uns nicht aufgeben,
58um so unser Herz zu ihm zu neigen, damit wir in allen seinen Wegen wandeln und seine Gebote und seine Satzungen und seine Rechtsbestimmungen wahren28, die er unseren Vätern geboten hat.
59Und diese meine Worte, die ich vor dem Angesicht Jahwehs flehend geredet habe, mögen Jahweh, unserem Gott, bei Tag und bei Nacht nahe sein, damit er seinem leibeigenen Knecht Recht schaffe und seinem Volk Israel Recht schaffe - die Sache eines jeden Tages an seinem Tag29;
60damit alle Völkerscharen der Erde erkennen, dass Jahweh, er, der Gott30 ist, und sonst keiner.
61Und möge euer Herz ungeteilt31 mit Jahweh, unserem Gott, sein, in seinen Satzungen zu wandeln und seine Gebote zu wahren32, wie es an diesem Tag ist."
62Und der König und ganz Israel mit ihm opferten Schlachtopfer vor dem Angesicht Jahwehs.
63Und Salomo opferte als Friedensopfer, das er Jahweh opferte, 22000 Rinder und 120000 Schafe. Und der König und alle Söhne Israels weihten das Haus Jahwehs ein.
64An jenem Tag heiligte der König die Mitte des Vorhofes, der vor dem Haus Jahwehs ist; denn er machte dort das Brandopfer und das Speisopfer und die Fettstücke der Friedensopfer bereit, denn der eherne Altar, der vor dem Angesicht Jahwehs ist, war zu klein, um das Brandopfer und das Speisopfer und die Fettstücke der Friedensopfer zu fassen.
65Und so hielt Salomo, und ganz Israel mit ihm, zu jener Zeit das Fest33 vor Jahweh, unserem Gott, eine große Versammlung, von [da, wo] man nach Hamat kommt34, bis zum Bach Ägyptens35 - sieben Tage und sieben Tage: vierzehn Tage.
66Am achten Tag entließ er das Volk. Und sie segneten den König und gingen zu ihren Zelten, fröhlich und guten Mutes über all das Gute, das Jahweh David, seinem leibeigenen Knecht, und seinem Volk Israel erwiesen hatte.

Fußnoten

  1. 1 o.: alle Geräte der Heiligkeit <und Unantastbarkeit>; gemeint sind die heiligen Gegenstände für das Heiligtum.
  2. 2 und aufgeschrieben
  3. 3 heb. debir (von dabar, "Wort" o. "reden"); a.: Sprechstätte; Spruchraum; Hinterraum; Innenraum; gemeint ist das "Heilige der Heiligen" (das Allerheiligste), hinter der "Tempelhalle" (dem Heiligen).
  4. 4 o.: eine Stätte, damit du dort wohnst <und thronst> ewiglich.
  5. 5 und gesegnet
  6. 6 i. S. v.: im Denksinn; so a. V. 18.
  7. 7 i. S. v.: zu Ehren des Namens; für den Namen
  8. 8 d. h.: die Niederschrift des Bundes; die Tafeln
  9. 9 o.: vor; in Gegenwart
  10. 10 und Treue; chäsäd ist die in Treue gegenüber einem Bund erwiesene Güte, die Bundesliebe und -treue.
  11. 11 und zuverlässig
  12. 12 i. S. v.: zu seinem Flehen um Gnade (o.: Gunst); s. Begriffsverz.
  13. 13 und Wohnens
  14. 14 eigtl.: Gefährten (d. h.: Volksgenossen)
  15. 15 o.: er
  16. 16 D. i. ein Bundesvertrag, bei dem über den Vertragsbrecher ein Fluch ausgesprochen wird.
  17. 17 o.: zum Recht verhilfst
  18. 18 näml.: des Getreides
  19. 19 Das heb. Wort bezeichnet eine Heuschreckenart.
  20. 20 Das Wort für "thronen" kann auch "wohnen" bed.
  21. 21 und Wohnens
  22. 22 und erfahren
  23. 23 o.: über diesem Haus genannt ist; d. h.: dass dieses Haus nach deinem Namen benannt ist (und dir gehört).
  24. 24 und Wohnens
  25. 25 o.: Abtrünnigkeiten, womit sie dir abtrünnig geworden sind.
  26. 26 d. h.: vermittels; so a. i. Folg.
  27. 27 und gesegnet
  28. 28 und halten
  29. 29 o.: so wie der Tag es erfordert; o.: die für den Tag <vorgeschriebenen> Dinge am jeweiligen Tag.
  30. 30 im Heb. mit Artikel: der [wahre] Gott
  31. 31 o.: vollständig
  32. 32 und zu halten
  33. 33 d. i.: das Laubhüttenfest
  34. 34 o.: vom Zugang nach Hamat; o.: von Lebo-Hamat (70 km nördlich vom Berg Hermon)
  35. 35 D. i. heute vmtl. das Wadi El Arisch.