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Neues Testament

Johannes Kapitel 16

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Diese Dinge habe ich zu euch geredet, damit ihr nicht Anstoß nehmt1.
2Aus den Synagogen werden sie euch tun. Es kommt jedoch eine Stunde, <in der es dahin kommt,> dass jeder, der euch tötet, meint, Gott einen aufgetragenen Dienst darzubringen.
3Und dieses werden sie tun, weil sie weder den Vater kannten noch mich.
4Ich habe jedoch diese Dinge zu euch geredet, damit ihr, wenn die Stunde gekommen ist, daran denkt, dass ich es euch sagte. Das sagte ich euch aber nicht von Anfang, weil ich bei euch war.
5Nun gehe ich aber hin zu dem, der mich schickte; und keiner von euch fragt mich: 'Wohin gehst du?',
6sondern weil ich dieses zu euch geredet habe, hat die Betrübnis euer Herz gefüllt.
7Ich sage euch jedoch die Wahrheit: Es ist euch förderlich, dass ich weggehe, denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Fürsprecher nicht zu euch. Aber wenn ich weggegangen bin, werde ich ihn zu euch schicken.
8Und jener, wenn er gekommen ist, wird die Welt zurechtweisen2 in Bezug auf Sünde und in Bezug auf Gerechtigkeit und in Bezug auf Gericht;
9in Bezug auf Sünde, da sie nicht an mich glauben;
10in Bezug auf Gerechtigkeit, da ich zu meinem Vater hingehe (und ihr seht mich nicht mehr);
11in Bezug auf Gericht, da der Fürst dieser Welt gerichtet worden ist.
12Noch vieles habe ich euch zu sagen. Ihr könnt es jedoch jetzt nicht ertragen.
13Aber wenn jener gekommen ist, der Geist der Wahrheit, wird er euch in alle Wahrheit3 führen, denn er wird nicht von sich selbst aus reden, sondern was immer er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch <im Einzelnen> als Botschaft weitergeben.
14Der wird mich verherrlichen, weil er von dem Meinen nehmen und euch als Botschaft weitergeben wird.
15Alles, was immer der Vater hat, ist mein. Deswegen sagte ich: Er wird von dem Meinen nehmen und euch als Botschaft weitergeben.
16Ein Kleines4, und ihr seht mich nicht5, und wieder ein Kleines, und ihr werdet mich sehen, weil ich weggehe, hin zum Vater."
17Hierauf sagten einige von seinen Jüngern zueinander: "Was ist dieses, das er zu uns sagt: 'Ein Kleines, und ihr seht mich nicht, und wieder ein Kleines, und ihr werdet mich sehen', und: 'Ich gehe weg, hin zum Vater'?"
18Sie besprachen also: "Was ist dieses Kleine, von dem er redet? Wir wissen nicht, was er sagt."
19Da merkte Jesus, dass sie ihn fragen wollten, und sagte zu ihnen: "Sucht ihr miteinander darüber <Aufschluss>, dass ich sagte: 'Ein Kleines, und ihr seht mich nicht, und wieder ein Kleines, und ihr werdet mich sehen'?
20Wahrlich! Wahrlich! Ich sage euch, ihr werdet weinen und klagen. Die Welt wird sich aber freuen. Ihr werdet aber betrübt6 sein. Eure Betrübnis7 wird jedoch zu Freude werden.
21Eine Frau hat, wenn sie gebiert, Betrübnis, weil ihre Stunde gekommen ist. Sobald sie aber das Kindlein geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Bedrängnis, wegen der Freude, dass ein Mensch in die Welt geboren ist.
22Und ihr habt also nun Betrübnis, ja, aber ich werde euch wieder sehen, und euer Herz wird sich freuen, und eure Freude nimmt niemand von euch.
23Und mich werdet ihr an jenem Tag über nichts fragen. Wahrlich! Wahrlich! Ich sage euch: Was immer ihr den Vater in meinem Namen bittet, wird er euch geben.
24Bis jetzt habt ihr nichts erbeten in meinem Namen. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude eine völlige sei.
25Dieses habe ich in Bildreden8 zu euch geredet. Es kommt jedoch eine Stunde, da ich nicht mehr in Bildreden zu euch reden werde, sondern ich werde euch frei heraus über den Vater Bericht geben.
26An jenem Tag werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch9 ersuchen10 werde,
27denn der Vater selbst hat euch lieb11, weil ihr mich lieb gehabt habt12 und geglaubt habt13, dass ich von Gott her ausging.
28Ich ging aus vom Vater und bin in die Welt gekommen. Ich verlasse die Welt wieder und gehe hin zum Vater."
29Seine Jünger sagen zu ihm: "Sieh! Nun redest du frei heraus und sprichst [in] keinerlei Bildrede.
30Nun wissen wir, dass du alles weißt und es nicht nötig hast, dass dich jemand frage14. Daraufhin glauben wir, dass du von Gott ausgingst."
31Jesus antwortete ihnen: "Jetzt glaubt ihr.
32Siehe! Es kommt eine Stunde, und sie ist nun gekommen, dass ihr zerstreut werdet, ein jeder in das Seine15, und mich alleine lasst. Und ich bin nicht allein, weil der Vater bei mir ist.
33Diese Dinge habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis. Seid jedoch guten Mutes: Ich habe die Welt überwunden!"

Fußnoten

  1. 1 und stolpert und zu Fall kommt.
  2. 2 o.: wird der Welt Nachweise erbringen
  3. 3 d. i.: in die Wahrheit in ihrem ganzen Umfang
  4. 4 d. h.: Noch eine kurze Zeit
  5. 5 o.: und ihr habt mich nicht mehr vor Augen
  6. 6 o.: in Schmerz versetzt
  7. 7 o.: Euer Schmerz; so a. i. Folg.
  8. 8 d. h.: in bildlichen Sprüchen und Beispielen
  9. 9 o.: euch bezüglich
  10. 10 o.: fragen; dasselbe Wort wie in V. 19 u. 23.
  11. 11 eigtl.: liebt euch <wie ein Freund>
  12. 12 o.: "weil ihr eure Liebe <und freundschaftliche Zuneigung> auf mich gerichtet habt <und mich nun mit Zuneigung liebt>"; dieses ist der Inhalt des gr. Perfekts.
  13. 13 o.: und euer Vertrauen darauf gesetzt habt <und nun vertraut>; o.: zu der Überzeugung gekommen seid
  14. 14 o.: belehrend frage bzw. befrage.
  15. 15 d. h.: in seine Heimat; in sein Zuhause