Neues Testament
Johannes Kapitel 3
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Es war aber ein Mensch von den Pharisäern - Nikodemus sein Name -, ein Oberster der Juden.
2Dieser kam bei Nacht zu ihm. "Rabbi", sagte er zu ihm, "wir wissen, du bist als Lehrer von Gott gekommen, denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm."
3Jesus antwortete1 und sagte zu ihm: "Wahrlich! Wahrlich! Ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von Neuem geboren wird, kann er das Königreich Gottes nicht sehen."
4Nikodemus sagt zu ihm: "Wie kann ein Mensch, der im Greisenalter steht, geboren werden? Kann er ein zweites Mal in den Schoß seiner Mutter eingehen und geboren werden?"
5Jesus antwortete: "Wahrlich! Wahrlich! Ich sage dir: Es sei denn, dass jemand aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Königreich Gottes eingehen.
6Das aus dem Fleisch Geborene ist Fleisch, und das aus dem Geist Geborene ist Geist.
7Verwundere dich nicht, weil ich dir sagte: Ihr müsst von Neuem geboren werden.
8Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, weißt jedoch nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist [es bei] jedem, der aus dem Geist geboren ist."
9Nikodemus antwortete und sagte zu ihm: "Wie kann dieses geschehen?"
10Jesus antwortete und sagte zu ihm: "Du bist der Lehrer Israels und kennst diese Dinge nicht?
11Wahrlich! Wahrlich! Ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und wir geben Zeugnis von dem, das wir gesehen haben, und unser Zeugnis nehmt ihr nicht an.
12Wenn ich euch Irdisches sagte und ihr nicht glaubt, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch Himmlisches sage?
13Und niemand ist in den Himmel aufgestiegen außer dem, der aus dem Himmel niederstieg, dem Sohn des Menschen, °der im Himmel ist°.
14Und so, wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden,
15damit jeder, der an ihn glaubt, nicht ins Verderben gehe, sondern ewiges Leben habe;
16denn so liebte Gott die Welt, dass er seinen einziggeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht ins Verderben gehe, sondern ewiges Leben habe;
17denn Gott sandte seinen Sohn nicht in die Welt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde.
18Der, der an ihn glaubt, wird nicht gerichtet. Aber der, der nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des einziggeborenen Sohnes Gottes.
19Dieses ist das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist und die Menschen die Finsternis mehr liebten als das Licht, denn ihre Werke waren böse;
20denn jeder, der Schlechtes tut2, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht untersucht werden3.
21Aber der, der die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott gewirkt worden sind."
22Nach diesem kamen Jesus und seine Jünger in das judäische Land; und dort hielt er sich mit ihnen auf und taufte.
23Aber auch Johannes taufte - zu Änon, nahe bei Salim, weil dort viel Wasser war. Und sie kamen dorthin und wurden getauft;
24denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis geworfen.
25Da entstand von Seiten der Jünger des Johannes ein [Gespräch] mit einem Juden4 [um eine] Frage über die Reinigung.
26Und sie kamen hin zu Johannes und sagten zu ihm: "Rabbi, der, der jenseits des Jordans mit dir war, dem du Zeugnis gabst, - sieh! - dieser tauft, und alle kommen hin zu ihm."
27Johannes antwortete und sagte: "Ein Mensch kann nichts empfangen, es sei ihm denn aus dem Himmel gegeben.
28Ihr selbst seid meine Zeugen, dass ich sagte: 'Ich bin nicht der Gesalbte', sondern: 'Ich bin vor jenem her gesandt.'
29Der, der die Braut hat, ist der Bräutigam. Aber der Freund des Bräutigams, der dasteht5 und ihn hört, freut sich sehr6 wegen der Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude also ist erfüllt.
30Er muss zunehmen, aber ich muss abnehmen."7
31Der, der von oben kommt, ist über allem. Der, der von der Erde <her> ist8, ist von der Erde9, und von der Erde her spricht er. Der, der aus dem Himmel kommt, ist über allem,
32und was er gesehen hat und hörte, von diesem gibt er Zeugnis. Und sein Zeugnis nimmt niemand an.
33Wer sein Zeugnis annahm, besiegelte10, dass Gott wahrhaftig ist;
34denn der, den Gott sandte, redet die Worte* Gottes, denn nicht nach Maß11 gibt Gott12 den Geist.
35Der Vater liebt den Sohn, und alles hat er in seine Hand gegeben.
36Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben. Aber wer dem Sohn nicht gehorcht13, wird [das] Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.
2Dieser kam bei Nacht zu ihm. "Rabbi", sagte er zu ihm, "wir wissen, du bist als Lehrer von Gott gekommen, denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm."
3Jesus antwortete1 und sagte zu ihm: "Wahrlich! Wahrlich! Ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von Neuem geboren wird, kann er das Königreich Gottes nicht sehen."
4Nikodemus sagt zu ihm: "Wie kann ein Mensch, der im Greisenalter steht, geboren werden? Kann er ein zweites Mal in den Schoß seiner Mutter eingehen und geboren werden?"
5Jesus antwortete: "Wahrlich! Wahrlich! Ich sage dir: Es sei denn, dass jemand aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Königreich Gottes eingehen.
6Das aus dem Fleisch Geborene ist Fleisch, und das aus dem Geist Geborene ist Geist.
7Verwundere dich nicht, weil ich dir sagte: Ihr müsst von Neuem geboren werden.
8Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, weißt jedoch nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist [es bei] jedem, der aus dem Geist geboren ist."
9Nikodemus antwortete und sagte zu ihm: "Wie kann dieses geschehen?"
10Jesus antwortete und sagte zu ihm: "Du bist der Lehrer Israels und kennst diese Dinge nicht?
11Wahrlich! Wahrlich! Ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und wir geben Zeugnis von dem, das wir gesehen haben, und unser Zeugnis nehmt ihr nicht an.
12Wenn ich euch Irdisches sagte und ihr nicht glaubt, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch Himmlisches sage?
13Und niemand ist in den Himmel aufgestiegen außer dem, der aus dem Himmel niederstieg, dem Sohn des Menschen, °der im Himmel ist°.
14Und so, wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden,
15damit jeder, der an ihn glaubt, nicht ins Verderben gehe, sondern ewiges Leben habe;
16denn so liebte Gott die Welt, dass er seinen einziggeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht ins Verderben gehe, sondern ewiges Leben habe;
17denn Gott sandte seinen Sohn nicht in die Welt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde.
18Der, der an ihn glaubt, wird nicht gerichtet. Aber der, der nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des einziggeborenen Sohnes Gottes.
19Dieses ist das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist und die Menschen die Finsternis mehr liebten als das Licht, denn ihre Werke waren böse;
20denn jeder, der Schlechtes tut2, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht untersucht werden3.
21Aber der, der die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott gewirkt worden sind."
22Nach diesem kamen Jesus und seine Jünger in das judäische Land; und dort hielt er sich mit ihnen auf und taufte.
23Aber auch Johannes taufte - zu Änon, nahe bei Salim, weil dort viel Wasser war. Und sie kamen dorthin und wurden getauft;
24denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis geworfen.
25Da entstand von Seiten der Jünger des Johannes ein [Gespräch] mit einem Juden4 [um eine] Frage über die Reinigung.
26Und sie kamen hin zu Johannes und sagten zu ihm: "Rabbi, der, der jenseits des Jordans mit dir war, dem du Zeugnis gabst, - sieh! - dieser tauft, und alle kommen hin zu ihm."
27Johannes antwortete und sagte: "Ein Mensch kann nichts empfangen, es sei ihm denn aus dem Himmel gegeben.
28Ihr selbst seid meine Zeugen, dass ich sagte: 'Ich bin nicht der Gesalbte', sondern: 'Ich bin vor jenem her gesandt.'
29Der, der die Braut hat, ist der Bräutigam. Aber der Freund des Bräutigams, der dasteht5 und ihn hört, freut sich sehr6 wegen der Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude also ist erfüllt.
30Er muss zunehmen, aber ich muss abnehmen."7
31Der, der von oben kommt, ist über allem. Der, der von der Erde <her> ist8, ist von der Erde9, und von der Erde her spricht er. Der, der aus dem Himmel kommt, ist über allem,
32und was er gesehen hat und hörte, von diesem gibt er Zeugnis. Und sein Zeugnis nimmt niemand an.
33Wer sein Zeugnis annahm, besiegelte10, dass Gott wahrhaftig ist;
34denn der, den Gott sandte, redet die Worte* Gottes, denn nicht nach Maß11 gibt Gott12 den Geist.
35Der Vater liebt den Sohn, und alles hat er in seine Hand gegeben.
36Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben. Aber wer dem Sohn nicht gehorcht13, wird [das] Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.
Fußnoten
- 1 Das gr. Wort für "antworten" bedeutet, auf eine Frage oder auch auf eine Situation zu reagieren. Die Bedeutung des Sprechens ist nicht notwendigerweise in dem Begriff eingeschlossen. Daher kann das Gefüge apokritheis eipen ("indem er antwortete, sagte er"; o.: "er antwortete und sagte") auch wiedergegeben werden mit Wendungen wie: "er gab zur Antwort" o.: "Als Antwort [auf die Frage oder auf eine gewisse Situation] sagte er".
- 2 d. h.: im fortwährenden Sinne tut
- 3 erg.: und - nach erfolgter Untersuchung und Überführung - getadelt bzw. gerügt [weil als böse erwiesen] werden.
- 4 t. r. u. einige Hss: mit [einigen] Juden
- 5 eigtl.: der <sich hingestellt hat und> dasteht
- 6 w.: freut sich mit Freude; ein Hebraismus (eine Angleichung des gr. Wortlauts an die heb. Ausdrucksweise)
- 7 Wie weit die Rede des Täufers geht, ist unklar.
- 8 o.: stammt
- 9 i. S. v.: ist (o.: stammt) <der Art nach> von der Erde.
- 10 d. h.: bestätigte
- 11 o.: nicht bemessen
- 12 i. S. v.: gibt Gott in diesem Fall (d. h., dem Sohn)
- 13 o.: sich [ihm] nicht im Gehorsam fügt