Neues Testament
Johannes Kapitel 5
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Nach diesem war ein Fest der Juden; und Jesus ging hinauf nach Jerusalem.
2Es gibt in Jerusalem bei dem Schaftor einen Teich, der auf Hebräisch mit dem Beinamen Bethesda1 genannt wird, der fünf Säulenhallen hat.
3In diesen lag eine große Menge Kranker2, Blinder, Lahmer, Verdorrter, die auf die Bewegung des Wassers warteten,
4denn von Zeit zu Zeit stieg ein [himmlischer] Bote in den Teich hernieder und brachte das Wasser zum Aufwallen. Wer also nach dem Aufwallen des Wassers als Erster hineinstieg, wurde gesund, von welcher Krankheit auch immer er einmal befallen worden war.3
5Es war dort ein gewisser Mensch, der achtunddreißig Jahre in der Erkrankung4 <zugebracht> hatte.
6Als Jesus diesen daliegen sah (und er hatte erfahren, dass er schon viel Zeit [hinter sich] hatte), sagt er zu ihm: "Willst du gesund werden?"
7Der Kranke antwortete ihm: "Herr, ich habe keinen Menschen, dass er mich, wenn das Wasser zum Aufwallen gebracht worden ist, in den Teich versetze! Und während ich komme, steigt ein anderer vor mir hinab!"
8Jesus sagt zu ihm: "Stehe auf. Nimm deine Lagermatte auf und gehe."
9Und sogleich wurde der Mensch gesund und nahm seine Lagermatte auf und ging. Es war aber Sabbat an jenem Tag.
10Es sagten also die Juden zu dem Geheilten: "Es ist Sabbat! Es ist dir nicht gestattet, die Lagermatte aufzunehmen5."
11Er antwortete ihnen: "Der mich gesund machte, derjenige sagte zu mir: 'Nimm deine Lagermatte auf und gehe.'"
12Sie ersuchten ihn also <um Auskunft>: "Wer ist der Mensch, der zu dir sagte: 'Nimm deine Lagermatte auf und gehe'?"
13Der Geheilte wusste aber nicht, wer es war, denn Jesus hatte sich entfernt, da eine Volksmenge an der Stätte war.
14Nach diesem findet6 Jesus ihn in der Tempelstätte. Und er sagte zu ihm: "Sieh! Du bist gesund geworden. Sündige nicht mehr, damit dir nicht etwas Schlimmeres geschehe."
15Der Mann* ging weg und berichtete den Juden, dass es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte.
16Und deswegen verfolgten die Juden Jesus, und sie suchten, ihn zu töten, weil er dieses am Sabbat getan hatte.
17Aber Jesus °antwortete ihnen: "Mein Vater ist am Wirken bis jetzt, und ich bin am Wirken."
18Deswegen suchten die Juden also noch mehr, ihn zu töten, weil er nicht allein den Sabbat aufhob, sondern auch Gott [seinen] eigenen Vater nannte und <so> sich selbst Gott gleich machte.
19Daraufhin antwortete Jesus und sagte zu ihnen: "Wahrlich! Wahrlich! Ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selbst tun, als nur, was er den Vater tun sieht, denn was immer der tut, diese Dinge tut gleicherweise auch der Sohn;
20denn der Vater hat den Sohn lieb7; und er zeigt ihm alles, was er selbst tut. Und er wird ihm noch größere Werke als diese zeigen, damit ihr euch wundert;
21denn gleichwie der Vater die Toten erweckt und zum Leben bringt8, so macht auch der Sohn lebend, welche er will;
22denn der Vater richtet niemanden, sondern hat alles Gericht dem Sohn gegeben,
23damit alle den Sohn ehren, so wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt9, ehrt nicht den Vater, der ihn schickte.
24Wahrlich! Wahrlich! Ich sage euch: Der, der mein Wort hört und dem glaubt, der mich schickte, hat ewiges Leben. Und er kommt nicht ins10 Gericht, sondern ist hinübergegangen aus dem Tod in das Leben.
25Wahrlich! Wahrlich! Ich sage euch: Die Stunde kommt - und sie ist nun da -, da die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die, die sie gehört haben, werden leben,
26denn gleichwie der Vater Leben in sich selbst hat, so gab er auch dem Sohn, Leben in sich selbst zu haben.
27Und er gab ihm Vollmacht, auch Gericht auszuüben, weil er Sohn des Menschen ist.
28Verwundert euch nicht über dieses! - weil eine Stunde kommt, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden.
29Und sie werden herauskommen, die, die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens, aber die, die das Schlechte verübt haben, zur Auferstehung des Gerichts.
30Ich kann nichts von mir selbst aus tun. So wie ich höre, richte ich, und mein Gericht ist gerecht, weil ich nicht meinen Willen suche, sondern den Willen des Vaters, der mich schickte.
31Wenn ich über mich selbst Zeugnis gebe, ist mein Zeugnis nicht wahr.
32Ein anderer ist es, der über mich Zeugnis gibt, und ich weiß, dass das Zeugnis wahr ist, das er über mich gibt.
33Ihr habt zu Johannes hingesandt, und er hat für die Wahrheit Zeugnis gegeben.
34Von einem Menschen nehme ich nicht Zeugnis an. Dieses sage ich jedoch, damit ihr gerettet werdet.
35Jener war die brennende und scheinende Lampe. Ihr wart willig, für eine Stunde in ihrem11 Licht hoch erfreut zu sein.
36Ich habe aber ein größeres Zeugnis als das des Johannes, denn die Werke, die der Vater mir gab, damit ich sie zu Ende führe12, die Werke selbst, die ich tue, geben Zeugnis von mir, dass der Vater mich gesandt hat.
37Und der Vater, der mich schickte, er selbst hat von mir Zeugnis gegeben. Weder habt ihr jemals seine Stimme gehört, noch habt ihr seine Gestalt gesehen,
38und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch: Dem nämlich, den derjenige sandte, diesem glaubt ihr nicht.
39Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, und jene13 sind es, die von mir Zeugnis geben.
40Und ihr wollt nicht zu mir kommen, damit ihr Leben hättet.
41Von Menschen nehme ich nicht Ehre14 an,
42sondern ich habe euch kennengelernt, dass ihr Gottes Liebe15 nicht in euch selbst habt.
43Ich bin in dem Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmt mich nicht an. Wenn ein anderer im eigenen Namen kommt, jenen werdet ihr annehmen.
44Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre16 voneinander nehmt und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, nicht sucht?
45Meint nicht, dass ich euch anklagen werde beim Vater. Es ist einer [da], der euch anklagt, Mose, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt,
46denn wenn ihr Mose geglaubt hättet, hättet ihr mir geglaubt, denn jener schrieb von mir.
47Wenn ihr aber jenes Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten* glauben?"
2Es gibt in Jerusalem bei dem Schaftor einen Teich, der auf Hebräisch mit dem Beinamen Bethesda1 genannt wird, der fünf Säulenhallen hat.
3In diesen lag eine große Menge Kranker2, Blinder, Lahmer, Verdorrter, die auf die Bewegung des Wassers warteten,
4denn von Zeit zu Zeit stieg ein [himmlischer] Bote in den Teich hernieder und brachte das Wasser zum Aufwallen. Wer also nach dem Aufwallen des Wassers als Erster hineinstieg, wurde gesund, von welcher Krankheit auch immer er einmal befallen worden war.3
5Es war dort ein gewisser Mensch, der achtunddreißig Jahre in der Erkrankung4 <zugebracht> hatte.
6Als Jesus diesen daliegen sah (und er hatte erfahren, dass er schon viel Zeit [hinter sich] hatte), sagt er zu ihm: "Willst du gesund werden?"
7Der Kranke antwortete ihm: "Herr, ich habe keinen Menschen, dass er mich, wenn das Wasser zum Aufwallen gebracht worden ist, in den Teich versetze! Und während ich komme, steigt ein anderer vor mir hinab!"
8Jesus sagt zu ihm: "Stehe auf. Nimm deine Lagermatte auf und gehe."
9Und sogleich wurde der Mensch gesund und nahm seine Lagermatte auf und ging. Es war aber Sabbat an jenem Tag.
10Es sagten also die Juden zu dem Geheilten: "Es ist Sabbat! Es ist dir nicht gestattet, die Lagermatte aufzunehmen5."
11Er antwortete ihnen: "Der mich gesund machte, derjenige sagte zu mir: 'Nimm deine Lagermatte auf und gehe.'"
12Sie ersuchten ihn also <um Auskunft>: "Wer ist der Mensch, der zu dir sagte: 'Nimm deine Lagermatte auf und gehe'?"
13Der Geheilte wusste aber nicht, wer es war, denn Jesus hatte sich entfernt, da eine Volksmenge an der Stätte war.
14Nach diesem findet6 Jesus ihn in der Tempelstätte. Und er sagte zu ihm: "Sieh! Du bist gesund geworden. Sündige nicht mehr, damit dir nicht etwas Schlimmeres geschehe."
15Der Mann* ging weg und berichtete den Juden, dass es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte.
16Und deswegen verfolgten die Juden Jesus, und sie suchten, ihn zu töten, weil er dieses am Sabbat getan hatte.
17Aber Jesus °antwortete ihnen: "Mein Vater ist am Wirken bis jetzt, und ich bin am Wirken."
18Deswegen suchten die Juden also noch mehr, ihn zu töten, weil er nicht allein den Sabbat aufhob, sondern auch Gott [seinen] eigenen Vater nannte und <so> sich selbst Gott gleich machte.
19Daraufhin antwortete Jesus und sagte zu ihnen: "Wahrlich! Wahrlich! Ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selbst tun, als nur, was er den Vater tun sieht, denn was immer der tut, diese Dinge tut gleicherweise auch der Sohn;
20denn der Vater hat den Sohn lieb7; und er zeigt ihm alles, was er selbst tut. Und er wird ihm noch größere Werke als diese zeigen, damit ihr euch wundert;
21denn gleichwie der Vater die Toten erweckt und zum Leben bringt8, so macht auch der Sohn lebend, welche er will;
22denn der Vater richtet niemanden, sondern hat alles Gericht dem Sohn gegeben,
23damit alle den Sohn ehren, so wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt9, ehrt nicht den Vater, der ihn schickte.
24Wahrlich! Wahrlich! Ich sage euch: Der, der mein Wort hört und dem glaubt, der mich schickte, hat ewiges Leben. Und er kommt nicht ins10 Gericht, sondern ist hinübergegangen aus dem Tod in das Leben.
25Wahrlich! Wahrlich! Ich sage euch: Die Stunde kommt - und sie ist nun da -, da die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die, die sie gehört haben, werden leben,
26denn gleichwie der Vater Leben in sich selbst hat, so gab er auch dem Sohn, Leben in sich selbst zu haben.
27Und er gab ihm Vollmacht, auch Gericht auszuüben, weil er Sohn des Menschen ist.
28Verwundert euch nicht über dieses! - weil eine Stunde kommt, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden.
29Und sie werden herauskommen, die, die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens, aber die, die das Schlechte verübt haben, zur Auferstehung des Gerichts.
30Ich kann nichts von mir selbst aus tun. So wie ich höre, richte ich, und mein Gericht ist gerecht, weil ich nicht meinen Willen suche, sondern den Willen des Vaters, der mich schickte.
31Wenn ich über mich selbst Zeugnis gebe, ist mein Zeugnis nicht wahr.
32Ein anderer ist es, der über mich Zeugnis gibt, und ich weiß, dass das Zeugnis wahr ist, das er über mich gibt.
33Ihr habt zu Johannes hingesandt, und er hat für die Wahrheit Zeugnis gegeben.
34Von einem Menschen nehme ich nicht Zeugnis an. Dieses sage ich jedoch, damit ihr gerettet werdet.
35Jener war die brennende und scheinende Lampe. Ihr wart willig, für eine Stunde in ihrem11 Licht hoch erfreut zu sein.
36Ich habe aber ein größeres Zeugnis als das des Johannes, denn die Werke, die der Vater mir gab, damit ich sie zu Ende führe12, die Werke selbst, die ich tue, geben Zeugnis von mir, dass der Vater mich gesandt hat.
37Und der Vater, der mich schickte, er selbst hat von mir Zeugnis gegeben. Weder habt ihr jemals seine Stimme gehört, noch habt ihr seine Gestalt gesehen,
38und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch: Dem nämlich, den derjenige sandte, diesem glaubt ihr nicht.
39Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, und jene13 sind es, die von mir Zeugnis geben.
40Und ihr wollt nicht zu mir kommen, damit ihr Leben hättet.
41Von Menschen nehme ich nicht Ehre14 an,
42sondern ich habe euch kennengelernt, dass ihr Gottes Liebe15 nicht in euch selbst habt.
43Ich bin in dem Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmt mich nicht an. Wenn ein anderer im eigenen Namen kommt, jenen werdet ihr annehmen.
44Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre16 voneinander nehmt und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, nicht sucht?
45Meint nicht, dass ich euch anklagen werde beim Vater. Es ist einer [da], der euch anklagt, Mose, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt,
46denn wenn ihr Mose geglaubt hättet, hättet ihr mir geglaubt, denn jener schrieb von mir.
47Wenn ihr aber jenes Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten* glauben?"
Fußnoten
- 1 o.: Beth-Hesda; bed.: Haus der Barmherzigkeit.
- 2 o.: Schwacher
- 3 Der Nebensatz "die auf die Bewegung des Wassers warteten" und der gesamte V. 4 werden in manchen Bibeln weggelassen. Sie sind aber Teil des traditionellen überlieferten Textes und auch sonst bestens bezeugt. Folgende gr. Hss haben V. 3E und V. 4 nicht: P66, P75, Aleph, B, C, D, W, 33, 157.
- 4 o.: Schwäche
- 5 und zu tragen.
- 6 Das Wort kann a. "begegnen; treffen" bed.
- 7 eigtl.: liebt den Sohn <wie einen Freund>
- 8 o.: lebend macht
- 9 o.: <fortwährend> ehrt
- 10 Im Gt. steht kein Artikel vor "Gericht".
- 11 evtl.: seinem; das Pronomen bezieht sich jedoch wohl auf die Lampe (die im Gr. ebenfalls maskulin ist), nicht auf Johannes.
- 12 o.: zum Ziel bringe; vgl. 17,4.
- 13 d. i.: die Schriften
- 14 o.: Herrlichkeit
- 15 erg.: und die Liebe zu Gott
- 16 o.: Herrlichkeit; so a. i. Folg.