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Neues Testament

Johannes Kapitel 2

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt, und die Mutter Jesu war dort.
2Auch Jesus war mit seinen Jüngern zur Hochzeit geladen worden.
3Und als der Wein ausgegangen war, <richtet> Jesu Mutter <sich> an ihn <und> sagt: "Sie haben keinen Wein."
4Jesus sagt zu ihr: "Was steht mir zu und was dir1, Frau2? Noch ist meine Stunde nicht gekommen."
5Seine Mutter sagt zu den Dienern: "Was immer er euch sagen mag, tut!"
6Dort waren gemäß der Reinigung[ssitte] der Juden sechs steinerne Wasserkrüge aufgestellt, wovon jeder zwei oder drei Maß3 fasste.
7Jesus sagt zu ihnen: "Füllt die Wasserkrüge mit Wasser." Und sie füllten sie bis oben an.
8Und er sagt zu ihnen: "Schöpft nun und bringt es dem Speisemeister." Und sie brachten es.
9Als der Speisemeister das Wasser gekostet hatte, das Wein geworden war - und er wusste nicht, woher der war, aber die Diener, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es -, ruft der Speisemeister den Bräutigam.
10Und er sagt zu ihm: "Jeder Mensch setzt zuerst den edlen Wein vor, und wenn man reichlich getrunken hat, dann den geringeren. Du hast den edlen Wein bis jetzt aufbewahrt."
11Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus zu Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.
12Nach diesem ging er hinab nach Kapernaum, er und seine Mutter und seine Brüder und seine Jünger. Und dort blieben sie nicht viele Tage.
13Und das Passa der Juden war nahe, und Jesus ging hinauf nach Jerusalem.
14Und er fand in der Tempelstätte die Rinder- und Schaf- und Taubenverkäufer und die Geldwechsler sitzen.
15Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus der Tempelstätte hinaus, auch die Schafe und die Rinder. Und die Münzen der Wechsler schüttete er aus, und die Tische warf er um.
16Und zu den Taubenverkäufern sagte er: "Schafft diese Dinge weg von hier! Macht das Haus meines Vaters nicht zu einem Kaufhaus!"
17Da erinnerten sich seine Jünger: "Es ist geschrieben: 'Der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt.'" {Ps 69,10}
18Daraufhin erwiderten die Juden und sagten zu ihm: "Welches Zeichen zeigst du uns, dass du diese Dinge tust?"
19Jesus antwortete und sagte zu ihnen: "Zerstört dieses Tempelheiligtum, und in drei Tagen werde ich es aufrichten."
20Daraufhin sagten die Juden: °"Sechsundvierzig Jahre wurde dieses Tempelheiligtum gebaut°, und du wirst es in drei Tagen aufrichten?"
21Aber er sprach von dem Tempelheiligtum seines Leibes.
22Als er nun von den Toten erweckt war, erinnerten sich seine Jünger, dass er dieses gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesagt hatte.
23Als er am Passa in Jerusalem auf dem Fest war, glaubten viele an seinen Namen, da sie seine Zeichen sahen, die er tat.
24Aber er, Jesus, vertraute sich ihnen nicht an, da er alle kannte
25und weil er es nicht nötig hatte, dass jemand über den Menschen Zeugnis gebe, denn ihm war bekannt, was im Menschen war.

Fußnoten

  1. 1 genauer: "Was [ist] mir und dir?"; ein Hebraismus, dessen Bedeutung, je nach Zusammenhang, verschieden sein kann; in diesem Fall wird auf die jeweiligen Kompetenzen hingewiesen, die nun, nachdem Jesus den öffentlichen Dienst angetreten hat, bestehen.
  2. 2 D. i. eine übliche, höfliche, auch Verständnis zeigende Anrede.
  3. 3 Ein Maß ist 39 l.