Neues Testament
Johannes Kapitel 11
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Es war jemand krank, Lazarus von Bethanien, aus dem Dorf der Maria und Martha, ihrer Schwester.
2Maria war es, die den Herrn mit Myrrhensalbe salbte und seine Füße mit ihrem Haar abwischte. Deren Bruder Lazarus war krank.
3Die Schwestern sandten also zu ihm hin und ließen ihm sagen: "Herr, sieh, der, den du lieb hast1, ist krank."
4Als Jesus es hörte, sagte er: "Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern für die Herrlichkeit2 Gottes, damit der Sohn Gottes durch sie verherrlicht werde."
5Aber Jesus liebte Martha und ihre Schwester und Lazarus.
6Wie er also hörte, dass er krank sei, verblieb er dann noch zwei Tage an dem Ort, an dem er war.
7Danach, nach diesem3, sagt er zu den Jüngern: "Lasst uns wieder nach Judäa gehen."
8Die Jünger sagen zu ihm: "Rabbi, eben suchten die Juden, dich zu steinigen, und du begibst dich wieder dorthin?"
9Jesus antwortete: "Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn jemand bei Tage wandelt, stößt er nicht an, weil er das Licht dieser Welt sieht.
10Wenn jemand aber bei Nacht wandelt, stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist."
11Solches sagte er. Und danach sagt er zu ihnen: "Lazarus, unser Freund, ist eingeschlafen. Aber ich gehe hin, damit ich ihn aus dem Schlaf wecke."
12Darauf sagten seine Jünger: "Herr, wenn er eingeschlafen ist, wird er gerettet werden4."
13Jesus hatte aber über seinen Tod gesprochen; sie meinten aber, dass er über das Ruhen des Schlafes spreche.
14Also sagte Jesus ihnen dann frei heraus: "Lazarus ist gestorben.
15Und ich bin euretwegen froh, dass ich nicht dort war, damit ihr glaubt. Lasst uns jedoch zu ihm gehen."
16Daraufhin sagte Thomas, genannt Zwilling, zu den Mitjüngern: "Lasst uns auch gehen, damit wir mit ihm sterben."
17Als Jesus also kam, fand er ihn schon vier Tage im Grab liegen.
18Bethanien war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien weit5.
19Und viele von den Juden waren zu denen um Martha und Maria hingekommen, damit sie sie über ihren Bruder trösteten.
20Martha, als sie hörte, dass Jesus komme, ging ihm also entgegen. Aber Maria saß im Haus.
21Nun sagte Martha zu Jesus: "Herr, wenn du hier gewesen wärst, wäre mein Bruder nicht verstorben.
22Jedoch auch nun weiß ich, dass Gott dir geben wird, um was immer du Gott bitten magst."
23Jesus sagt zu ihr: "Dein Bruder wird auferstehen."
24Martha sagt zu ihm: "Ich weiß, dass er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tag."
25Jesus sagte zu ihr: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Der, der an mich glaubt6, wird leben, auch wenn er sterben sollte.
26Und jeder, der lebt und an mich glaubt7, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du das?"
27Sie sagt zu ihm: "Ja, Herr. Ich habe geglaubt8: Du bist der Gesalbte, der Sohn Gottes, der in die Welt kommt9."
28Und als sie dieses gesagt hatte, ging sie weg und rief heimlich ihre Schwester, Maria, mit den Worten: "Der Lehrer ist da und ruft dich."
29Als jene es hörte, steht sie schnell auf und kommt zu ihm.
30Jesus war noch nicht in das Dorf gekommen, sondern er war an dem Ort, wo Martha ihm begegnet war.
31Die Juden also, die bei ihr im Haus waren und sie trösteten, als sie Maria sahen, dass sie schnell aufstand und hinausging, folgten ihr und sagten: "Sie geht zum Grabe, damit sie dort weine."
32Als Maria nun dorthin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie zu seinen Füßen und sagte zu ihm: "Herr, wenn du hier gewesen wärst, wäre er nicht gestorben - m e i n Bruder."
33Als Jesus sie weinen sah und die Juden, die mit ihr gekommen waren, weinen, erregte er sich im Geist. Und er erschütterte sich selbst10.
34Und er sagte: "Wo habt ihr ihn hingelegt?" Sie sagen zu ihm: "Herr, komm und sieh!"
35Jesus kamen die Tränen11.
36Da sagten die Juden: "Sieh! Wie lieb er ihn hatte!"
37Aber einige von ihnen sagten: "Konnte dieser, der die Augen des Blinden auftat, nicht auch machen, dass dieser nicht sterbe?"
38Jesus, der wieder in sich selbst erregt ist, kommt also zum Grabe. Es war eine Höhle12; und ein Stein lag daran13.
39Jesus sagt: "Nehmt den Stein weg!" Es sagt zu ihm die Schwester des Verstorbenen, Martha: "Herr, er riecht schon, denn es sind vier Tage."
40Jesus sagt zu ihr: "Sagte ich dir nicht: 'Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen'?"
41Da nahmen sie den Stein weg [von dort], wo der Verstorbene hingelegt war. Jesus hob die Augen empor und sagte: "Vater, ich danke dir, dass du mich hörtest.
42Ich wusste aber, dass du mich allezeit hörst. Jedoch wegen des Volkes, das umhersteht, habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich sandtest."
43Und als er dieses gesagt hatte, rief er mit großer, <lauter> Stimme: "Lazarus, komm heraus!"
44Und der Verstorbene kam heraus, an den Füßen und den Händen mit Tüchern umwickelt, und sein Angesicht war mit einem Schweißtuch umbunden. Jesus sagt zu ihnen: "Löst ihn und lasst ihn gehen!"
45Viele also von den Juden, die zu Maria hingekommen waren und zusahen, was Jesus tat, glaubten an ihn.
46Aber einige von ihnen gingen weg zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte.
47Daraufhin versammelten [sich] die Hohen Priester und die Pharisäer [zu] einer Ratssitzung und sagten: "Was tun wir? - weil dieser Mensch viele Zeichen tut!
48Wenn wir ihn so fortfahren lassen, werden alle an ihn glauben! Und die Römer werden kommen und werden uns sowohl die Stätte14 als auch das Volk wegnehmen."
49Aber einer von ihnen, Kajaphas, der in jenem Jahr Hoher Priester war, sagte zu ihnen: "Ihr wisst nichts!
50Und ihr überlegt auch nicht, dass es uns förderlich ist, dass ein Mensch zugunsten des Volkes sterbe und nicht die ganze Nation umkomme."
51Dieses sagte er aber nicht aus sich selbst, sondern da er jenes Jahr Hoher Priester war, weissagte er, dass Jesus für das Volk sterben sollte
52- und nicht für das Volk allein, sondern damit er auch die zerstreuten Kinder Gottes in eins versammle.
53Von jenem Tag an ratschlagten sie also miteinander, ihn zu töten.
54Jesus wandelte daraufhin nicht mehr öffentlich unter den Juden, sondern ging von dort weg in das Landgebiet nahe bei der Wüste, in eine Stadt namens Ephraim. Und dort hielt er sich mit seinen Jüngern auf.
55Es war nahe das Passa der Juden; und viele zogen vor dem Passa aus dem Landgebiet hinauf nach Jerusalem, damit sie sich reinigten15.
56Sie suchten also Jesus. Und als sie in der Tempelstätte standen, sagten sie untereinander: "Was meint ihr? Wird er gar nicht zu dem Fest kommen?"
57Es hatten [nämlich] die Hohen Priester und die Pharisäer Gebot gegeben, dass, wenn jemand Kenntnis habe, wo er sei, man es anzeigen solle, auf dass sie ihn festnähmen.
2Maria war es, die den Herrn mit Myrrhensalbe salbte und seine Füße mit ihrem Haar abwischte. Deren Bruder Lazarus war krank.
3Die Schwestern sandten also zu ihm hin und ließen ihm sagen: "Herr, sieh, der, den du lieb hast1, ist krank."
4Als Jesus es hörte, sagte er: "Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern für die Herrlichkeit2 Gottes, damit der Sohn Gottes durch sie verherrlicht werde."
5Aber Jesus liebte Martha und ihre Schwester und Lazarus.
6Wie er also hörte, dass er krank sei, verblieb er dann noch zwei Tage an dem Ort, an dem er war.
7Danach, nach diesem3, sagt er zu den Jüngern: "Lasst uns wieder nach Judäa gehen."
8Die Jünger sagen zu ihm: "Rabbi, eben suchten die Juden, dich zu steinigen, und du begibst dich wieder dorthin?"
9Jesus antwortete: "Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn jemand bei Tage wandelt, stößt er nicht an, weil er das Licht dieser Welt sieht.
10Wenn jemand aber bei Nacht wandelt, stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist."
11Solches sagte er. Und danach sagt er zu ihnen: "Lazarus, unser Freund, ist eingeschlafen. Aber ich gehe hin, damit ich ihn aus dem Schlaf wecke."
12Darauf sagten seine Jünger: "Herr, wenn er eingeschlafen ist, wird er gerettet werden4."
13Jesus hatte aber über seinen Tod gesprochen; sie meinten aber, dass er über das Ruhen des Schlafes spreche.
14Also sagte Jesus ihnen dann frei heraus: "Lazarus ist gestorben.
15Und ich bin euretwegen froh, dass ich nicht dort war, damit ihr glaubt. Lasst uns jedoch zu ihm gehen."
16Daraufhin sagte Thomas, genannt Zwilling, zu den Mitjüngern: "Lasst uns auch gehen, damit wir mit ihm sterben."
17Als Jesus also kam, fand er ihn schon vier Tage im Grab liegen.
18Bethanien war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien weit5.
19Und viele von den Juden waren zu denen um Martha und Maria hingekommen, damit sie sie über ihren Bruder trösteten.
20Martha, als sie hörte, dass Jesus komme, ging ihm also entgegen. Aber Maria saß im Haus.
21Nun sagte Martha zu Jesus: "Herr, wenn du hier gewesen wärst, wäre mein Bruder nicht verstorben.
22Jedoch auch nun weiß ich, dass Gott dir geben wird, um was immer du Gott bitten magst."
23Jesus sagt zu ihr: "Dein Bruder wird auferstehen."
24Martha sagt zu ihm: "Ich weiß, dass er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tag."
25Jesus sagte zu ihr: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Der, der an mich glaubt6, wird leben, auch wenn er sterben sollte.
26Und jeder, der lebt und an mich glaubt7, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du das?"
27Sie sagt zu ihm: "Ja, Herr. Ich habe geglaubt8: Du bist der Gesalbte, der Sohn Gottes, der in die Welt kommt9."
28Und als sie dieses gesagt hatte, ging sie weg und rief heimlich ihre Schwester, Maria, mit den Worten: "Der Lehrer ist da und ruft dich."
29Als jene es hörte, steht sie schnell auf und kommt zu ihm.
30Jesus war noch nicht in das Dorf gekommen, sondern er war an dem Ort, wo Martha ihm begegnet war.
31Die Juden also, die bei ihr im Haus waren und sie trösteten, als sie Maria sahen, dass sie schnell aufstand und hinausging, folgten ihr und sagten: "Sie geht zum Grabe, damit sie dort weine."
32Als Maria nun dorthin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie zu seinen Füßen und sagte zu ihm: "Herr, wenn du hier gewesen wärst, wäre er nicht gestorben - m e i n Bruder."
33Als Jesus sie weinen sah und die Juden, die mit ihr gekommen waren, weinen, erregte er sich im Geist. Und er erschütterte sich selbst10.
34Und er sagte: "Wo habt ihr ihn hingelegt?" Sie sagen zu ihm: "Herr, komm und sieh!"
35Jesus kamen die Tränen11.
36Da sagten die Juden: "Sieh! Wie lieb er ihn hatte!"
37Aber einige von ihnen sagten: "Konnte dieser, der die Augen des Blinden auftat, nicht auch machen, dass dieser nicht sterbe?"
38Jesus, der wieder in sich selbst erregt ist, kommt also zum Grabe. Es war eine Höhle12; und ein Stein lag daran13.
39Jesus sagt: "Nehmt den Stein weg!" Es sagt zu ihm die Schwester des Verstorbenen, Martha: "Herr, er riecht schon, denn es sind vier Tage."
40Jesus sagt zu ihr: "Sagte ich dir nicht: 'Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen'?"
41Da nahmen sie den Stein weg [von dort], wo der Verstorbene hingelegt war. Jesus hob die Augen empor und sagte: "Vater, ich danke dir, dass du mich hörtest.
42Ich wusste aber, dass du mich allezeit hörst. Jedoch wegen des Volkes, das umhersteht, habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich sandtest."
43Und als er dieses gesagt hatte, rief er mit großer, <lauter> Stimme: "Lazarus, komm heraus!"
44Und der Verstorbene kam heraus, an den Füßen und den Händen mit Tüchern umwickelt, und sein Angesicht war mit einem Schweißtuch umbunden. Jesus sagt zu ihnen: "Löst ihn und lasst ihn gehen!"
45Viele also von den Juden, die zu Maria hingekommen waren und zusahen, was Jesus tat, glaubten an ihn.
46Aber einige von ihnen gingen weg zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte.
47Daraufhin versammelten [sich] die Hohen Priester und die Pharisäer [zu] einer Ratssitzung und sagten: "Was tun wir? - weil dieser Mensch viele Zeichen tut!
48Wenn wir ihn so fortfahren lassen, werden alle an ihn glauben! Und die Römer werden kommen und werden uns sowohl die Stätte14 als auch das Volk wegnehmen."
49Aber einer von ihnen, Kajaphas, der in jenem Jahr Hoher Priester war, sagte zu ihnen: "Ihr wisst nichts!
50Und ihr überlegt auch nicht, dass es uns förderlich ist, dass ein Mensch zugunsten des Volkes sterbe und nicht die ganze Nation umkomme."
51Dieses sagte er aber nicht aus sich selbst, sondern da er jenes Jahr Hoher Priester war, weissagte er, dass Jesus für das Volk sterben sollte
52- und nicht für das Volk allein, sondern damit er auch die zerstreuten Kinder Gottes in eins versammle.
53Von jenem Tag an ratschlagten sie also miteinander, ihn zu töten.
54Jesus wandelte daraufhin nicht mehr öffentlich unter den Juden, sondern ging von dort weg in das Landgebiet nahe bei der Wüste, in eine Stadt namens Ephraim. Und dort hielt er sich mit seinen Jüngern auf.
55Es war nahe das Passa der Juden; und viele zogen vor dem Passa aus dem Landgebiet hinauf nach Jerusalem, damit sie sich reinigten15.
56Sie suchten also Jesus. Und als sie in der Tempelstätte standen, sagten sie untereinander: "Was meint ihr? Wird er gar nicht zu dem Fest kommen?"
57Es hatten [nämlich] die Hohen Priester und die Pharisäer Gebot gegeben, dass, wenn jemand Kenntnis habe, wo er sei, man es anzeigen solle, auf dass sie ihn festnähmen.
Fußnoten
- 1 eigtl.: den du <wie einen Freund> liebst
- 2 o.: Verherrlichung
- 3 Die doppelte Betonung des Abgelaufenseins der zwei Tage fällt auf.
- 4 näml. von der Krankheit; o.: wird er bewahrt werden (nämlich vor dem Sterben).
- 5 d. i.: etwa 2,5 - 3 km weit.
- 6 eigtl.: Der an mich Glaubende <im fortwährenden Sinn>
- 7 eigtl.: Und jeder Lebende und an mich Glaubende
- 8 und glaube
- 9 o.: der in die Welt Kommende.
- 10 i. S. v.: er versetzte sich in Erschütterung; eigtl.: er schütterte sich. (Vgl. Lange.)
- 11 Für "kamen die Tränen" steht im Gt. ein anderes Wort als für "weinen" in V. 33.
- 12 d. h.: eine Grabhöhle, ein Felsengrab
- 13 d. h.: sie war mit dem Stein verschlossen.
- 14 Das dürfte sich auf den Tempel beziehen; vgl. Jer 7,14; Apg 6,14.
- 15 d. h.: kultisch reinigten; weihten.