Neues Testament
Johannes Kapitel 7
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Und nach diesem wandelte Jesus <eine Zeitlang> in Galiläa, denn er wollte nicht in Judäa wandeln, weil die Juden ihn zu töten suchten.
2Es war aber das Fest der Juden nahe, die Laubhütten1.
3Da sagten seine Brüder zu ihm: "Ziehe von hier fort und gehe nach Judäa, damit auch deine Jünger deine Werke sehen, die du tust,
4denn niemand tut etwas2 im Verborgenen und sucht <zugleich>, selber in der Öffentlichkeit zu sein. Wenn du diese Dinge tust, offenbare dich selbst der Welt"
5(denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn).
6Darauf sagt Jesus zu ihnen: "Meine Zeit ist noch nicht da3, aber eure Zeit ist allezeit vorhanden.
7Die Welt kann euch nicht hassen. Mich hasst sie aber, weil ich von ihr Zeugnis gebe, dass ihre Werke böse sind.
8Geht ihr hinauf zu diesem Fest. Ich gehe noch4 nicht hinauf zu diesem Fest, weil meine Zeit noch nicht erfüllt ist."
9Nachdem er ihnen dieses gesagt hatte, blieb er in Galiläa.
10Aber als seine Brüder hinaufgegangen waren, dann ging auch er hinauf zu dem Fest, nicht öffentlich, sondern gleichsam im Verborgenen.
11Die Juden suchten ihn also auf dem Fest und sagten: "Wo ist jener?"
12Und viel heimliches Gerede war über ihn unter den Mengen. Die einen sagten: "Er ist gut." Andere sagten: "Nein, sondern er leitet die Menge in die Irre."
13Allerdings redete niemand offen von ihm - aus Furcht vor den Juden.
14Als das Fest bereits in der Mitte war5, ging Jesus hinauf zur Tempelstätte und lehrte6.
15Und die Juden verwunderten sich und sagten: "Wie kennt dieser <so gewisslich> [die] Schriften, obwohl er nicht gelehrt ist?"
16Jesus antwortete ihnen und sagte: "Meine Lehre ist nicht meine, sondern dessen, der mich schickte.
17Wenn jemand seinen Willen tun will, wird er bezüglich der Lehre [er]kennen7, ob sie aus Gott ist oder ob ich von mir selbst her rede.
18Der, der von sich selbst her redet, sucht die eigene Ehre8, aber der, der die Ehre dessen sucht, der ihn schickte, der ist wahrhaftig, und Ungerechtigkeit ist nicht in ihm.
19Hat nicht Mose euch das Gesetz gegeben? Und keiner von euch hält das Gesetz ein. Was sucht ihr, mich zu töten?"
20Die Menge antwortete und sagte: "Du hast einen Dämon. Wer sucht, dich zu töten?"
21Jesus antwortete und sagte zu ihnen: "Ein Werk tat ich, und ihr verwundert euch alle.
22Deswegen hat euch Mose die Beschneidung gegeben - nicht, dass sie von Mose sei, sondern von den Vätern -, und am Sabbat beschneidet ihr einen Menschen.
23Wenn ein Mensch an einem Sabbat die Beschneidung empfängt, damit nicht das Gesetz Moses aufgehoben werde, zürnt ihr mir, weil ich an einem Sabbat einen ganzen Menschen gesund machte?
24Richtet nicht nach Augenschein, sondern richtet das gerechte Urteil."
25Hierauf sagten einige von den Jerusalemern: "Ist das nicht der, den sie zu töten suchen?
26Und - sieh! - er redet öffentlich, und sie sagen ihm nichts. Sind vielleicht die Obersten wirklich zur Kenntnis gekommen, dass dieser in Wahrheit der Gesalbte ist?
27Über diesen wissen wir jedoch, woher er ist. Aber der Gesalbte, wann immer er kommt, - niemand hat Kenntnis, woher er ist."
28Jesus rief also <laut>, als er in der Tempelstätte lehrte, und sagte: "Ihr wisst über mich <Bescheid> und wisst auch, woher ich bin9. Und von mir selbst aus bin ich nicht gekommen, sondern wahrhaftig ist er, der mich schickte, der, über den ihr nicht <Bescheid> wisst.
29Ich kenne ihn sehr wohl10, weil ich von ihm bin, und er sandte mich."
30Darauf suchten sie, ihn festzunehmen. Und niemand legte die Hand an ihn, weil seine Stunde noch nicht gekommen war.
31Aber viele von der Menge glaubten an ihn und sagten: "Wird wohl der Gesalbte, wenn er kommt, mehr Zeichen als diese tun, die dieser tat?"
32Die Pharisäer hörten dieses heimliche Gerede der Menge über ihn.11 Und die Pharisäer und die Hohen Priester sandten Gerichtsdiener, ihn festzunehmen.
33Da sagte Jesus: "Noch eine kleine Zeit bin ich bei euch, und ich gehe weg, hin zu dem, der mich schickte.
34Ihr werdet mich suchen und nicht finden, und wo ich bin, könnt ihr nicht hinkommen."
35Darauf sagten die Juden zueinander: "Wohin ist dieser im Begriff zu gehen, dass wir ihn nicht finden werden? Beabsichtigt er etwa, in die Zerstreuung12 der Griechen13 zu gehen und die Griechen zu lehren?
36Was ist das für ein Wort, das er sagte: 'Ihr werdet mich suchen und nicht finden, und wo ich bin, könnt ihr nicht hinkommen.'?"
37°Am letzten Tag, dem großen [Tag] des Festes, stand Jesus und rief <laut> und sagte: "Wenn jemanden dürstet, komme er her zu mir; und er trinke,
38der, der an mich glaubt." - gemäß dem, was die Schrift sagte: "Ströme werden aus seinem Inneren14 fließen, [Ströme] lebendigen Wassers."°
39Dieses sagte er über den Geist, den die an ihn Glaubenden bekommen sollten, denn der Heilige Geist war noch nicht [da], weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war.
40Viele nun aus der Menge sagten, als sie das Wort hörten: "Dieser ist wahrlich der Prophet."
41Andere sagten: "Dieser ist der Gesalbte." Andere sagten: "Kommt denn der Gesalbte etwa aus Galiläa?
42Sagte die Schrift nicht: Aus dem Samen Davids und aus Bethlehem, dem Dorf, wo David war, kommt der Gesalbte?"
43Es entstand also seinetwegen eine Spaltung in der Menge.
44Einige von ihnen wollten ihn festnehmen. Keiner legte jedoch Hand an ihn.
45Da kamen die Gerichtsdiener zu den Hohen Priestern und Pharisäern; und jene sagten zu ihnen: "Weswegen habt ihr ihn nicht hergeführt?"
46Die Gerichtsdiener antworteten: "Nie redete ein Mensch so wie dieser Mensch."
47Darauf antworteten ihnen die Pharisäer: "Seid ihr etwa auch irregeleitet worden?
48Hat wohl jemand von den Obersten an ihn geglaubt oder von den Pharisäern?
49Diese Menge jedoch, die das Gesetz nicht kennt - verflucht ist sie!"
50Nikodemus - der bei Nacht zu ihm gekommen war, einer von ihnen - sagt zu ihnen:
51"Richtet etwa unser Gesetz den Menschen, wenn man nicht zuvor ihn angehört und in Erfahrung gebracht hat, was er tut?"
52Sie antworteten und sagten zu ihm: "Bist du etwa auch aus Galiläa? Forsche und sieh, dass aus Galiläa kein Prophet erstanden ist."
53°Und jeder ging weg in sein Haus.
2Es war aber das Fest der Juden nahe, die Laubhütten1.
3Da sagten seine Brüder zu ihm: "Ziehe von hier fort und gehe nach Judäa, damit auch deine Jünger deine Werke sehen, die du tust,
4denn niemand tut etwas2 im Verborgenen und sucht <zugleich>, selber in der Öffentlichkeit zu sein. Wenn du diese Dinge tust, offenbare dich selbst der Welt"
5(denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn).
6Darauf sagt Jesus zu ihnen: "Meine Zeit ist noch nicht da3, aber eure Zeit ist allezeit vorhanden.
7Die Welt kann euch nicht hassen. Mich hasst sie aber, weil ich von ihr Zeugnis gebe, dass ihre Werke böse sind.
8Geht ihr hinauf zu diesem Fest. Ich gehe noch4 nicht hinauf zu diesem Fest, weil meine Zeit noch nicht erfüllt ist."
9Nachdem er ihnen dieses gesagt hatte, blieb er in Galiläa.
10Aber als seine Brüder hinaufgegangen waren, dann ging auch er hinauf zu dem Fest, nicht öffentlich, sondern gleichsam im Verborgenen.
11Die Juden suchten ihn also auf dem Fest und sagten: "Wo ist jener?"
12Und viel heimliches Gerede war über ihn unter den Mengen. Die einen sagten: "Er ist gut." Andere sagten: "Nein, sondern er leitet die Menge in die Irre."
13Allerdings redete niemand offen von ihm - aus Furcht vor den Juden.
14Als das Fest bereits in der Mitte war5, ging Jesus hinauf zur Tempelstätte und lehrte6.
15Und die Juden verwunderten sich und sagten: "Wie kennt dieser <so gewisslich> [die] Schriften, obwohl er nicht gelehrt ist?"
16Jesus antwortete ihnen und sagte: "Meine Lehre ist nicht meine, sondern dessen, der mich schickte.
17Wenn jemand seinen Willen tun will, wird er bezüglich der Lehre [er]kennen7, ob sie aus Gott ist oder ob ich von mir selbst her rede.
18Der, der von sich selbst her redet, sucht die eigene Ehre8, aber der, der die Ehre dessen sucht, der ihn schickte, der ist wahrhaftig, und Ungerechtigkeit ist nicht in ihm.
19Hat nicht Mose euch das Gesetz gegeben? Und keiner von euch hält das Gesetz ein. Was sucht ihr, mich zu töten?"
20Die Menge antwortete und sagte: "Du hast einen Dämon. Wer sucht, dich zu töten?"
21Jesus antwortete und sagte zu ihnen: "Ein Werk tat ich, und ihr verwundert euch alle.
22Deswegen hat euch Mose die Beschneidung gegeben - nicht, dass sie von Mose sei, sondern von den Vätern -, und am Sabbat beschneidet ihr einen Menschen.
23Wenn ein Mensch an einem Sabbat die Beschneidung empfängt, damit nicht das Gesetz Moses aufgehoben werde, zürnt ihr mir, weil ich an einem Sabbat einen ganzen Menschen gesund machte?
24Richtet nicht nach Augenschein, sondern richtet das gerechte Urteil."
25Hierauf sagten einige von den Jerusalemern: "Ist das nicht der, den sie zu töten suchen?
26Und - sieh! - er redet öffentlich, und sie sagen ihm nichts. Sind vielleicht die Obersten wirklich zur Kenntnis gekommen, dass dieser in Wahrheit der Gesalbte ist?
27Über diesen wissen wir jedoch, woher er ist. Aber der Gesalbte, wann immer er kommt, - niemand hat Kenntnis, woher er ist."
28Jesus rief also <laut>, als er in der Tempelstätte lehrte, und sagte: "Ihr wisst über mich <Bescheid> und wisst auch, woher ich bin9. Und von mir selbst aus bin ich nicht gekommen, sondern wahrhaftig ist er, der mich schickte, der, über den ihr nicht <Bescheid> wisst.
29Ich kenne ihn sehr wohl10, weil ich von ihm bin, und er sandte mich."
30Darauf suchten sie, ihn festzunehmen. Und niemand legte die Hand an ihn, weil seine Stunde noch nicht gekommen war.
31Aber viele von der Menge glaubten an ihn und sagten: "Wird wohl der Gesalbte, wenn er kommt, mehr Zeichen als diese tun, die dieser tat?"
32Die Pharisäer hörten dieses heimliche Gerede der Menge über ihn.11 Und die Pharisäer und die Hohen Priester sandten Gerichtsdiener, ihn festzunehmen.
33Da sagte Jesus: "Noch eine kleine Zeit bin ich bei euch, und ich gehe weg, hin zu dem, der mich schickte.
34Ihr werdet mich suchen und nicht finden, und wo ich bin, könnt ihr nicht hinkommen."
35Darauf sagten die Juden zueinander: "Wohin ist dieser im Begriff zu gehen, dass wir ihn nicht finden werden? Beabsichtigt er etwa, in die Zerstreuung12 der Griechen13 zu gehen und die Griechen zu lehren?
36Was ist das für ein Wort, das er sagte: 'Ihr werdet mich suchen und nicht finden, und wo ich bin, könnt ihr nicht hinkommen.'?"
37°Am letzten Tag, dem großen [Tag] des Festes, stand Jesus und rief <laut> und sagte: "Wenn jemanden dürstet, komme er her zu mir; und er trinke,
38der, der an mich glaubt." - gemäß dem, was die Schrift sagte: "Ströme werden aus seinem Inneren14 fließen, [Ströme] lebendigen Wassers."°
39Dieses sagte er über den Geist, den die an ihn Glaubenden bekommen sollten, denn der Heilige Geist war noch nicht [da], weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war.
40Viele nun aus der Menge sagten, als sie das Wort hörten: "Dieser ist wahrlich der Prophet."
41Andere sagten: "Dieser ist der Gesalbte." Andere sagten: "Kommt denn der Gesalbte etwa aus Galiläa?
42Sagte die Schrift nicht: Aus dem Samen Davids und aus Bethlehem, dem Dorf, wo David war, kommt der Gesalbte?"
43Es entstand also seinetwegen eine Spaltung in der Menge.
44Einige von ihnen wollten ihn festnehmen. Keiner legte jedoch Hand an ihn.
45Da kamen die Gerichtsdiener zu den Hohen Priestern und Pharisäern; und jene sagten zu ihnen: "Weswegen habt ihr ihn nicht hergeführt?"
46Die Gerichtsdiener antworteten: "Nie redete ein Mensch so wie dieser Mensch."
47Darauf antworteten ihnen die Pharisäer: "Seid ihr etwa auch irregeleitet worden?
48Hat wohl jemand von den Obersten an ihn geglaubt oder von den Pharisäern?
49Diese Menge jedoch, die das Gesetz nicht kennt - verflucht ist sie!"
50Nikodemus - der bei Nacht zu ihm gekommen war, einer von ihnen - sagt zu ihnen:
51"Richtet etwa unser Gesetz den Menschen, wenn man nicht zuvor ihn angehört und in Erfahrung gebracht hat, was er tut?"
52Sie antworteten und sagten zu ihm: "Bist du etwa auch aus Galiläa? Forsche und sieh, dass aus Galiläa kein Prophet erstanden ist."
53°Und jeder ging weg in sein Haus.
Fußnoten
- 1 eigtl.: das Zeltaufbauen; d. h.: die Errichtung der zeltartigen Laubhütten.
- 2 d. h.: etwas Bedeutendes
- 3 o.: gekommen
- 4 Das Wörtlein "noch" steht in 95 % der Handschriften. Einige gr. Hss (Aleph, D, K, M, Pi und 7 Minuskeln) lassen "noch" aus, wodurch unnötigerweise der Eindruck entstehen kann, Jesus hätte sich selbst widersprochen. Das zweite, hier folgende "noch" (V. 8E: "weil meine Zeit noch nicht erfüllt ist") ist durch sämtliche Hss gesichert, wodurch auch die Richtigkeit des Byz. Textes in Bezug auf das erste "noch" bestätigt wird.
- 5 d. h.: als die Festwoche halb verflossen war; w.: als bereits Festmitte war
- 6 eigtl.: war am Lehren; war lehrend [tätig]; lehrte <fortgesetzt>; lehrte <stetig>.
- 7 o.: erfahren
- 8 o.: Herrlichkeit; so a. i. Folg.
- 9 D. i. möglicherw. eine Frage mit Ausrufezeichen, in welchem Fall das folgende "Und" wohl im Sinne eines "Und <doch>" gebraucht ist. Vgl. 8,14.
- 10 o.: wirklich
- 11 eigtl.: hörten die Menge dieses über ihn murmeln.
- 12 hier speziell: zu den im Ausland wohnenden, griechisch sprechenden Juden.
- 13 o.: griechisch Sprechenden
- 14 eigtl.: Bauch