Neues Testament
Johannes Kapitel 10
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Wahrlich! Wahrlich! Ich sage euch: Der, der nicht durch die Tür in die Hürde der Schafe eintritt, sondern anderswoher hinaufsteigt, derjenige ist ein Dieb und ein Räuber.
2Aber der, der durch die Tür eintritt, ist der Hirte der Schafe.
3Diesem öffnet der Türhüter; und die Schafe hören auf seine Stimme. Und die eigenen Schafe ruft er mit Namen, und er führt sie hinaus.
4Und wenn er die eigenen Schafe hinausgetan hat, geht er ihnen voran. Und die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme wirklich kennen.
5Aber einem Fremden würden sie gar nicht folgen, sondern sie werden von ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden gar nicht kennen."
6Diese Bildrede redete Jesus zu ihnen, aber jene erkannten1 nicht, was es war, das er zu ihnen sagte.
7Da sprach Jesus wieder zu ihnen: "Wahrlich! Wahrlich! Ich sage euch: Ich bin die Tür der Schafe.
8Alle, welche auch immer vor mir kamen, sind Diebe und Räuber. Die Schafe hörten jedoch nicht auf sie.
9Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich eingeht, wird er gerettet werden und ein- und ausgehen und Weide finden.
10Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich kam, damit sie Leben haben und es im Überfluss haben sollten.
11Ich bin der gute2 Hirte. Der gute Hirte gibt seine Seele3 hin für die Schafe.
12Aber der Mietling, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht. Und der Wolf raubt sie und zerstreut die Schafe.
13Aber der Mietling flieht, weil er ein Mietling ist, und ihm liegt nichts an den Schafen.4
14Ich bin der gute Hirte. Und ich kenne die Meinen und werde von den Meinen gekannt,
15so wie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne. Und meine Seele gebe ich hin für die Schafe.
16Und andere Schafe habe ich, die nicht aus dieser Hürde sind. Auch die muss ich führen. Und sie werden auf meine Stimme hören. Und es wird sein eine Herde, ein Hirte.
17Deswegen liebt mich der Vater, weil ich meine Seele hingebe, damit ich sie wieder nehme.
18Niemand nimmt sie von mir, sondern ich gebe sie hin von mir selbst aus. Ich habe Vollmacht5 sie hinzugeben und habe Vollmacht, sie wieder zu nehmen. Dieses Gebot bekam ich von meinem Vater."
19Daraufhin entstand wieder eine Spaltung unter den Juden wegen dieser Worte.
20Viele von ihnen sagten: "Er hat einen Dämon und ist von Sinnen. Was hört ihr auf ihn?"
21Andere sagten: "Diese Worte* sind nicht die eines Dämonisierten. Kann ein Dämon Augen von Blinden öffnen?"
22Es fand das Fest der Tempelweihe6 in Jerusalem statt; es war Winter.
23Und Jesus ging in der Tempelstätte, in der Säulenhalle Salomos,
24als die Juden ihn umringten und zu ihm sagten: "Bis wann hältst du unsere Seele hin? Wenn du der Gesalbte bist, sage es uns frei heraus!"
25Jesus antwortete ihnen: "Ich sagte es euch und ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich in dem Namen meines Vaters tue, diese geben Zeugnis von mir.
26Ihr glaubt jedoch nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen, so wie ich euch sagte.
27Meine Schafe hören auf meine Stimme. Und ich kenne sie. Und sie folgen mir.
28Und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen in Ewigkeit nicht ins Verderben. Und niemand wird sie aus meiner Hand rauben.
29Mein Vater, der [sie] mir gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann [sie] aus der Hand meines Vaters rauben.
30Ich und der Vater, eins sind wir."
31Daraufhin hoben die Juden wieder Steine auf, dass sie ihn steinigten.
32Jesus antwortete ihnen: "Viele edle Werke zeigte ich euch von meinem Vater her. Wegen welchen Werkes davon steinigt ihr mich?"
33Die Juden antworteten ihm: "Wegen eines edlen Werkes steinigen wir dich nicht", sagten sie, "sondern wegen Lästerung, und [zwar], weil du, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machst."
34Jesus antwortete ihnen: "Ist nicht geschrieben in eurem Gesetz: 'Ich <selbst> sagte: Ihr seid Götter'? {Ps 82,6}
35Wenn er jene Götter nannte, an welche das Wort Gottes geschah - und die Schrift kann nicht aufgehoben werden -,
36sagt ihr von dem, den der Vater heiligte und in die Welt sandte: 'Du lästerst!', weil ich sagte: 'Ich bin Gottes Sohn'?
37Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, glaubt mir nicht.
38Wenn ich sie aber tue, glaubt den Werken - wenn ihr schon mir nicht glaubt -, damit ihr [er]kennt und glaubt, dass der Vater in mir ist und ich in ihm [bin]."
39Da suchten sie wieder, ihn festzunehmen. Und er entging ihrer Hand.
40Und er ging wieder weg jenseits des Jordans an den Ort, wo Johannes zuerst war und taufte. Und er blieb dort.
41Und viele kamen zu ihm und sagten: "Johannes tat kein Zeichen. Aber alles, was immer Johannes über diesen sagte, war wahr."
42Und viele glaubten dort an ihn.
2Aber der, der durch die Tür eintritt, ist der Hirte der Schafe.
3Diesem öffnet der Türhüter; und die Schafe hören auf seine Stimme. Und die eigenen Schafe ruft er mit Namen, und er führt sie hinaus.
4Und wenn er die eigenen Schafe hinausgetan hat, geht er ihnen voran. Und die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme wirklich kennen.
5Aber einem Fremden würden sie gar nicht folgen, sondern sie werden von ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden gar nicht kennen."
6Diese Bildrede redete Jesus zu ihnen, aber jene erkannten1 nicht, was es war, das er zu ihnen sagte.
7Da sprach Jesus wieder zu ihnen: "Wahrlich! Wahrlich! Ich sage euch: Ich bin die Tür der Schafe.
8Alle, welche auch immer vor mir kamen, sind Diebe und Räuber. Die Schafe hörten jedoch nicht auf sie.
9Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich eingeht, wird er gerettet werden und ein- und ausgehen und Weide finden.
10Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich kam, damit sie Leben haben und es im Überfluss haben sollten.
11Ich bin der gute2 Hirte. Der gute Hirte gibt seine Seele3 hin für die Schafe.
12Aber der Mietling, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht. Und der Wolf raubt sie und zerstreut die Schafe.
13Aber der Mietling flieht, weil er ein Mietling ist, und ihm liegt nichts an den Schafen.4
14Ich bin der gute Hirte. Und ich kenne die Meinen und werde von den Meinen gekannt,
15so wie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne. Und meine Seele gebe ich hin für die Schafe.
16Und andere Schafe habe ich, die nicht aus dieser Hürde sind. Auch die muss ich führen. Und sie werden auf meine Stimme hören. Und es wird sein eine Herde, ein Hirte.
17Deswegen liebt mich der Vater, weil ich meine Seele hingebe, damit ich sie wieder nehme.
18Niemand nimmt sie von mir, sondern ich gebe sie hin von mir selbst aus. Ich habe Vollmacht5 sie hinzugeben und habe Vollmacht, sie wieder zu nehmen. Dieses Gebot bekam ich von meinem Vater."
19Daraufhin entstand wieder eine Spaltung unter den Juden wegen dieser Worte.
20Viele von ihnen sagten: "Er hat einen Dämon und ist von Sinnen. Was hört ihr auf ihn?"
21Andere sagten: "Diese Worte* sind nicht die eines Dämonisierten. Kann ein Dämon Augen von Blinden öffnen?"
22Es fand das Fest der Tempelweihe6 in Jerusalem statt; es war Winter.
23Und Jesus ging in der Tempelstätte, in der Säulenhalle Salomos,
24als die Juden ihn umringten und zu ihm sagten: "Bis wann hältst du unsere Seele hin? Wenn du der Gesalbte bist, sage es uns frei heraus!"
25Jesus antwortete ihnen: "Ich sagte es euch und ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich in dem Namen meines Vaters tue, diese geben Zeugnis von mir.
26Ihr glaubt jedoch nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen, so wie ich euch sagte.
27Meine Schafe hören auf meine Stimme. Und ich kenne sie. Und sie folgen mir.
28Und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen in Ewigkeit nicht ins Verderben. Und niemand wird sie aus meiner Hand rauben.
29Mein Vater, der [sie] mir gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann [sie] aus der Hand meines Vaters rauben.
30Ich und der Vater, eins sind wir."
31Daraufhin hoben die Juden wieder Steine auf, dass sie ihn steinigten.
32Jesus antwortete ihnen: "Viele edle Werke zeigte ich euch von meinem Vater her. Wegen welchen Werkes davon steinigt ihr mich?"
33Die Juden antworteten ihm: "Wegen eines edlen Werkes steinigen wir dich nicht", sagten sie, "sondern wegen Lästerung, und [zwar], weil du, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machst."
34Jesus antwortete ihnen: "Ist nicht geschrieben in eurem Gesetz: 'Ich <selbst> sagte: Ihr seid Götter'? {Ps 82,6}
35Wenn er jene Götter nannte, an welche das Wort Gottes geschah - und die Schrift kann nicht aufgehoben werden -,
36sagt ihr von dem, den der Vater heiligte und in die Welt sandte: 'Du lästerst!', weil ich sagte: 'Ich bin Gottes Sohn'?
37Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, glaubt mir nicht.
38Wenn ich sie aber tue, glaubt den Werken - wenn ihr schon mir nicht glaubt -, damit ihr [er]kennt und glaubt, dass der Vater in mir ist und ich in ihm [bin]."
39Da suchten sie wieder, ihn festzunehmen. Und er entging ihrer Hand.
40Und er ging wieder weg jenseits des Jordans an den Ort, wo Johannes zuerst war und taufte. Und er blieb dort.
41Und viele kamen zu ihm und sagten: "Johannes tat kein Zeichen. Aber alles, was immer Johannes über diesen sagte, war wahr."
42Und viele glaubten dort an ihn.
Fußnoten
- 1 evtl. auch i. S. v.: verstanden
- 2 Gt.: ho kalos (der edle; der vortreffliche); so a. i. Folg. u. V. 14.
- 3 "Seele" i. S. v.: Leben; so a. i. Folg.
- 4 o.: weil er ein Mietling ist und sich um die Schafe nicht kümmert.
- 5 o.: Berechtigung; o.: Autorität
- 6 eigtl.: Fest der "Erneuerung"; d. i.: das "Chanukka"-Fest; es wurde gefeiert zur Erinnerung an die Wiedereinweihung des Tempels am 25. Kislev (Dezember) des Jahres 164 v. Chr. nach seiner Entweihung durch Antiochus IV. Epiphanes; es gehörte also nicht zur ursprünglichen mosaischen Festordnung.