Altes Testament
2. Chronik Kapitel 18
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1So hatte Joschafat Reichtum und Ehre1 in Menge. Und er verschwägerte sich mit Ahab2.
2Und nach Verlauf von einigen Jahren zog er zu Ahab nach Samaria hinab. Und Ahab schlachtete für ihn und für das Volk, das bei ihm war, Kleinvieh und Rinder <als Schlachtopfer> in Menge. Und er verleitete ihn, gegen Ramot-Gilead hinaufzuziehen.
3Und Ahab, der König Israels, sagte zu Joschafat, dem König von Juda: "Wirst du mit mir nach Ramot-Gilead ziehen?" Und er sagte zu ihm: "Ich bin wie du, und mein Volk ist wie dein Volk. Und ich bin mit dir im Kampf."
4Und Joschafat sagte zu dem König Israels: "Suche doch heute das3 Wort Jahwehs!"
5Und der König Israels versammelte die Propheten, vierhundert Mann, und sagte zu ihnen: "Sollen wir gegen Ramot-Gilead in den Kampf ziehen, oder soll ich es unterlassen?" Und sie sagten: "Zieh hinauf! Und Gott wird es in die Hand des Königs geben."
6Joschafat aber sagte: "Gibt es hier sonst keinen Propheten Jahwehs, dass wir durch ihn [Jahweh] suchen4 könnten?"
7Und der König Israels sagte zu Joschafat: "Einen Mann gibt es noch, um durch ihn Jahweh zu suchen. Aber ich hasse ihn, denn er weissagt über mich nicht zum Guten, sondern alle seine Tage zum Bösen hin. Es ist Micha, der Sohn Jimlas." Und Joschafat sagte: "Der König sage nicht solches!"
8Und der König Israels rief einen Eunuchen5 und sagte: "Schnell her! Den Micha, den Sohn Jimlas!"
9Und der König Israels und Joschafat, der König von Juda, saßen jeder auf seinem Thron, bekleidet mit [besonderen] Gewändern. Sie saßen aber auf einer Tenne6 am Eingang des Tores von Samaria. Und alle Propheten gebärdeten sich vor ihnen als Propheten <und waren in Verzückung>7.
10Und Zedekia, der Sohn Kenaanas, machte sich eiserne Hörner und sagte: "So sagt Jahweh: 'Mit solchen wirst du die Aramäer niederstoßen, bis du sie vernichtet hast.'"
11Und alle Propheten weissagten ebenso und sagten: "Zieh hinauf nach Ramot-Gilead und habe Gelingen, und Jahweh wird es in die Hand des Königs geben."
12Und der Bote, der hingegangen war, Micha zu rufen, sagte zu ihm: "Siehe! Die Worte der Propheten sind einstimmig gut für den König. So werde doch dein Wort wie eines von ihnen und rede Gutes."
13Aber Micha sagte: "So wahr Jahweh lebt: Was mein Gott sagen wird, das werde ich reden!"
14Und als er zu dem König kam, sagte der König zu ihm: "Micha, sollen wir nach Ramot-Gilead in den Kampf ziehen, oder soll ich es unterlassen?" Und er sagte: "Zieht hinauf, und ihr werdet Gelingen haben, und sie werden in eure Hand gegeben werden."
15Und der König sagte zu ihm: "Wie oft muss ich dich beschwören, dass du zu mir im Namen Jahwehs nichts reden sollst als nur Wahrheit?"
16Und er sagte: "Ich sah ganz Israel auf den Bergen zerstreut, wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und Jahweh sagte: 'Diese haben keinen Herrn8. Sie sollen ein jeder in Frieden in sein Haus zurückkehren.'"
17Und der König Israels sagte zu Joschafat: "Habe ich dir nicht gesagt: 'Er weissagt über mich nicht Gutes, sondern zum Bösen hin.'?"
18Er aber sagte: "Darum hört das Wort Jahwehs: Ich sah Jahweh auf seinem Thron sitzen und alles Heer des Himmels, Aufstellung nehmend zu seiner Rechten hin und zu seiner Linken hin.
19Und Jahweh sagte: 'Wer will Ahab, den König Israels, betören9, dass er hinaufziehe und in Ramot-Gilead falle?' Und der eine sagte so, und der andere sagte so.
20Da kam der Geist10 hervor und stellte sich vor dem Angesicht Jahwehs hin und sagte: 'Ich will ihn betören.' Und Jahweh sagte zu ihm: 'Womit?'
21Und er sagte: 'Ich werde ausgehen und ein Lügengeist sein im Mund aller seiner Propheten.' Und er sagte: 'Du sollst ihn betören und wirst [dazu] auch imstande sein. Geh aus und mach es so!'
22Und nun - siehe! - Jahweh hat einen Lügengeist in den Mund dieser deiner Propheten gegeben. Und Jahweh hat Unheil über dich geredet."
23Da trat Zedekia, der Sohn Kenaanas, heran und schlug Micha auf die Wange und sagte: "Auf welchem Weg sollte der Geist Jahwehs von mir gewichen sein, um mit dir zu reden?"
24Und Micha sagte: "Siehe! Du wirst es an jenem Tag sehen, wenn du [von einer] Kammer in die andere11 gehen wirst, um dich zu verstecken."
25Und der König Israels sagte: "Nehmt Micha und führt ihn zurück zu Amon, dem Obersten der Stadt, und zu Joasch, dem Königssohn,
26und sagt: So sagt der König: 'Setzt diesen ins Gefängnis und speist ihn mit Brot der Drangsal12 und mit Wasser der Drangsal, bis ich in Frieden zurückkomme.'"
27Und Micha sagte: "Wenn du je in Frieden zurückkehrst, hat Jahweh nicht durch mich gesprochen!" Und er sagte: "Hört, ihr Volksscharen alle!"
28Und der König Israels und Joschafat, der König von Juda, zogen hinauf nach Ramot-Gilead.
29Und der König Israels sagte zu Joschafat: "Ich will mich unkenntlich machen und in den Kampf ziehen. Du aber kleide dich in deine Kleider." Und der König Israels machte sich unkenntlich. Und sie zogen in den Kampf.
30Der König von Aram hatte aber seinen Wagenobersten geboten und gesagt: "Ihr sollt weder gegen einen Geringen kämpfen noch gegen einen Großen, sondern nur gegen den König Israels."
31Und es geschah, als die Wagenobersten Joschafat sahen, sagten sie: "Das ist der König Israels!" Und sie umringten ihn, um [ihn] zu bekämpfen. Joschafat aber rief laut <um Hilfe>. Und Jahweh half ihm. Und Gott lockte sie von ihm fort.
32Und es geschah, als die Obersten der Wagen sahen, dass er nicht der König Israels war, da kehrten sie sich von ihm ab.
33Und ein Mann spannte den Bogen aufs Geratewohl13 und traf den König Israels zwischen die Fugen und den Schuppenpanzer. Und er sagte zu seinem Wagenlenker: "Wende deine Hände, <lenke um> und führe mich aus dem Heerlager hinaus, denn ich bin verwundet14."
34Und der Kampf steigerte sich15 an jenem Tag. Und der König Israels blieb angesichts der Aramäer auf dem Wagen aufrecht stehen bis zum Abend. Aber zur Zeit des Untergangs der Sonne starb er.
2Und nach Verlauf von einigen Jahren zog er zu Ahab nach Samaria hinab. Und Ahab schlachtete für ihn und für das Volk, das bei ihm war, Kleinvieh und Rinder <als Schlachtopfer> in Menge. Und er verleitete ihn, gegen Ramot-Gilead hinaufzuziehen.
3Und Ahab, der König Israels, sagte zu Joschafat, dem König von Juda: "Wirst du mit mir nach Ramot-Gilead ziehen?" Und er sagte zu ihm: "Ich bin wie du, und mein Volk ist wie dein Volk. Und ich bin mit dir im Kampf."
4Und Joschafat sagte zu dem König Israels: "Suche doch heute das3 Wort Jahwehs!"
5Und der König Israels versammelte die Propheten, vierhundert Mann, und sagte zu ihnen: "Sollen wir gegen Ramot-Gilead in den Kampf ziehen, oder soll ich es unterlassen?" Und sie sagten: "Zieh hinauf! Und Gott wird es in die Hand des Königs geben."
6Joschafat aber sagte: "Gibt es hier sonst keinen Propheten Jahwehs, dass wir durch ihn [Jahweh] suchen4 könnten?"
7Und der König Israels sagte zu Joschafat: "Einen Mann gibt es noch, um durch ihn Jahweh zu suchen. Aber ich hasse ihn, denn er weissagt über mich nicht zum Guten, sondern alle seine Tage zum Bösen hin. Es ist Micha, der Sohn Jimlas." Und Joschafat sagte: "Der König sage nicht solches!"
8Und der König Israels rief einen Eunuchen5 und sagte: "Schnell her! Den Micha, den Sohn Jimlas!"
9Und der König Israels und Joschafat, der König von Juda, saßen jeder auf seinem Thron, bekleidet mit [besonderen] Gewändern. Sie saßen aber auf einer Tenne6 am Eingang des Tores von Samaria. Und alle Propheten gebärdeten sich vor ihnen als Propheten <und waren in Verzückung>7.
10Und Zedekia, der Sohn Kenaanas, machte sich eiserne Hörner und sagte: "So sagt Jahweh: 'Mit solchen wirst du die Aramäer niederstoßen, bis du sie vernichtet hast.'"
11Und alle Propheten weissagten ebenso und sagten: "Zieh hinauf nach Ramot-Gilead und habe Gelingen, und Jahweh wird es in die Hand des Königs geben."
12Und der Bote, der hingegangen war, Micha zu rufen, sagte zu ihm: "Siehe! Die Worte der Propheten sind einstimmig gut für den König. So werde doch dein Wort wie eines von ihnen und rede Gutes."
13Aber Micha sagte: "So wahr Jahweh lebt: Was mein Gott sagen wird, das werde ich reden!"
14Und als er zu dem König kam, sagte der König zu ihm: "Micha, sollen wir nach Ramot-Gilead in den Kampf ziehen, oder soll ich es unterlassen?" Und er sagte: "Zieht hinauf, und ihr werdet Gelingen haben, und sie werden in eure Hand gegeben werden."
15Und der König sagte zu ihm: "Wie oft muss ich dich beschwören, dass du zu mir im Namen Jahwehs nichts reden sollst als nur Wahrheit?"
16Und er sagte: "Ich sah ganz Israel auf den Bergen zerstreut, wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und Jahweh sagte: 'Diese haben keinen Herrn8. Sie sollen ein jeder in Frieden in sein Haus zurückkehren.'"
17Und der König Israels sagte zu Joschafat: "Habe ich dir nicht gesagt: 'Er weissagt über mich nicht Gutes, sondern zum Bösen hin.'?"
18Er aber sagte: "Darum hört das Wort Jahwehs: Ich sah Jahweh auf seinem Thron sitzen und alles Heer des Himmels, Aufstellung nehmend zu seiner Rechten hin und zu seiner Linken hin.
19Und Jahweh sagte: 'Wer will Ahab, den König Israels, betören9, dass er hinaufziehe und in Ramot-Gilead falle?' Und der eine sagte so, und der andere sagte so.
20Da kam der Geist10 hervor und stellte sich vor dem Angesicht Jahwehs hin und sagte: 'Ich will ihn betören.' Und Jahweh sagte zu ihm: 'Womit?'
21Und er sagte: 'Ich werde ausgehen und ein Lügengeist sein im Mund aller seiner Propheten.' Und er sagte: 'Du sollst ihn betören und wirst [dazu] auch imstande sein. Geh aus und mach es so!'
22Und nun - siehe! - Jahweh hat einen Lügengeist in den Mund dieser deiner Propheten gegeben. Und Jahweh hat Unheil über dich geredet."
23Da trat Zedekia, der Sohn Kenaanas, heran und schlug Micha auf die Wange und sagte: "Auf welchem Weg sollte der Geist Jahwehs von mir gewichen sein, um mit dir zu reden?"
24Und Micha sagte: "Siehe! Du wirst es an jenem Tag sehen, wenn du [von einer] Kammer in die andere11 gehen wirst, um dich zu verstecken."
25Und der König Israels sagte: "Nehmt Micha und führt ihn zurück zu Amon, dem Obersten der Stadt, und zu Joasch, dem Königssohn,
26und sagt: So sagt der König: 'Setzt diesen ins Gefängnis und speist ihn mit Brot der Drangsal12 und mit Wasser der Drangsal, bis ich in Frieden zurückkomme.'"
27Und Micha sagte: "Wenn du je in Frieden zurückkehrst, hat Jahweh nicht durch mich gesprochen!" Und er sagte: "Hört, ihr Volksscharen alle!"
28Und der König Israels und Joschafat, der König von Juda, zogen hinauf nach Ramot-Gilead.
29Und der König Israels sagte zu Joschafat: "Ich will mich unkenntlich machen und in den Kampf ziehen. Du aber kleide dich in deine Kleider." Und der König Israels machte sich unkenntlich. Und sie zogen in den Kampf.
30Der König von Aram hatte aber seinen Wagenobersten geboten und gesagt: "Ihr sollt weder gegen einen Geringen kämpfen noch gegen einen Großen, sondern nur gegen den König Israels."
31Und es geschah, als die Wagenobersten Joschafat sahen, sagten sie: "Das ist der König Israels!" Und sie umringten ihn, um [ihn] zu bekämpfen. Joschafat aber rief laut <um Hilfe>. Und Jahweh half ihm. Und Gott lockte sie von ihm fort.
32Und es geschah, als die Obersten der Wagen sahen, dass er nicht der König Israels war, da kehrten sie sich von ihm ab.
33Und ein Mann spannte den Bogen aufs Geratewohl13 und traf den König Israels zwischen die Fugen und den Schuppenpanzer. Und er sagte zu seinem Wagenlenker: "Wende deine Hände, <lenke um> und führe mich aus dem Heerlager hinaus, denn ich bin verwundet14."
34Und der Kampf steigerte sich15 an jenem Tag. Und der König Israels blieb angesichts der Aramäer auf dem Wagen aufrecht stehen bis zum Abend. Aber zur Zeit des Untergangs der Sonne starb er.
Fußnoten
- 1 o.: Herrlichkeit
- 2 Ahab regierte über das Nordreich ca. 874-853 v. Chr.
- 3 o.: Forsche doch nach dem; o.: befrage doch das
- 4 und erfragen
- 5 d. h.: einen Hofbeamten bzw. Kämmerer
- 6 and.: auf einem freien Platz
- 7 o.: weissagten vor ihnen
- 8 o.: keine Herren
- 9 o.: verleiten; überreden
- 10 vmtl. i. S. v.: ein bestimmter Geist
- 11 i. S. v.: bis in die innerste Kammer; w.: Kammer in Kammer
- 12 d. h.: Brot, wie bei einer Belagerung
- 13 w.: in seiner Einfalt
- 14 o.: entkräftet
- 15 o.: wurde heftig; eigtl.: ging hoch