Altes Testament
2. Samuel Kapitel 12
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Und Jahweh sandte Nathan zu David. Und er kam zu ihm und sagte zu ihm: "Es waren zwei Männer in einer Stadt, der eine war reich, und der andere war arm.
2Der Reiche hatte Kleinvieh und Rinder in großer Menge.
3Der Arme hatte aber nichts als nur ein einziges kleines Schäfchen1, das er gekauft hatte. Und er zog es auf2, und es wurde bei ihm und zusammen mit seinen Söhnen groß. Es aß von seinem Bissen und trank aus seinem Becher und schlief in seinem Schoß, und es war ihm wie eine Tochter.
4Und es kam ein Besucher zu dem reichen Mann. Und ihm tat es leid, [ein Tier] von seinem Kleinvieh und von seinen Rindern zu nehmen, um es für den Wanderer, der zu ihm gekommen war, zuzubereiten. Und er nahm das Schäfchen des armen Mannes und bereitete es für den Mann zu, der zu ihm gekommen war."
5Und der Zorn Davids entbrannte sehr gegen den Mann, und er sagte zu Nathan: "So wahr Jahweh lebt: Ein Sohn des Todes ist der Mann, der solches tut.
6Und das Schäfchen soll er vierfach erstatten, dafür, dass er diese Sache getan hat und kein Mitleid hatte!"
7Und Nathan sagte zu David: "Du bist der Mann! - So sagt Jahweh, der Gott Israels: 'Ich habe dich zum König über Israel gesalbt und dich gerettet aus der Hand Sauls
8und habe dir das Haus deines Herrn und die Frauen deines Herrn in deinen Schoß3 gegeben. Und ich habe dir das Haus Israel und Juda gegeben. Und wäre es zu wenig, so fügte ich dir noch dieses <und jenes> hinzu.
9Warum hast du das Wort Jahwehs verachtet, das Böse in seinen Augen zu tun? Uria, den Hetiter, hast du durch das Schwert erschlagen, und seine Frau hast du dir zur Frau genommen. Ihn aber hast du durch das Schwert der Söhne Ammons getötet.
10Und nun: Das Schwert soll von deinem Hause nicht weichen ewiglich, dafür, dass du mich verachtet und die Frau Urias, des Hetiters, genommen hast, dass sie dir zur Frau werde.'
11So sagt Jahweh: 'Siehe! Ich erwecke aus deinem Hause Unheil über dich und nehme deine Frauen - vor deinen Augen - und gebe sie deinem Nächsten4, dass er bei deinen Frauen liege vor den Augen dieser Sonne!
12Fürwahr, du hast es im Verborgenen getan, ich aber werde dieses tun vor ganz Israel und vor der Sonne!'"
13Und David sagte zu Nathan: "Ich habe gegen Jahweh gesündigt." Und Nathan sagte zu David: "So hat auch Jahweh deine Sünde weggetan. Du wirst nicht sterben.
14Doch weil du dich durch diese Sache [gleichsam] mit den Feinden Jahwehs [zusammengetan und] sehr verächtlich verhalten hast5, muss auch der Sohn, der dir geboren worden ist, gewisslich sterben."
15Und Nathan ging in sein Haus. Und Jahweh schlug das [Neu]geborene, das die Frau Urias David geboren hatte, und es erkrankte schwer.
16Und David suchte Gott wegen des Knaben. Und David fastete ernsthaft6. Und er kam und verbrachte die Nacht auf der Erde liegend.
17Und die Ältesten seines Hauses machten sich zu ihm auf, ihn zu bewegen, dass er von der Erde aufstehe. Aber er wollte nicht. Und er aß kein Brot mit ihnen.
18Und es geschah am siebenten Tag, da starb das [Neu]geborene. Und die Knechte Davids fürchteten sich, ihm zu berichten, dass das [Neu]geborene gestorben sei, denn sie sagten <sich>: "Siehe! Als das [Neu]geborene am Leben war, redeten wir zu ihm, und er hörte nicht auf unsere Stimme. Und wie können wir also zu ihm sagen: 'Das [Neu]geborene ist gestorben'? Er könnte <sich> Übles antun."
19Und David sah, dass seine Knechte miteinander flüsterten. Da merkte David, dass das [Neu]geborene gestorben war. Und David sagte zu seinen Knechten: "Ist das [Neu]geborene gestorben?" Und sie sagten: "Es ist gestorben."
20Da stand David von der Erde auf und wusch sich und salbte sich und wechselte seine Kleider. Und er ging in das Haus Jahwehs und warf sich huldigend nieder. Und er kam in sein Haus. Und er bat, und man setzte ihm Brot vor, und er aß.
21Und seine Knechte sagten zu ihm: "Was ist diese Sache, die du tust? Als das [Neu]geborene lebte, fastetest und weintest du seinetwegen. Und als das [Neu]geborene gestorben war, hast du dich erhoben und Brot gegessen?"
22Und er sagte: "Als das [Neu]geborene noch lebte, fastete und weinte ich, denn ich sagte <mir>: 'Wer weiß, Jahweh könnte mir gnädig sein, und das [Neu]geborene könnte am Leben bleiben.'
23Jetzt aber ist es gestorben. Wozu sollte ich da fasten? Kann ich es wieder zurückbringen? Ich gehe zu ihm, aber es kehrt nicht zu mir zurück."
24Und David tröstete Batseba, seine Frau. Und er kam zu ihr und lag bei ihr. Und sie gebar einen Sohn. Und er gab ihm den Namen Salomo7. Und Jahweh liebte ihn
25und sandte durch die Hand Nathans, des Propheten, hin8, und der gab ihm den Namen Jedidjah9, um Jahwehs willen.
26Und Joab kämpfte gegen das Rabba der Söhne Ammons und nahm die Königsstadt ein.
27Und Joab sandte Boten zu David und sagte10: "Ich habe gegen Rabba gekämpft. Ich habe auch die Wasserstadt eingenommen.
28Und nun sammle den Rest des Volkes und belagere die Stadt und nimm sie ein, damit nicht ich die Stadt einnehme und mein Name auf sie gerufen werde11."
29Da sammelte David alles Volk und zog nach Rabba und kämpfte gegen die Stadt und nahm sie ein.
30Und er nahm die Krone ihres Königs von seinem Haupt.12 Ihr Gewicht war ein Talent13 Gold, und ein kostbarer Stein14 [war daran]. Und sie kam auf das Haupt Davids. Und die Beute der Stadt führte er heraus, sehr viel.
31Und das Volk, das in ihr war, führte er heraus, und er stellte <es> an die Steinsäge und an die eisernen Schneideinstrumente und an die Eisenäxte; und er überführte sie15 in die Ziegelei16. Ebenso tat David mit allen Städten der Söhne Ammons. Und David kehrte mit dem ganzen Volk nach Jerusalem zurück.
2Der Reiche hatte Kleinvieh und Rinder in großer Menge.
3Der Arme hatte aber nichts als nur ein einziges kleines Schäfchen1, das er gekauft hatte. Und er zog es auf2, und es wurde bei ihm und zusammen mit seinen Söhnen groß. Es aß von seinem Bissen und trank aus seinem Becher und schlief in seinem Schoß, und es war ihm wie eine Tochter.
4Und es kam ein Besucher zu dem reichen Mann. Und ihm tat es leid, [ein Tier] von seinem Kleinvieh und von seinen Rindern zu nehmen, um es für den Wanderer, der zu ihm gekommen war, zuzubereiten. Und er nahm das Schäfchen des armen Mannes und bereitete es für den Mann zu, der zu ihm gekommen war."
5Und der Zorn Davids entbrannte sehr gegen den Mann, und er sagte zu Nathan: "So wahr Jahweh lebt: Ein Sohn des Todes ist der Mann, der solches tut.
6Und das Schäfchen soll er vierfach erstatten, dafür, dass er diese Sache getan hat und kein Mitleid hatte!"
7Und Nathan sagte zu David: "Du bist der Mann! - So sagt Jahweh, der Gott Israels: 'Ich habe dich zum König über Israel gesalbt und dich gerettet aus der Hand Sauls
8und habe dir das Haus deines Herrn und die Frauen deines Herrn in deinen Schoß3 gegeben. Und ich habe dir das Haus Israel und Juda gegeben. Und wäre es zu wenig, so fügte ich dir noch dieses <und jenes> hinzu.
9Warum hast du das Wort Jahwehs verachtet, das Böse in seinen Augen zu tun? Uria, den Hetiter, hast du durch das Schwert erschlagen, und seine Frau hast du dir zur Frau genommen. Ihn aber hast du durch das Schwert der Söhne Ammons getötet.
10Und nun: Das Schwert soll von deinem Hause nicht weichen ewiglich, dafür, dass du mich verachtet und die Frau Urias, des Hetiters, genommen hast, dass sie dir zur Frau werde.'
11So sagt Jahweh: 'Siehe! Ich erwecke aus deinem Hause Unheil über dich und nehme deine Frauen - vor deinen Augen - und gebe sie deinem Nächsten4, dass er bei deinen Frauen liege vor den Augen dieser Sonne!
12Fürwahr, du hast es im Verborgenen getan, ich aber werde dieses tun vor ganz Israel und vor der Sonne!'"
13Und David sagte zu Nathan: "Ich habe gegen Jahweh gesündigt." Und Nathan sagte zu David: "So hat auch Jahweh deine Sünde weggetan. Du wirst nicht sterben.
14Doch weil du dich durch diese Sache [gleichsam] mit den Feinden Jahwehs [zusammengetan und] sehr verächtlich verhalten hast5, muss auch der Sohn, der dir geboren worden ist, gewisslich sterben."
15Und Nathan ging in sein Haus. Und Jahweh schlug das [Neu]geborene, das die Frau Urias David geboren hatte, und es erkrankte schwer.
16Und David suchte Gott wegen des Knaben. Und David fastete ernsthaft6. Und er kam und verbrachte die Nacht auf der Erde liegend.
17Und die Ältesten seines Hauses machten sich zu ihm auf, ihn zu bewegen, dass er von der Erde aufstehe. Aber er wollte nicht. Und er aß kein Brot mit ihnen.
18Und es geschah am siebenten Tag, da starb das [Neu]geborene. Und die Knechte Davids fürchteten sich, ihm zu berichten, dass das [Neu]geborene gestorben sei, denn sie sagten <sich>: "Siehe! Als das [Neu]geborene am Leben war, redeten wir zu ihm, und er hörte nicht auf unsere Stimme. Und wie können wir also zu ihm sagen: 'Das [Neu]geborene ist gestorben'? Er könnte <sich> Übles antun."
19Und David sah, dass seine Knechte miteinander flüsterten. Da merkte David, dass das [Neu]geborene gestorben war. Und David sagte zu seinen Knechten: "Ist das [Neu]geborene gestorben?" Und sie sagten: "Es ist gestorben."
20Da stand David von der Erde auf und wusch sich und salbte sich und wechselte seine Kleider. Und er ging in das Haus Jahwehs und warf sich huldigend nieder. Und er kam in sein Haus. Und er bat, und man setzte ihm Brot vor, und er aß.
21Und seine Knechte sagten zu ihm: "Was ist diese Sache, die du tust? Als das [Neu]geborene lebte, fastetest und weintest du seinetwegen. Und als das [Neu]geborene gestorben war, hast du dich erhoben und Brot gegessen?"
22Und er sagte: "Als das [Neu]geborene noch lebte, fastete und weinte ich, denn ich sagte <mir>: 'Wer weiß, Jahweh könnte mir gnädig sein, und das [Neu]geborene könnte am Leben bleiben.'
23Jetzt aber ist es gestorben. Wozu sollte ich da fasten? Kann ich es wieder zurückbringen? Ich gehe zu ihm, aber es kehrt nicht zu mir zurück."
24Und David tröstete Batseba, seine Frau. Und er kam zu ihr und lag bei ihr. Und sie gebar einen Sohn. Und er gab ihm den Namen Salomo7. Und Jahweh liebte ihn
25und sandte durch die Hand Nathans, des Propheten, hin8, und der gab ihm den Namen Jedidjah9, um Jahwehs willen.
26Und Joab kämpfte gegen das Rabba der Söhne Ammons und nahm die Königsstadt ein.
27Und Joab sandte Boten zu David und sagte10: "Ich habe gegen Rabba gekämpft. Ich habe auch die Wasserstadt eingenommen.
28Und nun sammle den Rest des Volkes und belagere die Stadt und nimm sie ein, damit nicht ich die Stadt einnehme und mein Name auf sie gerufen werde11."
29Da sammelte David alles Volk und zog nach Rabba und kämpfte gegen die Stadt und nahm sie ein.
30Und er nahm die Krone ihres Königs von seinem Haupt.12 Ihr Gewicht war ein Talent13 Gold, und ein kostbarer Stein14 [war daran]. Und sie kam auf das Haupt Davids. Und die Beute der Stadt führte er heraus, sehr viel.
31Und das Volk, das in ihr war, führte er heraus, und er stellte <es> an die Steinsäge und an die eisernen Schneideinstrumente und an die Eisenäxte; und er überführte sie15 in die Ziegelei16. Ebenso tat David mit allen Städten der Söhne Ammons. Und David kehrte mit dem ganzen Volk nach Jerusalem zurück.
Fußnoten
- 1 eigtl.: ein weibliches Schäfchen; so a. i. Folg.
- 2 eigtl.: er erhielt es am Leben
- 3 eigtl.: Gewandbausch
- 4 eigtl.: Gefährten
- 5 Der Mas. T. macht die Erg. in Eckklammern nötig. Die Üsg. "weil du den Feinden Jahwehs Anlass zur Lästerung gegeben hast" ist lexikalisch nicht belegbar.
- 6 o.: fastete fastend; fastete ein Fasten (im Heb. inf. abs. zur Intensivierung des Wortes "fasten").
- 7 bed.: friedsam; o.: Friede
- 8 d. h.: Jahweh sandte durch die Vermittlung Nathans einen Auftrag; er beauftragte Nathan
- 9 bed.: Liebling Jahwehs
- 10 i. S. v.: ließ ihm sagen
- 11 o.: über ihr genannt werde.
- 12 n. d. gr. Üsg.: Und er nahm die Krone Molchoms (d. i.: Milkoms; 1Kön 11,5), ihres Königs, von seinem Haupt.
- 13 o.: ein Barren; ein Talent war 33,5-36,6 kg.
- 14 bzw.: ein Edelstein
- 15 o.: überwies sie; "sie" (Mehrzahl) bez. sich auf die zerkleinerten Gebäudeteile o. auf das Volk der Stadt.
- 16 o.: an die Ziegelöfen; die Bed. ist nicht gesichert; and. üsn.: er ließ sie durch die Ziegelöfen gehen.