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Altes Testament

2. Samuel Kapitel 18

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und David musterte das Volk, das bei ihm war, und er setzte über sie Oberste über Tausend und Oberste über Hundert.
2Und David sandte das Volk aus: ein Drittel unter der Hand Joabs und ein Drittel unter der Hand Abischais, des Sohnes der Zeruja, des Bruders Joabs, und ein Drittel unter der Hand Ittais, des Gatiters. Und der König sagte zum Volk: "Auch ich will unbedingt mit euch ausziehen."
3Aber das Volk sagte: "Du darfst nicht ausziehen! - Fürwahr, sollten wir fliehen müssen, werden sie [ihr] Herz1 nicht auf uns richten. Und könnte auch die Hälfte von uns sterben, sie würden [ihr] Herz nicht auf uns richten, denn jetzt bist du wie Zehntausende2 von uns. Und <so> ist es jetzt gut, dass du uns von der Stadt aus zum Beistand wirst."
4Und der König sagte zu ihnen: "Ich werde tun, was in euren Augen gut ist." Und der König stellte sich an die Seite3 des Tores. Und alles Volk zog aus, zu Hunderten und zu Tausenden.
5Und der König gebot Joab und Abischai und Ittai und sagte: "Verfahrt mir gelinde mit dem Knaben, mit Absalom!" Und alles Volk hörte es, als der König allen Obersten bezüglich Absalom gebot.
6Und das Volk zog hinaus ins Feld, Israel entgegenzutreten. Und es kam zum Kampf im Wald Ephraim.
7Und das [Kriegs]volk Israels wurde dort vor den Knechten Davids geschlagen. Und der Schlag4 dort wurde groß an jenem Tag: zwanzigtausend [Mann].
8Und der Kampf dort breitete sich über das ganze Land aus. Und der Wald fraß mehr vom Volk, als das Schwert an jenem Tag fraß.
9Und Absalom traf auf die Knechte Davids. Absalom ritt aber auf einem Maultier, und das Maultier kam unter das verflochtene Geäst einer großen Terebinthe. Und er blieb mit dem Haupt an der Terebinthe hängen und war preisgegeben, zwischen Himmel und Erde [schwebend]. Das Maultier aber, das unter ihm war, lief weiter.
10Und ein einzelner Mann sah es und berichtete es Joab und sagte: "Siehe! Ich sah Absalom an einer Terebinthe hängen."
11Und Joab sagte zu dem Mann, der ihm Bericht gegeben hatte: "Siehe! Wenn du ihn gesehen hast, warum hast du ihn nicht dort zu Boden geschlagen? Und an mir wäre es, dir zehn [Schekel] Silber und einen Gürtel zu geben."
12Aber der Mann sagte zu Joab: "Und ich, auch wenn ich in meinen Handschalen tausend [Schekel] Silber abwöge, ich würde meine Hand nicht gegen den Sohn des Königs ausstrecken; denn vor unseren Ohren hat der König dir und Abischai und Ittai geboten und gesagt: 'Habt acht, wer auch immer, auf den jungen Mann, auf Absalom!'
13Oder hätte ich trügerisch gegen seine Seele gehandelt5 (und es bleibt ja keine Sache vor dem König verborgen), <dann> würdest du dich heraushalten6."
14Und Joab sagte: "Ich will mich nicht so [lange] bei dir aufhalten." Und er nahm drei Stäbe in seine Faust und stieß sie in das Herz Absaloms, der noch lebend im Herzen der Terebinthe [hing].
15Und zehn Burschen, Waffenträger Joabs, traten ringsum heran und schlugen Absalom und töteten ihn.
16Und Joab blies die Posaune7. Und das Volk kehrte von der Verfolgung Israels zurück, denn Joab wollte das Volk schonen.
17Und sie nahmen Absalom und warfen ihn in die große Grube im Wald und errichteten über ihm einen sehr großen Steinhaufen. Ganz Israel aber war geflohen, jeder zu seinem Zelt.
18Absalom aber hatte zu seinen Lebzeiten einen Gedenkstein genommen und für sich aufgerichtet (der ist im Königstal), denn er hatte <sich> gesagt: "Ich habe keinen Sohn8, um meinen Namen in Erinnerung zu halten." Und <so> hatte er den Gedenkstein nach seinem Namen genannt. Und man nennt ihn "Hand9 Absaloms" - bis zu diesem Tag.
19Und Ahimaaz, der Sohn Zadoks, sagte: "Ich will doch hinlaufen und dem König gute Botschaft bringen, dass Jahweh ihm Recht verschafft hat vor der Hand seiner Feinde."
20Aber Joab sagte zu ihm: "An diesem Tag bist du nicht ein Mann guter Botschaft. Du kannst an einem anderen Tag gute Botschaft bringen, doch an diesem Tag kannst du nicht gute Botschaft bringen, da doch der Sohn des Königs tot ist."
21Und Joab sagte zu dem Kuschiten: "Gehe hin, berichte dem König, was du gesehen hast." Da warf sich der Kuschit vor Joab nieder10 und lief hin.
22Und Ahimaaz, der Sohn Zadoks, sagte nochmals zu Joab: "Komme, was [will], auch ich will laufen, hinter dem Kuschiten her!" Und Joab sagte: "Warum willst du denn laufen, mein Sohn? Es gibt für dich keine gute Botschaft, [die] du vorbringen könntest." -
23"Komme, was [will], ich laufe." Da sagte er zu ihm: "Lauf!" Und Ahimaaz lief den Weg des Jordankreises und kam dem Kuschiten zuvor.
24Und David saß zwischen den beiden Toren. Und der Späher war auf das Dach des Tores gegangen, zur Mauer hin. Und er erhob seine Augen und sah, und - siehe! - da war ein Mann, der allein lief.
25Und der Späher rief und berichtete es dem König. Und der König sagte: "Wenn er allein ist, ist gute Botschaft in seinem Mund." Und er ging und kam immer näher.
26Da sah der Späher einen anderen Mann laufen. Und der Späher rief dem Torwächter zu und sagte: "Siehe! - [noch] ein Mann, der allein läuft!" Und der König sagte: "Auch dieser ist ein guter Bote."
27Und der Späher sagte: "Ich sehe, dass der erste läuft, wie Ahimaaz, der Sohn Zadoks, läuft." Und der König sagte: "Das ist ein guter Mann, und er wird mit einer guten Botschaft kommen."
28Und Ahimaaz rief und sagte zu dem König: "Frieden!" Und er warf sich vor dem König huldigend auf sein Gesicht zur Erde nieder und sagte: "Gelobt sei Jahweh, dein Gott, der die Männer, die ihre Hand gegen meinen Herrn, den König, erhoben haben, ausgeliefert hat!"
29Und der König sagte: "Ist Friede <und Wohlergehen> dem Knaben, dem Absalom?" Und Ahimaaz sagte: "Ich sah das große Getümmel, als Joab den Knecht des Königs und deinen Knecht absandte. Aber ich erkannte nicht, was [es war]."
30Und der König sagte: "Tritt zur Seite. Stelle dich hierhin." Und er trat zur Seite und blieb stehen.
31Und - siehe! - da kam der Kuschit. Und der Kuschit sagte: "Mein Herr, der König, lasse sich gute Botschaft bringen, denn Jahweh hat dir heute Recht verschafft vor der Hand aller, die gegen dich aufstanden."
32Und der König sagte zu dem Kuschiten: "Ist Friede <und Wohlergehen> dem Knaben, dem Absalom?" Und der Kuschit sagte: "Wie dem Knaben, so möge es den Feinden des Königs, meines Herrn, ergehen und allen, die gegen dich aufgestanden sind zum Bösen!"

Fußnoten

  1. 1 d. h.: den Sinn; die Aufmerksamkeit; so a. i. Folg.
  2. 2 o.: Myriaden
  3. 3 w.: zur Hand
  4. 4 o.: die Niederlage
  5. 5 i. S. v.: hätte ich ihm heimlich das Leben genommen
  6. 6 eigtl.: abseits stellen; i. S. v.: dich nicht für mich einsetzen.
  7. 7 Grundbed.: das Widderhorn; so a. 2Sam 20,1.22.
  8. 8 viell. i. S. v.: keinen weiteren Sohn mehr; gemäß 2Sam 14,27 hatte er drei Söhne gehabt, die er viell. verloren hatte.
  9. 9 and.: Denkmal; vgl. 1Sam 15,12; Jes 56,5.
  10. 10 D. i. im Heb. dasselbe Wort wie für "huldigen, sich huldigend niederwerfen"; so a. V. 28.