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Altes Testament

2. Samuel Kapitel 3

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und der Kampf zwischen dem Haus Sauls und dem Haus Davids währte lange. David aber wurde immer stärker, während das Haus Sauls immer schwächer wurde.
2Und es wurden David in Hebron Söhne geboren: Sein Erstgeborener war Amnon, von Ahinoam, der Jesreeliterin,
3und sein zweiter Kilab, von Abigajil, der Frau Nabals, des Karmeliters, und der dritte Absalom, der Sohn der Maacha, der Tochter Talmais, des Königs von Geschur,
4und der vierte Adonija, der Sohn der Haggit, und der fünfte Schefatja, der Sohn der Abital,
5und der sechste Jitream, von Davids Frau Egla. Diese wurden David in Hebron geboren.
6Und es geschah, solange zwischen dem Hause Sauls und dem Hause Davids Krieg war, machte sich Abner im Hause Sauls stark.
7Und Saul hatte eine Nebenfrau gehabt, und ihr Name war Rizpa, die Tochter Ajas. Und [Isch-Boschet]1 sagte zu Abner: "Warum bist du zur Nebenfrau meines Vaters eingegangen?"
8Da entbrannte Abner sehr2 über die Worte Isch-Boschets und sagte: "Bin ich ein Hundskopf, der es mit Juda <hält>? Heute erweise ich Güte an dem Haus deines Vaters Saul, an seinen Brüdern und an seinen Freunden, und ich ließ dich nicht in die Hand Davids geraten, und du willst heute an mir das Vergehen mit der Frau heimsuchen?
9So möge Gott Abner tun und so ihm hinzufügen, wenn ich ihm nicht so tun werde, wie Jahweh David schwor:
10das Königtum überführen, weg vom Hause Sauls, und den Thron Davids aufrichten über Israel und über Juda, von Dan bis Beerscheba!"
11Und er konnte Abner kein Wort mehr erwidern, aus Furcht vor ihm.
12Und Abner sandte an seiner Statt Boten zu David und sagte: "Wessen ist das Land?"3 und: "Schließe einen Bund mit mir. Und - siehe! - meine Hand wird mit dir sein, um dir ganz Israel zuzuwenden."
13Und David sagte: "Gut, ich will einen Bund mit dir schließen. Nur eine Sache fordere ich von dir, und zwar: Du sollst mein Angesicht nicht sehen, es sei denn, du bringst zuvor Michal her, die Tochter Sauls, wenn du kommst, um mein Angesicht zu sehen."
14Und David sandte Boten zu Isch-Boschet, dem Sohn Sauls, und sagte: "Gib mir Michal, meine Frau, die ich mir für hundert Vorhäute der Philister angelobt habe."
15Da sandte Isch-Boschet hin und holte sie von dem Mann, von Paltiël, dem Sohn des Lajisch.
16Und ihr Mann ging mit ihr, im Gehen immerfort weinend, hinter ihr her, bis Bahurim. Und Abner sagte zu ihm: "Geh! Kehre zurück!" Und er kehrte zurück.
17Und Abner hatte mit den Ältesten Israels ein Wort geredet und gesagt: "Sowohl gestern <und vor> drei Tagen schon4 habt ihr gesucht, David zum König über euch [zu haben].
18So handelt denn jetzt! Fürwahr, Jahweh hat David zugesagt: 'Durch die Hand Davids, meines leibeigenen Knechtes, werde ich mein Volk Israel aus der Hand der Philister retten und aus der Hand aller seiner Feinde!'"
19Und ebenso hatte Abner in die Ohren Benjamins geredet. Und auch ging Abner hin, um in Hebron alles in die Ohren Davids zu reden, was in den Augen Israels und in den Augen des ganzen Hauses Benjamins gut war.
20Und Abner kam zu David nach Hebron, und zwanzig Männer <waren> mit ihm. Und David machte Abner und den Männern, die bei ihm waren, ein Gastmahl5.
21Und Abner sagte zu David: "Ich will mich aufmachen und hingehen und ganz Israel zu meinem Herrn, dem König, versammeln, dass sie einen Bund mit dir schließen und du über alles <als König> herrschst, was deine Seele begehrt." Und David entließ Abner, und er ging hin in Frieden.
22Und - siehe! - die Knechte Davids und Joab kamen von einem Streifzug und brachten große Beute mit sich. Abner war aber nicht mehr bei David in Hebron; denn er hatte ihn entlassen und er war in Frieden gegangen.
23Und Joab und das ganze Heer, das bei ihm war, waren angekommen, und man berichtete Joab: "Abner, der Sohn Ners, ist zu dem König gekommen. Und er hat ihn entlassen; und er ist in Frieden gegangen."
24Da kam Joab zu dem König und sagte: "Was hast du getan! Siehe! Abner ist zu dir gekommen. Warum nur hast du ihn entlassen, sodass er weggehen konnte?
25Du kennst Abner, den Sohn Ners, dass er gekommen ist, dich zu betören6 und um dein Gehen und dein Kommen zu erfahren und um alles zu erfahren, was du tust."
26Und Joab ging hinaus von David. Und er sandte Abner Boten nach. Und die holten ihn zurück von der Zisterne Sira. David aber wusste nichts davon.
27Als nun Abner nach Hebron zurückkam, führte ihn Joab beiseite in einen Winkel des Tors, um mit ihm in Ruhe zu reden. Und er stach ihn dort in den Unterleib, sodass er starb - wegen des Blutes seines Bruders Asaël.
28Und danach hörte David davon. Und er sagte: "Auf ewig schuldlos bin ich - und mein Königtum - von Jahweh her, an dem <vergossenen> Blut7 Abners, des Sohnes Ners!
29Es falle auf den Kopf Joabs und auf das ganze Haus seines Vaters! Und nie soll im Haus Joabs verschwinden der Ausflusshabende und der Aussätzige und der sich auf die Krücke Stützende und der durchs Schwert Fallende und der, dem es an Brot mangelt!"
30Und <so> töteten Joab und sein Bruder Abischai den Abner, weil er ihren Bruder Asaël bei Gibeon im Kampf getötet hatte.
31Und David sagte zu Joab und zu allem Volk, das bei ihm war: "Reißt eure Kleider entzwei und gürtet euch Sacktuch um und klagt8 vor Abner her!" Und der König David ging hinter der Bahre her.
32Und sie begruben Abner in Hebron. Und der König erhob seine Stimme und weinte an Abners Grab. Und alles Volk weinte.
33Und der König stimmte ein Klagelied über Abner an und sagte: "Sollte Abner denn sterben, wie ein schändlicher Tor stirbt?
34Nicht gebunden waren deine Hände, und nicht in eherne Ketten gelegt deine Füße. Wie man vor Söhnen der Ungerechtigkeit fällt, bist du gefallen!" Da weinte alles Volk noch mehr um ihn.
35Und alles Volk kam, David zu bewegen, noch bei Tage Brot zu essen. Aber David schwor und sagte: "So soll mir Gott tun und so hinzufügen, wenn ich vor Untergang der Sonne Brot oder irgendetwas koste!"
36Und das ganze Volk nahm es wahr. Und es war gut in ihren Augen, wie alles, was der König tat, in den Augen des ganzen Volkes gut war.
37Und das ganze Volk und ganz Israel erkannten an jenem Tag, dass es nicht vom König [ausgegangen] war, Abner, den Sohn Ners, zu töten.
38Und der König sagte zu seinen Knechten: "Wisst ihr nicht, dass an diesem Tag ein Oberster und Großer gefallen ist in Israel?
39Ich aber, wiewohl zum König gesalbt, bin heute zart. Aber diese Männer da, die Söhne der Zeruja, sind mir zu hart9. Möge Jahweh dem, der das Böse tut, vergelten nach seiner Bosheit!"

Fußnoten

  1. 1 w.: er
  2. 2 w.: dem Abner wurde sehr heiß; i. S. v.: sein Zorn entbrannte sehr
  3. 3 d. h.: Wem [anders] gehört das Land [als dir]?
  4. 4 d. h.: schon früher
  5. 5 o.: Trinkmahl
  6. 6 o.: bereden; umgarnen; verleiten
  7. 7 im Heb. Mehrzahl: an den Blutmengen
  8. 8 o.: haltet Totenklage
  9. 9 o.: sind härter als ich.