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Altes Testament

2. Samuel Kapitel 17

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und Ahitofel sagte zu Absalom: "Lass mich doch zwölftausend Mann auswählen und mich aufmachen und diese Nacht David nachjagen!
2Und ich werde über ihn kommen, während er müde ist und erschlaffte Hände hat, und werde ihn aufschrecken. Und alles Volk, das bei ihm ist, wird fliehen, und ich werde den König erschlagen, ihn allein.
3Und so werde ich das ganze Volk zu dir zurückbringen. Von dem Mann, dem du nachstellst, hängt die Rückkehr aller ab.1 Und das ganze Volk wird in Frieden sein."2
4Und das Wort war recht in den Augen Absaloms und in den Augen aller Ältesten von Israel.
5Und Absalom sagte: "Rufe doch auch Huschai, den Arkiter, dass wir auch ihn hören - was in seinem Munde ist."
6Und Huschai kam zu Absalom. Und Absalom sagte zu ihm: "Nach diesem Wort hat Ahitofel geredet. Sollen wir sein Wort ausführen? Wenn nicht, so rede du!"
7Und Huschai sagte zu Absalom: "Nicht gut ist der Rat, den Ahitofel dieses Mal gegeben hat."
8Und Huschai sagte: "Du kennst ja deinen Vater und seine Männer, dass sie Helden sind und dass sie in der Seele erbittert sind wie eine Bärin auf dem Feld, die der Jungen beraubt ist. Und dein Vater ist ein Kriegsmann: Er wird nicht Nachtruhe halten3 mitsamt dem Volk.
9Siehe! Er hält sich jetzt in irgendeiner der Gruben versteckt oder an irgendeinem der Standorte. Und es wird geschehen, wenn zu Anfang etliche von ihnen4 fallen, wird jeder, der es hört, sagen: 'Das Volk, das Absalom nachfolgt, hat eine Niederlage5 erlitten!'
10Dann würde jeder - mag er auch ein tüchtiger Mann sein, dessen Herz wie ein Löwenherz ist - doch gewisslich zerschmelzen6; denn ganz Israel weiß, dass dein Vater ein Held ist und dass die, die bei ihm sind, tüchtige Männer sind.
11Sondern ich rate: Ganz Israel soll gewisslich zu dir versammelt werden, von Dan bis Beerscheba, wie der Sand, der am Meer ist, an Menge; und dein Angesicht soll mit zu Felde ziehen.
12Und kommen wir dann an einem der Standorte, wo er sich befindet, zu ihm, wollen wir uns auf ihn niederlassen, wie der Tau auf den Erdboden fällt. Und es wird von ihm und von allen Männern, die bei ihm sind, auch nicht einer übrig bleiben.
13Sammelt er sich aber zu einer Stadt hin, so soll ganz Israel Seile an jene Stadt legen, und wir werden sie schleifen bis ins Bachtal, bis auch nicht ein Steinchen dort gefunden wird."
14Und Absalom sagte - und alle Männer Israels [mit ihm]: "Der Rat Huschais, des Arkiters, ist besser als der Rat Ahitofels." (Jahweh nämlich hatte geboten, den guten Rat Ahitofels zunichtezumachen, damit Jahweh das Unheil über Absalom kommen lasse.)
15Und Huschai sagte zu Zadok und zu Abjatar, den Priestern: "So und so hat Ahitofel Absalom und den Ältesten von Israel geraten, und so und so habe ich geraten.
16So sendet nun eilends hin und gebt David Bericht und sagt: 'Übernachte diese Nacht nicht an den Ebenen7 der Wüste, sondern geh auf jeden Fall hinüber, damit nicht der König und alles Volk, das bei ihm ist, verschlungen werde.'"
17Jonathan aber und Ahimaaz standen bei En-Rogel8. Und eine leibeigene Magd ging hin und gab ihnen Bericht (und sie sollten <dann> hingehen und dem König David Bericht geben), denn, um sich nicht sehen zu lassen, konnten sie nicht in die Stadt kommen.
18Ein Bursche aber hatte sie gesehen und berichtete es Absalom. Da gingen sie beide eilends und kamen in das Haus eines Mannes in Bahurim. Und der hatte einen Brunnen in seinem Hof. Und dort stiegen sie hinab.
19Und die Frau nahm eine Decke und breitete sie über die Brunnenöffnung und streute Getreidekörner9 darüber aus, sodass nichts zu erkennen war.
20Und als die Knechte Absaloms zu der Frau ins Haus kamen und sagten: "Wo sind Ahimaaz und Jonathan?", sagte die Frau zu ihnen: "Sie haben das Wasserbächlein überquert10." Und sie suchten sie, aber fanden sie nicht. Da kehrten sie nach Jerusalem zurück.
21Und es geschah, nachdem sie weggegangen waren, da stiegen sie aus dem Brunnen herauf und gingen hin und gaben dem König David Bericht und sagten zu David: "Macht euch auf und überquert eilends das Wasser, denn so hat Ahitofel in Bezug auf euch geraten."
22Da machte sich David auf - und alles Volk, das bei ihm war - und sie gingen über den Jordan. Bis der Morgen hell wurde, wurde auch nicht einer vermisst, der nicht über den Jordan gegangen wäre.
23Ahitofel aber hatte gesehen, dass sein Rat nicht ausgeführt wurde. Und er sattelte den Esel und machte sich auf und zog in sein Haus, in seine Stadt. Und er bestellte sein Haus und erhängte sich. Und er starb und wurde begraben im Grab seines Vaters.
24David aber war nach Mahanajim gekommen. Und Absalom war über den Jordan gegangen, er und alle Männer Israels mit ihm.
25Und Absalom hatte Amasa an Joabs Stelle über das Heer gesetzt. Amasa war aber der Sohn eines Mannes, dessen Name Jitra11 war, des Israeliten12, der zu Abigal, einer Tochter Nahaschs, eingegangen war, einer Schwester der Zeruja, der Mutter Joabs.
26Und Israel und Absalom lagerten im Land Gilead.
27Und es geschah, als David nach Mahanajim gekommen war, da brachten Schobi, der Sohn des Nahasch, aus Rabba der Söhne Ammons, und Machir, der Sohn Ammiëls, aus Lo-Dabar, und Barsillai, der Gileaditer, aus Roglim,
28Bettlager herbei und Becken13 und Töpfergefäße und Weizen und Gerste und Mehl und geröstetes <Korn> und Bohnen und Linsen und [sonstiges] Geröstetes14
29und Honig und Dickmilch15 und Kleinvieh und Kuhkäse - zu David und zu dem Volk, das bei ihm war, zum Essen; denn sie hatten <sich> gesagt: "Das Volk ist in der Wüste hungrig und erschöpft und durstig."

Fußnoten

  1. 1 eigtl.: Gleich der Rückkehr aller ist der Mann, nach dem du trachtest; i. S. v.: Ist er erschlagen, so werden sie dir alle zufallen.
  2. 2 n. d. gr. Üsg.: Und ich werde dir das ganze Volk zuwenden, wie sich eine Braut ihrem Mann zuwendet. Nur nach der Seele eines einzigen Mannes trachtest du, und das ganze Volk wird Frieden haben.
  3. 3 w.: nicht nächtigen
  4. 4 d. h.: von den zwölftausend Mann (17,1) auf Absaloms Seite
  5. 5 w.: einen Schlag
  6. 6 i. S. v.: verzagen
  7. 7 o.: Niederungen; viell. i. S. v.: Übergängen (bzw. Furten)
  8. 8 bed.: Quelle des Walkers
  9. 9 o.: Gerstengrütze; o. allg.: Frucht- und Getreideabfälle
  10. 10 o.: Sie sind über den Tümpel (o.: den Behälter; o.: die Wasseransammlung) hinaus weitergegangen.
  11. 11 abgekürzt: Jeter; 1Chr 2,17
  12. 12 so der Mas. T.; n. 1Chr 2,17: des Ismaeliters
  13. 13 o.: Kessel
  14. 14 z. B.: geröstete Hülsenfrüchte
  15. 15 o.: Buttermilch