Altes Testament
2. Samuel Kapitel 14
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Und Joab, der Sohn der Zeruja, erkannte, dass sich des Königs Herz Absalom zuwandte1.
2Und Joab sandte nach Tekoa und holte von dort eine kluge Frau und sagte zu ihr: "Gebärde dich wie eine Trauernde und kleide dich in Trauergewänder und salbe dich nicht mit Öl, und sei wie eine Frau, die schon viele Tage über einen Toten trauert.
3Und komm zu dem König und rede zu ihm nach diesem Wort." Und Joab legte die Worte in ihren Mund.
4Und die Frau, die Tekoïterin, sagte zu dem König - sie war auf ihr Gesicht zur Erde gefallen und huldigte2; sie sagte: "Hilf, König!"
5Und der König sagte zu ihr: "Was ist <mit> dir?" Und sie sagte: "Ach, ich bin eine Witwe, und mein Mann ist gestorben.
6Und deine Magd hatte zwei Söhne. Und sie rauften sich beide auf dem Feld, und niemand war da, der rettend zwischen sie trat. Und der eine schlug den anderen und tötete ihn.
7Und - siehe! - die ganze Sippe ist gegen deine Magd aufgestanden, und sie sagen: 'Gib den heraus, der seinen Bruder erschlagen hat, damit wir ihn töten für die Seele seines Bruders, den er getötet hat, und <so> auch den Erben vernichten!' Und sie wollen meine [einzige] Glutkohle auslöschen, die mir übrig geblieben ist, um meinem Mann weder Namen noch Überrest auf der Fläche des Erdbodens zu lassen."
8Und der König sagte zu der Frau: "Geh in dein Haus, und ich selbst werde deinetwegen Befehl geben."
9Und die Frau, die Tekoïterin, sagte zu dem König: "Auf mir, mein Herr, König, und auf dem Haus meines Vaters wird die Schuld3 sein; der König aber und sein Thron werden schuldlos sein!"
10Und der König sagte: "Den, der gegen dich redet, bring zu mir. Und er soll dich künftig nicht mehr antasten."
11Und sie sagte: "Möge der König doch Jahwehs, deines Gottes, gedenken, damit der Bluträcher4 nicht noch mehr Verderben anrichte und man meinen Sohn nicht vernichte!" Und er sagte: "So wahr Jahweh lebt: Wenn von den Haaren deines Sohnes [eines] auf die Erde fällt ...5!"
12Und die Frau sagte: "Bitte, lass deine Magd ein Wort zu meinem Herrn, dem König, reden!"
13Und er sagte: "Rede!" Da sagte die Frau: "Und warum hegst du eine derartige [Gesinnung] gegen das Volk Gottes? Nachdem der König dieses Wort geredet hat6, [steht] er wie ein Schuldiger [da]7, weil der König seinen Verstoßenen nicht zurückkehren lässt.
14Ja, sterben müssen wir; und wir sind wie das zur Erde geschüttete Wasser, das man nicht wieder einsammeln kann. Aber Gott rafft nicht Leben8 hinweg, sondern er sinnt darauf, dass er einen Verstoßenen keineswegs von ihm weg verstoßen bleiben lässt.
15Und jetzt, da ich gekommen bin, dieses Wort zu dem König, meinem Herrn, zu reden, weil das Volk mich in Furcht versetzt hat, da sagte <sich> deine Magd: 'Ich will doch zu dem König reden, vielleicht wird der König das Wort9 seiner Magd tun.
16Gewiss wird der König [darauf] hören, um seine Magd aus dem Griff des Mannes zu retten, der mich mitsamt meinem Sohn aus dem Erbteil Gottes vernichten will.'
17Und deine Magd sagte <sich>: 'Möge <mir> doch das Wort meines Herrn, des Königs, zu einer Ruhestatt werden.' Ja, wie der Engel Gottes - so ist mein Herr, der König. Er hört heraus, [was] das Gute und [was] das Böse ist. Und möge Jahweh, dein Gott, mit dir sein!"
18Da antwortete der König und sagte zu der Frau: "Verheimliche mir ja nicht die Sache, nach der ich dich [nun] frage!" Und die Frau sagte: "Mein Herr, der König, möge reden!"
19Und der König sagte: "Ist etwa die Hand Joabs mit dir in dem allem?" Und die Frau antwortete und sagte: "So wahr deine Seele lebt, mein Herr, König, es ist nicht möglich, nach rechts oder nach links auszuweichen vor allem, was mein Herr, der König, sagt! Ja, dein Knecht Joab, er hat es mir geboten, und er hat deiner Magd alle diese Worte in den Mund gelegt.
20Um der Sache ein anderes Aussehen zu geben, hat dein Knecht Joab dieses getan. Mein Herr aber ist weise, gleich der Weisheit des Engels Gottes, sodass er alles erkennt, was im Land [vorgeht]."
21Und der König sagte zu Joab: "Sieh nun! Ich werde diese [deine] Sache tun. Geh hin. Lass den Jungen, den Absalom, zurückkehren."
22Da fiel Joab auf sein Angesicht zur Erde und warf sich huldigend nieder und segnete den König. Und Joab sagte: "Heute weiß dein Knecht, dass ich Gnade gefunden habe in deinen Augen, mein Herr, König, weil der König das Wort seines Knechtes getan hat."
23Und Joab machte sich auf und ging nach Geschur. Und er brachte Absalom nach Jerusalem.
24Aber der König sagte: "Er soll sich zu seinem Haus wenden, aber mein Angesicht soll er nicht sehen." Und Absalom wandte sich zu seinem Haus und sah das Angesicht des Königs nicht.
25Und wie Absalom, so schön war kein Mann, in ganz Israel sehr zu preisen. Von seiner Fußsohle bis zu seinem Scheitel war kein Makel10 an ihm.
26Und wenn er sein Haupt scheren ließ (es geschah von Zeit zu Zeit11, dass er es scheren ließ, denn es war ihm zu schwer, und so ließ er es scheren), <dann> wog sein Haupthaar zweihundert Schekel, nach dem Gewicht des Königs.
27Und Absalom wurden drei Söhne geboren und eine Tochter, ihr Name war Tamar, sie war eine Frau von schönem Aussehen.
28Und Absalom wohnte zwei Jahre in Jerusalem, und er hatte das Angesicht des Königs nicht gesehen.
29Und Absalom sandte zu Joab hin, um ihn zum König zu senden. Aber er wollte nicht zu ihm kommen. Und er sandte noch ein zweites Mal hin. Aber er wollte nicht kommen.
30Und er sagte zu seinen Knechten: "Seht, der [Feld]anteil Joabs ist an meiner Seite, und er hat dort Gerste. Geht hin und zündet es mit Feuer an!" Und die Knechte Absaloms zündeten den [Feld]anteil mit Feuer an.
31Da machte Joab sich auf und kam zu Absalom ins Haus und sagte zu ihm: "Warum haben deine Knechte den [Feld]anteil, der mir gehört, mit Feuer angezündet?"
32Und Absalom sagte zu Joab: "Siehe! Ich hatte zu dir gesandt und gesagt12: Komm her, ich will dich zum König senden, ihm zu sagen: 'Warum bin ich von Geschur gekommen? Es wäre besser für mich, ich wäre noch dort.' Und jetzt möchte ich das Angesicht des Königs sehen. Und wenn eine Verschuldung an mir ist, soll er mich töten!"
33Und so kam Joab zu dem König und gab ihm Bericht. Und er rief Absalom. Und er kam zu dem König und warf sich vor dem König huldigend nieder, mit seinem Gesicht13 zur Erde. Und der König küsste Absalom.
2Und Joab sandte nach Tekoa und holte von dort eine kluge Frau und sagte zu ihr: "Gebärde dich wie eine Trauernde und kleide dich in Trauergewänder und salbe dich nicht mit Öl, und sei wie eine Frau, die schon viele Tage über einen Toten trauert.
3Und komm zu dem König und rede zu ihm nach diesem Wort." Und Joab legte die Worte in ihren Mund.
4Und die Frau, die Tekoïterin, sagte zu dem König - sie war auf ihr Gesicht zur Erde gefallen und huldigte2; sie sagte: "Hilf, König!"
5Und der König sagte zu ihr: "Was ist <mit> dir?" Und sie sagte: "Ach, ich bin eine Witwe, und mein Mann ist gestorben.
6Und deine Magd hatte zwei Söhne. Und sie rauften sich beide auf dem Feld, und niemand war da, der rettend zwischen sie trat. Und der eine schlug den anderen und tötete ihn.
7Und - siehe! - die ganze Sippe ist gegen deine Magd aufgestanden, und sie sagen: 'Gib den heraus, der seinen Bruder erschlagen hat, damit wir ihn töten für die Seele seines Bruders, den er getötet hat, und <so> auch den Erben vernichten!' Und sie wollen meine [einzige] Glutkohle auslöschen, die mir übrig geblieben ist, um meinem Mann weder Namen noch Überrest auf der Fläche des Erdbodens zu lassen."
8Und der König sagte zu der Frau: "Geh in dein Haus, und ich selbst werde deinetwegen Befehl geben."
9Und die Frau, die Tekoïterin, sagte zu dem König: "Auf mir, mein Herr, König, und auf dem Haus meines Vaters wird die Schuld3 sein; der König aber und sein Thron werden schuldlos sein!"
10Und der König sagte: "Den, der gegen dich redet, bring zu mir. Und er soll dich künftig nicht mehr antasten."
11Und sie sagte: "Möge der König doch Jahwehs, deines Gottes, gedenken, damit der Bluträcher4 nicht noch mehr Verderben anrichte und man meinen Sohn nicht vernichte!" Und er sagte: "So wahr Jahweh lebt: Wenn von den Haaren deines Sohnes [eines] auf die Erde fällt ...5!"
12Und die Frau sagte: "Bitte, lass deine Magd ein Wort zu meinem Herrn, dem König, reden!"
13Und er sagte: "Rede!" Da sagte die Frau: "Und warum hegst du eine derartige [Gesinnung] gegen das Volk Gottes? Nachdem der König dieses Wort geredet hat6, [steht] er wie ein Schuldiger [da]7, weil der König seinen Verstoßenen nicht zurückkehren lässt.
14Ja, sterben müssen wir; und wir sind wie das zur Erde geschüttete Wasser, das man nicht wieder einsammeln kann. Aber Gott rafft nicht Leben8 hinweg, sondern er sinnt darauf, dass er einen Verstoßenen keineswegs von ihm weg verstoßen bleiben lässt.
15Und jetzt, da ich gekommen bin, dieses Wort zu dem König, meinem Herrn, zu reden, weil das Volk mich in Furcht versetzt hat, da sagte <sich> deine Magd: 'Ich will doch zu dem König reden, vielleicht wird der König das Wort9 seiner Magd tun.
16Gewiss wird der König [darauf] hören, um seine Magd aus dem Griff des Mannes zu retten, der mich mitsamt meinem Sohn aus dem Erbteil Gottes vernichten will.'
17Und deine Magd sagte <sich>: 'Möge <mir> doch das Wort meines Herrn, des Königs, zu einer Ruhestatt werden.' Ja, wie der Engel Gottes - so ist mein Herr, der König. Er hört heraus, [was] das Gute und [was] das Böse ist. Und möge Jahweh, dein Gott, mit dir sein!"
18Da antwortete der König und sagte zu der Frau: "Verheimliche mir ja nicht die Sache, nach der ich dich [nun] frage!" Und die Frau sagte: "Mein Herr, der König, möge reden!"
19Und der König sagte: "Ist etwa die Hand Joabs mit dir in dem allem?" Und die Frau antwortete und sagte: "So wahr deine Seele lebt, mein Herr, König, es ist nicht möglich, nach rechts oder nach links auszuweichen vor allem, was mein Herr, der König, sagt! Ja, dein Knecht Joab, er hat es mir geboten, und er hat deiner Magd alle diese Worte in den Mund gelegt.
20Um der Sache ein anderes Aussehen zu geben, hat dein Knecht Joab dieses getan. Mein Herr aber ist weise, gleich der Weisheit des Engels Gottes, sodass er alles erkennt, was im Land [vorgeht]."
21Und der König sagte zu Joab: "Sieh nun! Ich werde diese [deine] Sache tun. Geh hin. Lass den Jungen, den Absalom, zurückkehren."
22Da fiel Joab auf sein Angesicht zur Erde und warf sich huldigend nieder und segnete den König. Und Joab sagte: "Heute weiß dein Knecht, dass ich Gnade gefunden habe in deinen Augen, mein Herr, König, weil der König das Wort seines Knechtes getan hat."
23Und Joab machte sich auf und ging nach Geschur. Und er brachte Absalom nach Jerusalem.
24Aber der König sagte: "Er soll sich zu seinem Haus wenden, aber mein Angesicht soll er nicht sehen." Und Absalom wandte sich zu seinem Haus und sah das Angesicht des Königs nicht.
25Und wie Absalom, so schön war kein Mann, in ganz Israel sehr zu preisen. Von seiner Fußsohle bis zu seinem Scheitel war kein Makel10 an ihm.
26Und wenn er sein Haupt scheren ließ (es geschah von Zeit zu Zeit11, dass er es scheren ließ, denn es war ihm zu schwer, und so ließ er es scheren), <dann> wog sein Haupthaar zweihundert Schekel, nach dem Gewicht des Königs.
27Und Absalom wurden drei Söhne geboren und eine Tochter, ihr Name war Tamar, sie war eine Frau von schönem Aussehen.
28Und Absalom wohnte zwei Jahre in Jerusalem, und er hatte das Angesicht des Königs nicht gesehen.
29Und Absalom sandte zu Joab hin, um ihn zum König zu senden. Aber er wollte nicht zu ihm kommen. Und er sandte noch ein zweites Mal hin. Aber er wollte nicht kommen.
30Und er sagte zu seinen Knechten: "Seht, der [Feld]anteil Joabs ist an meiner Seite, und er hat dort Gerste. Geht hin und zündet es mit Feuer an!" Und die Knechte Absaloms zündeten den [Feld]anteil mit Feuer an.
31Da machte Joab sich auf und kam zu Absalom ins Haus und sagte zu ihm: "Warum haben deine Knechte den [Feld]anteil, der mir gehört, mit Feuer angezündet?"
32Und Absalom sagte zu Joab: "Siehe! Ich hatte zu dir gesandt und gesagt12: Komm her, ich will dich zum König senden, ihm zu sagen: 'Warum bin ich von Geschur gekommen? Es wäre besser für mich, ich wäre noch dort.' Und jetzt möchte ich das Angesicht des Königs sehen. Und wenn eine Verschuldung an mir ist, soll er mich töten!"
33Und so kam Joab zu dem König und gab ihm Bericht. Und er rief Absalom. Und er kam zu dem König und warf sich vor dem König huldigend nieder, mit seinem Gesicht13 zur Erde. Und der König küsste Absalom.
Fußnoten
- 1 eigtl.: dass das Herz des Königs auf Absalom zu [gerichtet] war.
- 2 o.: warf sich huldigend nieder
- 3 Gemeint ist wahrsch. die Schuld dafür, dass keine Blutrache vollzogen wird.
- 4 eigtl.: Löser; hier: der nächste Verwandte als Einlöser des Blutes; so a. i. Folg.
- 5 D. i. eine Schwurformel; nur die erste Hälfte wird ausgesprochen.
- 6 i. S. v.: dieses Urteil gefällt hat
- 7 i. S. v.: damit hat er sich selbst schuldig gesprochen
- 8 Grundbed.: Seele
- 9 i. S. v.: das Erbetene (V. 6-11)
- 10 o.: Gebrechen; (leiblicher) Fehler bzw. Mangel
- 11 vmtl. i. S. v.: nach Ablauf eines Jahres; w.: am Ende der Tage zu den Tagen hin
- 12 i. S. v.: sagen lassen
- 13 Grundbed.: Nase