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Altes Testament

3. Mose Kapitel 19

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und Jahweh redete zu Mose und sagte:
2"Rede zu der ganzen Gemeinde der Söhne Israels und sage zu ihnen: Werdet heilig, denn ich, Jahweh, euer Gott, bin heilig.
3Ihr sollt ein jeder seine Mutter und seinen Vater fürchten. Meine Sabbate sollt ihr halten <und wahren>. Ich bin Jahweh, euer Gott.
4Ihr sollt euch nicht zu den Nichtsen1 wenden, und gegossene Götter sollt ihr euch nicht machen. Ich bin Jahweh, euer Gott.
5Und wenn ihr Jahweh ein Friedensopfer schlachtet, sollt ihr es zu eurer wohlgefälligen Annahme2 schlachten.
6Es soll am Tag eures Opferschlachtens und am folgenden Tag gegessen werden. Was aber bis zum dritten Tag übrig bleibt, soll im Feuer verbrannt werden.
7Wird aber dennoch am dritten Tag davon gegessen, so ist es Gräuliches3! Es wird nicht als wohlgefällig angenommen.
8Und wer es isst, muss seine Schuld tragen, denn das Heilige Jahwehs hat er entheiligt. Und jene Seele muss aus ihren Volksscharen ausgerottet werden.
9Und wenn ihr die Ernte eures Landes erntet, sollst du den Rand deines Feldes nicht vollständig abernten und sollst nicht die Nachlese deiner Ernte einsammeln.
10Und [auch] in deinem Weinberg sollst du nicht Nachlese halten. Und die abgefallenen Beeren deines Weinbergs sollst du nicht einsammeln: Dem Armen und dem Fremdling sollst du sie lassen. Ich bin Jahweh, euer Gott.
11Ihr sollt nicht stehlen. Und ihr sollt nicht lügen und nicht trügerisch handeln ein jeder gegen seinen Volksangehörigen.
12Und ihr sollt nicht trügerisch schwören4 bei meinem Namen und so den Namen deines Gottes entheiligen. Ich bin Jahweh.
13Du sollst deinen Nächsten5 nicht bedrücken6 und nicht berauben. Der Lohn des Tagelöhners darf nicht über Nacht bei dir bleiben bis zum Morgen.
14Einem Tauben sollst du nicht fluchen und vor einen Blinden keinen Anstoß [zum Stolpern und Fallen] legen, und du sollst dich fürchten vor deinem Gott. Ich bin Jahweh.
15Ihr sollt im Gericht nicht Unrecht tun, du sollst nicht erheben das Angesicht des Geringen und nicht ehren das Angesicht des Großen. In Gerechtigkeit sollst du deinen Volksangehörigen richten.
16Gehe nicht mit Verleumdung umher unter deinen Volksgenossen7. Tritt nicht gegen das Blut deines Nächsten auf. Ich bin Jahweh.
17Du sollst nicht deinen Bruder hassen in deinem Herzen. Weise deinen Volksangehörigen ernstlich zurecht, so wirst du nicht seinetwegen Sünde tragen8.
18Du sollst dich nicht rächen und den Söhnen deines Volkes nichts nachtragen. Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin Jahweh.
19Meine Satzungen sollt ihr halten. Bei deinem Vieh sollst du nicht zweierlei Arten sich begatten lassen. Dein Feld sollst du nicht mit zweierlei Samen besäen. Und es soll nicht ein Kleid, das aus zweierlei Stoff gewebt ist, auf dich kommen.
20Und wenn ein Mann bei einer Frau liegt, mit Samenerguss, und sie ist eine leibeigene Magd, einem [anderen] Mann bestimmt9, sie ist jedoch keineswegs losgekauft noch ist ihr die Freiheit geschenkt worden, so soll Erstattung10 stattfinden. Sie sollen nicht getötet werden, denn sie war nicht freigelassen.
21Und er soll Jahweh sein Schuldopfer bringen an den Eingang des Zeltes der Begegnung, einen Widder als Schuldopfer,
22und der Priester soll für ihn mit dem Widder des Schuldopfers vor dem Angesicht Jahwehs Sühnung erwirken für seine Sünde, die er begangen hat. Und seine Sünde, die er begangen hat, wird ihm vergeben werden.
23Und wenn ihr in das Land kommt und allerlei Bäume zur Speise pflanzt, sollt ihr seine Frucht - [gleichsam] als seine Vorhaut - unbeschnitten lassen11. Drei Jahre soll sie euch wie Unbeschnittenes sein. Sie darf nicht gegessen werden.
24Und im vierten Jahr soll sein gesamter Frucht[ertrag] eine heilige festliche Darbringung12 für Jahweh sein.
25Und im fünften Jahr werdet ihr seine Frucht essen, um euch seinen Ertrag [hinfort] zu mehren13. Ich bin Jahweh, euer Gott.
26Ihr sollt nichts über [dem] Blut14 essen. Ihr sollt weder Wasserweissagung15 noch Zeichendeuterei betreiben.
27Ihr sollt den Rand eures Haupt[haar]es nicht rundherum abschneiden. Und den Rand deines Bartes sollst du nicht verderben16.
28Und Einschnitte wegen einer [gestorbenen] Seele sollt ihr an eurem Fleisch nicht machen. Und Tätowierungen17 sollt ihr an euch nicht machen. Ich bin Jahweh.
29Du sollst deine Tochter nicht entweihen, sie der Hurerei18 preiszugeben, dass das Land nicht Hurerei treibe und das Land voller Schandtat werde.
30Meine Sabbate sollt ihr halten. Und mein Heiligtum sollt ihr fürchten. Ich bin Jahweh.
31Ihr sollt euch nicht zu den Geisterbeschwörern19 und zu den Wahrsagern wenden. Ihr sollt sie nicht aufsuchen, durch sie unrein zu werden20. Ich bin Jahweh, euer Gott.
32Vor grauem Haar sollst du aufstehen und das Angesicht eines Greises ehren. Und du sollst dich fürchten vor deinem Gott. Ich bin Jahweh.
33Und wenn sich ein Fremdling bei dir in eurem Land als Fremder aufhält, sollt ihr ihn nicht bedrücken.
34Wie ein Einheimischer unter euch soll euch der Fremdling sein, der sich bei euch als Fremder aufhält, und du sollst ihn lieben wie dich selbst, denn Fremdlinge wart ihr im Land Ägypten. Ich bin Jahweh, euer Gott.
35Ihr sollt nicht Unrecht tun im Gericht, im Längenmaß, im Gewicht und im Hohlmaß.
36Gerechte Waage, gerechte Gewichtssteine, gerechtes Epha und gerechtes Hin sollt ihr haben. Ich bin Jahweh, euer Gott, der ich euch aus dem Land Ägypten geführt habe.
37Und alle meine Satzungen und alle meine Rechtsbestimmungen sollt ihr wahren und sie tun. Ich bin Jahweh."

Fußnoten

  1. 1 o.: zu den nichtigen <Götzen>
  2. 2 o.: zu [seinem] Wohlgefallen an euch; o.: sodass ihr wohlgefällige Annahme [findet]
  3. 3 o.: Unreines; Unflat
  4. 4 eigtl.: zur Lüge schwören
  5. 5 eigtl.: Gefährten; so a. i. Folg.
  6. 6 o.: erpressen; übervorteilen
  7. 7 eigtl.: Volksscharen
  8. 8 o.: Schuld auf dich laden.
  9. 9 d. h.: verlobt
  10. 10 d. h.: Schadenersatz
  11. 11 o.: wie Vorhaut behandeln; d. h.: unbenutzt lassen, nicht essen
  12. 12 i. S. v.: eine heilige <Gabe> als Lobopfer (o.: als Freudendarbringung; o.: als festliche und fröhliche Lob- und Danksagung)
  13. 13 o.: damit er euch hinfort seinen Ertrag mehre (o.: hinzufüge).
  14. 14 i. S. v.: nicht [das Fleisch] blutig essen
  15. 15 o.: Vorzeichenbefragung; das Ergründen und Erfragen von Omen; hier wahrsch. ein Bezug auf die ägyptische Becherwahrsagung (Hydromantie).
  16. 16 o.: verstümmeln; verheeren (durch Abschneiden); d. h.: den Bart am Rand nicht stutzen.
  17. 17 eigtl.: geätzte Schrift; geätzte Zeichen (Veränderungen in der Haut als Schrift o. Zeichen)
  18. 18 o.: Unzucht; gemeint ist jegliche außereheliche geschlechtliche Gemeinschaft; so a. i. Folg.
  19. 19 o.: zu den Geisterbefragern; o.: zu den Totengeistern
  20. 20 o.: euch durch sie unrein zu machen.