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Neues Testament

Matthäus Kapitel 10

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und er rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Vollmacht - über unreine Geister, sie auszutreiben, auch jede Krankheit und jedes Gebrechen zu heilen.
2Die Namen der zwölf Apostel sind diese: der erste: Simon, genannt Petrus, und Andreas, sein Bruder; Jakobus, der [Sohn] des Zebedäus, und Johannes, sein Bruder;
3Philippus und Bartholomäus1; Thomas und Matthäus, der Zolleinnehmer; Jakobus, der [Sohn] des Alphäus2, und Lebbäus, zusätzlich Thaddäus genannt;
4Simon, der Kananiter3, und Judas Iskariot4, der ihn auch auslieferte.
5Diese Zwölf sandte Jesus aus, nachdem er ihnen Anweisung gegeben und gesagt hatte: "Geht nicht auf einen Weg derer, die von den Völkern sind, und geht nicht in eine Stadt der Samariter.
6Geht vielmehr hin zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.
7Wenn ihr hingeht, verkündet und sagt: 'Das Königreich der Himmel hat sich genaht.'
8Heilt Kranke. Reinigt Aussätzige. Weckt Tote auf. Treibt Dämonen aus. Geschenkweise habt ihr empfangen; geschenkweise gebt.
9Erwerbt euch nicht Gold noch Silber noch Kupfer5 in eure Gürtel,
10keine Tasche für den Weg noch zwei Leibhemden noch Schuhe noch Stäbe; denn der Arbeiter ist seiner Nahrung würdig.
11In welche Stadt oder in welches Dorf auch immer ihr hineingehen mögt, erkundigt euch, wer darin würdig ist. Und bleibt dort, bis ihr hinausgeht.
12Wenn ihr in das Haus eintretet, grüßt es.
13Und wenn das Haus tatsächlich würdig ist, komme euer Friede auf es. Wenn es aber nicht würdig ist, kehre euer Friede zu euch zurück.
14Und wer immer euch nicht aufnehmen noch eure Worte hören wird - geht hinaus aus jenem Haus oder jener Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen.
15Wahrlich! Ich sage euch: Es wird dem Land von Sodom und Gomorra erträglicher ergehen am Tag des Gerichts als jener Stadt!
16Siehe: Ich sende euch wie Schafe inmitten von Wölfen. Werdet also klug wie die Schlangen und arglos6 wie die Tauben.
17Nehmt euch in Acht vor den Menschen, denn sie werden euch an [Gerichte des] Hohen Rates7 ausliefern und in ihren Synagogen euch geißeln.
18Und auch vor Statthalter und Könige werdet ihr geführt werden meinetwegen, ihnen und den Völkern8 zum Zeugnis.
19Wenn sie euch ausliefern, sorgt euch nicht, wie oder was ihr reden sollt, denn es wird euch in jener Stunde gegeben werden, was ihr reden werdet9,
20denn nicht ihr seid es, die reden, sondern der Geist eures Vaters [ist es], der in euch redet.
21Es wird aber der Bruder den Bruder zum Tode ausliefern und der Vater das Kind, und Kinder werden sich erheben gegen die Eltern und sie zu Tode bringen.
22Und ihr werdet Gehasste sein bei allen, meines Namens wegen. Aber der, der bis zum Ende Ausdauer bewahrt haben wird, der wird gerettet10 werden.
23Wenn sie euch verfolgen in dieser Stadt, flieht in die andere, denn - wahrlich! - ich sage euch: Ihr werdet mit den Städten Israels keinesfalls zu Ende kommen, bis der Sohn des Menschen gekommen ist.
24Ein Jünger11 ist nicht über dem Lehrer und ein leibeigener Knecht nicht über seinem Herrn.
25Es ist dem Jünger genug, dass er werde wie sein Lehrer und der leibeigene Knecht wie sein Herr. Wenn sie den Hausherrn Be-elzebul nannten, wie viel mehr seine Hausgenossen!
26Fürchtet sie also nicht, denn es ist nichts verhüllt, das nicht enthüllt werden wird, und nichts verborgen, das nicht in Erfahrung gebracht werden wird.
27Was ich euch sage in der Dunkelheit, sagt im Licht, und was ihr ins Ohr [gesprochen] hört, verkündet auf den Dächern!
28Und fürchtet nicht die12, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können. Fürchtet vielmehr den, der sowohl Seele wie auch Leib verderben kann in der Hölle13.
29Werden nicht zwei kleine Sperlinge für ein Ass14 verkauft? Und nicht einer von ihnen wird auf die Erde fallen ohne euren Vater.
30Aber bei euch sind auch die Haare des Hauptes alle gezählt.
31Fürchtet euch also nicht! Ihr seid vorzüglicher als viele kleine Sperlinge.
32Jeder also, welcher sich vor den Menschen zu mir bekennen wird, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist.
33Aber wer irgend mich verleugnen wird vor den Menschen, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist.
34Meint nicht, dass ich kam, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich kam nicht, Frieden zu bringen, sondern das Schwert;
35denn ich kam, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und eine Tochter mit ihrer Mutter und eine Schwiegertochter15 mit ihrer Schwiegermutter.
36Und es werden eines Menschen Feinde seine Hausgenossen sein.
37Wer Vater oder Mutter lieber hat als mich, ist meiner nicht würdig. Und wer Sohn oder Tochter lieber hat als mich, ist meiner nicht würdig.
38Und wer nicht sein Kreuz nimmt und mir folgt - hinter mir her -, ist meiner nicht würdig.
39Wer seine Seele16 fand17, wird sie verlieren; und wer seine Seele meinetwegen verlor18, wird sie finden.
40Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich sandte.
41Wer einen Propheten aufnimmt in eines Propheten Namen19, wird eines Propheten Lohn empfangen. Und wer einen Gerechten aufnimmt in eines Gerechten Namen20, wird eines Gerechten Lohn empfangen.
42Und wer immer einem dieser Geringen21 nur einen Becher kaltes [Getränk] zu trinken gibt auf den Jünger-Namen <hin>22 - wahrlich! - ich sage euch: Er wird auf keinen Fall seinen Lohn verlieren."

Fußnoten

  1. 1 eigtl.: Bar-Tholomäus, d. i.: Sohn des Tholomäus
  2. 2 eigtl.: den des Alphäus; ein Beispiel für den Gebrauch des Wesfalls zur Bezeichnung eines Bruders kennt man nicht: Siehe Godet zur Stelle.
  3. 3 aram.: kan'an "Eiferer" (gr. dseelootees, Zelot), Mitglied einer jüd. Gruppierung, die aktiven Widerstand gegen die Römer leistete.
  4. 4 wahrsch. vom Heb.: der Mann von Kerioth (bei Hebron)
  5. 5 d. h.: Münzen; sie waren aus Kupfer.
  6. 6 o.: frei von unlauterer Beimischung; w.: unvermischt
  7. 7 o.: an das Synedrium (oberste jüdische Instanz in allen religiösen und zivilen Angelegenheiten; oberstes Gericht; hier wohl Lokalgerichte des Hohen Rats)
  8. 8 o.: denen von den Völkern
  9. 9 o.: sollt
  10. 10 o.: <bewahrt und> gerettet
  11. 11 d. h.: Schüler; o.: Lernender
  12. 12 eigtl.: werdet nicht in Furcht gebracht von denen
  13. 13 w.: gehenna; urspr. heb.: gee-ben-hinnom; Tal des Sohnes Hinnoms (Jos 15,8.18; u. a.) südl. von Jerusalem, wo unter Ahas und Manasse Kinderopfer dargebracht wurden; das Tal galt als Stätte des künftigen Gerichts (Jer 7,32; 19,6f); später: Bez. für den Aufenthalt (beginnend mit dem Tod) der von Gott Verurteilten, den ewigen Feuersee (nach der in Offb 20,11ff beschriebenen Verurteilung) einschließend.
  14. 14 Ein Assarion war eine Kupfermünze von geringem Wert. Der Tageslohn eines Arbeiters war 16 Assaria (= 1 Drachme).
  15. 15 o.: Braut des Sohnes; o.: junge Frau; so Alexander Bruce (bei Nicoll) sowie Menge u. Güthling.
  16. 16 d. h.: sein Leben
  17. 17 d. h.: an jenem Tage gefunden haben wird
  18. 18 d. h.: an jenem Tage verloren haben wird
  19. 19 eigtl.: auf den Namen eines Propheten hin
  20. 20 eigtl.: auf den Namen eines Gerechten hin; vgl. Mt 25,37.46.
  21. 21 o.: Kleinen
  22. 22 i. S. v.: weil er den Jünger-Namen trägt; also: weil er ein Jünger ist; vgl. Mk 9,41.