Neues Testament
Matthäus Kapitel 24
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Und Jesus ging hinaus und verließ die Tempelstätte. Und seine Jünger kamen herzu, ihm die Bauwerke der Tempelstätte zu zeigen.
2Aber Jesus sagte zu ihnen: "Seht ihr nicht auf dieses alles? Wahrlich! Ich sage euch: Keinesfalls wird hier gelassen werden Stein auf Stein, der nicht abgebrochen werden wird."
3Als er am Berg der Olivenbäume saß, kamen zu ihm die Jünger, [als sie] für sich alleine [waren], und sagten: "Sage uns: Wann wird das sein? Und was ist das Zeichen deiner Ankunft1 und der Vollendung der Weltzeit*?"
4Und Jesus antwortete und sagte zu ihnen: "Seht <stets> zu, dass nicht jemand euch irreführe,
5denn viele werden kommen <unter Berufung> auf meinen Namen2 und sagen: 'Ich bin der Gesalbte.' Und sie werden viele irreführen.
6Ihr werdet <künftig> hören von Kriegen und Kriegsgerüchten. Seht euch <stets> vor! Seid nicht beunruhigt3! - denn es muss alles geschehen; doch ist es noch nicht das Ende,
7denn es wird sich Volk gegen Volk erheben und Königreich gegen Königreich. Und es werden Hungersnöte und Seuchen und Beben <an verschiedenen Orten> sein.
8Aber dieses alles ist der Anfang der Wehen.
9Dann werden sie euch in Bedrängnis ausliefern und werden euch töten. Und ihr werdet von allen Völkern gehasst sein wegen meines Namens.
10Und dann werden viele Anstoß nehmen, <stolpern und zu Fall kommen>, und werden einander ausliefern und einander hassen.
11Und viele falsche Propheten werden aufstehen4 und werden viele irreführen.
12Und wegen der Vermehrung der Gesetzlosigkeit5 wird die Liebe der Vielen erkalten6;
13aber der, der bis zum Ende Ausdauer bewahrt haben wird, der wird gerettet werden.
14Und diese gute Botschaft vom Königreich wird im ganzen Weltreich verkündet werden allen Völkern zum Zeugnis. Und dann wird das Ende kommen.
15Wenn ihr also den Gräuel der Verwüstung7, von dem durch Daniel, den Propheten, geredet wurde, an heiliger Stätte werdet hingestellt8 sehen - wer liest, bedenke es! -,
16dann sollen die, die in Judäa sind, auf die Berge fliehen.
17Der, der auf dem Dach ist, steige nicht hinab, die [Sachen] aus dem Haus zu holen.
18Und der, der auf dem Feld ist, kehre nicht um, seine Oberkleider zu holen.
19Wehe aber den Schwangeren und Stillenden in jenen Tagen!
20Aber betet9, dass10 eure Flucht nicht im Winter geschehe noch am Sabbat;
21denn es wird dann große Bedrängnis sein, eine solche, die seit Anfang der Welt bis jetzt nicht geschehen ist, auch keinesfalls geschehen wird.
22Und wenn jene Tage nicht gekürzt11 würden, würde kein Fleisch gerettet. Aber der Erwählten wegen werden jene Tage kurz gemacht werden.
23Wenn dann jemand zu euch sagt: 'Siehe! Hier ist der Gesalbte!' oder: 'Hier!', glaubt es nicht,
24denn es werden falsche Gesalbte12 und falsche Propheten aufstehen und werden große Zeichen und Wunder darbieten, sodass irregeführt werden, wenn möglich, auch die Erwählten.
25Siehe: Ich habe es euch zuvor gesagt.
26Wenn sie also zu euch sagen: 'Siehe! Er ist in der Wüste!', geht nicht hinaus, 'Siehe! In den Räumen!', glaubt es nicht! -
27denn gleichwie der Blitz vom Osten13 ausfährt und bis in den Westen14 scheint, so wird auch die Ankunft15 des Menschensohnes sein,
28denn16 wo auch immer die Leiche17 ist, da werden sich die Geier18 sammeln.
29Sogleich nach der Bedrängnis jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Lichtschein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken versetzt werden.
30Und dann wird sichtbar werden das Zeichen des Menschensohnes am Himmel19. Und dann werden wehklagen20 alle Stämme der Erde21, und sie werden den Sohn des Menschen sehen, kommend auf den Wolken des Himmels mit viel Kraft und Herrlichkeit.
31Und er wird mit dem großen Schall einer Posaune22 seine Boten senden, und sie werden seine Erwählten versammeln von den vier Winden23, von Himmelsende bis Himmelsende24.
32Von dem Feigenbaum lernt das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon weich geworden ist und die Blätter hervortreibt, merkt ihr, dass der Sommer nahe ist.
33So merkt auch ihr, wenn ihr dieses alles geschehen seht, dass es25 nahe ist, vor den Türen.
34Wahrlich! Ich sage euch: Auf keinen Fall wird dieses °Geschlecht vergehen26, bis dieses alles geschehen sein wird.
35Der Himmel und die Erde27 werden vergehen, aber meine Worte vergehen auf keinen Fall28.
36Aber um jenen Tag und die Stunde weiß niemand - auch nicht die Boten der Himmel - außer meinem Vater allein.
37Gleichwie die Tage Noahs, so wird auch die Ankunft29 des Menschensohnes sein,
38denn gleichwie sie in den Tagen vor der Flut waren - sie aßen30 und tranken, heirateten und verheirateten, bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche hineinging,
39und sie nahmen es nicht zur Kenntnis, bis die Flut kam und alle <hinweg>nahm31 - so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein.
40Dann werden zwei auf dem Felde sein: Einer wird mitgenommen und einer wird gelassen werden.
41Zwei werden mit der Mühle am Mahlen sein: Eine wird mitgenommen und eine wird gelassen.
42Wacht also <stets>, weil ihr nicht wisst, zu welcher Stunde euer Herr kommt!
43Jenes aber nehmt zur Kenntnis: Hätte der Hausherr gewusst, in welcher Wache der Dieb komme, hätte er gewacht und nicht zugelassen, dass man sein Haus durchgrabe.
44Deswegen werdet auch ihr bereit, weil der Sohn des Menschen zu einer Stunde kommt, zu der ihr es nicht meint.
45Wer ist dann der treue und kluge leibeigene Knecht, den sein Herr über seine Dienerschaft einsetzte, ihnen zu rechter Zeit die Speise zu geben?
46Ein Seliger ist jener Knecht32, den sein Herr, wenn er gekommen ist, so tun finden wird!
47Wahrlich! Ich sage euch: Er wird ihn über seine ganze Habe einsetzen.
48Aber wenn jener schlechte Knecht in seinem Herzen sagen sollte: 'Mein Herr verzieht zu kommen'
49und anfangen sollte, die Mitknechte zu schlagen und mit den Trunkenen zu essen und zu trinken,
50wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen, an dem er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt,
51und wird ihn entzweischneiden und wird [ihm] seinen Anteil geben mit den Heuchlern. Dort wird das Weinen sein und das Zähneknirschen.
2Aber Jesus sagte zu ihnen: "Seht ihr nicht auf dieses alles? Wahrlich! Ich sage euch: Keinesfalls wird hier gelassen werden Stein auf Stein, der nicht abgebrochen werden wird."
3Als er am Berg der Olivenbäume saß, kamen zu ihm die Jünger, [als sie] für sich alleine [waren], und sagten: "Sage uns: Wann wird das sein? Und was ist das Zeichen deiner Ankunft1 und der Vollendung der Weltzeit*?"
4Und Jesus antwortete und sagte zu ihnen: "Seht <stets> zu, dass nicht jemand euch irreführe,
5denn viele werden kommen <unter Berufung> auf meinen Namen2 und sagen: 'Ich bin der Gesalbte.' Und sie werden viele irreführen.
6Ihr werdet <künftig> hören von Kriegen und Kriegsgerüchten. Seht euch <stets> vor! Seid nicht beunruhigt3! - denn es muss alles geschehen; doch ist es noch nicht das Ende,
7denn es wird sich Volk gegen Volk erheben und Königreich gegen Königreich. Und es werden Hungersnöte und Seuchen und Beben <an verschiedenen Orten> sein.
8Aber dieses alles ist der Anfang der Wehen.
9Dann werden sie euch in Bedrängnis ausliefern und werden euch töten. Und ihr werdet von allen Völkern gehasst sein wegen meines Namens.
10Und dann werden viele Anstoß nehmen, <stolpern und zu Fall kommen>, und werden einander ausliefern und einander hassen.
11Und viele falsche Propheten werden aufstehen4 und werden viele irreführen.
12Und wegen der Vermehrung der Gesetzlosigkeit5 wird die Liebe der Vielen erkalten6;
13aber der, der bis zum Ende Ausdauer bewahrt haben wird, der wird gerettet werden.
14Und diese gute Botschaft vom Königreich wird im ganzen Weltreich verkündet werden allen Völkern zum Zeugnis. Und dann wird das Ende kommen.
15Wenn ihr also den Gräuel der Verwüstung7, von dem durch Daniel, den Propheten, geredet wurde, an heiliger Stätte werdet hingestellt8 sehen - wer liest, bedenke es! -,
16dann sollen die, die in Judäa sind, auf die Berge fliehen.
17Der, der auf dem Dach ist, steige nicht hinab, die [Sachen] aus dem Haus zu holen.
18Und der, der auf dem Feld ist, kehre nicht um, seine Oberkleider zu holen.
19Wehe aber den Schwangeren und Stillenden in jenen Tagen!
20Aber betet9, dass10 eure Flucht nicht im Winter geschehe noch am Sabbat;
21denn es wird dann große Bedrängnis sein, eine solche, die seit Anfang der Welt bis jetzt nicht geschehen ist, auch keinesfalls geschehen wird.
22Und wenn jene Tage nicht gekürzt11 würden, würde kein Fleisch gerettet. Aber der Erwählten wegen werden jene Tage kurz gemacht werden.
23Wenn dann jemand zu euch sagt: 'Siehe! Hier ist der Gesalbte!' oder: 'Hier!', glaubt es nicht,
24denn es werden falsche Gesalbte12 und falsche Propheten aufstehen und werden große Zeichen und Wunder darbieten, sodass irregeführt werden, wenn möglich, auch die Erwählten.
25Siehe: Ich habe es euch zuvor gesagt.
26Wenn sie also zu euch sagen: 'Siehe! Er ist in der Wüste!', geht nicht hinaus, 'Siehe! In den Räumen!', glaubt es nicht! -
27denn gleichwie der Blitz vom Osten13 ausfährt und bis in den Westen14 scheint, so wird auch die Ankunft15 des Menschensohnes sein,
28denn16 wo auch immer die Leiche17 ist, da werden sich die Geier18 sammeln.
29Sogleich nach der Bedrängnis jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Lichtschein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken versetzt werden.
30Und dann wird sichtbar werden das Zeichen des Menschensohnes am Himmel19. Und dann werden wehklagen20 alle Stämme der Erde21, und sie werden den Sohn des Menschen sehen, kommend auf den Wolken des Himmels mit viel Kraft und Herrlichkeit.
31Und er wird mit dem großen Schall einer Posaune22 seine Boten senden, und sie werden seine Erwählten versammeln von den vier Winden23, von Himmelsende bis Himmelsende24.
32Von dem Feigenbaum lernt das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon weich geworden ist und die Blätter hervortreibt, merkt ihr, dass der Sommer nahe ist.
33So merkt auch ihr, wenn ihr dieses alles geschehen seht, dass es25 nahe ist, vor den Türen.
34Wahrlich! Ich sage euch: Auf keinen Fall wird dieses °Geschlecht vergehen26, bis dieses alles geschehen sein wird.
35Der Himmel und die Erde27 werden vergehen, aber meine Worte vergehen auf keinen Fall28.
36Aber um jenen Tag und die Stunde weiß niemand - auch nicht die Boten der Himmel - außer meinem Vater allein.
37Gleichwie die Tage Noahs, so wird auch die Ankunft29 des Menschensohnes sein,
38denn gleichwie sie in den Tagen vor der Flut waren - sie aßen30 und tranken, heirateten und verheirateten, bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche hineinging,
39und sie nahmen es nicht zur Kenntnis, bis die Flut kam und alle <hinweg>nahm31 - so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein.
40Dann werden zwei auf dem Felde sein: Einer wird mitgenommen und einer wird gelassen werden.
41Zwei werden mit der Mühle am Mahlen sein: Eine wird mitgenommen und eine wird gelassen.
42Wacht also <stets>, weil ihr nicht wisst, zu welcher Stunde euer Herr kommt!
43Jenes aber nehmt zur Kenntnis: Hätte der Hausherr gewusst, in welcher Wache der Dieb komme, hätte er gewacht und nicht zugelassen, dass man sein Haus durchgrabe.
44Deswegen werdet auch ihr bereit, weil der Sohn des Menschen zu einer Stunde kommt, zu der ihr es nicht meint.
45Wer ist dann der treue und kluge leibeigene Knecht, den sein Herr über seine Dienerschaft einsetzte, ihnen zu rechter Zeit die Speise zu geben?
46Ein Seliger ist jener Knecht32, den sein Herr, wenn er gekommen ist, so tun finden wird!
47Wahrlich! Ich sage euch: Er wird ihn über seine ganze Habe einsetzen.
48Aber wenn jener schlechte Knecht in seinem Herzen sagen sollte: 'Mein Herr verzieht zu kommen'
49und anfangen sollte, die Mitknechte zu schlagen und mit den Trunkenen zu essen und zu trinken,
50wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen, an dem er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt,
51und wird ihn entzweischneiden und wird [ihm] seinen Anteil geben mit den Heuchlern. Dort wird das Weinen sein und das Zähneknirschen.
Fußnoten
- 1 o.: deines Auftretens; o.: deines Ankommens; das Wort parousia bed. a. Kommen; Gegenwart.
- 2 o.: werden kommen mit meinem Namen
- 3 o.: Lasst euch nicht aus der Fassung bringen.
- 4 eigtl.: werden erweckt werden
- 5 o.: Ungesetzlichkeit
- 6 o.: kalt gemacht worden sein
- 7 o.: die verwüstende Abscheulichkeit
- 8 Der t. r. nach Stephanus hat für "hingestellt" ein sächliches Partizip (hestos). Der Byz. Text (wie auch der t. r. nach Elzevir) hat ein männliches Partizip (hestoos). Das männliche Partizip könnte anzeigen, das durch to bdelügma tees ereemoosseoos Bezeichnete als personhaft zu verstehen (BDR §134-6)". (Vgl. Haubeck u. von Siebenthal, Neuer sprachlicher Schlüssel, bei Mk 13,14.) "Personhaft" bed. entweder eine einzelne Person oder eine Schar von Personen, z. B. ein Heer; vgl. die Parallele bei Lk 21,20.
- 9 o.: Betet <fortwährend>; o.: betet <inständig>; gr. Impf. zur Andeutung von andauernder Handlung bzw. von Nachdrücklichkeit
- 10 o.: dahingehend, dass
- 11 o.: kurz gehalten; d. h.: vorgesehen, dass sie nur kurze Dauer währen sollten
- 12 o.: Messiasse; Christusse
- 13 eigtl.: Aufgang [der Sonne]
- 14 eigtl.: Untergang [der Sonne]; Grundbedeutung: eintauchen (näml. ins Mittelmeer, die westl. Begrenzung Israels).
- 15 o.: das Auftreten
- 16 Das Wort "denn" wird vom textus receptus (t. r.) und der überwiegenden Mehrheit aller gr. Hss (und von alten Übersetzungen ab dem 4. Jhdt.) bezeugt.
- 17 eigtl.: das Hingefallene; das Wort wird allg. für das im Tode Umgefallene gebraucht, ohne anzudeuten, wie lange her es war. ("Aas" wäre zu bestimmt.)
- 18 Das Wort für "Geier" ist das allgemeine für die Vogelfamilie, zu der Adler und Geier beide gehören. Von den beiden ist es der Geier, der Totes frisst. Vom Zusammenhang her wird hier der Geier gemeint sein, der an einer Leiche mehr Interesse hat als ein Adler.
- 19 o.: das Zeichen, nämlich der Sohn des Menschen, am Himmel.
- 20 und sich an die Brust schlagen
- 21 o.: des Landes
- 22 Das Wort bed. urspr. "Horn".
- 23 d. h.: Windrichtungen
- 24 eigtl.: von den äußersten Enden der Himmel bis zu ihren äußersten Enden; d. h.: von einem Himmelsende bis zum anderen.
- 25 o.: er
- 26 eigtl.: vergangen sein
- 27 a.: das Land; vgl. Jes 1,2; 51,6-8.
- 28 eigtl.: werden auf keinen Fall vergangen sein.
- 29 o.: das Auftreten, so a. i. Folg.
- 30 Das Wort kann a. "kauen" bed.; so a. Joh 6,54.56-58; 13,18.
- 31 eigtl.: <aufhob und> nahm
- 32 eigtl.: leibeigene Knecht; so a. i. Folg.