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Neues Testament

Matthäus Kapitel 8

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Als er vom Berg niedergestiegen war, folgten ihm zahlreiche* Mengen.
2Und - siehe - ein Aussätziger kam, huldigte ihm1 und sagte: "Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen!"
3Und Jesus streckte die Hand aus, rührte ihn an und sagte: "Ich will. Sei gereinigt!" Und sogleich wurde sein Aussatz gereinigt.
4Und Jesus sagt zu ihm: "Sieh, dass du es niemandem sagst, sondern gehe hin, zeige dich dem Priester und bringe die Gabe dar, die Mose anordnete - ihnen zu einem Zeugnis."
5Als er nach Kapernaum gekommen war, in [den Ort], kam ein Hauptmann zu ihm mit einem Bittruf an ihn.
6Er sagte: "Herr, mein Knecht ist gelähmt und muss im Haus daniederliegen: Er hat furchtbare Qual."
7Und Jesus sagt zu ihm: "Ich komme und werde ihn heilen."
8Und der Hauptmann antwortete* und sagte: "Herr, ich bin nicht wert, dass du eingehst unter mein Dach, sondern sprich nur mit einem Wort, und mein Knecht wird geheilt werden,
9denn auch ich bin ein Mensch unter Autorität2, der ich Soldaten unter mir selbst habe, und ich sage zu diesem: 'Geh hin!', und er geht hin, und zu einem anderen: 'Komm!', und er kommt, und zu meinem leibeigenen Knecht*: 'Mach das!', und er macht es."
10Als Jesus das hörte, verwunderte er sich und sagte zu denen, die ihm folgten: "Wahrlich! Ich sage euch: Selbst in Israel habe ich nicht einen so großen Glauben gefunden.
11Ich sage euch: Viele werden kommen vom Osten und Westen her3 und sich mit Abraham und Isaak und Jakob im Königreich der Himmel [zu Tisch] lagern,
12aber die Söhne des Königreiches werden hinausgeworfen werden in die Finsternis ganz draußen. Dort wird das Weinen sein und das Zähneknirschen."
13Und Jesus sagte zum Hauptmann: "Gehe hin! Und es geschehe dir, wie du glaubtest." Und in jener Stunde wurde sein Knecht geheilt.
14Als Jesus in das Haus des Petrus kam, sah er dessen Schwiegermutter mit Fieber daniederliegen.
15Und er rührte ihre Hand an, und das Fieber verließ sie. Und sie stand auf4 und diente ihm.
16Als es Abend geworden war, brachten sie viele dämonisch Geplagte5 zu ihm. Und er trieb die Geister aus durch ein Wort, und er heilte alle, denen es übel ging,
17auf dass erfüllt werde, was durch Jesaja, den Propheten, geredet wurde, als er sagte: "Er selbst nahm unsere Schwachheiten und trug unsere Krankheiten." {Jes 53,4}
18Als Jesus zahlreiche* Mengen um sich sah, befahl er, zum jenseitigen Ufer abzufahren.
19Und ein Schriftgelehrter kam heran und sagte zu ihm: "Lehrer, ich will dir folgen, wohin immer du gehst."
20Jesus sagt zu ihm: "Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels <Nester als> Wohnplätze, aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo er das Haupt neige."
21Ein anderer von seinen Jüngern sagte zu ihm: "Herr, erlaube mir, zuvor hinzugehen und meinen Vater zu begraben."
22Jesus sagte zu ihm: "Folge du mir <weiterhin> und lass die Toten ihre Toten begraben!"
23Und er stieg in das Schiff, und seine Jünger folgten ihm.
24Und - siehe! - es entstand ein großes Beben im See, sodass das Schiff von den Wellen bedeckt wurde. Aber er schlief.
25Und die Jünger traten hinzu, weckten ihn mit den Worten: "Herr, rette uns! Wir kommen um!"
26Und er sagt zu ihnen: "Warum seid ihr furchtsam, Kleingläubige?" Dann stand er auf und gebot den Winden und dem See nachdrücklich. Und es entstand eine große Stille6.
27Aber die Menschen verwunderten sich und sagten: "Was für einer ist dieser, dass auch die Winde und der See ihm gehorchen?"
28Und als er ans jenseitige Ufer kam, in das Landgebiet der Gergesener7, begegneten ihm zwei dämonisch Geplagte, die aus den Gräbern hervorkamen; <sie waren> sehr gefährlich8, sodass niemand imstande war, auf jenem Weg vorüberzugehen.
29Und - siehe! - sie schrien und sagten: "Was haben wir mit dir zu tun9, Jesus, Sohn Gottes? Bist du hierhergekommen, uns vor der Zeit zu quälen?"
30Fern von ihnen war eine Herde vieler Schweine, die am Weiden <war>.
31Die Dämonen redeten ihm bittend zu und sagten: "Wenn du uns austreibst, erlaube uns, in die Herde Schweine zu fahren!"10
32Und er sagte zu ihnen: "Geht hin!" Sie fuhren aus und fuhren in die Herde Schweine. Und - siehe! - die ganze Herde von Schweinen stürmte den Abhang hinab in den See, und sie starben in den Wassern.
33Die, die [sie] weideten, flohen und meldeten, in die Stadt gelangt, alles, auch das von den dämonisch Geplagten.
34Und - siehe! - die ganze Stadt ging hinaus, Jesus zu begegnen. Und als sie ihn sahen, redeten sie ihm bittend zu, dass er sich aus ihrem Gebiet entferne.

Fußnoten

  1. 1 o.: erzeigte ihm fußfällige Verehrung
  2. 2 o.: Vollmacht
  3. 3 eigtl.: vom [Sonnen]aufgang und -untergang her
  4. 4 o.: sie wurde aufgerichtet
  5. 5 eigtl.: Dämonisierte; das Wort bezeichnet Menschen, die in irgendeiner Weise von Dämonen stark beeinflusst werden; "Besessene" wäre zu spezifisch.
  6. 6 d. h.: See- und Windstille.
  7. 7 so nach dem textus receptus (t. r.) und dem Byzantinischen Text mit der großen Mehrheit der gr. Hss; auch von den lateinischen Übersetzungen schon sehr früh bezeugt. Wenige Hss (Codices B, C u. vier weitere) haben: "Gadarener".
  8. 8 und schwierig (d. h.: bösartig)
  9. 9 o.: Was ist uns und dir gemeinsam; eigtl.: Was uns und dir
  10. 10 eigtl.: erlaube uns, wegzugehen [und] in die Herde Schweine [zu fahren].