Neues Testament
Matthäus Kapitel 18
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Zu jener Stunde kamen die Jünger zu Jesus und sagten: "Wer ist denn ein Größerer in dem Königreich der Himmel?"
2Und Jesus rief ein Kindlein herbei, stellte es in ihre Mitte
3und sagte: "Wahrlich! Ich sage euch: Wenn ihr euch nicht umwendet und werdet wie die Kindlein, werdet ihr auf keinen Fall in das Königreich der Himmel eingehen.
4Wer also sich selbst demütigt wie dieses Kindlein, der ist der Größere1 im Königreich der Himmel.
5Und wer immer ein solches Kindlein auf meinen Namen hin aufnimmt, nimmt mich auf.
6Aber wer immer einem dieser Kleinen, die an mich glauben, einen Fallstrick legt2, <einen Anlass gibt zum Anstoßen und Fallen>, für den wäre es nützlich, dass ein Mühlstein3 an seinen Hals gehängt und er in der Tiefe des Meeres versenkt würde.
7Wehe der Welt wegen der Fallstricke4! - denn es ist notwendig5, dass die Fallstricke kommen; doch wehe demjenigen Menschen, durch den der Fallstrick kommt!
8Wenn deine Hand oder dein Fuß dir6 Anlass zum Anstoßen <und Fallen> gibt, haue sie ab und wirf sie von dir! Es ist besser für dich, als Lahmer oder Verstümmelter in das Leben einzugehen, als mit zwei Händen oder zwei Füßen ins ewige* Feuer geworfen zu werden.
9Und wenn dein Auge dir Anlass zum Anstoßen <und Fallen> gibt, nimm es heraus und wirf es von dir! Es ist besser für dich, einäugig in das Leben einzugehen, als mit zwei Augen in die Feuerhölle*7 geworfen zu werden.
10Seht, dass ihr nicht einen dieser Kleinen verachtet, denn ich sage euch, dass ihre Boten8 in den Himmeln immerzu das Angesicht meines Vaters, der in den Himmeln ist, ansehen,
11denn der Sohn des Menschen kam, das Verlorene zu retten.
12Was meint ihr? Wenn einem Menschen hundert Schafe zuteilwerden, und eines von ihnen hätte sich verirrt, lässt er nicht die neunundneunzig auf den Bergen, geht hin und sucht das verirrte?
13Und wenn es geschehen sollte, dass er es fände - wahrlich - ich sage euch: Er freut sich mehr über dieses als über die neunundneunzig, die nicht verirrt waren.
14So ist es vor eurem Vater in den Himmeln nicht der Wille, dass einer dieser Kleinen umkomme <und [so] verloren werde>.
15Wenn dein Bruder gegen dich sündigt, gehe hin und weise ihn zurecht, allein, unter vier Augen9. Wenn er auf dich hört, hast du deinen Bruder gewonnen.
16Wenn er aber nicht hört, nimm mit dir noch einen oder zwei, damit aus dem Mund von zwei oder drei Zeugen jede Sache10 bestehe.
17Wenn er aber auf sie nicht hört, sage es der Gemeinde. Wenn er aber auch auf die Gemeinde nicht hört, sei er dir wie der Heidnische und der Zolleinnehmer.
18Wiederum: Wahrlich! Ich sage euch: Was irgend ihr auf der Erde binden werdet, wird im Himmel Gebundenes sein. Und was irgend ihr auf der Erde lösen werdet, wird im Himmel Gelöstes sein.
19Wiederum: Wahrlich! sage ich euch: Wenn zwei von euch sich auf der Erde einigen in Bezug auf jede Sache, die immer sie sich erbitten: Sie wird ihnen von meinem Vater, der in den Himmeln ist, zuteilwerden,
20denn wo zwei oder drei zusammengekommen sind in11 meinem Namen, dort bin ich in ihrer Mitte."
21Dann trat Petrus hin zu ihm und sagte: "Herr, wievielmal wird mein Bruder gegen mich sündigen, und ich soll ihm vergeben? Bis sieben Mal?"
22Jesus sagt zu ihm: "Nicht, sage ich dir, bis sieben Mal, sondern bis siebzigmal sieben [Mal]12.
23Deswegen wurde das Königreich der Himmel mit einem Menschen verglichen, einem König, der mit seinen leibeigenen Knechten eine Abrechnung vornehmen wollte.
24Als er anfing abzurechnen, wurde einer zu ihm gebracht, der zehntausend Talente13 schuldete.
25Da er aber nicht hatte, <um> zu bezahlen, befahl sein Herr, ihn und seine Frau und die Kinder und alles, was irgend er hatte, zu verkaufen und Zahlung zu leisten.
26Daraufhin fiel der leibeigene Knecht nieder, huldigte ihm und sagte: 'Herr, erweise mir Geduld, und ich werde dir alles bezahlen!'
27Der Herr jenes leibeigenen Knechtes wurde von Erbarmen bewegt, ließ ihn frei, und das Ausstehende14 erließ15 er ihm.
28Aber jener leibeigene Knecht ging hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare schuldete. Und er griff ihn, würgte [ihn] und sagte: 'Bezahle mir, wenn du etwas schuldest!'
29Daraufhin fiel sein Mitknecht zu seinen Füßen, rief ihn bittend an und sagte: 'Erweise mir Geduld, und ich werde es dir bezahlen!'
30Aber er wollte nicht, sondern ging weg und warf ihn ins Gefängnis, bis er das Geschuldete zurückgezahlt habe.
31Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt. Und sie gingen, und genau schilderten sie ihrem Herrn alles, was geschehen war.
32Dann rief sein Herr ihn herbei, und er sagt zu ihm: 'Böser Knecht! Jene ganze Schuld erließ ich dir, weil du mich bittend anriefst.
33Hätte es sich nicht auch für dich geziemt, dass du dich deines Mitknechtes erbarmtest, wie auch ich mich deiner erbarmte?'
34Und sein Herr war zornig und übergab ihn den Folterknechten, bis er alles zurückgezahlt habe, was er ihm schuldig gewesen war.
35Auf diese Weise wird auch mein himmlischer Vater euch tun, wenn ihr nicht, ein jeder seinem Bruder, von Herzen ihre Übertretungen vergebt."
2Und Jesus rief ein Kindlein herbei, stellte es in ihre Mitte
3und sagte: "Wahrlich! Ich sage euch: Wenn ihr euch nicht umwendet und werdet wie die Kindlein, werdet ihr auf keinen Fall in das Königreich der Himmel eingehen.
4Wer also sich selbst demütigt wie dieses Kindlein, der ist der Größere1 im Königreich der Himmel.
5Und wer immer ein solches Kindlein auf meinen Namen hin aufnimmt, nimmt mich auf.
6Aber wer immer einem dieser Kleinen, die an mich glauben, einen Fallstrick legt2, <einen Anlass gibt zum Anstoßen und Fallen>, für den wäre es nützlich, dass ein Mühlstein3 an seinen Hals gehängt und er in der Tiefe des Meeres versenkt würde.
7Wehe der Welt wegen der Fallstricke4! - denn es ist notwendig5, dass die Fallstricke kommen; doch wehe demjenigen Menschen, durch den der Fallstrick kommt!
8Wenn deine Hand oder dein Fuß dir6 Anlass zum Anstoßen <und Fallen> gibt, haue sie ab und wirf sie von dir! Es ist besser für dich, als Lahmer oder Verstümmelter in das Leben einzugehen, als mit zwei Händen oder zwei Füßen ins ewige* Feuer geworfen zu werden.
9Und wenn dein Auge dir Anlass zum Anstoßen <und Fallen> gibt, nimm es heraus und wirf es von dir! Es ist besser für dich, einäugig in das Leben einzugehen, als mit zwei Augen in die Feuerhölle*7 geworfen zu werden.
10Seht, dass ihr nicht einen dieser Kleinen verachtet, denn ich sage euch, dass ihre Boten8 in den Himmeln immerzu das Angesicht meines Vaters, der in den Himmeln ist, ansehen,
11denn der Sohn des Menschen kam, das Verlorene zu retten.
12Was meint ihr? Wenn einem Menschen hundert Schafe zuteilwerden, und eines von ihnen hätte sich verirrt, lässt er nicht die neunundneunzig auf den Bergen, geht hin und sucht das verirrte?
13Und wenn es geschehen sollte, dass er es fände - wahrlich - ich sage euch: Er freut sich mehr über dieses als über die neunundneunzig, die nicht verirrt waren.
14So ist es vor eurem Vater in den Himmeln nicht der Wille, dass einer dieser Kleinen umkomme <und [so] verloren werde>.
15Wenn dein Bruder gegen dich sündigt, gehe hin und weise ihn zurecht, allein, unter vier Augen9. Wenn er auf dich hört, hast du deinen Bruder gewonnen.
16Wenn er aber nicht hört, nimm mit dir noch einen oder zwei, damit aus dem Mund von zwei oder drei Zeugen jede Sache10 bestehe.
17Wenn er aber auf sie nicht hört, sage es der Gemeinde. Wenn er aber auch auf die Gemeinde nicht hört, sei er dir wie der Heidnische und der Zolleinnehmer.
18Wiederum: Wahrlich! Ich sage euch: Was irgend ihr auf der Erde binden werdet, wird im Himmel Gebundenes sein. Und was irgend ihr auf der Erde lösen werdet, wird im Himmel Gelöstes sein.
19Wiederum: Wahrlich! sage ich euch: Wenn zwei von euch sich auf der Erde einigen in Bezug auf jede Sache, die immer sie sich erbitten: Sie wird ihnen von meinem Vater, der in den Himmeln ist, zuteilwerden,
20denn wo zwei oder drei zusammengekommen sind in11 meinem Namen, dort bin ich in ihrer Mitte."
21Dann trat Petrus hin zu ihm und sagte: "Herr, wievielmal wird mein Bruder gegen mich sündigen, und ich soll ihm vergeben? Bis sieben Mal?"
22Jesus sagt zu ihm: "Nicht, sage ich dir, bis sieben Mal, sondern bis siebzigmal sieben [Mal]12.
23Deswegen wurde das Königreich der Himmel mit einem Menschen verglichen, einem König, der mit seinen leibeigenen Knechten eine Abrechnung vornehmen wollte.
24Als er anfing abzurechnen, wurde einer zu ihm gebracht, der zehntausend Talente13 schuldete.
25Da er aber nicht hatte, <um> zu bezahlen, befahl sein Herr, ihn und seine Frau und die Kinder und alles, was irgend er hatte, zu verkaufen und Zahlung zu leisten.
26Daraufhin fiel der leibeigene Knecht nieder, huldigte ihm und sagte: 'Herr, erweise mir Geduld, und ich werde dir alles bezahlen!'
27Der Herr jenes leibeigenen Knechtes wurde von Erbarmen bewegt, ließ ihn frei, und das Ausstehende14 erließ15 er ihm.
28Aber jener leibeigene Knecht ging hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare schuldete. Und er griff ihn, würgte [ihn] und sagte: 'Bezahle mir, wenn du etwas schuldest!'
29Daraufhin fiel sein Mitknecht zu seinen Füßen, rief ihn bittend an und sagte: 'Erweise mir Geduld, und ich werde es dir bezahlen!'
30Aber er wollte nicht, sondern ging weg und warf ihn ins Gefängnis, bis er das Geschuldete zurückgezahlt habe.
31Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt. Und sie gingen, und genau schilderten sie ihrem Herrn alles, was geschehen war.
32Dann rief sein Herr ihn herbei, und er sagt zu ihm: 'Böser Knecht! Jene ganze Schuld erließ ich dir, weil du mich bittend anriefst.
33Hätte es sich nicht auch für dich geziemt, dass du dich deines Mitknechtes erbarmtest, wie auch ich mich deiner erbarmte?'
34Und sein Herr war zornig und übergab ihn den Folterknechten, bis er alles zurückgezahlt habe, was er ihm schuldig gewesen war.
35Auf diese Weise wird auch mein himmlischer Vater euch tun, wenn ihr nicht, ein jeder seinem Bruder, von Herzen ihre Übertretungen vergebt."
Fußnoten
- 1 Der Komparativ kann auch i. S. v. "der Größte" zu verstehen sein.
- 2 o.: zu einem Fallstrick wird
- 3 eigtl.: ein Eselsmühlstein; d. i. ein Mühlstein, den ein Esel dreht.
- 4 o.: wegen der Anlässe zum Anstoßen und Fallen.
- 5 i. S. v.: unausweichlich
- 6 möglicherw. ist zu ergänzen: <wiederholt>; o.: <fortgesetzt>; ebenso in V. 9.
- 7 eigtl.: in die Hölle des Feuers
- 8 o.: Engel
- 9 w.: zwischen dir und ihm allein.
- 10 o.: jede Aussage
- 11 eis hier im statischen Sinne: "in meinem Namen" (nicht: "zu meinem Namen hin")
- 12 o.: siebenundsiebzig [Mal]; vgl. 1Mo 4,24 n. d. gr. Üsg.
- 13 Eine unvorstellbare Summe; 1 Talent (6000 Drachmen bzw. Denare), insgesamt 60 Millionen Tagesverdienste, ca. 200 000 Jahresverdienste.
- 14 Das Wort wird auch für ein Darlehen gebraucht.
- 15 o.: vergab; dasselbe Wort wie V. 35