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Neues Testament

Matthäus Kapitel 13

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1An jenem Tag ging Jesus aus dem Haus weg und setzte sich an den See.
2Und es versammelten sich zahlreiche* Mengen zu ihm hin, sodass er in das Schiff stieg und sich setzte. Und die ganze Menge stand am Ufer.
3Und er redete vieles zu ihnen in Gleichnissen: "Siehe!", sagte er. "Der Sämann ging aus zu säen.
4Als er säte, fiel das eine an den Weg hin, und es kamen die Vögel und fraßen es auf.
5Anderes fiel auf das Felsige, wo es1 nicht viel Erde hatte. Und es ging sogleich auf, weil es nicht tiefe Erde hatte.
6Aber als die Sonne hochstieg, wurde es versengt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es.
7Anderes fiel auf die Dornen. Und die Dornen wuchsen empor und erstickten es völlig.
8Anderes fiel auf die edle Erde und gab Frucht, etliches hundertfältig, etliches sechzigfältig, etliches dreißigfältig.
9Wer Ohren zum Hören hat, höre2!"
10Und die Jünger traten herzu und sagten zu ihm: "Weshalb redest du zu ihnen in Gleichnissen?"
11Er antwortete und sagte zu ihnen: "Weil es euch gegeben ist, die Geheimnisse des Königreiches der Himmel zu kennen, aber jenen ist es nicht gegeben;
12denn wer hat, dem wird gegeben werden und in reichem Maße gewährt werden. Aber wer nicht hat, von dem wird auch genommen werden, was er hat.
13Deswegen rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehend nicht sehen und hörend nicht hören noch vernehmen3.
14Und an ihnen wird die Weissagung Jesajas erfüllt4, die lautet: 'Hörend werdet ihr hören und gar nicht vernehmen, und hinsehend werdet ihr hinsehen und gar nicht sehen,
15denn das Herz dieses Volkes wurde empfindungslos, und mit den Ohren wurden sie schwerhörig, und ihre Augen verschlossen sie, damit sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen vernehmen und umkehren möchten und ich sie heilte.' {Jes 6,9.10 n. d. gr. Üsg.}
16Aber selig sind eure Augen, dass sie sehen, und eure Ohren, dass sie hören,
17denn - wahrlich! - ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte begehrten zu sehen, was ihr schaut, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.
18Ihr also, hört das Gleichnis vom Sämann:
19Sooft jemand das Wort vom Königreich hört und nicht vernimmt5, kommt der Böse und raubt, was in seinem Herzen gesät worden ist. Das ist der, [bei dem] an den Weg gesät wurde.
20Der, [bei dem] auf das Felsige gesät wurde, dieser ist der, der das Wort hört und es sogleich mit Freude aufnimmt.
21Er hat aber keine Wurzel in sich, sondern für beschränkte Zeit ist er [da]. Wenn wegen des Wortes Bedrängnis oder Verfolgung entsteht, nimmt er sogleich Anstoß <und stolpert>.
22Der, [bei dem] in die Dornen gesät wurde, dieser ist der, der das Wort hört, und die Sorge der Zeit* dieser <Welt>6 und der Betrug des Reichtums ersticken das Wort, und es wird unfruchtbar7.
23Der, [bei dem] auf die edle Erde gesät wurde, dieser ist der, der das Wort hört und vernimmt, der tatsächlich Frucht trägt, und der eine bringt8 hundertfältig, der andere sechzigfältig, der andere dreißigfältig."
24Ein weiteres Gleichnis legte er ihnen vor und sagte: "Das Königreich der Himmel wurde mit einem Menschen verglichen, der edlen Samen auf sein Feld säte.
25Aber während die Menschen schliefen, kam sein Feind und säte Lolch9 mitten unter den Weizen und ging weg.
26Als die Saat spross und Frucht ansetzte, dann wurde auch der Lolch sichtbar.
27Und die leibeigenen Knechte des Hausherrn kamen herzu und sagten zu ihm: 'Herr, hast du nicht edlen Samen auf dein Feld gesät? Woher hat er denn den Lolch?'
28Er sagte zu ihnen: 'Das tat ein feindlicher Mensch.' Die leibeigenen Knechte sagten zu ihm: 'Willst du also, dass wir hingehen und ihn zusammenlesen?'
29Aber er sagte: 'Nein, damit ihr nicht etwa beim Zusammenlesen des Lolchs zugleich mit ihm den Weizen mit der Wurzel ausreißt.
30Lasst beides zusammen wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Lest zuerst den Lolch zusammen und bindet ihn in Bündel, damit man ihn verbrenne. Den Weizen sammelt in meine Scheune!'"
31Ein weiteres Gleichnis legte er ihnen vor und sagte: "Das Königreich der Himmel ist einem Senfkorn gleich, das ein Mensch nahm und auf seinem Feld säte,
32das in der Tat kleiner ist als alle Samen. Sobald es aber wächst, ist es größer als die Gartengewächse und wird <nach und nach> ein Baum10, sodass die Vögel des Himmels kommen und sich in seinen Zweigen niederlassen."
33Ein anderes Gleichnis redete er zu ihnen: "Das Königreich der Himmel ist einem Sauerteig gleich, den eine Frau nahm und unter drei Maß Mehl <mengte und> verbarg, bis es ganz durchsäuert wurde."
34Das alles redete Jesus in Gleichnissen zu den Mengen, und ohne Gleichnis redete er nicht zu ihnen,
35auf dass das erfüllt werde, was durch den Propheten geredet wurde, als er sagte: "Ich werde meinen Mund auftun in Gleichnissen. Ich werde aussprechen, was von Gründung der Welt an verborgen war." {Vgl. Ps 78,2.}
36Dann entließ Jesus die Mengen und ging in das Haus. Und seine Jünger traten zu ihm und sagten: "Deute uns das Gleichnis vom Lolch des Feldes."
37Er antwortete und sagte zu ihnen: "Der den edlen Samen sät, ist der Sohn des Menschen.
38Das Feld ist die Welt. Der edle Same, das sind die Söhne des Königreiches. Der Lolch sind die Söhne des Bösen.
39Der Feind, der ihn säte, ist der Teufel. Die Ernte ist die Vollendung der Weltzeit*. Die Schnitter sind [himmlische] Boten.
40Wie also der Lolch zusammengelesen und mit Feuer verbrannt wird, so wird es in der Vollendung dieser Weltzeit11 sein.
41Der Sohn des Menschen wird seine Boten aussenden, und sie werden aus seinem Königreich alle Anstöße, <Anlässe des Stolperns und Fallens>, und die, die das Gesetzlose12 tun, zusammenlesen
42und werden sie in den Feuerofen werfen. Dort wird das Weinen sein und das Zähneknirschen.
43Dann werden die Gerechten hervorleuchten wie die Sonne im Königreich ihres Vaters. Wer Ohren zum Hören hat, höre13!
44Wiederum ist das Königreich der Himmel gleich einem verborgenen Schatz im Feld, den ein Mensch fand und verbarg. Und vor Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenes Feld.
45Wiederum ist das Königreich der Himmel gleich einem Menschen, einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte,
46der, als er eine sehr kostbare Perle fand, hinging, und er hat alles verkauft, was er hatte; und er kaufte sie.
47Wiederum ist das Königreich der Himmel gleich einem Schleppnetz, das ins Meer geworfen wurde und von allerlei Art zusammenbrachte,
48das sie, als es gefüllt war, ans Ufer heraufzogen. Und sie setzten sich und lasen die Edlen zusammen in Gefäße, aber die Faulen warfen sie hinaus.
49So wird es in der Vollendung der Weltzeit sein: Die [himmlischen] Boten werden ausgehen, und sie werden die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern,
50und sie werden sie in den Feuerofen werfen: Dort wird das Weinen sein und das Zähneknirschen."
51Jesus sagt zu ihnen: "Habt ihr das alles verstanden?" Sie sagen zu ihm: "Ja, Herr!"
52Er sagte zu ihnen: "Deswegen ist jeder Schriftgelehrte, der als Jünger für das Königreich der Himmel unterrichtet wurde, gleich einem Menschen, einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt."
53Und es geschah, als Jesus diese Gleichnisse beendet hatte, begab er sich von dort weg.
54Und er kam in seine Vaterstadt und lehrte sie in ihrer Synagoge, sodass sie sehr erstaunten und sagten: "Woher [hat] dieser diese Weisheit und die Kräfte?
55Ist er nicht der Sohn des °Handwerkers? Wird nicht seine Mutter Maria genannt, und [heißen nicht] seine Brüder Jakobus und Joses und Simon und Judas?
56Und sind nicht seine Schwestern alle bei uns? Woher also ist diesem das alles?"
57Und sie nahmen Anstoß an ihm. Aber Jesus sagte zu ihnen: "Ein Prophet ist nicht ohne Ehre außer in seiner Vaterstadt und in seinem Haus."
58Und er übte dort nicht viele Krafttaten14 aus wegen ihres Unglaubens.

Fußnoten

  1. 1 d. h.: das Saatkorn
  2. 2 i. S. v.: höre immerfort; o.: höre intensiv.
  3. 3 und verstehen; so a. V. 14.15.
  4. 4 eigtl.: vollends erfüllt; vollendet
  5. 5 und versteht; so a. V. 23.
  6. 6 o.: die Sorge dieser Weltzeit
  7. 7 o.: geschieht ohne Frucht.
  8. 8 w.: macht
  9. 9 D. i. eine getreideähnliche Grasgattung, u. a. mit der giftigen Sorte des Taumellolchs.
  10. 10 Es handelt sich um den Schwarzen Senf, eine einjährige Pflanze mit holzigem Stamm, die sehr schnell aufschießt und eine Höhe von 2,5 m bis 3 m erreicht.
  11. 11 o.: dieses Äons; s. Üsgsk. im Ergänzungsband.
  12. 12 o.: Ungesetzliche
  13. 13 i. S. v.: höre immerfort; o.: höre intensiv; der gr. Impv. Präs. kann eine fortwährende, wiederholte oder intensivierte Handlung zum Ausdruck bringen.
  14. 14 o.: Kräfte