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Neues Testament

Matthäus Kapitel 22

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und nach der Antwort sprach Jesus wieder in Gleichnissen zu ihnen und sagte:
2"Das Königreich der Himmel wurde mit einem Menschen verglichen, einem König, der seinem Sohn ein Hochzeitsfest machte.
3Und er sandte seine leibeigenen Knechte, die Geladenen1 zum Hochzeitsfest zu rufen. Und sie wollten nicht kommen.
4Wieder sandte er Knechte2, andere, und er sagte: 'Sagt den Geladenen: Seht! Mein Mahl bereitete ich. Meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, und alles ist bereit. Kommt zum Hochzeitsfest!'
5Aber sie kümmerten sich nicht darum und gingen weg, der eine aufs eigene Feld, der andere an seinen Handel.
6Die übrigen griffen seine Knechte, misshandelten sie <in übermütiger Weise> und töteten sie.
7Und als der König es hörte, war er zornig und schickte seine Truppen und brachte jene Mörder um und setzte ihre Stadt in Brand.
8Dann sagt er zu seinen Knechten: 'Das Hochzeitsfest ist bereit, aber die Geladenen waren nicht würdig.
9Begebt euch also auf die durchziehenden Straßen3 und ruft4 zum Hochzeitsfest so viele ihr findet!'
10Jene Knechte gingen hinaus auf die Straßen und brachten alle zusammen, so viele sie fanden, sowohl Böse als auch Gute. Und der Hochzeits[saal] wurde voll von solchen, die [zu Tisch] lagen.
11Als der König hereinkam, die [zu Tisch] Liegenden zu besehen, sah er dort einen Menschen, der nicht mit einem Hochzeitskleid bekleidet war.
12Und er sagt zu ihm: 'Gefährte, wie kamst du hier herein, da du kein Hochzeitskleid hast?' Aber er verstummte.
13Dann sagte der König zu den Dienern: 'Bindet ihm Füße und Hände. Nehmt ihn und werft [ihn] hinaus in die Finsternis draußen.' Dort wird das Weinen sein und das Zähneknirschen.
14Es sind nämlich viele gerufen5 aber wenige erwählt."6
15Dann gingen die Pharisäer hin und hielten Rat, auf dass sie ihn in einem Wort7 fangen8 könnten.
16Und sie senden ihre Jünger mit den Herodianern zu ihm und sagen: "Lehrer, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und den Weg Gottes in Wahrheit lehrst und dich um niemanden kümmerst, denn du siehst nicht auf das Angesicht von Menschen9.
17Sage uns also, was du meinst: Ist es gestattet, dem Kaiser Kopfsteuer zu geben, oder nicht?"
18Da Jesus aber ihre Bosheit kannte, sagte er: "Was versucht ihr mich, Heuchler?
19Zeigt mir die Steuermünze." Sie reichten ihm einen Denar.
20Und er sagt zu ihnen: "Wessen ist dieses Bild und die Aufschrift?"
21Sie sagen ihm: "Des Kaisers." Dann sagt er zu ihnen: "Gebt also dem Kaiser ab, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist."
22Und als sie es hörten, verwunderten sie sich. Und sie ließen ihn und gingen weg.
23An jenem Tag kamen Sadduzäer hin zu ihm, die sagen, es gebe keine Auferstehung. Und sie befragten ihn:
24"Lehrer", sagten sie, "Mose sagte: Wenn jemand stirbt und keine Kinder hat, soll* sein Bruder seine Frau heiraten10 und seinem Bruder Samen erwecken11.
25Es waren bei uns sieben Brüder. Und der erste, nachdem er geheiratet hatte, starb, und weil er keinen Samen hatte, hinterließ er seine Frau seinem Bruder;
26gleicherweise auch der zweite und der dritte, bis hin zu dem siebenten.
27Zuletzt von allen starb auch die Frau.
28In der Auferstehung also, von welchem von den Sieben wird sie die Frau sein? - denn alle hatten sie."
29Jesus antwortete und sagte zu ihnen: "Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt12 noch die Kraft Gottes;
30denn in der Auferstehung heiraten sie nicht, noch werden sie verheiratet, sondern sie sind wie Boten13 Gottes im Himmel.
31Was aber die Auferstehung der Toten betrifft: Last ihr nicht, was von Gott zu euch gesagt wurde:
32'Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs'? {2Mo 3,6.15} Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden."
33Und als die Mengen es hörten, erstaunten sie über seine Lehre.
34Die Pharisäer hörten, dass er die Sadduzäer zum Verstummen gebracht hatte, und versammelten sich an einem gemeinsamen Ort14.
35Und einer von ihnen, ein Gesetzesgelehrter, befragte ihn. Er wollte ihn versuchen15 und sagte:
36"Lehrer, welches Gebot ist groß im Gesetz?"16
37Jesus sagte zu ihm: "'Du sollst* den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken.' {5Mo 6,5}
38Dieses ist das erste und große Gebot.
39Ein zweites ist ihm aber gleich: 'Du sollst* deinen Nächsten17 lieben wie dich selbst.' {3Mo 19,18}
40An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten."
41Als die Pharisäer versammelt waren, befragte Jesus sie.
42Er sagte: "Was denkt ihr über den Gesalbten? Wessen Sohn ist er?" Sie sagen zu ihm: "Davids."
43Er sagt zu ihnen: "Wie also nennt David ihn im Geist einen Herrn, wenn er sagt:
44'Es sagte der Herr18 zu meinem Herrn19: 'Sitze zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege20 zum Schemel deiner Füße'? {Ps 110,1}
45Wenn David ihn also einen Herrn nennt, wie ist er sein Sohn?"
46Und niemand konnte ihm ein Wort antworten. Auch wagte niemand von jenem Tag an, ihn noch <weiter> zu befragen.

Fußnoten

  1. 1 Das Wort im Gt. kann "Geladene" wie "Gerufene" bed.; ebenso V. 4.8; vgl. V. 14.
  2. 2 eigtl.: leibeigene Knechte; so a. i. Folg.
  3. 3 o.: auf die Ausgänge der [städtischen] Straßen, d. h.: an die Stellen, an denen die aus der Stadt führenden Straßen die Stadt verlassen
  4. 4 o.: ladet
  5. 5 d. h.: geladen
  6. 6 o.: Viele nämlich sind Gerufene, wenige aber Erwählte. V. 23 wird von der überwiegenden Mehrheit der gr. Hss (und von alten Übersetzungen ab dem 4. Jhdt.) bezeugt. (Einige Codices sowie ein Teil der alten Üsgn. haben ihn nicht.)
  7. 7 o.: in der Rede
  8. 8 eigtl.: <wie mit einer Schlinge> fangen
  9. 9 d. h.: dir geht es nicht um das Ansehen der Person.
  10. 10 o.: mit seiner Frau die Schwagerehe eingehen
  11. 11 d. h.: wie aus dem Tode aufstehen lassen.
  12. 12 eigtl.: nicht wirklich kennt
  13. 13 Das Gr. kennt kein besonderes Wort für Engel.
  14. 14 o.: versammelten sie sich mit der gemeinsamen Absicht.
  15. 15 o.: auf die Probe stellen
  16. 16 o.: Nach welchem Grundsatz ist ein Gebot im Gesetz als ein großes einzustufen? o.: Welches Gebot im Gesetz ist an Bedeutsamkeit groß bzw. das große?
  17. 17 eigtl.: Nahen
  18. 18 Im heb. AT ist damit Jahweh gemeint; in der gr. Üsg. steht statt Jahweh: kürios (Herr).
  19. 19 im heb. AT: adoni (mein Herr); hier werden also zwei verschiedene heb. Begriffe mit demselben gr. Wort übersetzt.
  20. 20 o.: gelegt habe