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Neues Testament

Apostelgeschichte Kapitel 15

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und etliche kamen von Judäa herab und lehrten die Brüder: "Wenn ihr nicht beschnitten werdet nach der Sitte Moses, könnt ihr nicht gerettet werden."
2Als darauf Paulus und Barnabas in nicht geringe Aufregung und nicht geringes Disputieren mit ihnen gerieten, verordneten sie, dass Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen dieser Frage wegen nach Jerusalem zu den Aposteln und Ältesten hinaufgehen sollten.
3So erhielten sie von der Gemeinde also das Geleit1 und durchzogen Phönizien und Samarien und erzählten von der Umkehr derer von den Völkern und machten allen Brüdern große Freude.
4In Jerusalem eingetroffen, wurden sie von der Gemeinde und den Aposteln und den Ältesten in Empfang genommen. Und sie berichteten, wie vieles Gott mit ihnen getan hatte.
5Aber es standen etliche von der Sonderrichtung der Pharisäer, die gläubig geworden waren, auf und sagten: "Man muss sie beschneiden und sie anweisen, das Gesetz Moses zu halten."
6Da kamen die Apostel und die Ältesten zusammen, um diese Sache zu untersuchen.
7Als viel Disputieren aufkam, stand Petrus auf und <richtete sich> an sie und sagte: "Männer, Brüder: Euch ist bekannt, dass von den ersten Tagen her Gott unter uns erwählte2, dass die von den Völkern das Wort der guten Botschaft durch meinen Mund hören und glauben sollten.
8Und Gott, der Kenner der Herzen, legte für sie Zeugnis ab und gab ihnen den Heiligen Geist, so wie auch uns.
9Und er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen: Er reinigte ja ihre Herzen auf den Glauben hin.
10Was versucht ihr also nun Gott, ein Joch auf den Nacken der Jünger zu legen, das weder unsere Väter noch wir zu tragen vermochten?
11Vielmehr glauben wir, durch die Gnade des Herrn Jesus gerettet zu werden, auf dieselbe Weise wie auch jene."
12Da schwieg die ganze Menge und hörte Barnabas und Paulus zu, die erzählten, welche Zeichen und Wunder Gott unter denen von den Völkern durch sie getan hatte.
13Nachdem sie schwiegen, antwortete Jakobus und sagte: "Männer, Brüder: Hört mir zu.
14Symeon erzählte, wie Gott zuerst <eingriff und> darauf sah, von den Völkern ein Volk auf seinen Namen3 zu nehmen.
15Und hiermit stimmen die Worte der Propheten überein, so wie geschrieben ist:
16'Nach diesem werde ich wiederkehren und das Zelt Davids, das gefallen ist, wieder bauen. Und seine Trümmer werde ich wieder bauen, und ich werde es wieder aufrichten,
17auf dass die Übriggebliebenen der Menschen den Herrn <mit Fleiß> suchen und alle von den Völkern, sie, über die mein Name gerufen wird, sagt der Herr, der dieses alles tut.' {Vgl. Am 9,11.12.}
18Von Ewigkeit* her sind Gott alle seine Werke bekannt.
19Darum ist es mein Urteil, denjenigen, die von den Völkern zu Gott umkehren, nicht Mühe zu machen,
20sondern ihnen brieflich mitzuteilen, dass man sich enthalte von den Befleckungen durch die Götzen und von Unzucht4 und Ersticktem5 und Blut,
21denn Mose hat von alten Geschlechtern her von Stadt zu Stadt die, die ihn verkünden, dadurch dass er an jedem Sabbat in den Synagogen gelesen wird."
22Dann gefiel es den Aposteln und den Ältesten zusammen mit der ganzen Versammlung, aus ihrer [Mitte] Männer zu erwählen und zusammen mit Paulus und Barnabas nach Antiochien zu schicken: Judas, zusätzlich Barsabas6 genannt, und Silas, führende Männer unter den Brüdern,
23nachdem sie Folgendes durch ihre Hand [Entsandte]7 geschrieben hatten: "Die Apostel und die Ältesten und die Brüder An die Brüder von den Völkern in den Gegenden von Antiochien und Syrien und Kilikien: Freut euch!*
24Da wir hörten, dass etliche von uns ausgingen und euch mit Worten in Aufregung versetzten und eure Seelen aufwühlten und sagten, dass man beschnitten werden und das Gesetz halten müsse - die nicht von uns beauftragt waren -,
25gefiel es uns, nachdem wir einmütig geworden waren, ausgewählte Männer zu euch hinzuschicken zusammen mit unseren Geliebten, Barnabas und Paulus,
26Menschen, die ihre Seelen8 hingegeben haben für den Namen unseres Herrn, Jesu Christi.
27Wir haben also Judas und Silas gesandt, die auch selbst mündlich dasselbe berichten werden;
28denn es gefiel dem Heiligen Geist und uns, euch keine weitere Last aufzulegen außer diesen notwendigen Stücken:
29dass man sich enthalte von dem den Götzen Geopferten und Blut und Ersticktem9 und Unzucht; wenn ihr euch davor in Acht nehmt, werdet ihr recht handeln. Lebt wohl!"
30Als sie also entlassen waren, gingen sie nach Antiochien. Und sie versammelten die Menge und überreichten den Brief.
31Als sie ihn gelesen hatten, freuten sie sich über den Trost.
32Auch Judas und Silas - und die waren selbst Propheten - riefen mit vielen Worten die Brüder auf und festigten sie.
33Nachdem sie [dort] einige Zeit zugebracht hatten, wurden sie von den Brüdern mit Frieden entlassen zu den Aposteln.
34Aber Silas gefiel es, da zu bleiben.10
35Paulus und Barnabas hielten sich in Antiochien auf, lehrten und sagten die gute Botschaft, das Wort des Herrn, mit noch vielen anderen.
36Nach einigen Tagen <wandte sich> Paulus an Barnabas und sagte: "Wir sollten doch zurückkehren und nach unseren Brüdern schauen in allen Städten, in denen wir die Botschaft, das Wort des Herrn, verbreitet haben, [und sehen], wie es ihnen geht."
37Und Barnabas riet dazu, Johannes, genannt Markus, mitzunehmen.
38Aber Paulus achtete es für angemessen, den, der sich ab Pamphylien von ihnen entfernt hatte und nicht zusammen mit ihnen ans Werk gegangen war, nicht mitzunehmen.
39Es entstand also eine scharfe Gereiztheit, sodass sie sich voneinander trennten, worauf Barnabas Markus zu sich nahm und zu Schiff nach Zypern fuhr.
40Aber Paulus wählte sich Silas und zog aus, von den Brüdern der Gnade Gottes übergeben.
41Er durchzog Syrien und Kilikien und festigte die Gemeinden.

Fußnoten

  1. 1 Möglicherw. schloss dieses ein fürsorgliches Ausrüsten für die Reise ein; vgl. Tit 3,13; 3Joh 6.
  2. 2 o.: plante; der Ausdruck im Gt. ist an dieser Stelle ausnahmsweise intransitiv.
  3. 3 o.: ein Volk, [genannt] nach seinem Namen; d. h., ein Volk für seinen Namen zu nehmen und seinen Namen als "Familiennamen" zu tragen und so sein Volk sein zu lassen; so auch V. 17; 5Mo 28,10; Jes 43,6.7; 63,19; Jer 14,9; 15,16.
  4. 4 d. h.: außerehelicher Geschlechtsverbindung
  5. 5 S. zu V. 29.
  6. 6 eigtl.: Bar-Sabas, d. h.: Sohn des Sabas
  7. 7 Vgl. Lechler bei J. P. Lange; Haarbeck u. von Siebenthal; Menge; Elberfelder.
  8. 8 d. h.: ihr Leben
  9. 9 d. h.: von dem Fleisch von Tieren, die ohne Ausfließenlassen des Blutes getötet worden waren; vgl. 3Mo 17,13; 5Mo 12,16.
  10. 10 so n. dem t. r. u. einem Teil der gr. Hss u. alten Üsgn. Der V. wird vom byz. Mehrheitstext nicht bezeugt.