Neues Testament
Apostelgeschichte Kapitel 20
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Nachdem der Aufruhr sich gelegt hatte, rief Paulus die Jünger zu sich, nahm Abschied von ihnen1 und zog aus, um nach Makedonien zu reisen.
2Nachdem er jene [Land]teile durchzogen und sie mit vielem Wort aufgerufen hatte2, kam er nach Griechenland3.
3Als er [hier] drei Monate tätig gewesen war, kam er zu dem Entschluss, durch Makedonien zurückzukehren, da die Juden einen Anschlag auf ihn unternahmen, als er im Begriff war, nach Syrien hinauszufahren.
4Es begleiteten ihn bis nach Asien Sopater, ein Beröer, von den Thessalonichern Aristarchus und Sekundus, auch Gajus, ein Derbier4, und Timotheus und die Asiaten Tychikus und Trophimus.
5Diese gingen voraus und warteten auf uns in Troas.
6Wir aber fuhren nach den Tagen der ungesäuerten [Brote] zu Schiff von Philippi ab und kamen in fünf Tagen hin zu ihnen nach Troas, wo wir sieben Tage verbrachten.
7Am ersten [Tag] der Woche5, als die Jünger6 zusammengekommen waren, Brot zu brechen7, sprach Paulus zu ihnen, in der Absicht, am folgenden Tag abzureisen. Und er dehnte die Rede aus bis Mitternacht.
8Es waren zahlreiche Fackeln in dem Obersaal, wo wir zusammengekommen waren.
9Im Fenster8 saß ein gewisser Jugendlicher namens Eutychus, [der] <allmählich> in einen tiefen Schlaf sank; und, während Paulus die Ansprache9 in die Länge zog, wurde er vom Schlaf überwältigt und fiel von der dritten Bauebene10 hinab und wurde tot aufgehoben.
10Aber Paulus ging hinab, warf sich über ihn und umfasste ihn. Dann sagte er: "Seid nicht in Aufregung!11 Seine Seele12 ist in ihm."
11Er ging hinauf und brach [das] Brot13, und nachdem er gegessen hatte, war er noch lange im Gespräch, bis Tagesanbruch, und so14 reiste er ab.
12Den Knaben brachten sie lebend und waren nicht wenig getröstet.
13Wir gingen voraus auf das Schiff und fuhren hinaus nach Assos; von dort an wollten wir Paulus wieder aufnehmen, denn so hatte er es angeordnet, da er vorhatte, zu Fuß zu gehen.
14Als er zu Assos mit uns zusammentraf, nahmen wir ihn auf; und wir kamen nach Mitylene.
15Von dort zu Schiff abgefahren gelangten wir am [Tag] darauf Chios gegenüber an. Am folgenden landeten wir zu Samos, und nachdem wir in Trogyllium geblieben waren, kamen wir am nächsten [Tag] nach Milet;
16denn Paulus hatte entschieden, an Ephesus vorbeizufahren, damit er nicht in Asien Zeit verbringen müsste, denn er eilte, um, wenn es ihm möglich wäre, zum Tag der Pfingsten Jerusalem zu erreichen.
17Von Milet schickte er nach Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde herüberrufen.
18Als sie zu ihm gekommen waren, sagte er zu ihnen: "Es ist euch bekannt, wie ich mich vom ersten Tag an, als ich Asien betrat, die ganze Zeit unter euch verhielt,
19dass ich dem Herrn <als ein leibeigener Knecht> diente mit aller Demut und vielen Tränen und Prüfungen, die mir durch die Nachstellungen der Juden widerfuhren,
20wie ich nichts von dem, was nützlich war, zurückhielt, sodass ich es euch nicht berichtet und es euch nicht gelehrt hätte öffentlich und von Haus zu Haus,
21wobei ich sowohl Juden als auch Griechen mit Ernst bezeugte die Buße* zu Gott hin und den Glauben an unseren Herrn, Jesus Christus.
22Und nun - siehe - gebunden im Geist ziehe ich nach Jerusalem, ohne zu wissen, was mir dort begegnen wird,
23außer dass der Heilige Geist von Stadt zu Stadt mit Ernst bezeugt und sagt, dass Fesseln und Bedrängnisse meiner warten.
24Jedoch nichts [von diesen Dingen] ziehe ich in Betracht15, noch halte ich meine Seele16 als für mich teuer, wenn es gilt, meinen Lauf mit Freude zu vollenden und den Dienst, den ich von dem Herrn Jesus empfing, mit Ernst zu bezeugen die gute Botschaft der Gnade Gottes.
25Und nun - siehe - ich weiß, dass ihr mein Angesicht nicht mehr sehen werdet, ihr alle, bei denen ich umherzog und das Königreich Gottes verkündete.
26Darum bezeuge ich euch am heutigen Tage, dass ich rein bin vom Blut aller,
27denn ich hielt nicht zurück, sodass ich euch nicht den ganzen Ratschluss Gottes berichtet hätte.
28Gebt also <stets> acht auf euch selbst und auf die ganze kleine Herde, in der der Heilige Geist euch zu Aufsehern setzte, um Hirten zu sein für die Gemeinde Gottes, die er sich durch das Blut [seines] Eigenen17 erwarb,
29denn dieses weiß ich, dass nach meinem Weggehen schlimme Wölfe zu euch hineinkommen werden und die kleine Herde nicht schonen werden.
30Auch aus euch selbst18 werden Männer aufstehen, die [Dinge], die verkehrt worden sind, 19reden werden, um die Jünger wegzuziehen hinter sich her.
31Darum seid wachsam und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Nacht und Tag nicht abließ, jeden Einzelnen unter Tränen zu ermahnen.
32Und nun, Brüder, übergebe ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das Kraft hat, euch aufzubauen und ein Erbe zu geben unter allen Geheiligten.
33Silber oder Gold oder Kleidung begehrte ich von niemandem.
34Euch ist selbst bekannt, dass diese Hände für meine Bedürfnisse und für meine Gefährten dienstbar waren.
35Mit allem zeigte ich euch im Beispiel, dass man so arbeiten und sich der Schwachen annehmen20 und an die Worte des Herrn Jesus denken sollte - dass er sagte: 'Ein Seliges ist es zu geben, - mehr als zu nehmen21.'"
36Und nachdem er dieses gesagt hatte, beugte er die Knie zusammen mit ihnen allen und betete.
37Da entstand viel Weinen bei allen, und sie fielen Paulus um den Hals und küssten ihn herzlich,
38schmerzlich bewegt, am meisten über das Wort, das er gesagt hatte, sie sollten <künftig> sein Angesicht nicht mehr zu Gesicht bekommen. Und sie geleiteten ihn zum Schiff.
2Nachdem er jene [Land]teile durchzogen und sie mit vielem Wort aufgerufen hatte2, kam er nach Griechenland3.
3Als er [hier] drei Monate tätig gewesen war, kam er zu dem Entschluss, durch Makedonien zurückzukehren, da die Juden einen Anschlag auf ihn unternahmen, als er im Begriff war, nach Syrien hinauszufahren.
4Es begleiteten ihn bis nach Asien Sopater, ein Beröer, von den Thessalonichern Aristarchus und Sekundus, auch Gajus, ein Derbier4, und Timotheus und die Asiaten Tychikus und Trophimus.
5Diese gingen voraus und warteten auf uns in Troas.
6Wir aber fuhren nach den Tagen der ungesäuerten [Brote] zu Schiff von Philippi ab und kamen in fünf Tagen hin zu ihnen nach Troas, wo wir sieben Tage verbrachten.
7Am ersten [Tag] der Woche5, als die Jünger6 zusammengekommen waren, Brot zu brechen7, sprach Paulus zu ihnen, in der Absicht, am folgenden Tag abzureisen. Und er dehnte die Rede aus bis Mitternacht.
8Es waren zahlreiche Fackeln in dem Obersaal, wo wir zusammengekommen waren.
9Im Fenster8 saß ein gewisser Jugendlicher namens Eutychus, [der] <allmählich> in einen tiefen Schlaf sank; und, während Paulus die Ansprache9 in die Länge zog, wurde er vom Schlaf überwältigt und fiel von der dritten Bauebene10 hinab und wurde tot aufgehoben.
10Aber Paulus ging hinab, warf sich über ihn und umfasste ihn. Dann sagte er: "Seid nicht in Aufregung!11 Seine Seele12 ist in ihm."
11Er ging hinauf und brach [das] Brot13, und nachdem er gegessen hatte, war er noch lange im Gespräch, bis Tagesanbruch, und so14 reiste er ab.
12Den Knaben brachten sie lebend und waren nicht wenig getröstet.
13Wir gingen voraus auf das Schiff und fuhren hinaus nach Assos; von dort an wollten wir Paulus wieder aufnehmen, denn so hatte er es angeordnet, da er vorhatte, zu Fuß zu gehen.
14Als er zu Assos mit uns zusammentraf, nahmen wir ihn auf; und wir kamen nach Mitylene.
15Von dort zu Schiff abgefahren gelangten wir am [Tag] darauf Chios gegenüber an. Am folgenden landeten wir zu Samos, und nachdem wir in Trogyllium geblieben waren, kamen wir am nächsten [Tag] nach Milet;
16denn Paulus hatte entschieden, an Ephesus vorbeizufahren, damit er nicht in Asien Zeit verbringen müsste, denn er eilte, um, wenn es ihm möglich wäre, zum Tag der Pfingsten Jerusalem zu erreichen.
17Von Milet schickte er nach Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde herüberrufen.
18Als sie zu ihm gekommen waren, sagte er zu ihnen: "Es ist euch bekannt, wie ich mich vom ersten Tag an, als ich Asien betrat, die ganze Zeit unter euch verhielt,
19dass ich dem Herrn <als ein leibeigener Knecht> diente mit aller Demut und vielen Tränen und Prüfungen, die mir durch die Nachstellungen der Juden widerfuhren,
20wie ich nichts von dem, was nützlich war, zurückhielt, sodass ich es euch nicht berichtet und es euch nicht gelehrt hätte öffentlich und von Haus zu Haus,
21wobei ich sowohl Juden als auch Griechen mit Ernst bezeugte die Buße* zu Gott hin und den Glauben an unseren Herrn, Jesus Christus.
22Und nun - siehe - gebunden im Geist ziehe ich nach Jerusalem, ohne zu wissen, was mir dort begegnen wird,
23außer dass der Heilige Geist von Stadt zu Stadt mit Ernst bezeugt und sagt, dass Fesseln und Bedrängnisse meiner warten.
24Jedoch nichts [von diesen Dingen] ziehe ich in Betracht15, noch halte ich meine Seele16 als für mich teuer, wenn es gilt, meinen Lauf mit Freude zu vollenden und den Dienst, den ich von dem Herrn Jesus empfing, mit Ernst zu bezeugen die gute Botschaft der Gnade Gottes.
25Und nun - siehe - ich weiß, dass ihr mein Angesicht nicht mehr sehen werdet, ihr alle, bei denen ich umherzog und das Königreich Gottes verkündete.
26Darum bezeuge ich euch am heutigen Tage, dass ich rein bin vom Blut aller,
27denn ich hielt nicht zurück, sodass ich euch nicht den ganzen Ratschluss Gottes berichtet hätte.
28Gebt also <stets> acht auf euch selbst und auf die ganze kleine Herde, in der der Heilige Geist euch zu Aufsehern setzte, um Hirten zu sein für die Gemeinde Gottes, die er sich durch das Blut [seines] Eigenen17 erwarb,
29denn dieses weiß ich, dass nach meinem Weggehen schlimme Wölfe zu euch hineinkommen werden und die kleine Herde nicht schonen werden.
30Auch aus euch selbst18 werden Männer aufstehen, die [Dinge], die verkehrt worden sind, 19reden werden, um die Jünger wegzuziehen hinter sich her.
31Darum seid wachsam und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Nacht und Tag nicht abließ, jeden Einzelnen unter Tränen zu ermahnen.
32Und nun, Brüder, übergebe ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das Kraft hat, euch aufzubauen und ein Erbe zu geben unter allen Geheiligten.
33Silber oder Gold oder Kleidung begehrte ich von niemandem.
34Euch ist selbst bekannt, dass diese Hände für meine Bedürfnisse und für meine Gefährten dienstbar waren.
35Mit allem zeigte ich euch im Beispiel, dass man so arbeiten und sich der Schwachen annehmen20 und an die Worte des Herrn Jesus denken sollte - dass er sagte: 'Ein Seliges ist es zu geben, - mehr als zu nehmen21.'"
36Und nachdem er dieses gesagt hatte, beugte er die Knie zusammen mit ihnen allen und betete.
37Da entstand viel Weinen bei allen, und sie fielen Paulus um den Hals und küssten ihn herzlich,
38schmerzlich bewegt, am meisten über das Wort, das er gesagt hatte, sie sollten <künftig> sein Angesicht nicht mehr zu Gesicht bekommen. Und sie geleiteten ihn zum Schiff.
Fußnoten
- 1 wahrsch. mit einem Abschiedswort u. anschließender Umarmung, was der gr. Ausdruck beinhalten kann.
- 2 und ihnen Zuspruch gegeben hatte
- 3 Hellas; hier Bezeichnung der röm. Provinz Achaia, deren Hauptstadt Korinth war.
- 4 d. h.: einer von Derbe
- 5 eigtl.: in Bezug auf den Sabbat (d. h.: vom Sabbat an gerechnet); d. i.: am Sonntag.
- 6 so mit der überwiegenden Mehrheit der gr. Hss. Eine Anzahl der gr. Hss (Aleph, A, B, D, E, Psi und mindestens 14 Minuskeln) hat "wir" anstatt "die Jünger".
- 7 "Brot brechen" war eine damals übliche Bezeichnung für "eine Mahlzeit einnehmen"; man begann die Mahlzeiten mit dem Brechen von Brot.
- 8 Dieses konnte bis zum Fußboden reichen und zum Innenhof hin offen sein.
- 9 o.: Darlegung; o.: Erörterung
- 10 d. h.: vom zweiten Stockwerk
- 11 o.: Macht keinen Lärm!
- 12 d. h.: sein Leben
- 13 d. h.: nahm eine Mahlzeit ein; s. zu V. 7.
- 14 d. h. also, ohne geschlafen zu haben
- 15 eigtl.: nichts trage ich in die Rechnung ein
- 16 d. h.: mein Leben
- 17 so der Byz. Text; n. dem t. r.: durch sein eigenes Blut
- 18 d. h.: aus eurer Mitte
- 19 Das Wort im Gt. ist ein Partizip im Pf.; w.: verkehrt worden Seiendes
- 20 o.: <immer wieder> annehmen
- 21 o.: zu empfangen.