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Neues Testament

Apostelgeschichte Kapitel 4

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Während sie zum Volk redeten, traten die Priester und der Sicherheitsverantwortliche der Tempelstätte1 und die Sadduzäer auf sie zu.
2Die verdross es, dass sie das Volk lehrten und mit Jesus2 die Botschaft der Auferstehung der Toten verbreiteten.
3Und sie legten Hand an sie und setzten sie ins Gefängnis bis zum folgenden Tag, denn es war bereits Abend.
4Aber viele von denen, die das Wort gehört hatten, glaubten. Und die Zahl der Männer stieg auf etwa fünftausend.
5Es geschah aber am folgenden Tag, dass ihre Obersten und Ältesten und Schriftgelehrten sich zu Jerusalem versammelten
6und Annas, der Hohe Priester, und Kajaphas und Johannes und Alexander und alle, die aus hohepriesterlichem Geschlecht waren.
7Und sie stellten sie in die Mitte und erkundigten sich: "In welcher Kraft oder in welchem Namen tatet ihr dieses?"
8Dann sagte Petrus, erfüllt mit dem Heiligen Geist, zu ihnen: "Oberste des Volkes und Älteste von Israel!
9Wenn wir heute verhört werden hinsichtlich eines guten Werkes an einem schwachen Menschen, wodurch er heil gemacht3 worden ist,
10sei euch allen und allem Volk Israel kund, dass in dem Namen Jesu Christi, des Nazareners, den ihr kreuzigtet, den Gott von den Toten erweckte, durch diesen dieser vor euch gesund steht.
11Das ist der von euch, den Bauenden, verachtete Stein, der zum Haupt[stein] der Ecke4 geworden ist.
12Und es ist in keinem anderen die Rettung, denn es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen."
13Als sie die Freimütigkeit des Petrus und Johannes sahen - sie hatten auch vernommen5, dass sie ungelehrte Menschen waren -, staunten sie. Sie erkannten sie auch als solche, die zusammen mit Jesus gewesen waren.
14Als sie aber den Menschen, der geheilt worden war, bei ihnen stehen sahen, hatten sie nichts, um dagegen zu reden.
15Aber sie befahlen ihnen, aus dem Hohen Rat* abzutreten. Und sie berieten miteinander
16und sagten: "Was sollen wir mit diesen Menschen machen? - denn dass tatsächlich ein offenkundiges Zeichen durch sie geschehen ist, ist allen Bewohnern Jerusalems offenbar, und wir vermögen es nicht zu leugnen.
17Damit es sich jedoch nicht unter dem Volk weiter verbreite, lasst uns sie ernstlich bedrohen, dass sie hinfort zu keinem Menschen <unter Berufung> auf diesen Namen reden."
18Und sie riefen sie und wiesen sie an, überhaupt nicht einen Laut vernehmen zu lassen noch zu lehren <unter Berufung> auf den Namen Jesus.
19Aber Petrus und Johannes antworteten* und sagten zu ihnen: "Entscheidet ihr <selbst>, ob es in den Augen Gottes recht sei, auf euch eher zu hören als auf Gott,
20denn es ist uns unmöglich, von dem, was wir sahen und hörten, nicht zu reden."
21Sie drohten ihnen aber noch weiter und ließen sie frei, weil sie keinen Weg fanden, wie sie zu bestrafen wären, wegen des Volkes, weil alle Gott verherrlichten über dem, was geschehen war;
22denn der Mensch war über vierzig Jahre alt, an dem dieses Zeichen der Heilung geschehen war.
23Nachdem sie freigelassen worden waren, kamen sie zu den Ihrigen und berichteten, was alles die Hohen Priester und die Ältesten zu ihnen gesagt hatten.
24Sie, nachdem sie es gehört hatten, erhoben in Einmütigkeit die Stimme zu Gott und sagten: "Unumschränkter Herrscher, du bist der Gott, der den Himmel und die Erde6 und das Meer und alles, was in ihnen ist, machte,
25der durch den Mund Davids, deines Knechtes, sagte: 'Warum empörten sich [die] Völker und unternahmen Vergebliches [die] Volksscharen?
26Es traten an die Könige der Erde7, und die Obersten waren zusammengekommen8 [und] auf dasselbe [Ziel gerichtet], gegen den Herrn und gegen seinen Gesalbten', {Ps 2,1.2}
27denn, wahrlich, es waren zusammengekommen9 [in Feindschaft] gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hattest, beide, Herodes und Pontius Pilatus, zusammen mit [den] Völkern und Volksscharen Israels,
28alles zu tun, was deine Hand und dein Ratschluss im Voraus bestimmte, dass es geschehen sollte.
29Und jetzt, Herr! Sieh an ihre Androhungen und gib deinen leibeigenen Knechten, mit aller Freimütigkeit dein Wort zu reden,
30während du deine Hand zur Heilung ausstreckst und Zeichen und Wunder durch den Namen deines heiligen Knechtes10 Jesus geschehen."
31Als sie ihr Flehen beendet hatten, erbebte der Ort, an dem sie versammelt waren, und sie wurden alle erfüllt mit dem Heiligen Geist, und sie sagten das Wort Gottes mit Freimütigkeit.
32Die Menge der Gläubigen11 war ein Herz und eine Seele. Und auch nicht einer sagte, dass etwas von dem, was ihm gehörte, sein Eigen wäre, sondern es war ihnen alles gemeinsam.
33Und mit großer Kraft gaben die Apostel Zeugnis von der Auferstehung des Herrn Jesus. Und große Gnade war auf ihnen allen,
34denn es litt auch nicht jemand unter ihnen Mangel, denn die, die Eigentümer von Grundstücken oder Häusern waren, verkauften sie und brachten den Erlös des Verkauften
35und legten ihn zu den Füßen der Apostel. Und man teilte einem jeden aus, entsprechend dem, wie er Bedarf hatte.
36Joses, von den Aposteln zusätzlich Barnabas12 genannt (das heißt übersetzt: 'Sohn des Trostes'), ein Levit, aus Zypern gebürtig,
37besaß ein Feld, das er verkaufte; und er brachte das Geld und legte es zu den Füßen der Apostel.

Fußnoten

  1. 1 D. i. der Offizier der Tempelwache; der Verantwortliche der Tempelpolizei.
  2. 2 o.: an Jesus; d. h.: mittels [der Auferstehung] Jesu; unter Hinweis auf Jesus
  3. 3 eigtl.: gerettet; nämlich von seiner Krankheit
  4. 4 d. h.: zu dem [den Bau] bestimmenden, an der äußeren Ecke liegenden Stein
  5. 5 erg.: und es war ihnen klar
  6. 6 "Erde" (bzw. "Land") steht im Gegensatz zum "Meer".
  7. 7 i. S. v.: des Landes; Ps 2,1.2.
  8. 8 eigtl.: waren zusammengeführt bzw. waren zusammengeführt worden; so a. V. 27.
  9. 9 o.: waren zusammengezogen; eigtl.: waren zusammengeführt [worden].
  10. 10 gr. pais (zum Unterschied von douloi, leibeigene Knechte in V. 29)
  11. 11 eigtl.: derer, die glaubten
  12. 12 o.: Bar-Nabas; bed.: Sohn des Nabas