Neues Testament
Apostelgeschichte Kapitel 27
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Als beschlossen war, dass wir zu Schiff nach Italien abfahren sollten, übergaben sie Paulus und auch gewisse andere Gefangene einem Hauptmann namens Julius von der Truppeneinheit1 des 'Ehrwürdigen'2.
2Wir bestiegen ein Schiff aus Adramyttium, das die Plätze längs Asien anlaufen sollte, und fuhren hinaus. Zusammen mit uns war Aristarchus, ein Makedonier aus Thessalonich.
3Am anderen [Tag] legten wir zu Sidon an. Und Julius, der im Umgang mit Paulus menschenfreundlich war, erlaubte ihm, zu den Freunden zu gehen, ihre Fürsorge zu genießen.
4Und nachdem wir von dort hinausgefahren waren, fuhren wir unter Zypern hin, weil die Winde entgegen waren.
5Als wir das Meer längs Kilikien und Pamphylien durchfahren hatten, kamen wir hinab nach Myra in Lykien.
6Und dort fand der Hauptmann ein alexandrinisches Schiff, das nach Italien fuhr, und ließ uns in dasselbe einsteigen.
7Als wir aber viele Tage langsam fuhren und mit Mühe in die Nähe von Knidos gelangten, fuhren wir, da uns der Wind nicht heranließ, unter Kreta hin gegen Salmone.
8Mit Mühe fuhren wir daran entlang und kamen an einen gewissen Ort, genannt 'Schöne Häfen', in dessen Nähe die Stadt Lasaia war.
9Nachdem aber geraume Zeit verflossen und die Schifffahrt schon unsicher war, weil auch das Fasten3 schon vorüber war, riet4 Paulus
10und sagte zu ihnen: "Männer, ich nehme wahr, dass die Fahrt mit Unheil und viel Schaden, nicht allein bezüglich der Ladung und des Schiffes, sondern auch bezüglich unserer Seelen, vor sich gehen wird."
11Aber der Hauptmann schenkte dem Steuermann und dem Schiffsherrn mehr Glauben als dem, was Paulus sagte.
12Da der Hafen zum Überwintern ungeeignet war, rieten die meisten dazu, auch von dort auszufahren, ob sie etwa nach Phönix gelangen und überwintern könnten, einem Hafen von Kreta5, der gegen Südwesten und gegen Nordwesten sieht.
13Als der Südwind sanft wehte, meinten sie, ihre Absicht6 erreicht zu haben, lichteten die Anker und fuhren nahe an Kreta hin.
14Aber nicht lange danach stürzte von ihr7 ein Sturmwind herab, Euroklydoon8 genannt.
15Als das Schiff mit fortgerissen wurde und dem Wind nicht die Stirn bieten konnte, gaben wir es preis und ließen uns treiben.
16Als wir unter einer kleinen Insel, Klauda genannt, hinliefen, waren wir [nur] mit Mühe imstande, uns des Rettungsbootes zu bemächtigen.
17Nachdem sie dieses hinaufgezogen hatten, wandten sie Hilfsmaßnahmen9 an und untergürteten das Schiff. Und da sie fürchteten, sie könnten etwa in die Syrte10 verschlagen werden, ließen sie das Takelwerk hernieder und trieben so dahin.
18Da wir aber sehr vom Sturm bedrängt wurden, unternahmen sie am folgenden <Tag> einen Hinauswurf [von Schiffsladung],
19und am dritten Tag warfen wir eigenhändig das Schiffsgerät fort.
20Da aber viele Tage lang weder die Sonne noch Sterne schienen und ein nicht geringer Sturm uns bedrängte, wurde <allmählich> alle noch übrige Hoffnung, dass wir gerettet würden, weggenommen.
21Und da man lange Zeit ohne Speise geblieben war, stellte Paulus sich dann mitten unter sie hin und sagte: "In der Tat, o Männer, man hätte sich mir fügen sollen darin, nicht von Kreta auszufahren, und hätte sich dieses Unheil und diesen Schaden ersparen [können].
22Und jetzt rate ich euch, guten Mutes zu sein, denn es wird - außer dem [Verlust] des Schiffes - keinerlei Verlust einer Seele11 unter euch stattfinden,
23denn in dieser Nacht trat zu mir ein Bote des Gottes, dessen ich bin, dem ich auch verehrend diene,
24und sagte: 'Fürchte dich nicht, Paulus. Du musst vor den Kaiser treten, und - siehe! - Gott hat dir alle geschenkt, die mit dir im Schiff fahren.'
25Darum seid guten Mutes, Männer, denn ich glaube Gott, dass es so sein wird, nach der Weise, wie zu mir geredet worden ist.
26Wir müssen aber auf irgendeine Insel verschlagen werden."
27Als die vierzehnte Nacht gekommen war, während wir in der Adria umhergetrieben wurden, vermuteten die Schiffsleute um die Mitte der Nacht, dass sich ihnen Land nähere.
28Und als sie das Senkblei auswarfen, fanden sie zwanzig Klafter12. Nachdem sie ein wenig weitergefahren waren und das Senkblei wieder ausgeworfen hatten, fanden sie fünfzehn Klafter.
29Und da sie fürchteten, sie könnten irgendwie auf felsige Stellen verschlagen werden, warfen wir vom Heck vier Anker aus und wünschten, dass es Tag würde.
30Als aber [welche] von den Schiffsleuten aus dem Schiff zu fliehen suchten und das [Rettungs]boot ins Meer ließen unter dem Vorwand, vom Vorderschiff Anker auswerfen zu wollen,
31sagte Paulus zum Hauptmann und zu den Soldaten: "Wenn diese nicht im Schiff bleiben, könnt ihr nicht gerettet werden."
32Dann hieben die Soldaten die Taue des [Rettungs]bootes ab und ließen es hinausfallen.
33Bis es sich anschickte, Tag zu werden, rief Paulus alle auf, Nahrung einzunehmen und sagte: "Heute [ist es] der vierzehnte Tag, [dass] ihr wartet und ohne Speise [geblieben] seid und nichts zu euch genommen habt.
34Darum rufe ich euch auf, Speise [zu euch] zu nehmen, denn dieses gereicht zu eurer Rettung; denn keinem von euch wird ein Haar vom Haupt fallen."
35Nachdem er dieses gesagt und Brot genommen hatte, dankte er Gott vor allen, brach es und begann zu essen.
36Es wurden alle guten Mutes und nahmen selbst auch Nahrung zu sich.
37Wir waren in dem Schiff, alle Seelen, zweihundertsechsundsiebzig.
38Nachdem sie sich mit Nahrung gesättigt hatten, warfen sie das Getreide ins Meer und erleichterten <so> das Schiff.
39Als es Tag geworden war, erkannten sie das Land nicht. Sie bemerkten aber eine Bucht, die einen Strand hatte; auf den beabsichtigten sie, wenn möglich, das Schiff zutreiben zu lassen.
40Und sie machten rings die Anker los und ließen sie ins Meer. Zugleich machten sie die Haltetaue der Steuerruder los, hissten das Vordersegel und hielten im wehenden Wind auf den Strand zu.
41Als sie an eine Landzunge gerieten, ließen sie das Schiff auflaufen. Und so saß einerseits der Bug fest und blieb unbeweglich, das Heck andererseits wurde von der Gewalt der Wellen zerschellt.
42Seitens der Soldaten wurde Rat gehalten, dass sie die Gefangenen töteten, damit nicht irgendwer fortschwimmen und entfliehen möchte.
43Aber der Hauptmann, der Paulus hindurchretten wollte, hinderte sie an dem Vorhaben und gab Befehl, dass die, die schwimmen konnten, sich zuerst hinabstürzen und sich ans Land begeben sollten
44und die übrigen teils auf Brettern, teils auf irgendwelchen <Teilen> vom Schiff. Und so geschah es, dass alle hindurchgerettet und ans Land [gebracht] wurden.
2Wir bestiegen ein Schiff aus Adramyttium, das die Plätze längs Asien anlaufen sollte, und fuhren hinaus. Zusammen mit uns war Aristarchus, ein Makedonier aus Thessalonich.
3Am anderen [Tag] legten wir zu Sidon an. Und Julius, der im Umgang mit Paulus menschenfreundlich war, erlaubte ihm, zu den Freunden zu gehen, ihre Fürsorge zu genießen.
4Und nachdem wir von dort hinausgefahren waren, fuhren wir unter Zypern hin, weil die Winde entgegen waren.
5Als wir das Meer längs Kilikien und Pamphylien durchfahren hatten, kamen wir hinab nach Myra in Lykien.
6Und dort fand der Hauptmann ein alexandrinisches Schiff, das nach Italien fuhr, und ließ uns in dasselbe einsteigen.
7Als wir aber viele Tage langsam fuhren und mit Mühe in die Nähe von Knidos gelangten, fuhren wir, da uns der Wind nicht heranließ, unter Kreta hin gegen Salmone.
8Mit Mühe fuhren wir daran entlang und kamen an einen gewissen Ort, genannt 'Schöne Häfen', in dessen Nähe die Stadt Lasaia war.
9Nachdem aber geraume Zeit verflossen und die Schifffahrt schon unsicher war, weil auch das Fasten3 schon vorüber war, riet4 Paulus
10und sagte zu ihnen: "Männer, ich nehme wahr, dass die Fahrt mit Unheil und viel Schaden, nicht allein bezüglich der Ladung und des Schiffes, sondern auch bezüglich unserer Seelen, vor sich gehen wird."
11Aber der Hauptmann schenkte dem Steuermann und dem Schiffsherrn mehr Glauben als dem, was Paulus sagte.
12Da der Hafen zum Überwintern ungeeignet war, rieten die meisten dazu, auch von dort auszufahren, ob sie etwa nach Phönix gelangen und überwintern könnten, einem Hafen von Kreta5, der gegen Südwesten und gegen Nordwesten sieht.
13Als der Südwind sanft wehte, meinten sie, ihre Absicht6 erreicht zu haben, lichteten die Anker und fuhren nahe an Kreta hin.
14Aber nicht lange danach stürzte von ihr7 ein Sturmwind herab, Euroklydoon8 genannt.
15Als das Schiff mit fortgerissen wurde und dem Wind nicht die Stirn bieten konnte, gaben wir es preis und ließen uns treiben.
16Als wir unter einer kleinen Insel, Klauda genannt, hinliefen, waren wir [nur] mit Mühe imstande, uns des Rettungsbootes zu bemächtigen.
17Nachdem sie dieses hinaufgezogen hatten, wandten sie Hilfsmaßnahmen9 an und untergürteten das Schiff. Und da sie fürchteten, sie könnten etwa in die Syrte10 verschlagen werden, ließen sie das Takelwerk hernieder und trieben so dahin.
18Da wir aber sehr vom Sturm bedrängt wurden, unternahmen sie am folgenden <Tag> einen Hinauswurf [von Schiffsladung],
19und am dritten Tag warfen wir eigenhändig das Schiffsgerät fort.
20Da aber viele Tage lang weder die Sonne noch Sterne schienen und ein nicht geringer Sturm uns bedrängte, wurde <allmählich> alle noch übrige Hoffnung, dass wir gerettet würden, weggenommen.
21Und da man lange Zeit ohne Speise geblieben war, stellte Paulus sich dann mitten unter sie hin und sagte: "In der Tat, o Männer, man hätte sich mir fügen sollen darin, nicht von Kreta auszufahren, und hätte sich dieses Unheil und diesen Schaden ersparen [können].
22Und jetzt rate ich euch, guten Mutes zu sein, denn es wird - außer dem [Verlust] des Schiffes - keinerlei Verlust einer Seele11 unter euch stattfinden,
23denn in dieser Nacht trat zu mir ein Bote des Gottes, dessen ich bin, dem ich auch verehrend diene,
24und sagte: 'Fürchte dich nicht, Paulus. Du musst vor den Kaiser treten, und - siehe! - Gott hat dir alle geschenkt, die mit dir im Schiff fahren.'
25Darum seid guten Mutes, Männer, denn ich glaube Gott, dass es so sein wird, nach der Weise, wie zu mir geredet worden ist.
26Wir müssen aber auf irgendeine Insel verschlagen werden."
27Als die vierzehnte Nacht gekommen war, während wir in der Adria umhergetrieben wurden, vermuteten die Schiffsleute um die Mitte der Nacht, dass sich ihnen Land nähere.
28Und als sie das Senkblei auswarfen, fanden sie zwanzig Klafter12. Nachdem sie ein wenig weitergefahren waren und das Senkblei wieder ausgeworfen hatten, fanden sie fünfzehn Klafter.
29Und da sie fürchteten, sie könnten irgendwie auf felsige Stellen verschlagen werden, warfen wir vom Heck vier Anker aus und wünschten, dass es Tag würde.
30Als aber [welche] von den Schiffsleuten aus dem Schiff zu fliehen suchten und das [Rettungs]boot ins Meer ließen unter dem Vorwand, vom Vorderschiff Anker auswerfen zu wollen,
31sagte Paulus zum Hauptmann und zu den Soldaten: "Wenn diese nicht im Schiff bleiben, könnt ihr nicht gerettet werden."
32Dann hieben die Soldaten die Taue des [Rettungs]bootes ab und ließen es hinausfallen.
33Bis es sich anschickte, Tag zu werden, rief Paulus alle auf, Nahrung einzunehmen und sagte: "Heute [ist es] der vierzehnte Tag, [dass] ihr wartet und ohne Speise [geblieben] seid und nichts zu euch genommen habt.
34Darum rufe ich euch auf, Speise [zu euch] zu nehmen, denn dieses gereicht zu eurer Rettung; denn keinem von euch wird ein Haar vom Haupt fallen."
35Nachdem er dieses gesagt und Brot genommen hatte, dankte er Gott vor allen, brach es und begann zu essen.
36Es wurden alle guten Mutes und nahmen selbst auch Nahrung zu sich.
37Wir waren in dem Schiff, alle Seelen, zweihundertsechsundsiebzig.
38Nachdem sie sich mit Nahrung gesättigt hatten, warfen sie das Getreide ins Meer und erleichterten <so> das Schiff.
39Als es Tag geworden war, erkannten sie das Land nicht. Sie bemerkten aber eine Bucht, die einen Strand hatte; auf den beabsichtigten sie, wenn möglich, das Schiff zutreiben zu lassen.
40Und sie machten rings die Anker los und ließen sie ins Meer. Zugleich machten sie die Haltetaue der Steuerruder los, hissten das Vordersegel und hielten im wehenden Wind auf den Strand zu.
41Als sie an eine Landzunge gerieten, ließen sie das Schiff auflaufen. Und so saß einerseits der Bug fest und blieb unbeweglich, das Heck andererseits wurde von der Gewalt der Wellen zerschellt.
42Seitens der Soldaten wurde Rat gehalten, dass sie die Gefangenen töteten, damit nicht irgendwer fortschwimmen und entfliehen möchte.
43Aber der Hauptmann, der Paulus hindurchretten wollte, hinderte sie an dem Vorhaben und gab Befehl, dass die, die schwimmen konnten, sich zuerst hinabstürzen und sich ans Land begeben sollten
44und die übrigen teils auf Brettern, teils auf irgendwelchen <Teilen> vom Schiff. Und so geschah es, dass alle hindurchgerettet und ans Land [gebracht] wurden.
Fußnoten
- 1 gr. speira: eine Einheit von sehr verschiedener Größe
- 2 o.: des Augustus; s. 25,21.
- 3 D. i. die jüdische Fastenzeit, näml. das Herbstfasten am Versöhnungstag; im hier vorliegenden Jahr 59 n. Chr. vmtl. am 5. Oktober.
- 4 "riet" steht im Impf.; diese Zeitform legt nahe, dass Paulus den Rat <wiederholt> gab; das gr. Impf. kann aber auch Intensität bzw. Nachdrücklichkeit andeuten.
- 5 o.: einem Hafen für Kreta (in Richtung Kreta)
- 6 d. h.: die Voraussetzungen hinsichtlich ihrer Absicht
- 7 d. h.: von der Insel Kreta
- 8 lat. Euraquilo, d. h.: der Nordostwind
- 9 o.: Hilfsmittel
- 10 Das ist die "Große Syrte", eine Bucht an der nordafrikanischen Küste (heute: Golf von Bengasi).
- 11 d. h.: eines Lebens
- 12 Ein Klafter ist 1,85 m.