Neues Testament
Apostelgeschichte Kapitel 17
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Sie reisten durch Amphipolis und Apollonien und kamen nach Thessalonich, wo die Synagoge der Juden war.
2Nach seiner Gewohnheit ging Paulus hinein zu ihnen. Und über drei Sabbate hin sprach er zu ihnen von den Schriften her,
3eröffnend und darlegend: "Es musste der Gesalbte leiden und auferstehen von den Toten", und: "Dieser ist der Gesalbte, Jesus; der ist die Botschaft, die ich euch unterbreite."
4Und etliche von ihnen wurden überzeugt und gesellten sich zu Paulus und Silas, auch von den ehrfürchtigen Griechen eine große Menge und von den ersten Frauen nicht wenige.
5Aber die im Unglauben ungehorsamen Juden waren eifersüchtig und nahmen etliche böse Männer von den <auf den öffentlichen Marktplätzen herumstehenden> Müßigen zu sich, erregten einen Volksauflauf und brachten <nach und nach> die Stadt in Aufruhr. Und sie traten vor das Haus Jasons und suchten sie, um sie unter das <versammelte> Volk zu führen.
6Als sie sie aber nicht fanden, schleppten sie Jason und etliche Brüder vor die Stadtobersten1. "Die, die das Weltreich aufgewiegelt haben", riefen sie, "diese sind jetzt auch hier anwesend;
7die hat Jason ins [Haus] aufgenommen. Und diese alle handeln den Verordnungen des Kaisers zuwider, sagen, ein anderer sei König, Jesus!"
8Sie versetzten die Volksmenge und die Stadtobersten in Aufregung, als die dieses hörten.
9Und nachdem sie von Jason und den übrigen <eine hinreichende> Bürgschaft2 genommen hatten, entließen sie sie.
10Sogleich [brachten] die Brüder in der Nacht beide, Paulus und Silas, aus [der Stadt und] schickten sie nach Beröa, welche, als sie angekommen waren, sich zur Synagoge der Juden begaben.
11Diese waren von edlerer Art als die in Thessalonich: Sie nahmen das Wort mit aller Bereitwilligkeit auf und untersuchten täglich die Schriften, ob es sich so verhielte.
12Es glaubten also viele von ihnen, auch von den vornehmen griechischen Frauen und von Männern nicht wenige3.
13Aber als die Juden von Thessalonich erfuhren, dass von Paulus auch in Beröa die Botschaft, das Wort Gottes, verbreitet wurde, kamen sie und versetzten auch dort die Mengen in Unruhe.
14Dann sandten die Brüder Paulus sogleich weg, dass er bis zum Meer zöge. Aber Silas und Timotheus verblieben beide dort.
15Die, die Paulus begleiteten, brachten ihn bis nach Athen, und nachdem sie einen Befehl an Silas und Timotheus erhalten hatten, schnellstens zu ihm zu kommen, reisten sie ab.
16Während Paulus in Athen auf sie wartete, wurde sein Geist in ihm gereizt, als er sah, wie die Stadt von Götzen geradezu bedeckt4 war.
17Er sprach also in der Synagoge zu den Juden und den Ehrfürchtigen und auf dem Marktplatz jeden Tag, sich an solche richtend, die an ihn gerieten.
18Etliche der Philosophen [von der Schule] der Epikureer und der Stoiker trafen mit ihm zusammen. Und etliche sagten: "Was mag dieser Schwätzer5 sagen wollen?", etliche: "Er scheint ein Verkünder fremder Gottheiten zu sein", weil er ihnen mit Jesus und der Auferstehung die gute Botschaft sagte.
19Und sie nahmen ihn mit und führten ihn auf den Areshügel6. "Können wir erfahren", sagten sie, "was diese neue Lehre ist, von der du sprichst?
20- denn du bringst gewisse fremde Dinge an unsere Ohren. Wir wollen also erfahren, was dieses wohl bedeuten mag."
21Aber alle Athener und die sich [dort] aufhaltenden Fremden vertrieben ihre Zeit mit nichts anderem, als etwas Neueres zu reden und zu hören.
22Paulus stellte sich hin inmitten des Areshügels und sprach: "Männer, Athener! Nach allen [Seiten hin] sehe ich, wie sehr ihr Gottheiten verehrt, mehr [als andere]7,
23denn als ich durchzog und die Gegenstände eurer Verehrung anschaute, fand ich auch einen Altar mit der Inschrift: 'Einem unbekannten Gott'. Der also, dem ihr, ohne ihn zu kennen, gute Verehrung erweist, der ist die Botschaft, die ich euch unterbreite.
24Der Gott, der die Welt machte und alles, was darin ist, dieser, [der] Herr von Himmel und Erde ist, wohnt nicht in von Händen gemachten Heiligtümern,
25noch wird er von Menschenhänden bedient, als bedürfe er etwas, er, der allen nach allen [Seiten hin] Leben und Odem gibt.
26Auch machte er aus einem Blut jedes Volk der Menschen, dass sie über die ganze Fläche der Erde hin wohnen. Dabei hatte er Zeiten und Abgrenzungen ihres Wohnens angeordnet, die zuvor festgesetzt worden waren,
27damit sie den Herrn suchten, ob sie dann wohl nach ihm tasteten und ihn fänden. Und er ist sogar da, nicht fern von einem jeden von uns,
28denn in ihm leben wir und bewegen wir uns und sind wir8, wie auch einige der Dichter unter euch gesagt haben, denn wir sind auch sein Geschlecht.9
29Da wir also als Geschlecht Gottes bestehen, sollten wir nicht meinen, das Göttliche10 wäre Gold oder Silber oder Stein ähnlich - einem Gebilde der Kunstfertigkeit und Erwägung eines Menschen.
30Nachdem also Gott über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen hat, weist er zu dieser Zeit alle Menschen überall an, Buße zu tun11,
31weil er einen Tag festsetzte, an dem er sich anschickt, das Weltreich zu richten in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er bestimmte, und er erbrachte allen eine Beglaubigung12 dadurch, dass er ihn zur Auferstehung von den Toten brachte."
32Aber als sie von einer Auferstehung der Toten hörten, spotteten die einen. Aber die anderen sagten: "Wir wollen dich darüber nochmals hören."
33Und so ging Paulus aus ihrer Mitte weg.
34Aber einige Männer schlossen sich ihm an und glaubten, unter ihnen auch Dionysius, der Areopagit13, und eine Frau namens Damaris und andere zusammen mit ihnen.
2Nach seiner Gewohnheit ging Paulus hinein zu ihnen. Und über drei Sabbate hin sprach er zu ihnen von den Schriften her,
3eröffnend und darlegend: "Es musste der Gesalbte leiden und auferstehen von den Toten", und: "Dieser ist der Gesalbte, Jesus; der ist die Botschaft, die ich euch unterbreite."
4Und etliche von ihnen wurden überzeugt und gesellten sich zu Paulus und Silas, auch von den ehrfürchtigen Griechen eine große Menge und von den ersten Frauen nicht wenige.
5Aber die im Unglauben ungehorsamen Juden waren eifersüchtig und nahmen etliche böse Männer von den <auf den öffentlichen Marktplätzen herumstehenden> Müßigen zu sich, erregten einen Volksauflauf und brachten <nach und nach> die Stadt in Aufruhr. Und sie traten vor das Haus Jasons und suchten sie, um sie unter das <versammelte> Volk zu führen.
6Als sie sie aber nicht fanden, schleppten sie Jason und etliche Brüder vor die Stadtobersten1. "Die, die das Weltreich aufgewiegelt haben", riefen sie, "diese sind jetzt auch hier anwesend;
7die hat Jason ins [Haus] aufgenommen. Und diese alle handeln den Verordnungen des Kaisers zuwider, sagen, ein anderer sei König, Jesus!"
8Sie versetzten die Volksmenge und die Stadtobersten in Aufregung, als die dieses hörten.
9Und nachdem sie von Jason und den übrigen <eine hinreichende> Bürgschaft2 genommen hatten, entließen sie sie.
10Sogleich [brachten] die Brüder in der Nacht beide, Paulus und Silas, aus [der Stadt und] schickten sie nach Beröa, welche, als sie angekommen waren, sich zur Synagoge der Juden begaben.
11Diese waren von edlerer Art als die in Thessalonich: Sie nahmen das Wort mit aller Bereitwilligkeit auf und untersuchten täglich die Schriften, ob es sich so verhielte.
12Es glaubten also viele von ihnen, auch von den vornehmen griechischen Frauen und von Männern nicht wenige3.
13Aber als die Juden von Thessalonich erfuhren, dass von Paulus auch in Beröa die Botschaft, das Wort Gottes, verbreitet wurde, kamen sie und versetzten auch dort die Mengen in Unruhe.
14Dann sandten die Brüder Paulus sogleich weg, dass er bis zum Meer zöge. Aber Silas und Timotheus verblieben beide dort.
15Die, die Paulus begleiteten, brachten ihn bis nach Athen, und nachdem sie einen Befehl an Silas und Timotheus erhalten hatten, schnellstens zu ihm zu kommen, reisten sie ab.
16Während Paulus in Athen auf sie wartete, wurde sein Geist in ihm gereizt, als er sah, wie die Stadt von Götzen geradezu bedeckt4 war.
17Er sprach also in der Synagoge zu den Juden und den Ehrfürchtigen und auf dem Marktplatz jeden Tag, sich an solche richtend, die an ihn gerieten.
18Etliche der Philosophen [von der Schule] der Epikureer und der Stoiker trafen mit ihm zusammen. Und etliche sagten: "Was mag dieser Schwätzer5 sagen wollen?", etliche: "Er scheint ein Verkünder fremder Gottheiten zu sein", weil er ihnen mit Jesus und der Auferstehung die gute Botschaft sagte.
19Und sie nahmen ihn mit und führten ihn auf den Areshügel6. "Können wir erfahren", sagten sie, "was diese neue Lehre ist, von der du sprichst?
20- denn du bringst gewisse fremde Dinge an unsere Ohren. Wir wollen also erfahren, was dieses wohl bedeuten mag."
21Aber alle Athener und die sich [dort] aufhaltenden Fremden vertrieben ihre Zeit mit nichts anderem, als etwas Neueres zu reden und zu hören.
22Paulus stellte sich hin inmitten des Areshügels und sprach: "Männer, Athener! Nach allen [Seiten hin] sehe ich, wie sehr ihr Gottheiten verehrt, mehr [als andere]7,
23denn als ich durchzog und die Gegenstände eurer Verehrung anschaute, fand ich auch einen Altar mit der Inschrift: 'Einem unbekannten Gott'. Der also, dem ihr, ohne ihn zu kennen, gute Verehrung erweist, der ist die Botschaft, die ich euch unterbreite.
24Der Gott, der die Welt machte und alles, was darin ist, dieser, [der] Herr von Himmel und Erde ist, wohnt nicht in von Händen gemachten Heiligtümern,
25noch wird er von Menschenhänden bedient, als bedürfe er etwas, er, der allen nach allen [Seiten hin] Leben und Odem gibt.
26Auch machte er aus einem Blut jedes Volk der Menschen, dass sie über die ganze Fläche der Erde hin wohnen. Dabei hatte er Zeiten und Abgrenzungen ihres Wohnens angeordnet, die zuvor festgesetzt worden waren,
27damit sie den Herrn suchten, ob sie dann wohl nach ihm tasteten und ihn fänden. Und er ist sogar da, nicht fern von einem jeden von uns,
28denn in ihm leben wir und bewegen wir uns und sind wir8, wie auch einige der Dichter unter euch gesagt haben, denn wir sind auch sein Geschlecht.9
29Da wir also als Geschlecht Gottes bestehen, sollten wir nicht meinen, das Göttliche10 wäre Gold oder Silber oder Stein ähnlich - einem Gebilde der Kunstfertigkeit und Erwägung eines Menschen.
30Nachdem also Gott über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen hat, weist er zu dieser Zeit alle Menschen überall an, Buße zu tun11,
31weil er einen Tag festsetzte, an dem er sich anschickt, das Weltreich zu richten in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er bestimmte, und er erbrachte allen eine Beglaubigung12 dadurch, dass er ihn zur Auferstehung von den Toten brachte."
32Aber als sie von einer Auferstehung der Toten hörten, spotteten die einen. Aber die anderen sagten: "Wir wollen dich darüber nochmals hören."
33Und so ging Paulus aus ihrer Mitte weg.
34Aber einige Männer schlossen sich ihm an und glaubten, unter ihnen auch Dionysius, der Areopagit13, und eine Frau namens Damaris und andere zusammen mit ihnen.
Fußnoten
- 1 o.: Stadtpräfekten; das waren die Mitglieder der obersten Behörde makedonischer Städte.
- 2 eigtl.: das Hinlängliche, d. h.: eine Kaution
- 3 o. viell.: von den vornehmen griechischen Frauen und Männern nicht wenige.
- 4 o.: <voll> von Götzen <und geprägt von Götzendienst>; o.: mit Götzen[bildern] gefüllt und auf Götzen hin ausgerichtet; Athen konnte man als wahren "Wald von Götzenbildern" bezeichnen. Vgl. Haubeck und von Siebenthal, Sprachl. Schlüssel.
- 5 Das Wort im Gt. bedeutete urspr. "einer, der Samenkörner aufliest"; hier mit übertragener Bedeutung: Aufsauger <von Worten>; Schwätzer; vgl. Elberfelder Studienbibel mit Sprachschlüssel.
- 6 gr. areios pagos; der Areopag-Rat war eine regelmäßig tagende Versammlung, die höchste richterliche und politische Instanz des röm. Athens; so hieß aber auch, so hier, der Ort, wo seit alter Zeit Recht gesprochen wurde; er wurde nach dem Kriegsgott Ares (röm.: Mars) benannt.
- 7 eigtl. heißt es: "wie sehr ihr gottheitsfürchtender seid" o.: "wie sehr ihr Gottheiten mehr verehrend seid". Das gr. Wort meint eigentlich das Fürchten "göttlicher" Geister. Auch das Wort "Dämonen" wird davon abgeleitet. Vgl. a. 25,19.
- 8 Vgl. Epimenides, 6. Jhdt. v. Chr.
- 9 Aratus (3. Jhdt. v. Chr.): Phaenomena 5 und Kleanthes (304-233): Zeushymnus 4
- 10 o.: das göttliche <Wesen>; die Gottheit
- 11 o.: eine Sinnesänderung, ein Umdenken, vorzunehmen
- 12 und Bestätigung der Zuverlässigkeit davon
- 13 d. h.: Mitglied des Areopag-Rats; s. zu V. 19.