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Neues Testament

Apostelgeschichte Kapitel 9

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Aber Saulus, der noch Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn schnaubte, ging zum Hohen Priester
2und erbat sich von ihm Briefe für Damaskus, an die Synagogen, auf dass, wenn er welche fände, die des Weges wären, Männer und auch Frauen, er sie gebunden nach Jerusalem führe.
3Während er unterwegs war, begab es sich, dass er sich Damaskus nahte; und plötzlich umstrahlte ihn ein Licht vom Himmel.
4Und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die zu ihm sagte: "Saul, Saul, was verfolgst du mich?"
5Er sagte: "Wer bist du, Herr?" Der Herr sagte: °"Ich bin Jesus, den du verfolgst.
6Stehe auf und gehe in die Stadt, und es wird dir gesagt werden, was du tun sollst!"°
7Aber die Männer, die zusammen mit ihm auf dem Weg waren, standen sprachlos. Sie hörten1 die Stimme, bekamen aber niemanden zu Gesicht.
8Saulus stand auf von der Erde. Als er seine Augen auftat, sah er niemanden. Sie leiteten ihn an der Hand und führten ihn nach Damaskus, in den [Ort].
9Und er war drei Tage nicht sehend und aß nicht noch trank er.
10Es war in Damaskus ein gewisser Jünger namens Ananias. Und der Herr sprach zu ihm in einem Gesicht: "Ananias!" Er sagte: "Siehe, [hier bin] ich, Herr!"
11Und der Herr [sagte] zu ihm: "Stehe auf! Gehe hin in die Straße, die 'Die Gerade' genannt wird, und suche im Haus eines Judas einen namens Saulus; [er ist] von Tarsus; denn - siehe - er betet,
12und er sah in einem Gesicht einen Mann namens Ananias, wie er eintrat und ihm die Hand auflegte, auf dass er wieder sähe."
13Ananias antwortete: "Herr, ich habe von vielen über diesen Mann gehört, wie viel Übles er deinen Heiligen in Jerusalem tat.
14Und hier hat er Vollmacht von den Hohen Priestern, alle zu binden, die deinen Namen anrufen."
15Der Herr sagte zu ihm: "Gehe hin, weil dieser mir ein erwähltes Gefäß ist, meinen Namen vor die von den Völkern und [vor] Könige zu tragen und [vor] die Söhne Israels,
16denn ich werde ihm zeigen, wie viel er für meinen Namen leiden muss."
17Ananias ging hin. Und er ging hinein in das Haus. Und er legte ihm die Hände auf und sagte: "Saul, Bruder! Der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Weg, den du kamst, erschien, auf dass du wieder sehest und mit dem Heiligen Geist erfüllt werdest."
18Und sogleich fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und augenblicklich sah er wieder. Und er stand auf und wurde getauft.
19Und er nahm Speise und kam zu Kräften. Es geschah <nun>, dass Saulus einige Tage bei den Jüngern in Damaskus war.
20Und sogleich verkündete er in den Synagogen den Gesalbten: "Dieser ist der Sohn Gottes."
21Aber alle, die es hörten, gerieten in Staunen und sagten: "Ist dieser nicht der, der in Jerusalem die zerstörte, die diesen Namen anriefen? Und hierher kam er zu dem Zweck, dass er sie gebunden zu den Hohen Priestern führe."
22Aber Saulus nahm innerlich mehr zu an Kraft und verwirrte die Juden, die in Damaskus wohnten. Dabei trug er [Belege] zusammen und wies nach: "Dieser ist der Gesalbte."
23Als viele Tage verflossen waren, beratschlagten die Juden, ihn umzubringen.
24Es wurde aber dem Saulus ihr Anschlag bekannt. Und sie bewachten die Tore bei Tag und bei Nacht, auf dass sie ihn umbrächten.
25Aber die Jünger nahmen ihn nachts und schafften ihn durch die Mauer hinab, indem sie ihn in einem Korb hinunterließen.
26Als Saulus zu Jerusalem angekommen war, versuchte er, sich den Jüngern anzuschließen. Und alle fürchteten ihn, da sie nicht glaubten, dass er ein Jünger sei.
27Aber Barnabas nahm sich seiner an, führte ihn zu den Aposteln und erzählte ihnen, wie er auf dem Weg den Herrn gesehen und dass er zu ihm geredet hatte und wie er in Damaskus mit Freimütigkeit gesprochen hatte im Namen Jesu.
28Und er war bei ihnen, ging ein und ging aus in Jerusalem und sprach mit Freimütigkeit im Namen des Herrn Jesus.
29Und er redete und disputierte mit den Griechischen2. Aber sie machten sich daran, ihn umzubringen.
30Aber die Brüder erfuhren es, brachten ihn hinab nach Cäsarea und sandten ihn weg nach Tarsus.
31Also hatten die Gemeinden durch ganz Judäa und Galiläa und Samarien hin Frieden und wurden gebaut und wandelten in der Furcht des Herrn, und sie wurden durch den Zuspruch des Heiligen Geistes vermehrt.
32Es geschah, dass Petrus, der überall hindurchzog, auch hinabkam zu den Heiligen, die zu Lydda wohnten.
33Er fand dort einen Menschen namens Äneas, der seit acht Jahren daniederlag auf einer Lagermatte. Er war gelähmt.
34Und Petrus sagte zu ihm: "Äneas, es heilt dich Jesus, der Gesalbte. Stehe auf und mache dir selbst das Bett!" Und sogleich stand er auf.
35Und es sahen ihn alle, die zu Lydda und Scharon wohnten. Die kehrten um zum Herrn.
36In Joppe war eine Jüngerin namens Tabitha, was übersetzt 'Gazelle'3 heißt. Diese war voll guter Werke und voll Almosen4, die sie tat.
37Es geschah aber in jenen Tagen, dass sie krank wurde und starb. Sie wuschen sie und legten sie ins Obergemach.
38Da Lydda nahe bei Joppe war, sandten die Jünger, als sie gehört hatten, dass Petrus dort sei, zwei Männer zu ihm und riefen ihn auf: "Zögere nicht, zu uns herüberzukommen!"
39Petrus stand auf und ging mit ihnen. Als er angekommen war, führten sie ihn hinauf in das Obergemach. Und alle Witwen traten weinend zu ihm und zeigten ihm Unter- und Oberkleider, die Dorkas gemacht hatte, während sie bei ihnen war.
40Petrus wies alle hinaus, kniete nieder und betete. Und er <wandte sich> zu dem Körper und sagte: "Tabitha, stehe auf!" Sie tat ihre Augen auf, und als sie Petrus sah, setzte sie sich auf.
41Er gab ihr die Hand und richtete sie [vollends] auf. Und er rief die Heiligen und die Witwen und stellte sie lebend vor.
42Und es wurde durch ganz Joppe hin bekannt; und viele glaubten an den Herrn.
43Und es begab sich, dass er viele Tage in Joppe blieb bei einem gewissen Simon, einem Gerber.

Fußnoten

  1. 1 Die Spannung zwischen Apg 9,7 u. 22,9 lässt sich nach Haubeck u. von Siebenthal am ehesten im Lichte des Wortgebrauchs von phoonee (Stimme) u. akouein (hören) auflösen: phoonee bezeichnet je nach Zusammenhang auch die Äußerung, den Ausspruch, wobei die akustische (so in 9,7) oder die inhaltliche Seite (so in 22,9) gemeint sein kann; akouein wird auch i. S. v. "verstehen", "mitbekommen" gebraucht. Des Paulus Begleiter sahen zwar das Licht, aber die Stimme (den Ausspruch, die Äußerung) Jesu vernahmen sie nicht - i. S. v. "verstanden sie nicht" (22,9); d. h., sie hörten zwar die Stimme, doch nur als Geräusch (9,7); was gesagt wurde, bekamen sie nicht mit. Vgl. Haubeck und von Siebenthal, Neuer sprachlicher Schlüssel, Bd. 1, S. 826.
  2. 2 d. h.: mit gr. sprechenden Juden.
  3. 3 gr. Dorkas
  4. 4 o. entsprechend dem urspr. Sinngehalt im Gr.: Spenden des Erbarmens; Zeichen des Mitleids; in dem gr. Begriff, der dem dt. zugrunde liegt, steckt das Wort "Erbarmen".