Neues Testament
Apostelgeschichte Kapitel 22
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1"Männer, Brüder und Väter! Hört von mir die Verteidigung, die ich nun an euch richte."
2Als sie hörten, dass er sie in der hebräischen Mundart anredete, hielten sie noch mehr Stille. Und er spricht:
3"Ich bin ein jüdischer Mann, ja,1 geboren in Tarsus in Kilikien, aufgezogen in dieser Stadt zu den Füßen Gamaliels, erzogen gemäß der Genauigkeit des väterlichen Gesetzes, war ein Eiferer für Gott - wie ihr alle es heute seid -,
4der diesen Weg verfolgte bis zum Tod, indem ich Männer und auch Frauen band und in Gefängnisse überlieferte,
5wie auch der Hohe Priester mir bezeugt und die ganze Ältestenschaft, von denen ich auch Briefe an die Brüder empfing und nach Damaskus zog, um auch diejenigen, die dort waren, gebunden nach Jerusalem zu führen, damit sie bestraft würden.
6Es geschah mir aber, als ich hinzog und mich Damaskus nahte, dass um Mittag plötzlich vom Himmel her ein starkes Licht mich umstrahlte.
7Und ich fiel zu Boden und hörte eine Stimme, die zu mir sagte: 'Saul, Saul! Was verfolgst du mich?'
8Ich antwortete: 'Wer bist du, Herr?' Er sagte zu mir: 'Ich bin Jesus, der Nazarener, den du verfolgst.'
9Meine Begleiter sahen wohl das Licht und gerieten in Furcht, aber die Stimme2 dessen, der mit mir redete, verstanden3 sie nicht.
10Ich sagte: 'Was soll ich tun, Herr?' Der Herr sagte zu mir: 'Stehe auf. Gehe hin nach Damaskus, und dort wird zu dir gesprochen werden über alles, was dir zu tun verordnet ist.'
11Da ich aber vor der Herrlichkeit jenes Lichtes nicht sehen konnte, wurde ich von denen, die mit mir waren, an der Hand geleitet und kam so nach Damaskus.
12Ein gewisser Ananias, ein ehrfürchtiger Mann nach dem Gesetz, der ein gutes Zeugnis von allen dort wohnenden Juden hatte,
13kam zu mir, trat heran und sagte zu mir: 'Bruder Saul, schaue auf!' Und ich schaute zu derselben Stunde auf zu ihm.
14Er sagte: 'Der Gott unserer Väter bestimmte dich im Voraus dazu, seinen Willen zu kennen und den Gerechten zu sehen und [die] Stimme aus seinem Munde zu hören,
15dass du ihm ein Zeuge sein wirst an alle Menschen über das, was du gesehen hast und hörtest.
16Und nun, was jetzt? Stehe auf, und lass dich taufen und lass dir deine Sünden abwaschen, nachdem du den Namen des Herrn angerufen hast4.'
17Nach der Rückkehr nach Jerusalem und während ich in der Tempelstätte betete, geschah es mir, dass ich in Verzückung geriet
18und ihn sah, der zu mir sagte: 'Eile und gehe unverzüglich5 aus Jerusalem hinaus, weil sie dein Zeugnis über mich nicht annehmen werden.'
19Und ich sagte: 'Herr, ihnen selbst ist bekannt, dass ich die, die an dich glaubten, gefangen legte und hin und her in den Synagogen schlug.
20Und als das Blut deines Zeugen Stephanus vergossen wurde, stand ich dabei und war einverstanden mit seiner Tötung und bewachte die Kleider derer, die ihn umbrachten.'
21Und er sagte zu mir: 'Gehe hin, weil ich dich in die Ferne aussenden werde, zu denen, die von den Völkern sind.'"
22Sie hörten ihn an bis zu diesem Wort und erhoben ihre Stimme: "Weg von der Erde mit einem solchen!", sagten sie, "- denn es ist eine ungeziemende Sache, dass er lebt!"
23Während sie schrien und die Kleider wegschleuderten und Staub in die Luft warfen,
24befahl der Befehlshaber, ihn ins Lager zu führen, und sagte, man solle ihn mit Geißelhieben verhören, damit er erfahre, um welcher Ursache willen sie so gegen ihn schrien.
25Als er ihn mit den Riemen <gespannt und> ausgestreckt hatte, <richtete sich> Paulus an den Hauptmann, der dastand, und sagte: "Ist es euch gestattet, einen Menschen zu geißeln, der Römer ist und nicht verurteilt?"
26Als es der Hauptmann hörte, ging er hin, gab dem Befehlshaber Bericht und sagte: "Was hast du zu tun vor? - denn dieser Mensch ist Römer."
27Der Befehlshaber kam hin und sagte zu ihm: "Sage mir, bist du Römer?" Er sagte: "Ja."
28Und der Befehlshaber antwortete: "Ich erwarb mir um eine große Summe dieses Bürgerrecht." Paulus sagte: "Ich wurde aber [so] geboren."
29Sogleich also ließen die von ihm ab, die ihn <mit Strenge> verhören sollten. Auch der Befehlshaber fürchtete sich, nachdem er erfahren hatte, dass er ein Römer sei und weil er ihn gebunden hatte.
30Am folgenden Tag, in der Absicht, Gewisses [darüber] in Erfahrung zu bringen, wessen er von den Juden verklagt würde, löste er ihn von den Fesseln und befahl, dass die Hohen Priester und ihr ganzer Hoher Rat* kommen sollten. Und er führte Paulus herab und stellte [ihn] vor sie.
2Als sie hörten, dass er sie in der hebräischen Mundart anredete, hielten sie noch mehr Stille. Und er spricht:
3"Ich bin ein jüdischer Mann, ja,1 geboren in Tarsus in Kilikien, aufgezogen in dieser Stadt zu den Füßen Gamaliels, erzogen gemäß der Genauigkeit des väterlichen Gesetzes, war ein Eiferer für Gott - wie ihr alle es heute seid -,
4der diesen Weg verfolgte bis zum Tod, indem ich Männer und auch Frauen band und in Gefängnisse überlieferte,
5wie auch der Hohe Priester mir bezeugt und die ganze Ältestenschaft, von denen ich auch Briefe an die Brüder empfing und nach Damaskus zog, um auch diejenigen, die dort waren, gebunden nach Jerusalem zu führen, damit sie bestraft würden.
6Es geschah mir aber, als ich hinzog und mich Damaskus nahte, dass um Mittag plötzlich vom Himmel her ein starkes Licht mich umstrahlte.
7Und ich fiel zu Boden und hörte eine Stimme, die zu mir sagte: 'Saul, Saul! Was verfolgst du mich?'
8Ich antwortete: 'Wer bist du, Herr?' Er sagte zu mir: 'Ich bin Jesus, der Nazarener, den du verfolgst.'
9Meine Begleiter sahen wohl das Licht und gerieten in Furcht, aber die Stimme2 dessen, der mit mir redete, verstanden3 sie nicht.
10Ich sagte: 'Was soll ich tun, Herr?' Der Herr sagte zu mir: 'Stehe auf. Gehe hin nach Damaskus, und dort wird zu dir gesprochen werden über alles, was dir zu tun verordnet ist.'
11Da ich aber vor der Herrlichkeit jenes Lichtes nicht sehen konnte, wurde ich von denen, die mit mir waren, an der Hand geleitet und kam so nach Damaskus.
12Ein gewisser Ananias, ein ehrfürchtiger Mann nach dem Gesetz, der ein gutes Zeugnis von allen dort wohnenden Juden hatte,
13kam zu mir, trat heran und sagte zu mir: 'Bruder Saul, schaue auf!' Und ich schaute zu derselben Stunde auf zu ihm.
14Er sagte: 'Der Gott unserer Väter bestimmte dich im Voraus dazu, seinen Willen zu kennen und den Gerechten zu sehen und [die] Stimme aus seinem Munde zu hören,
15dass du ihm ein Zeuge sein wirst an alle Menschen über das, was du gesehen hast und hörtest.
16Und nun, was jetzt? Stehe auf, und lass dich taufen und lass dir deine Sünden abwaschen, nachdem du den Namen des Herrn angerufen hast4.'
17Nach der Rückkehr nach Jerusalem und während ich in der Tempelstätte betete, geschah es mir, dass ich in Verzückung geriet
18und ihn sah, der zu mir sagte: 'Eile und gehe unverzüglich5 aus Jerusalem hinaus, weil sie dein Zeugnis über mich nicht annehmen werden.'
19Und ich sagte: 'Herr, ihnen selbst ist bekannt, dass ich die, die an dich glaubten, gefangen legte und hin und her in den Synagogen schlug.
20Und als das Blut deines Zeugen Stephanus vergossen wurde, stand ich dabei und war einverstanden mit seiner Tötung und bewachte die Kleider derer, die ihn umbrachten.'
21Und er sagte zu mir: 'Gehe hin, weil ich dich in die Ferne aussenden werde, zu denen, die von den Völkern sind.'"
22Sie hörten ihn an bis zu diesem Wort und erhoben ihre Stimme: "Weg von der Erde mit einem solchen!", sagten sie, "- denn es ist eine ungeziemende Sache, dass er lebt!"
23Während sie schrien und die Kleider wegschleuderten und Staub in die Luft warfen,
24befahl der Befehlshaber, ihn ins Lager zu führen, und sagte, man solle ihn mit Geißelhieben verhören, damit er erfahre, um welcher Ursache willen sie so gegen ihn schrien.
25Als er ihn mit den Riemen <gespannt und> ausgestreckt hatte, <richtete sich> Paulus an den Hauptmann, der dastand, und sagte: "Ist es euch gestattet, einen Menschen zu geißeln, der Römer ist und nicht verurteilt?"
26Als es der Hauptmann hörte, ging er hin, gab dem Befehlshaber Bericht und sagte: "Was hast du zu tun vor? - denn dieser Mensch ist Römer."
27Der Befehlshaber kam hin und sagte zu ihm: "Sage mir, bist du Römer?" Er sagte: "Ja."
28Und der Befehlshaber antwortete: "Ich erwarb mir um eine große Summe dieses Bürgerrecht." Paulus sagte: "Ich wurde aber [so] geboren."
29Sogleich also ließen die von ihm ab, die ihn <mit Strenge> verhören sollten. Auch der Befehlshaber fürchtete sich, nachdem er erfahren hatte, dass er ein Römer sei und weil er ihn gebunden hatte.
30Am folgenden Tag, in der Absicht, Gewisses [darüber] in Erfahrung zu bringen, wessen er von den Juden verklagt würde, löste er ihn von den Fesseln und befahl, dass die Hohen Priester und ihr ganzer Hoher Rat* kommen sollten. Und er führte Paulus herab und stellte [ihn] vor sie.
Fußnoten
- 1 eigtl.: Ich, ja, ich bin ein Mann, ein Jude
- 2 d. h.: den Ausspruch; die Äußerung; vgl. nachfolgende Anm.
- 3 Das Wort im Gt. bedeutet sowohl "hören" als auch "verstehen"; hier ist der zweite Sinn gemeint (z. B. a. in 1Mo 11,7). S. Fn. zu 9,7.
- 4 o.: da du ... angerufen hast; w. angerufen habend den Namen des Herrn; das Aor. Ptzp. schafft eine kausale bzw. temporale Verbindung zw. Sündenabwaschung u. Anrufen.
- 5 eigtl.: in Kürze; o.: mit Schnelligkeit