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Altes Testament

4. Mose Kapitel 22

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und die Söhne Israels brachen auf und lagerten in den Ebenen1 Moabs, jenseits des Jericho-Jordans2.
2Und Balak3, der Sohn Zippors, sah alles, was Israel den Amoritern getan hatte.
3Und Moab war sehr bange vor dem Volk, weil es zahlreich war. Und es graute Moab vor den Söhnen Israels.
4Und Moab sagte zu den Ältesten von Midian: "Nun werden sie - die Ansammlung [da] - alles um uns her ablecken, wie das Rind das Grüne des Feldes ableckt." Und zu jener Zeit war Balak, der Sohn Zippors, König von Moab.
5Und er sandte Boten zu Bileam4, dem Sohn Beors, nach Petor, das am Strom5 ist, in das Land der Söhne seines Volkes6, um ihn zu rufen. Und er ließ ihm sagen: "Siehe! Ein Volk ist aus Ägypten ausgezogen. Siehe! Es bedeckt die Fläche der Erde. Und es sitzt7 mir gegenüber.
6Und nun, komm bitte! Verfluche mir dieses Volk, denn es ist mir zu mächtig. Vielleicht kann ich es schlagen und aus dem Land vertreiben; denn ich weiß: Wen du segnest, der ist ein Gesegneter, und wen du verfluchst, der wird verflucht sein."
7Und die Ältesten Moabs und die Ältesten von Midian zogen hin. Und der Wahrsagerlohn war8 in ihrer Hand. Und sie kamen zu Bileam und redeten zu ihm die Worte Balaks.
8Und er sagte zu ihnen: "Übernachtet hier diese Nacht, und ich bringe euch Antwort, so wie Jahweh zu mir reden wird." Und die Obersten Moabs blieben bei Bileam.
9Und Gott kam zu Bileam und sagte: "Wer sind diese Männer bei dir?"
10Und Bileam sagte zu Gott: "Balak, der Sohn Zippors, der König von Moab, hat zu mir gesandt:
11'Siehe! Das Volk, das aus Ägypten ausgezogen ist, es bedeckt die Fläche der Erde. Nun komm, verfluche es mir, vielleicht kann ich gegen es kämpfen und es vertreiben.'"
12Und Gott sagte zu Bileam: "Du sollst nicht mit ihnen gehen! Du sollst das Volk nicht verfluchen, denn es ist gesegnet!"
13Und Bileam stand am Morgen auf und sagte zu den Obersten Balaks: "Geht in euer Land; denn Jahweh hat sich geweigert, mir zu gestatten, mit euch zu gehen."
14Und die Obersten Moabs machten sich auf und kamen zu Balak und sagten: "Bileam weigerte sich, mit uns zu gehen."
15Da sandte Balak nochmals Oberste aus, mehr und angesehenere als jene.
16Und sie kamen zu Bileam und sagten zu ihm: "So sagt Balak, der Sohn Zippors: Lass dich bitte nicht abhalten, zu mir zu kommen,
17denn ich werde dich sehr hoch ehren. Und alles, was du mir sagen wirst, werde ich tun. So komm bitte! Verfluche mir dieses Volk!"
18Und Bileam antwortete und sagte zu den Knechten Balaks: "Wenn Balak mir sein Haus voller Silber und Gold gäbe, ich könnte nicht den Mund Jahwehs, meines Gottes, übergehen, [etwas] zu tun, Kleines oder Großes.
19Und nun bleibt bitte auch ihr hier diese Nacht, dass ich erkenne, was Jahweh fortfahren wird, mit mir zu reden."
20Und in der Nacht kam Gott zu Bileam und sagte zu ihm: "Wenn die Männer gekommen sind, dich zu rufen, mache dich auf, geh mit ihnen; jedoch nur die Sache9, die ich zu dir reden werde, sollst du tun!"
21Und Bileam machte sich am Morgen auf und sattelte seine Eselin und ging mit den Obersten Moabs.
22Aber der Zorn Gottes entbrannte [darüber], dass er ging. Und der Bote Jahwehs trat ihm als Widersacher10 in den Weg, während er auf seiner Eselin ritt, und seine beiden Burschen <waren> bei ihm.
23Und die Eselin sah den Boten Jahwehs mit seinem gezückten Schwert in seiner Hand auf dem Weg stehen. Und die Eselin wich aus, [bog] vom Weg ab und ging über das Feld. Und Bileam schlug die Eselin, um sie wieder auf den Weg zu lenken.
24Da trat der Bote Jahwehs in einen Hohlweg11 bei den Weinbergen: Auf dieser Seite <war> eine Mauer und auf jener Seite eine Mauer.
25Und die Eselin sah den Boten Jahwehs und drückte sich an die Wand und drückte den Fuß Bileams an die Wand. Und er schlug sie nochmals.
26Da ging der Bote Jahwehs wieder weiter und trat an eine enge Stelle, wo kein Weg war auszuweichen, weder nach rechts noch nach links.
27Und als die Eselin den Boten Jahwehs sah, legte sie sich hin, unter Bileam. Da entbrannte der Zorn Bileams, und er schlug die Eselin mit dem Stock.
28Jahweh aber öffnete den Mund der Eselin, und sie sagte zu Bileam: "Was habe ich dir getan, dass du mich diese dreimal geschlagen hast?"
29Und Bileam sagte zu der Eselin: "Weil du Mutwillen mit mir getrieben hast. Wäre ein Schwert in meiner Hand, würde ich dich jetzt töten!"
30Und die Eselin sagte zu Bileam: "Bin ich nicht deine Eselin, auf der du geritten bist von jeher bis zu diesem Tag? War es je meine Gewohnheit, dir solches zu tun?" Und er sagte: "Nein."
31Da öffnete Jahweh die Augen Bileams. Und er sah den Boten Jahwehs mit seinem gezückten Schwert in seiner Hand am Weg stehen. Und er kniete sich hin und warf sich huldigend nieder, mit seinem Gesicht12 zur Erde.
32Und der Bote Jahwehs sagte zu ihm: "Warum hast du deine Eselin diese dreimal geschlagen? Siehe! Ich selbst bin ausgegangen als Widersacher, denn der Weg ist abschüssig13, mir zuwider.
33Und die Eselin sah mich und wich diese dreimal aus, [bog] von mir ab. Wäre sie nicht vor mir ausgewichen, hätte ich dich jetzt getötet, sie aber am Leben erhalten."
34Und Bileam sagte zu dem Boten Jahwehs: "Ich habe gesündigt. Fürwahr, ich wusste nicht, dass du mir auf dem Weg entgegentratst. Und nun, wenn es übel ist in deinen Augen, werde ich umkehren."
35Und der Bote Jahwehs sagte zu Bileam: "Geh mit den Männern! Aber nur die Sache, die ich zu dir reden werde, sollst du reden!" Und Bileam ging mit den Obersten Balaks.
36Und als Balak hörte, dass Bileam gekommen sei, ging er aus, ihm zu begegnen, nach Ir-Moab14, an der Grenze des Arnons, der an der äußersten Grenze [fließt].
37Und Balak sagte zu Bileam: "Habe ich nicht eifrig zu dir gesandt, dich zu rufen? Warum bist du nicht zu mir gekommen? Wahrlich, bin ich denn nicht imstande, dich zu ehren15?"
38Und Bileam sagte zu Balak: "Siehe! Ich bin zu dir gekommen. Ob ich jetzt wirklich imstande bin, irgendetwas zu reden? Das Wort, das Gott in meinen Mund legt, das werde ich reden."
39Und Bileam ging mit Balak. Und sie kamen nach Kirjat-Huzot16.
40Und Balak schlachtete17 Großvieh und Kleinvieh und schickte davon an Bileam und an die Obersten, die bei ihm waren.
41Und es geschah am Morgen, da nahm Balak Bileam und führte ihn hinauf nach Bamot-Baal18. Von dort aus sah er den äußersten [Teil] des Volkes.

Fußnoten

  1. 1 o.: Steppen; heb. arabah
  2. 2 d. h.: des Jordanlaufs bei Jericho
  3. 3 bed.: Ausleerer; Nichtiger.
  4. 4 bed.: Herr des Volkes; o.: Verderber des Volkes
  5. 5 d. i.: am Euphrat
  6. 6 o.: der Söhne von Ammo; n. etlichen heb. Hss: der Söhne Ammons
  7. 7 o.: weilt
  8. 8 o.: Und Wahrsagerinstrumente (o.: Losorakel) waren
  9. 9 o.: die Rede; das Wort; so a. V. 35.
  10. 10 o.: Gegner (heb. satan)
  11. 11 o.: Engpass
  12. 12 Grundbed.: Nase
  13. 13 i. S. v.: zum Absturz führend
  14. 14 Ir-Moab ("Stadt Moabs") ist wahrsch. identisch mit Ar-Moab (4Mo 21,15.28; 5Mo 2,9.18.29; Jes 15,1).
  15. 15 i. S. v.: honorieren
  16. 16 bed.: Stadt der Straßen; o.: Stadt der Außengrenze; äußere Stadt
  17. 17 und opferte <als Schlachtopfer>
  18. 18 o.: zu den Höhen Baals