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Altes Testament

5. Mose Kapitel 2

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1"Und wir wandten uns und brachen auf - in die Wüste, den Weg zum Schilfmeer, wie Jahweh zu mir gesagt hatte. Und wir umzogen das Bergland von Seïr viele Tage.
2Und Jahweh redete zu mir und sagte:
3'Lange genug habt ihr dieses Bergland umzogen. Wendet euch gegen Norden.
4Und gebiete dem Volk und sage: Ihr seid im Begriff, innerhalb der Grenzen eurer Brüder, der Kinder Esaus, zu ziehen, die in Seïr wohnen, und sie werden sich vor euch fürchten. Aber hütet euch sehr!
5Lasst euch nicht in Streit mit ihnen ein, denn ich werde euch von ihrem Land auch nicht einen Fußbreit geben; denn das Bergland von Seïr habe ich Esau zum Erbbesitz gegeben.
6Nahrung sollt ihr für Geld von ihnen kaufen, sodass ihr essen könnt, und auch sollt ihr euch Wasser von ihnen beschaffen1 für Geld, sodass ihr trinken könnt;
7denn Jahweh, dein Gott, hat dich gesegnet in allem Tun deiner Hand. Er kannte2 dein Gehen durch diese große Wüste: Diese vierzig Jahre war Jahweh, dein Gott, mit dir. Es mangelte dir an nichts.'
8Und wir zogen weiter, fort von unseren Brüdern, den Söhnen Esaus, die in Seïr wohnen, fort vom Weg der <Jordan>ebene, von Elat und von Ezjon-Geber. Und wir wandten uns und zogen den Weg in Richtung der Wüste Moabs.
9Und Jahweh sagte zu mir: 'Befehde Moab nicht und lass dich nicht in einen Krieg mit ihnen ein, denn ich werde dir nichts von seinem Land zum Erbbesitz geben, denn Ar3 habe ich den Söhnen Lots zum Erbbesitz gegeben.'
10(Es wohnten früher die Emiter darin, ein großes und zahlreiches und hochgewachsenes Volk, wie die Enakiter.
11Auch sie werden für Refaïter4 gehalten, wie die Enakiter. Und die Moabiter nennen sie Emiter.
12Und in Seïr wohnten früher die Horiter. Aber die Söhne Esaus vertrieben sie <aus ihrem Besitz> und vernichteten sie vor sich her5 und wohnten an ihrer Stelle, so wie Israel es mit dem Land seines Erbbesitzes getan hat, das Jahweh ihnen gegeben hat.)6
13'Nun macht euch auf und überquert das Bachtal Sered.' Und wir überquerten das Bachtal Sered.
14Die Tage aber, die wir von Kadesch-Barnea zogen, bis wir das Bachtal Sered überquerten, waren achtunddreißig Jahre, bis das ganze Geschlecht der Kriegsmänner aus dem Heerlager aufgerieben war, so wie Jahweh ihnen geschworen hatte.
15Und auch war die Hand Jahwehs gegen sie, um sie aus dem Heerlager auszutilgen, bis sie aufgerieben waren.
16Und es geschah, als alle Kriegsmänner aus der Mitte des Volkes vollends weggestorben waren,
17da redete Jahweh zu mir und sagte:
18'Du wirst heute die Grenze Moabs, die [Grenze] von Ar, überschreiten,
19und du wirst herannahen, wirst gegenüber die Söhne Ammons [kommen]. Du sollst sie nicht befehden und dich nicht in Streit mit ihnen einlassen, denn ich werde dir nichts vom Land der Söhne Ammons zum Erbbesitz geben, denn ich habe es den Söhnen Lots zum Erbbesitz gegeben.'
20(Auch dieses wird für ein Land der Refaïter gehalten. Es wohnten früher Refaïter darin; die Ammoniter nennen sie Samsummiter,
21ein großes und zahlreiches und hochgewachsenes Volk, wie die Enakiter. Und Jahweh vernichtete sie vor ihnen her, und sie vertrieben sie <aus ihrem Besitz> und wohnten an ihrer Stelle,
22so wie er für die Söhne Esau tat, die in Seïr wohnen, vor denen her er die Horiter vernichtete, sodass sie sie <aus ihrem Besitz> verdrängten und an ihrer Stelle wohnten bis zu diesem Tag.
23Und was die Awiter betrifft, die in Gehöften bis Gaza wohnten: Die Kaftoriter, die aus Kaftor kamen, vernichteten diese und wohnten an ihrer Stelle.)
24'Macht euch auf, brecht auf und zieht über das Bachtal Arnon. Sieh! Ich habe Sihon, den König von Heschbon, den Amoriter, und sein Land in deine Hand gegeben. Fang an! Nimm <es> <als Erbe> in Besitz und lass dich in einen Krieg mit ihm ein!
25An diesem Tag werde ich anfangen, den Schrecken vor dir und die Furcht vor dir auf das Angesicht der Völkerscharen unter dem ganzen Himmel zu legen, die die Kunde von dir hören werden und vor deinem Angesicht zittern werden und [vor Angst] sich winden werden.'
26Und ich sandte Boten aus der Wüste Kedemot an Sihon, den König von Heschbon, mit Worten des Friedens, und sagte:
27'Ich würde <gerne> durch dein Land ziehen. Auf der Straße, [nur] auf der Straße werde ich gehen, weder nach rechts noch nach links abweichen.
28Nahrung sollst du mir für Geld verkaufen, sodass ich essen kann, und Wasser sollst du mir für Geld geben, sodass ich trinken kann. Ich werde nur hindurchziehen mit meinen Füßen -
29wie mir die Söhne Esaus getan haben, die in Seïr wohnen, und die Moabiter, die in Ar wohnen -, bis ich über den Jordan in das Land ziehe, das Jahweh, unser Gott, uns gibt.'
30Aber Sihon, der König von Heschbon, wollte uns nicht bei sich durchziehen lassen; denn Jahweh, dein Gott, verhärtete seinen Geist und verstockte sein Herz, damit er ihn in deine Hand gäbe, wie es an diesem7 Tag ist.
31Und Jahweh sagte zu mir: 'Sieh! Ich habe angefangen, Sihon und sein Land vor dir hinzugeben. Fang an, nimm in Besitz, um sein Land <als Erbe> zu besitzen.'
32Und Sihon zog aus, uns entgegenzutreten, er und sein ganzes Volk, zum Kampf bei Jahaz.
33Aber Jahweh, unser Gott, gab ihn vor uns dahin. Und wir schlugen ihn und seine Söhne und sein ganzes Volk.
34Und zu jener Zeit nahmen wir alle seine Städte ein, und wir vollstreckten den Bann an jeder Stadt8: Männer und Frauen und kleine Kinder. Wir ließen keinen Überlebenden übrig.
35Nur das Vieh erbeuteten wir für uns und die Beute der Städte, die wir einnahmen.
36Von Aroër, das am Rand des Bachtals des Arnons ist, und zwar von der Stadt im Bachtal bis Gilead gab es keine feste Stadt, die uns zu hoch9 gewesen wäre. Alles gab Jahweh, unser Gott, vor uns dahin.
37Nur dem Land der Söhne Ammons, der ganzen Seite des Jabbok-Bachtals, hast du dich nicht genähert, noch den Städten des Berglands, noch allem, bezüglich dessen Jahweh, unser Gott, Gebot gegeben hatte."

Fußnoten

  1. 1 o.: graben
  2. 2 o.: kümmerte sich um; nahm Rücksicht auf
  3. 3 Das Land Moab wurde auch (nach seiner Hauptstadt) "Ar" genannt.
  4. 4 bed.: die Langgestreckten; die Hochwüchsigen (daher: Riesen); in Ps 88,11; Spr 2,18; Jes 14,9; 26,14 (u. a.) Bezeichnung für Totengeister ("Erschlaffte"; "Schatten"); heb. refa'im
  5. 5 w.: weg von ihrem Angesicht
  6. 6 Sätze in runden Klammern sind Teil des biblischen Textes.
  7. 7 i. S. v.: am heutigen
  8. 8 o.: wir weihten jede Stadt der Vernichtung; entsprechend a. 5Mo 3,6; 7,2; 13,16; 20,17.
  9. 9 o.: uns zu steil; o.: für uns unzugänglich; für uns uneinnehmbar