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Altes Testament

5. Mose Kapitel 9

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1"Höre, Israel: Du gehst heute über den Jordan, um hineinzukommen, Völker in Besitz zu nehmen, <die> größer und stärker <sind> als du, Städte, groß und bis an die Himmel befestigt,
2ein Volk, groß und hochgewachsen, Söhne der Enakiter, die du selbst kennst und von denen du selbst gehört hast: 'Wer kann vor den Söhnen Enaks bestehen?'
3So erkenne denn heute, dass Jahweh, dein Gott, es ist, der vor dir her hinübergeht. - Ein verzehrendes Feuer! Er wird sie vernichten, und er wird sie vor dir beugen. Und du wirst sie <aus ihrem Besitz> verdrängen und sie schnell vernichten, wie Jahweh zu dir gesagt hat.
4Sage nicht in deinem Herzen - sobald Jahweh, dein Gott, sie vor dir hinausgestoßen hat: 'Infolge meiner Gerechtigkeit hat Jahweh mich hierher gebracht, dieses Land <als Erbe> in Besitz zu nehmen'! - Fürwahr, infolge der Ehrfurchtslosigkeit1 dieser Völker verdrängt Jahweh sie vor dir <aus ihrem Besitz>2.
5Nicht infolge deiner Gerechtigkeit und der Geradheit3 deines Herzens kommst du hinein, ihr Land <als Erbe> in Besitz zu nehmen, sondern infolge der Ehrfurchtslosigkeit dieser Völker verdrängt Jahweh, dein Gott, sie vor dir <aus ihrem Besitz>, und damit er das Wort aufrecht halte, das Jahweh deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat.
6So erkenne denn, dass Jahweh, dein Gott, nicht wegen deiner Gerechtigkeit dir dieses gute Land gibt, es <als Erbe> in Besitz zu nehmen, denn ein halsstarriges Volk bist du.
7Denke daran, vergiss nicht, wie du Jahweh, deinen Gott, in der Wüste erzürnt hast! Von dem Tag an, als du aus dem Land Ägypten zogst, bis ihr an diesen Ort kamt, seid ihr widerspenstig gewesen gegen Jahweh.
8Auch am Horeb erzürntet ihr Jahweh, und Jahweh ergrimmte über euch, sodass er euch vernichten wollte.
9Als ich auf den Berg stieg, die steinernen Tafeln zu empfangen, die Tafeln des Bundes, den Jahweh mit euch geschlossen hatte, blieb ich vierzig Tage und vierzig Nächte auf dem Berg. Brot aß ich nicht, und Wasser trank ich nicht.
10Und Jahweh gab mir die zwei steinernen Tafeln, beschrieben mit dem Finger Gottes. Und auf ihnen standen all die Worte, die Jahweh auf dem Berg mit euch geredet hatte, mitten aus dem Feuer, am Tag der Versammlung.
11Und es geschah am Ende der vierzig Tage und vierzig Nächte, da gab mir Jahweh die zwei steinernen Tafeln, die Tafeln des Bundes,
12und Jahweh sagte zu mir: 'Mache dich auf, steige schnell von hier hinab, denn dein Volk, das du aus Ägypten geführt hast, hat verderblich gehandelt! Schnell sind sie von dem Weg abgewichen, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Bild gemacht!'
13Und Jahweh sagte zu mir: 'Ich habe dieses Volk gesehen, und - siehe! - ein halsstarriges Volk ist es.
14Lass ab von mir, dass ich sie vernichte und ihren Namen unter den Himmeln auslösche. Dich aber mache ich zu einem Volk*, stärker und zahlreicher als sie.'
15Und ich wandte mich und stieg von dem Berg herab. Der Berg aber brannte im Feuer. Und die zwei Tafeln des Bundes waren in4 meinen beiden Händen.
16Und ich sah, und - siehe! - ihr hattet gegen Jahweh, euren Gott, gesündigt. Ihr hattet euch ein gegossenes Kalb gemacht. Schnell wart ihr von dem Weg abgewichen, den Jahweh euch geboten hatte.
17Und ich fasste die beiden Tafeln und warf sie aus meinen beiden Händen und zerbrach sie vor euren Augen.
18Und ich warf mich vor dem Angesicht Jahwehs nieder, wie das erste Mal, vierzig Tage und vierzig Nächte - Brot aß ich nicht, und Wasser trank ich nicht -, wegen all eurer Sünden, die ihr begangen hattet, indem ihr das Böse in den Augen Jahwehs getan hattet, ihn zu reizen5;
19denn mir war bange vor dem Zorn und der Grimmglut, mit der Jahweh über euch ergrimmte, euch zu vernichten. Und Jahweh erhörte mich auch dieses Mal.
20Auch über Aaron zürnte Jahweh sehr, ihn zu vernichten. Und ich tat zu jener Zeit Fürbitte auch für Aaron.
21Und ich nahm eure Sünde, das Kalb, das ihr gemacht hattet, und verbrannte es im Feuer. Und ich zerstieß es und zermalmte es gründlich6, bis es zu feinem Staub wurde. Und ich warf seinen Staub in den Bach, der vom Berg herabkommt.
22Auch bei Tabera7 und bei Massa8 und bei Kibrot-Hattaawa9 erzürntet ihr Jahweh.
23Und als Jahweh euch aus Kadesch-Barnea sandte und sagte: 'Zieht hinauf und nehmt das Land, das ich euch gegeben habe, <als Erbe> in Besitz!', wart ihr widerspenstig gegen den Mund Jahwehs, eures Gottes, und ihr glaubtet ihm nicht und hörtet nicht auf seine Stimme.
24Widerspenstige wart ihr gegen Jahweh von dem Tag an, da ich euch kenne.
25Und ich fiel vor dem Angesicht Jahwehs nieder, die vierzig Tage und die vierzig Nächte, die ich mich niederfallen ließ, denn Jahweh hatte davon gesprochen, euch zu vernichten.
26Und ich tat Fürbitte bei Jahweh und sagte: 'Herr, Jahweh, verdirb nicht dein Volk und dein Erbteil, das du in deiner Größe erlöst hast, das du mit starker Hand aus Ägypten geführt hast.
27Gedenke deiner leibeigenen Knechte Abraham, Isaak und Jakob! Achte nicht auf die10 Halsstarrigkeit dieses Volkes und auf seine Ehrfurchtslosigkeit und auf seine Sünde,
28damit das Land, aus dem du uns herausgeführt hast, nicht sage: 'Weil Jahweh nicht imstande war, sie in das Land zu bringen, von dem er zu ihnen geredet hatte, und weil er sie hasste, hat er sie herausgeführt, um sie in der Wüste sterben zu lassen11!' -
29Sie sind ja dein Volk und dein Erbteil, das du mit deiner großen Kraft und mit deinem ausgestreckten Arm herausgeführt hast.'"

Fußnoten

  1. 1 o.: Ruchlosigkeit; o.: Bosheit; so a. V. 5.
  2. 2 eigtl.: enterbt Jahweh sie - hinweg von deinem Angesicht; so a. V. 5.
  3. 3 o.: Aufrichtigkeit
  4. 4 eigtl.: auf; o.: über
  5. 5 und zu kränken
  6. 6 eigtl.: gut
  7. 7 bed.: lodernder Brand (vom Zeitwort "lodern")
  8. 8 bed.: Versuchung; Prüfung; Erprobung
  9. 9 bed.: Lustgräber; Gräber der Gier
  10. 10 o.: Wende dich nicht [länger] hin zur
  11. 11 eigtl.: sterben zu machen