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Altes Testament

5. Mose Kapitel 29

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und Mose rief ganz Israel und sagte zu ihnen: "Ihr habt alles gesehen, was Jahweh vor euren Augen im Land Ägypten tat, an Pharao und an allen seinen Knechten und an seinem ganzen Land:
2die großen Prüfungen, die deine Augen sahen, jene großen Zeichen und Wunder.
3Aber Jahweh hat euch bis zu diesem [heutigen] Tag nicht ein Herz gegeben, zu erkennen, und Augen, zu sehen, und Ohren, zu hören. -
4Und ich ließ euch vierzig Jahre in der Wüste: Eure Mäntel an euch sind nicht zerfallen, und dein Schuh an deinem Fuß ist nicht zerfallen,
5Brot habt ihr nicht gegessen, und Wein und Rauschtrank habt ihr nicht getrunken - damit ihr erkennen solltet, dass ich Jahweh, euer Gott, bin. -
6Und als ihr an diesen Ort kamt, da zogen Sihon, der König von Heschbon, und Og, der König von Baschan, heraus, uns zum Kampf entgegenzutreten. Und wir schlugen sie.
7Und wir nahmen ihr Land ein und gaben es den Rubenitern und den Gaditern und dem halben Stamm der Manassiter zum Erbteil.
8So wahrt denn die Worte dieses Bundes und tut sie, damit ihr verständig handelt <und Erfolg habt> in allem, was ihr tut.
9Ihr steht heute alle vor dem Angesicht Jahwehs, eures Gottes: eure Häupter, eure Stämme, eure Ältesten und eure Aufseher, alle Männer Israels,
10eure kleinen Kinder, eure Frauen und dein Fremdling, der inmitten deiner Heerlager ist, von deinem Holzhauer bis zu deinem Wasserschöpfer,
11dass du <feierlich> eintreten mögest in den Bund Jahwehs, deines Gottes, sowie in seinen <bedrohenden> Eid1, den Jahweh, dein Gott, heute mit dir schließt,
12damit er dich heute sich zum Volk erhebe und er dein Gott werde, wie er zu dir gesagt hat und wie er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat.
13Und nicht mit euch allein schließe ich diesen Bund und diesen <bedrohenden> Eid,
14sondern sowohl mit dem, der heute hier ist, der mit uns vor dem Angesicht Jahwehs, unseres Gottes, steht, als auch mit dem, der heute nicht hier bei uns ist;
15denn ihr wisst selbst, wie wir im Land Ägypten wohnten und wie wir mitten durch die Völker zogen, durch die ihr gezogen seid.
16Und ihr habt ihre Scheusale gesehen und ihre Dreckgötzen2: Holz und Stein, Silber und Gold, die es bei ihnen gibt.
17Dass nur ja nicht ein Mann oder eine Frau oder eine Sippe oder ein Stamm unter euch sei, dessen Herz sich heute von Jahweh, unserem Gott, abwende, um hinzugehen, den Göttern jener Völker zu dienen! Dass nur ja nicht eine Wurzel unter euch sei, die Gift und Wermut als Frucht trage,
18und es geschehe, dass, wenn er die Worte dieses <bedrohenden> Eides hört, er sich in seinem Herzen segne und sage: 'Friede kann mir auch dann zuteilwerden, wenn ich in der Verstocktheit meines Herzens wandle!' - sodass hinweggerafft würde das bewässerte [Land] mitsamt dem durstigen.
19Jahweh wird nicht gewillt sein, ihm zu vergeben, sondern dann wird der Zorn Jahwehs und sein Eifer gegen jenen Mann rauchen. Und der ganze <bedrohende> Eid, der in diesem Buch geschrieben ist, wird auf ihm liegen, und Jahweh wird seinen Namen unter den Himmeln auslöschen.
20Und Jahweh wird ihn aus allen Stämmen Israels zum Unheil ausscheiden, gemäß allen Flüchen des Bundes, der in diesem Buch der Weisung3 geschrieben ist.
21Und das künftige Geschlecht, eure Söhne, die nach euch aufstehen, und der Ausländer, der aus fernem Lande kommt, werden sagen, wenn sie die Plagen dieses Landes sehen und seine Krankheiten, die Jahweh über dasselbe verhängt hat
22(Schwefel und Salz, eine Brandstätte ist sein ganzes Land, es wird nicht besät, und es lässt nichts sprossen, und keinerlei Gewächs4 geht darin auf, gleich der Umkehrung von Sodom und Gomorra, Adma und Zebojim, die Jahweh in seinem Zorn und in seiner Grimmglut umkehrte),
23ja, alle Völker werden sagen: 'Warum hat Jahweh diesem Land solches getan? Weshalb diese große Zornglut?'
24Und man wird sagen: 'Weil sie den Bund Jahwehs, des Gottes ihrer Väter, verlassen haben, den er mit ihnen geschlossen hatte, als er sie aus dem Land Ägypten führte,
25und [weil sie] hingingen und anderen Göttern dienten und sich vor ihnen huldigend niederwarfen, Göttern, die sie nicht kannten und die er ihnen nicht zugeteilt hatte;
26da entbrannte der Zorn Jahwehs über dieses Land, sodass er den ganzen <bedrohenden> Eid, der in diesem Buch geschrieben ist, über es kommen ließ.
27Und Jahweh hat sie aus ihrem Erdboden herausgerissen, in Zorn und in Grimmglut und in großem Unwillen, und hat sie in ein anderes Land geworfen, wie es an diesem Tag ist.'
28Das Verborgene ist Jahwehs5, unseres Gottes, aber das Offenbarte ist unser und unserer Kinder ewiglich, damit wir alle Worte dieser Weisung tun."

Fußnoten

  1. 1 Der "Droheid" ist ein Bundesvertrag, bei dem über den Vertragsbrecher ein Fluch bzw. eine Beschwörung ausgesprochen wird.
  2. 2 o.: Götzenklötze; o.: Mistkugeln
  3. 3 o.: des Gesetzes; heb. thorah
  4. 4 o.: Kraut; grüne Pflanzen
  5. 5 d. h.: ist Sache Jahwehs