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Altes Testament

5. Mose Kapitel 4

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1"Und nun, Israel, höre auf die Satzungen und auf die Rechtsbestimmungen, die ich euch lehre zu tun, damit ihr lebt und hineinkommt und das Land <als Erbe> in Besitz nehmt, das Jahweh, der Gott eurer Väter, euch im Begriff ist zu geben.
2Ihr sollt nichts hinzufügen zu dem Wort, das ich euch gebiete, und sollt nichts davon wegnehmen, damit ihr die Gebote Jahwehs, eures Gottes, die ich euch gebiete, wahrt <und haltet>.
3Eure Augen haben gesehen, was Jahweh im Fall Baal-Peor getan hat, denn jeden Mann, der dem Baal-Peor nachging, hat Jahweh, dein Gott, aus deiner Mitte vernichtet.
4Ihr aber, die ihr Jahweh, eurem Gott, anhangt, seid heute alle am Leben.
5Sieh! Ich habe euch Satzungen und Rechtsbestimmungen gelehrt, wie Jahweh, mein Gott, es mir gebot, damit ihr danach handelt mitten in dem Land, in das ihr kommt, es <als Erbe> in Besitz zu nehmen.
6So wahrt sie und tut sie!, denn das ist eure Weisheit und eure Verständigkeit1 vor den Augen der Völkerscharen, die alle diese Satzungen hören. Und sie werden sagen: 'Fürwahr, ein weises und verständiges Volk ist dieses herrliche Volk*';
7denn welches große Volk* gibt es, das Götter hätte, die sich ihm so nahen, wie Jahweh, unser Gott, [es tut], sooft wir zu ihm rufen?
8Und welches große Volk* gibt es, das so gerechte Satzungen und Rechtsbestimmungen hätte wie diese ganze Weisung, die ich euch heute gebe?
9Nur hüte dich2 und bewahre deine Seele sehr, dass du die Dinge nicht vergisst, die deine Augen gesehen haben, und dass sie nicht aus deinem Herzen weichen alle Tage deines Lebens! Und tue sie deinen Söhnen und den Söhnen deiner Söhne kund!
10An dem Tag, an dem du vor dem Angesicht Jahwehs, deines Gottes, am Horeb standst, als Jahweh zu mir sagte: 'Versammle mir das Volk, dass ich sie meine Worte hören lasse, die sie lehren werden, mich zu fürchten alle Tage, die sie auf dem Erdboden leben, und die sie ihre Kinder lehren sollen',
11da nahtet ihr euch und stelltet euch unten an den Berg. Und der Berg brannte im Feuer bis zum Herzen der Himmel - Finsternis, Gewölk und Wetterdunkel!
12Und Jahweh redete mitten aus dem Feuer zu euch. Ihr hörtet die Stimme der Worte, doch ihr saht keine Gestalt, [da war] nur [die] Stimme.
13Und er verkündete euch seinen Bund, den er euch zu tun gebot, die zehn Worte. Und er schrieb sie auf zwei steinerne Tafeln.
14Und mir gebot Jahweh zu jener Zeit, euch Satzungen und Rechtsbestimmungen zu lehren, damit ihr sie tut in dem Land, in das ihr hinüberzieht, es <als Erbe> in Besitz zu nehmen.
15So hütet euch sehr, um eurer Seelen willen (denn ihr saht keine Gestalt an dem Tag, an dem Jahweh am Horeb mitten aus dem Feuer zu euch redete),
16dass ihr nicht verderblich handelt und euch ein Bildnis3 macht, die Gestalt irgendeiner Bildsäule, das Abbild eines männlichen oder eines weiblichen [Wesens],
17das Abbild irgendeines Tieres, das auf der Erde ist, das Abbild irgendeines geflügelten Vogels, der am Himmel fliegt,
18das Abbild von irgendetwas, das sich auf dem Erdboden regt, das Abbild irgendeines Fisches, der im Wasser unter der Erde ist,
19und dass du deine Augen nicht zu den Himmeln erhebst und die Sonne und den Mond und die Sterne ansiehst, das ganze Heer des Himmels, und irregeleitet werdest und dich vor ihnen huldigend niederwirfst und ihnen dienst, die Jahweh, dein Gott, allen Völkerscharen unter dem ganzen Himmel zugeteilt hat.
20Euch aber hat Jahweh genommen und euch herausgeführt aus dem eisernen Schmelzofen, aus Ägypten, damit ihr ihm zu einem Volk des Erbteils4 würdet, wie es an diesem Tag ist.
21Und Jahweh war erzürnt über mich euretwegen; und er schwor, dass ich nicht über den Jordan gehen sollte und nicht in das gute Land kommen sollte, das Jahweh, dein Gott, dir als Erbteil im Begriff ist zu geben;
22denn ich werde in diesem Land sterben, ich werde nicht über den Jordan gehen. Ihr aber werdet hinüberziehen und dieses gute Land <als Erbe> in Besitz nehmen.
23Hütet euch, dass ihr nicht den Bund Jahwehs, eures Gottes, vergesst, den er mit euch geschlossen hat, und ihr euch ein Bildnis macht, eine Gestalt von irgendetwas, das Jahweh, dein Gott, dir verboten hat,
24denn Jahweh, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer, ein eifersüchtiger Gott5!
25Wenn du Vater von Söhnen und Sohnessöhnen wirst und ihr im Land alteingesessen seid6 und ihr dann verderblich handelt und euch ein Bildnis macht, eine Gestalt von irgendetwas, und das Böse in den Augen Jahwehs, deines Gottes, tut, ihn zu reizen7,
26so nehme ich heute die Himmel und die Erde als Zeugen gegen euch, dass ihr ganz gewiss schnell umkommen werdet, hinweg von der Erde, wohin ihr über den Jordan zieht, sie <als Erbe> in Besitz zu nehmen. Ihr werdet eure Tage auf ihr nicht verlängern8, sondern gewisslich vernichtet werden.
27Und Jahweh wird euch unter die Völkerscharen zerstreuen, und ihr werdet übrig bleiben, ein Häuflein gezählter Männer unter den Völkern, wohin Jahweh euch führen wird.
28Und ihr werdet dort Göttern dienen, dem Gemachten von Menschenhänden, Holz und Stein, die nicht sehen und nicht hören und nicht essen und nicht riechen können.
29Und von dort aus werdet ihr9 Jahweh, deinen Gott, suchen. Und du wirst ihn finden, wenn du mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele nach ihm fragst10.
30Sobald du dann Bedrängnis hast und alle diese Dinge dich treffen in der späteren [Zeit] der Tage11, wirst du zu Jahweh, deinem Gott, umkehren und auf seine Stimme hören;
31denn Jahweh, dein Gott ist ein barmherziger Gott. Er wird dich nicht im Stich lassen und dich nicht verderben und den Bund deiner Väter nicht vergessen, den er ihnen geschworen hat.
32Fürwahr, frage doch nach den früheren Tagen, die vor dir waren, von dem Tag an, als Gott den Menschen auf der Erde schuf, und vom Ende der Himmel bis zum Ende der Himmel12, ob [je] eine solch große Sache geschehen oder dergleichen gehört worden ist.
33Hat je ein Volk die Stimme Gottes mitten aus dem Feuer reden hören, wie du sie gehört hast, und ist am Leben geblieben? -
34Oder hat je ein Gott versucht hinzugehen, sich ein Volk* mitten aus einem [anderen] Volk* zu nehmen durch Prüfungen, durch Zeichen und durch Wunder und durch Krieg und mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm und durch große, furchtgebietende Taten, nach allem, was Jahweh, euer Gott, in Ägypten vor deinen Augen für euch getan hat?
35Du hast es zu sehen bekommen, damit du erkennst, dass Jahweh, er, der Gott13 ist. Außer ihm gibt es sonst keinen.
36Von den Himmeln her hat er dich seine Stimme hören lassen, dich zu unterweisen14. Und auf der Erde hat er dich sein großes Feuer sehen lassen. Und du hast mitten aus dem Feuer seine Worte gehört.
37Und weil er deine Väter liebte und sich ihren Samen nach ihnen erwählte, führte er dich mit seinem Angesicht, mit seiner großen Kraft aus Ägypten,
38um Völker vor dir <aus ihrem Besitz> zu verdrängen, größer und stärker als du, um dich herzubringen, um dir ihr Land als Erbteil zu geben, wie es an diesem Tag ist.
39So erkenne denn heute und lass es in dein Herz wiederkehren, dass Jahweh, er, der Gott ist - in den Himmeln oben und auf der Erde unten, keiner sonst.
40Und wahre <und halte> seine Satzungen und seine Gebote, die ich dir heute gebiete, damit es dir und deinen Söhnen15 nach dir wohlergehe und damit du deine Tage verlängerst16 auf dem Erdboden, den Jahweh, dein Gott, dir im Begriff ist zu geben, all die Tage."
41Damals sonderte Mose drei Städte aus, jenseits des Jordans, gegen Sonnenaufgang,
42damit ein Totschläger dahin fliehe, der seinen Nächsten17 unabsichtlich erschlagen hat (und er hatte ihn am Vortag <und> drei Tage <zuvor> nicht gehasst), damit er in eine dieser Städte fliehe und am Leben bleibe:
43Bezer in der Wüste, im Land der Hochebene18, für die Rubeniter; und Ramot in Gilead für die Gaditer; und Golan in Baschan für die Manassiter.
44Und dieses ist die Weisung, die Mose den Söhnen Israels vorlegte.
45Diese sind die Zeugnisse und die Satzungen und die Rechtsbestimmungen, die Mose zu den Söhnen Israels redete bei ihrem Auszug aus Ägypten,
46jenseits des Jordans, im Tal, Beth-Peor gegenüber, im Land Sihons, des Königs der Amoriter, der in Heschbon wohnte, den Mose schlug - und die Söhne Israels bei ihrem Auszug aus Ägypten.
47Und sie nahmen sein Land <als Erbe> in Besitz und das Land Ogs, des Königs von Baschan, [das Land] der zwei Könige der Amoriter, die jenseits des Jordans waren, gegen Sonnenaufgang:
48von Aroër, das am Ufer des Bachtals des Arnons ist, bis an den Berg Sion (das ist der Hermon),
49und die ganze <Jordan>ebene jenseits des Jordans, gegen <Sonnen>aufgang, und bis an das Meer der <Jordan>ebene am Fuß der Abhänge des Pisga.

Fußnoten

  1. 1 S. Begriffsverz. im Ergänzungsband.
  2. 2 eigtl.: Hüte dich für dich; Hüte dich in deinem eigenen Interesse
  3. 3 o.: Gottesbild; Götzenbild
  4. 4 o.: zu einem <ererbten> Volk des Eigentums
  5. 5 heb. El; bed.: starker Gott; Gott, der Starke; so a. V. 31.
  6. 6 o.: gealtert seid; in die Jahre gekommen seid
  7. 7 und zu kränken
  8. 8 o.: lang machen
  9. 9 o.: sollt ihr
  10. 10 und bei ihm <Hilfe> suchst.
  11. 11 o.: in fernen Tagen; o.: in der Folgezeit
  12. 12 d. h.: von dem einem Ende (o.: Rand) der Himmel bis zum anderen; s. zu 5Mo 28,64.
  13. 13 Im Heb. mit Artikel: der [wahre] Gott; so a. V. 39.
  14. 14 o.: dich in unterweisende Zucht zu nehmen; dich zurechtzuweisen.
  15. 15 o.: Kindern
  16. 16 i. S. v.: damit du machst, dass deine Tage lang sind
  17. 17 eigtl.: Gefährten
  18. 18 heb. mischor; d. i. die amoritische Hochebene vom Arnon bis Heschbon.