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Altes Testament

1. Samuel Kapitel 15

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und Samuel sagte zu Saul: "Jahweh hat mich gesandt, dich zum König über sein Volk, über Israel, zu salben. So höre nun auf die Stimme der Worte Jahwehs.
2So sagt Jahweh der Heere: 'Ich will heimsuchen, was Amalek Israel tat, wie er sich ihm in den Weg stellte, als es aus Ägypten heraufzog.
3Nun zieh hin und schlage Amalek und vollstrecke den Bann an allem, was sein ist, und verschone ihn nicht. Und töte von Mann bis Frau, von Kind bis Säugling, von Rind bis Schaf1, von Kamel bis Esel.'"
4Da rief Saul das Volk auf und musterte sie in Telaim, zweihunderttausend [Mann] Fußvolk; und die Mannschaft von Juda: zehntausend.
5Und Saul kam bis zur Stadt der Amalekiter. Und er legte einen Hinterhalt im Bachtal.
6Und Saul sagte zu den Kenitern: "Geht! Entfernt euch! Zieht ab aus der Mitte2 der Amalekiter, damit ich dich nicht mit ihnen wegraffe, denn du hast Güte <und Treue> an allen Söhnen Israels erwiesen, als sie aus Ägypten heraufzogen." Da zogen die Keniter aus der Mitte von Amalek fort.
7Und Saul schlug die Amalekiter von Hawila an bis [dorthin, wo] man nach Schur kommt, das vor Ägypten [liegt].
8Und er ergriff Agag, den König der Amalekiter, lebend. Und an dem ganzen Volk vollstreckte er den Bann mit der Schneide des Schwerts3.
9Und Saul und das Volk verschonten Agag und das Beste vom Kleinvieh und von den Rindern und die [Tiere] vom zweiten Wurf und die jungen Widder und alles, was gut war. Und sie wollten an ihnen nicht den Bann vollstrecken. Alle wertlose Habe aber und was schwächlich war, daran vollstreckten sie den Bann.
10Da geschah das Wort Jahwehs zu Samuel:
11"Es reut mich, dass ich Saul zum König gemacht habe, denn er hat sich von [der Nachfolge] hinter mir her abgewandt und hat meine Worte nicht aufrecht gehalten." Und Samuel entbrannte4. Und er rief zu Jahweh die ganze Nacht.
12Und Samuel machte sich früh am Morgen auf, Saul zu begegnen. Und es wurde Samuel berichtet: "Saul ist nach Karmel5 gekommen. Und - siehe! - er hat sich ein Denkmal6 aufgerichtet. Und er hat sich gewandt und ist weitergegangen und nach Gilgal hinabgegangen."
13Und Samuel kam zu Saul. Und Saul sagte zu ihm: "Gesegnet seist du von Jahweh! Ich habe das Wort Jahwehs aufrecht gehalten7."
14Und Samuel sagte: "Was ist denn das für ein Blöken von Kleinvieh in meinen Ohren und ein Brüllen von Rindern, das ich höre?"
15Und Saul sagte: "Man hat sie von den Amalekitern hergebracht, denn das Volk hat das Beste vom Kleinvieh und von den Rindern verschont, um [sie] Jahweh, deinem Gott, <als Schlachtopfer> zu opfern. Aber an dem Rest haben wir den Bann vollstreckt."
16Und Samuel sagte zu Saul: "Halt ein! Ich will dir mitteilen, was Jahweh diese Nacht zu mir gesagt hat." Und er sagte zu ihm: "Sprich!"
17Und Samuel sagte: "Ist es nicht so, als du gering warst in deinen Augen, wurdest du Haupt der Stämme Israels? Und Jahweh salbte dich zum König über Israel.
18Und Jahweh sandte dich auf den Weg und sagte: 'Zieh hin und vollstrecke an den Sündern, an Amalek, den Bann und kämpfe gegen sie, bis du sie <gänzlich> ausgetilgt hast.'
19Warum hast du der Stimme Jahwehs nicht gehorcht und bist über die Beute hergefallen und hast das Böse in den Augen Jahwehs getan?"
20Und Saul sagte zu Samuel: "Ich habe der Stimme Jahwehs gehorcht und bin auf dem Weg gegangen, den Jahweh mich sandte. Und ich habe Agag, den König von Amalek, hergebracht und an Amalek den Bann vollstreckt.
21Aber das Volk hat von der Beute Kleinvieh und Rinder genommen, das Beste8 des Gebannten, um es Jahweh, deinem Gott, in Gilgal <als Schlachtopfer> zu opfern."
22Samuel aber sagte: "Hat Jahweh Gefallen an Brandopfern und Schlachtopfern, wie daran, dass man der Stimme Jahwehs gehorcht? Siehe! Gehorchen ist besser als Schlachtopfer, Aufmerken [besser] als das Fett von Widdern,
23denn Widerspenstigkeit ist [wie] die Sünde der Wahrsagerei, und Eigenwilligkeit9 [wie] Abgötterei und Götzenkult10. Weil du das Wort Jahwehs verworfen hast, hat er dich verworfen, dass du nicht mehr König sein sollst11."
24Und Saul sagte zu Samuel: "Ich habe gesündigt, dass ich über den Mund Jahwehs und über deine Worte hinweggegangen bin; denn ich fürchtete das Volk und gehorchte seiner Stimme.
25Nun aber, vergib bitte meine Sünde, und kehre mit mir zurück, dass ich mich vor Jahweh huldigend niederwerfe."
26Samuel aber sagte zu Saul: "Ich kehre nicht mit dir zurück, denn du hast das Wort Jahwehs verworfen; und Jahweh hat dich verworfen, dass du nicht mehr König sein sollst."
27Und Samuel wandte sich ab, um zu gehen. Da ergriff er12 den Gewandsaum seines Oberkleides, sodass der abriss.
28Und Samuel sagte zu ihm: "Jahweh hat heute das Königtum Israels von dir abgerissen und es einem anderen13 gegeben, der besser ist als du.
29Und auch lügt14 der Unwandelbare Israels15 nicht, und es gereut ihn nicht, denn nicht ein Mensch ist er, dass ihn gereuen sollte."
30Und er sagte: "Ich habe gesündigt! Nun ehre mich bitte vor den Ältesten meines Volkes und vor Israel, und kehre mit mir zurück, dass ich mich vor Jahweh, deinem Gott, huldigend niederwerfe."
31Und Samuel kehrte zurück, hinter Saul her. Und Saul warf sich vor Jahweh huldigend nieder.
32Und Samuel sagte: "Bringt Agag, den König Amaleks, her zu mir." Und Agag kam wohlgemut16 zu ihm. Und Agag sagte: "Wahrlich, die Bitterkeit des Todes ist gewichen!"
33Samuel aber sagte: "Wie dein Schwert Frauen ihrer Kinder beraubte, so werde deine Mutter ihrer Kinder beraubt - mehr als die [anderen] Frauen!" Und Samuel hieb Agag in Stücke vor Jahweh in Gilgal.
34Und Samuel ging nach Rama. Saul aber zog in sein Haus hinauf nach Gibea-Saul.
35Und Samuel sah Saul nicht mehr bis zum Tag seines Todes; denn Samuel trauerte um Saul. Jahweh aber reute es17, dass er Saul zum König über Israel gemacht hatte.

Fußnoten

  1. 1 oder Ziege
  2. 2 o.: aus dem Bereich; so a. i. Folg.
  3. 3 w.: mit dem Mund des Schwerts
  4. 4 w.: es wurde Samuel heiß.
  5. 5 D. i. eine Bergstadt in Juda, westlich vom Toten Meer.
  6. 6 o.: eine Sieges-Stele; vgl. 2Sam 18,18; Jes 56,5.
  7. 7 und ausgeführt.
  8. 8 w.: das Erste
  9. 9 o.: Dreistigkeit; Sturheit; Eigensinn; Widerstreben
  10. 10 w.: Hausgötzen; Teraphim
  11. 11 w.: hinweg vom Königsein; so a. 15,26; 16,1.
  12. 12 d. i.: Saul
  13. 13 w.: deinem Gefährten
  14. 14 o.: handelt ... treulos
  15. 15 o.: der Ruhm Israels (heb. neezach; Grundbed.: Glanz; Ruhm; Dauer; Ewigkeit)
  16. 16 o.: in Fesseln; o.: widerwillig; die Bed. des heb. Wortes ist nicht gesichert.
  17. 17 o.: ließ es sich leid tun