Zum Inhalt springen

Altes Testament

1. Samuel Kapitel 18

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und es geschah, als er aufgehört hatte, mit Saul zu reden, da verband sich die Seele Jonathans mit der Seele Davids. Und Jonathan liebte ihn wie seine Seele.
2Und Saul nahm ihn an jenem Tag [zu sich] und ließ nicht zu, dass er ins Haus seines Vaters zurückkehrte.
3Und Jonathan und David schlossen einen Bund, weil er ihn liebte wie seine Seele.
4Und Jonathan zog das Oberkleid, das er anhatte, aus und gab es David, und [auch] seine Gewänder und sein Schwert und seinen Bogen und seinen Gürtel.
5Und David zog hinaus: Wohin immer Saul ihn sandte, handelte er verständig <und hatte er Erfolg>. Und Saul setzte ihn über die Kriegsmänner. Und es war gut in den Augen des ganzen Volkes und auch in den Augen der Knechte Sauls.
6Und es geschah, als sie hereinkamen, als David vom Erschlagen des Philisters zurückkehrte, da zogen die Frauen aus allen Städten Israels zu Gesang und Reigen aus, dem König Saul mit Tamburinen zu begegnen, mit Jubel und mit Triangeln1.
7Und die <fröhlich> spielenden Frauen sangen im Wechselgesang und sagten: "Saul hat seine Tausende geschlagen und David seine Zehntausende2."
8Da entbrannte Saul sehr3. Und dieses Wort war übel in seinen Augen. Und er sagte: "Sie geben David Zehntausende, und mir geben sie die Tausende. Nun [fehlt] ihm nur noch das Königtum4."
9Und Saul blickte argwöhnisch auf David von jenem Tag an und weiterhin.
10Und es geschah am nächsten Tag, da drang ein böser Geist von Gott ein [und kam] zu Saul. Und er gebärdete sich mitten im Haus wie ein Prophet <und geriet in Verzückung>5. David aber spielte mit seiner Hand <auf den Saiten> wie Tag für Tag. Und in der Hand Sauls war ein Speer.
11Und Saul warf den Speer und sagte <sich>: "Ich werde David an die Wand schlagen6!" Aber David wich ihm zweimal aus7.
12Und Saul fürchtete sich vor David, denn Jahweh war mit ihm, von Saul aber war er gewichen.
13Und Saul tat ihn von sich weg8 und setzte ihn zum Obersten über Tausend. Und er zog aus und ein vor dem Volk her.
14Und David handelte verständig <und hatte Erfolg> in allen seinen Wegen. Und Jahweh war mit ihm.
15Und als Saul sah, dass er verständig handelte <und Erfolg hatte>, scheute er sich vor ihm.
16Aber ganz Israel und Juda hatten David lieb, denn er zog aus und ein vor ihnen her.
17Und Saul sagte zu David: "Siehe! - da ist meine größere9 Tochter Merab, die will ich dir zur Frau geben. Sei mir nur ein tüchtiger Bursche10 und kämpfe die Kämpfe Jahwehs!" Saul aber sagte <sich>: "Es soll nicht meine Hand gegen ihn sein. Die Hand der Philister soll gegen ihn sein."
18Und David sagte zu Saul: "Wer bin ich, und was ist mein Leben? Was ist die Sippe meines Vaters in Israel, dass ich des Königs Schwiegersohn werden sollte?"
19Und es geschah zu der Zeit, als Merab, die Tochter Sauls, David gegeben werden sollte, wurde sie Adriël, dem Meholatiter, zur Frau gegeben.
20Michal aber, die Tochter Sauls, liebte David. Und man gab Saul Bericht. Und die Sache war recht in seinen Augen.
21Und Saul sagte: "Ich will sie ihm geben, damit sie ihm zum Fallstrick werde und die Hand der Philister gegen ihn sei." Und Saul sagte zu David: "Zum zweiten Mal sollst du mir heute zum Schwiegersohn werden."
22Und Saul gebot seinen Knechten: "Redet zu David im Verborgenen und sagt: 'Siehe! Der König hat Gefallen an dir, und alle seine Knechte lieben dich. So werde nun dem König zum Schwiegersohn!'"
23Und die Knechte Sauls redeten diese Worte in die Ohren Davids. David aber sagte: "Ist es in euren Augen ein Geringes, dem König zum Schwiegersohn zu werden? - Bin ich doch ein armer und geringer Mann!"
24Und die Knechte Sauls berichteten es ihm und sagten: "Gemäß diesen Worten hat David geredet."
25Und Saul sagte: "So sollt ihr zu David sagen: Der König hat nicht Gefallen an einem Brautgeld, sondern an hundert Vorhäuten der Philister, um sich an den Feinden des Königs zu rächen." Saul aber gedachte, David durch die Hand der Philister zu Fall zu bringen.
26Und seine Knechte berichteten David diese Worte. Und die Sache, dem König zum Schwiegersohn zu werden, war recht in den Augen Davids. Noch waren die Tage nicht voll,
27da machte David sich auf und zog hin, er und seine Männer, und erschlug unter den Philistern zweihundert Mann. Und David brachte ihre Vorhäute und gab sie dem König vollzählig, damit er dem König zum Schwiegersohn würde. Und Saul gab ihm seine Tochter Michal zur Frau.
28Und Saul sah und erkannte, dass Jahweh mit David war und dass Michal, die Tochter Sauls, ihn liebte.
29Da fürchtete sich Saul noch mehr vor David. Und Saul wurde David feind11 alle Tage.
30Und die Obersten der Philister zogen aus. Und es geschah, sooft sie auszogen, hatte David <durch sein verständiges Handeln> mehr Erfolg12 als alle Knechte Sauls. Und sein Name wurde überaus kostbar13.

Fußnoten

  1. 1 Gemeint sind wahrsch. dreieckige Harfen; das Wort kommt nur hier vor; die Bed. ist ungewiss.
  2. 2 o.: Myriaden; so a. i. Folg.
  3. 3 w.: Und es wurde Saul sehr heiß.
  4. 4 o.: und [sie geben] ihm gewiss noch das Königtum; w.: und [es ist] ihm gewiss noch das Königtum.
  5. 5 o.: in prophetische Ergriffenheit; so a. i. Folg.
  6. 6 o.: spießen
  7. 7 w.: drehte sich zweimal von seinem Angesicht weg.
  8. 8 d. h.: aus seiner Umgebung
  9. 9 i. S. v.: ältere
  10. 10 eigtl.: ein Sohn von Heldenstärke <und Heldenmut>
  11. 11 o.: wurde einer, der David befehdete
  12. 12 o.: handelte David verständiger <und hatte mehr Erfolg>
  13. 13 und hoch geehrt.