Altes Testament
1. Samuel Kapitel 9
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Und es war ein Mann von Benjamin, sein Name war Kisch, der Sohn Abiëls, des Sohnes Zerors, des Sohnes Bechorats, des Sohnes Afiachs, des Sohnes eines Benjaminiters, ein kriegstüchtiger, <angesehener> Mann.
2Und er hatte einen Sohn, sein Name war Saul, jung1 und schön2. Und es gab unter den Söhnen Israels keinen schöneren Mann als ihn, von seiner Schulter an aufwärts größer3 als alles Volk.
3Und die Eselinnen Kischs, des Vaters Sauls, gingen verloren. Und Kisch sagte zu seinem Sohn Saul: "Nimm doch einen von den Burschen mit dir und mache dich auf. Geh hin, suche die Eselinnen."
4Und er durchzog das Bergland Ephraim und durchzog das Land Schalischa. Aber sie fanden nichts. Und sie durchzogen das Land Schaalim. Und da waren sie nicht. Und er durchzog das Land Benjamin. Aber sie fanden nichts.
5Als sie in das Land Zuf kamen, sagte Saul zu seinem Burschen, der bei ihm war: "Komm und lass uns umkehren, dass nicht etwa mein Vater die Eselinnen sein lässt und sich um uns Sorgen macht."
6Der aber sagte zu ihm: "Sieh nun! Ein Mann Gottes ist in dieser Stadt. Und der Mann ist geehrt. Alles, was er sagt, trifft mit Sicherheit ein. Lass uns nun dorthin gehen. Vielleicht kann er uns unseren Weg mitteilen, den wir zu gehen haben."
7Und Saul sagte zu seinem Burschen: "Siehe! Wenn wir hingehen, was wollen wir dem Mann bringen?, denn das Brot in unseren Gefäßen ist aufgebraucht. Und wir haben kein Geschenk, es dem Mann Gottes zu bringen. Was haben wir?"
8Und der Bursche antwortete Saul nochmals und sagte: "Siehe! - in meiner Hand findet sich ein Viertelschekel Silber. Das will ich dem Mann Gottes geben, damit er uns unseren Weg kundtue."
9(Früher sagte man in Israel so, wenn man ging, Gott zu suchen: "Kommt und lasst uns zum Seher gehen!" - denn den Propheten von heute nannte man früher Seher.)
10Und Saul sagte zu seinem Burschen: "Dein Wort ist gut. Komm, wir gehen!" Und sie gingen zu der Stadt, wo der Mann Gottes war.
11Sie waren gerade dabei, die Anhöhe zur Stadt hinaufzugehen, da trafen sie junge Frauen4, die herauskamen, Wasser zu schöpfen. Und sie sagten zu ihnen: "Ist hier der Seher?"
12Und sie antworteten ihnen und sagten: "[Ja,] er ist [da], - siehe! - vor deinem Angesicht. Eile jetzt, denn er ist heute in die Stadt gekommen, denn das Volk hat heute auf der Höhe ein Schlachtopfer.
13Sowie ihr in die Stadt kommt, werdet ihr ihn treffen5, bevor er zur Höhe hinaufgeht, um zu essen; denn das Volk wird nicht essen, bis er gekommen ist; denn er spricht <beim> Schlachtopfer den Segen6, danach essen die Geladenen7. Und nun geht hinauf, denn ihr werdet ihn [treffen]; gerade heute werdet ihr ihn treffen."
14Und sie gingen zur Stadt hinauf. Als sie im Begriff waren, in die Stadt einzutreten - siehe! -, da kam Samuel heraus, ihnen entgegen, um zur Höhe hinaufzugehen.
15Jahweh aber hatte, einen Tag bevor Saul kam, dem Ohr Samuels geoffenbart und gesagt:
16"Morgen um diese Zeit werde ich einen Mann aus dem Land Benjamin zu dir senden. Und du sollst ihn zum Führer über mein Volk Israel salben! Und er wird mein Volk aus der Hand der Philister retten; denn ich habe mein Volk gesehen, denn sein lautes Rufen ist zu mir gekommen."
17Als Samuel Saul sah, antwortete ihm Jahweh: "Siehe! Das ist der Mann, von dem ich zu dir sagte. Dieser soll über mein Volk Schutzherr sein8."
18Und Saul nahte sich Samuel im Tor und sagte: "Sag mir bitte, wo ist hier das Haus des Sehers?"
19Und Samuel antwortete Saul und sagte: "Ich bin der Seher. Gehe vor mir zur Höhe hinauf, denn ihr sollt heute mit mir essen. Und am Morgen werde ich dich entlassen. Und alles, was dir im Herzen ist9, werde ich dir mitteilen.
20Und was die Eselinnen betrifft, die dir heute vor drei Tagen verloren gegangen sind: Richte dein Herz nicht darauf, denn sie wurden gefunden! Und wem gehört alles Kostbare Israels10? Nicht dir und dem ganzen Haus deines Vaters?"
21Da antwortete Saul und sagte: "Bin ich nicht ein Benjaminiter, aus dem kleinsten der Stämme Israels? Und ist meine Sippe nicht die geringste unter allen Sippen des Stammes Benjamin? Und warum redest du zu mir gemäß diesem Wort?"
22Und Samuel nahm Saul und seinen Burschen und brachte sie in die Halle. Und er gab ihnen einen Platz obenan unter den Geladenen. Und sie waren etwa dreißig Mann.
23Und Samuel sagte zu dem Koch11: "Gib den Anteil, den ich dir übergab, von dem ich dir sagte: 'Lege ihn bei dir zurück.'"
24Da trug der Koch die Keule auf und was daran war. Und er12 setzte sie Saul vor und sagte: "Siehe! [Hier ist] das [für dich] Übriggebliebene. Lege es dir vor und iss, denn für diese Stunde13 ist es für dich aufbewahrt worden, als ich sagte, ich hätte das Volk [zum Essen] geladen." Und Saul aß mit Samuel an jenem Tag.
25Und sie gingen von der Höhe in die Stadt hinab. Und auf dem Dach redete er mit Saul.
26Und sie standen früh auf. Und es geschah, als das erste Morgenlicht aufging, da rief Samuel zu Saul, zum Dach hin, und sagte: "Stehe auf, dass ich dich geleite!" Da machte sich Saul auf, und beide, er und Samuel, gingen nach draußen.
27Als sie ans Ende der Stadt hinabkamen, sagte Samuel zu Saul: "Sage dem Burschen, dass er uns vorausgehen soll." (Und er ging voraus.) "Du aber bleibe jetzt stehen, dass ich dich das Wort Gottes hören lasse."
2Und er hatte einen Sohn, sein Name war Saul, jung1 und schön2. Und es gab unter den Söhnen Israels keinen schöneren Mann als ihn, von seiner Schulter an aufwärts größer3 als alles Volk.
3Und die Eselinnen Kischs, des Vaters Sauls, gingen verloren. Und Kisch sagte zu seinem Sohn Saul: "Nimm doch einen von den Burschen mit dir und mache dich auf. Geh hin, suche die Eselinnen."
4Und er durchzog das Bergland Ephraim und durchzog das Land Schalischa. Aber sie fanden nichts. Und sie durchzogen das Land Schaalim. Und da waren sie nicht. Und er durchzog das Land Benjamin. Aber sie fanden nichts.
5Als sie in das Land Zuf kamen, sagte Saul zu seinem Burschen, der bei ihm war: "Komm und lass uns umkehren, dass nicht etwa mein Vater die Eselinnen sein lässt und sich um uns Sorgen macht."
6Der aber sagte zu ihm: "Sieh nun! Ein Mann Gottes ist in dieser Stadt. Und der Mann ist geehrt. Alles, was er sagt, trifft mit Sicherheit ein. Lass uns nun dorthin gehen. Vielleicht kann er uns unseren Weg mitteilen, den wir zu gehen haben."
7Und Saul sagte zu seinem Burschen: "Siehe! Wenn wir hingehen, was wollen wir dem Mann bringen?, denn das Brot in unseren Gefäßen ist aufgebraucht. Und wir haben kein Geschenk, es dem Mann Gottes zu bringen. Was haben wir?"
8Und der Bursche antwortete Saul nochmals und sagte: "Siehe! - in meiner Hand findet sich ein Viertelschekel Silber. Das will ich dem Mann Gottes geben, damit er uns unseren Weg kundtue."
9(Früher sagte man in Israel so, wenn man ging, Gott zu suchen: "Kommt und lasst uns zum Seher gehen!" - denn den Propheten von heute nannte man früher Seher.)
10Und Saul sagte zu seinem Burschen: "Dein Wort ist gut. Komm, wir gehen!" Und sie gingen zu der Stadt, wo der Mann Gottes war.
11Sie waren gerade dabei, die Anhöhe zur Stadt hinaufzugehen, da trafen sie junge Frauen4, die herauskamen, Wasser zu schöpfen. Und sie sagten zu ihnen: "Ist hier der Seher?"
12Und sie antworteten ihnen und sagten: "[Ja,] er ist [da], - siehe! - vor deinem Angesicht. Eile jetzt, denn er ist heute in die Stadt gekommen, denn das Volk hat heute auf der Höhe ein Schlachtopfer.
13Sowie ihr in die Stadt kommt, werdet ihr ihn treffen5, bevor er zur Höhe hinaufgeht, um zu essen; denn das Volk wird nicht essen, bis er gekommen ist; denn er spricht <beim> Schlachtopfer den Segen6, danach essen die Geladenen7. Und nun geht hinauf, denn ihr werdet ihn [treffen]; gerade heute werdet ihr ihn treffen."
14Und sie gingen zur Stadt hinauf. Als sie im Begriff waren, in die Stadt einzutreten - siehe! -, da kam Samuel heraus, ihnen entgegen, um zur Höhe hinaufzugehen.
15Jahweh aber hatte, einen Tag bevor Saul kam, dem Ohr Samuels geoffenbart und gesagt:
16"Morgen um diese Zeit werde ich einen Mann aus dem Land Benjamin zu dir senden. Und du sollst ihn zum Führer über mein Volk Israel salben! Und er wird mein Volk aus der Hand der Philister retten; denn ich habe mein Volk gesehen, denn sein lautes Rufen ist zu mir gekommen."
17Als Samuel Saul sah, antwortete ihm Jahweh: "Siehe! Das ist der Mann, von dem ich zu dir sagte. Dieser soll über mein Volk Schutzherr sein8."
18Und Saul nahte sich Samuel im Tor und sagte: "Sag mir bitte, wo ist hier das Haus des Sehers?"
19Und Samuel antwortete Saul und sagte: "Ich bin der Seher. Gehe vor mir zur Höhe hinauf, denn ihr sollt heute mit mir essen. Und am Morgen werde ich dich entlassen. Und alles, was dir im Herzen ist9, werde ich dir mitteilen.
20Und was die Eselinnen betrifft, die dir heute vor drei Tagen verloren gegangen sind: Richte dein Herz nicht darauf, denn sie wurden gefunden! Und wem gehört alles Kostbare Israels10? Nicht dir und dem ganzen Haus deines Vaters?"
21Da antwortete Saul und sagte: "Bin ich nicht ein Benjaminiter, aus dem kleinsten der Stämme Israels? Und ist meine Sippe nicht die geringste unter allen Sippen des Stammes Benjamin? Und warum redest du zu mir gemäß diesem Wort?"
22Und Samuel nahm Saul und seinen Burschen und brachte sie in die Halle. Und er gab ihnen einen Platz obenan unter den Geladenen. Und sie waren etwa dreißig Mann.
23Und Samuel sagte zu dem Koch11: "Gib den Anteil, den ich dir übergab, von dem ich dir sagte: 'Lege ihn bei dir zurück.'"
24Da trug der Koch die Keule auf und was daran war. Und er12 setzte sie Saul vor und sagte: "Siehe! [Hier ist] das [für dich] Übriggebliebene. Lege es dir vor und iss, denn für diese Stunde13 ist es für dich aufbewahrt worden, als ich sagte, ich hätte das Volk [zum Essen] geladen." Und Saul aß mit Samuel an jenem Tag.
25Und sie gingen von der Höhe in die Stadt hinab. Und auf dem Dach redete er mit Saul.
26Und sie standen früh auf. Und es geschah, als das erste Morgenlicht aufging, da rief Samuel zu Saul, zum Dach hin, und sagte: "Stehe auf, dass ich dich geleite!" Da machte sich Saul auf, und beide, er und Samuel, gingen nach draußen.
27Als sie ans Ende der Stadt hinabkamen, sagte Samuel zu Saul: "Sage dem Burschen, dass er uns vorausgehen soll." (Und er ging voraus.) "Du aber bleibe jetzt stehen, dass ich dich das Wort Gottes hören lasse."
Fußnoten
- 1 eigtl.: ein junger, lediger Mann; ein Junggeselle
- 2 o.: wohlgestaltet; Grundbed.: gut
- 3 w.: höher
- 4 o.: Mädchen
- 5 Grundbed.: finden
- 6 eigtl.: er lobt <über> dem Schlachtopfer; er spricht den Lobspruch (bzw. Segensspruch) <über> dem Schlachtopfer.
- 7 eigtl.: die Gerufenen
- 8 o.: mein Volk im Zaum halten (Grundbed.: schützen; zurückhalten); and.: über mein Volk herrschen.
- 9 w.: was in deinem Herzen ist
- 10 d. h.: alles, was Israel Begehrenswertes besitzt.
- 11 eigtl.: dem Schlächter; der Metzger war auch Koch.
- 12 d. i.: Samuel
- 13 eigtl.: für diese bestimmte Zeit