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Altes Testament

1. Samuel Kapitel 24

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und David zog von dort hinauf und blieb auf den Bergfesten von En-Gedi.
2Und es geschah, als Saul von der Verfolgung der Philister zurückgekehrt war, da berichtete man ihm und sagte: "Siehe! David ist in der Wüste En-Gedi."
3Und Saul nahm dreitausend erwählte Männer aus ganz Israel und zog hin, um David und seine Männer auf der Vorderseite der Felsen der Steinböcke zu suchen.
4Und er kam zu den Schafhürden1 an dem Weg, und dort war eine Höhle. Und Saul ging hinein, um seine Füße zu bedecken2. David aber und seine Männer saßen im Innern der Höhle.
5Da sagten die Männer Davids zu ihm: "Siehe! - das ist der Tag, von dem Jahweh zu dir gesagt hat: 'Siehe! - ich werde deinen Feind in deine Hand geben.' So tue ihm, wie es gut ist in deinen Augen." Und David stand auf und schnitt heimlich den Gewandsaum3 des Oberkleides Sauls ab.
6Und es geschah danach, da schlug Davids Herz, weil er den Gewandsaum Sauls abgeschnitten hatte.
7Und er sagte zu seinen Männern: "Ferne sei es mir - von Jahweh her4 -, dass ich diese Sache an meinem Herrn, dem Gesalbten Jahwehs, tun sollte, meine Hand gegen ihn auszustrecken; denn er ist der Gesalbte Jahwehs."
8Und mit diesen Worten fuhr David seine Männer an und ließ ihnen nicht zu, sich gegen Saul zu erheben. Und Saul machte sich auf, aus der Höhle, und ging seines Weges.
9Und danach machte sich David auf, und er trat aus der Höhle und rief hinter Saul her und sagte: "Mein Herr, König!" Und Saul blickte hinter sich. Und David verneigte sich kniend, mit dem Gesicht5 zur Erde, und warf sich huldigend nieder.
10Und David sagte zu Saul: "Warum hörst du auf die Worte von Menschen, die sagen: 'Siehe! David sucht dein Unheil?'
11Siehe! An diesem Tag haben deine Augen gesehen, dass Jahweh dich heute in meine Hand gab, in der Höhle. Und man sagte <mir>, ich solle dich töten. Aber [mein Auge] hat dich verschont6. Und ich sagte: 'Ich will meine Hand nicht gegen meinen Herrn ausstrecken, denn er ist der Gesalbte Jahwehs!'
12Und, mein Vater, sieh! Ja, sieh den Gewandsaum deines Oberkleides in meiner Hand! Fürwahr! Daran, dass ich den Gewandsaum deines Oberkleides schnitt und dich nicht tötete, daran erkenne und sieh, dass nichts Böses und kein Vergehen7 in meiner Hand ist, und dass ich nicht an dir gesündigt habe. Du aber stellst meiner Seele nach, um sie wegzunehmen.
13Möge Jahweh richten zwischen mir und dir! Und möge Jahweh mich an dir rächen! Aber meine Hand soll nicht gegen dich sein
14- wie der Spruch der Vorfahren sagt: 'Von den Ehrfurchtslosen kommt Ehrfurchtslosigkeit.' Aber meine Hand soll nicht gegen dich sein.
15Hinter wem zieht der König Israels her? Wem jagst du nach? Einem toten Hund, einem einzelnen Floh!
16So sei denn Jahweh Richter und richte zwischen mir und dir. Und er sehe darein und führe meinen Rechtsstreit und schaffe mir Recht von deiner Hand!"
17Und es geschah, als David diese Worte zu Saul ausgeredet hatte, da sagte Saul: "Ist das deine Stimme, mein Sohn David?" Und Saul erhob seine Stimme und weinte.
18Und er sagte zu David: "Du bist gerecht, im Gegensatz zu mir; denn du hast mir Gutes erwiesen. Ich aber habe dir Böses erwiesen.
19Und du hast heute bewiesen, dass du Gutes an mir getan hast, da Jahweh mich in deine Hand lieferte und du mich nicht getötet hast;
20denn wird jemand, wenn er seinen Feind findet, ihn auf gutem Wege ziehen lassen? So möge Jahweh dir Gutes vergelten für das, was du an diesem Tag an mir getan hast!
21Und nun siehe, ich weiß, dass du ganz gewiss König werden wirst und dass in deiner Hand das Königtum Israels Bestand haben wird.
22So schwöre mir nun bei Jahweh, dass du meinen Samen nach mir nicht ausrotten und meinen Namen aus dem Haus meines Vaters nicht auslöschen wirst!"
23Und David schwor Saul. Und Saul ging in sein Haus. David und seine Männer aber stiegen auf die Burg.

Fußnoten

  1. 1 w.: zu den Ummauerungen des Kleinviehs
  2. 2 beschönigend für: um seine Notdurft zu verrichten
  3. 3 o.: Zipfel; Rand; Grundbed.: Flügel
  4. 4 w.: Entweihtes (o.: Fluch) von Jahweh her sei es mir ...
  5. 5 Grundbed.: Nase; Nasenlöcher
  6. 6 w.: [mein Auge] ist deinetwegen geflossen.
  7. 7 o.: Frevel; Verbrechen; Auflehnung