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Altes Testament

1. Samuel Kapitel 3

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und der Knabe Samuel tat Jahweh den <aufgetragenen> verehrenden Dienst vor Eli. Und das Wort Jahwehs war selten in jenen Tagen; Gesichte waren nicht häufig.
2Und es geschah zu jener Zeit, als Eli an seinem Ort lag (seine Augen aber hatten angefangen, schwach zu werden, er konnte nicht1 sehen)
3und die Lampe Gottes noch nicht erloschen war und Samuel in der Tempelhalle2 Jahwehs lag, wo die Lade Gottes war,
4da rief Jahweh zu Samuel. Und er sagte: "Hier bin ich!"
5Und er lief zu Eli und sagte: "Hier bin ich, denn du hast mich gerufen." Er aber sagte: "Ich habe nicht gerufen. Lege dich wieder hin." Und er ging und legte sich hin.
6Und Jahweh rief nochmals: "Samuel!" Und Samuel stand auf und ging zu Eli und sagte: "Hier bin ich, denn du hast mich gerufen." Und er sagte: "Ich habe nicht gerufen, mein Sohn. Lege dich wieder hin."
7(Samuel aber hatte Jahweh noch nicht erkannt. Und das Wort Jahwehs war ihm noch nicht geoffenbart worden.)
8Und Jahweh rief wieder, zum dritten Mal: "Samuel!" Und er stand auf und ging zu Eli und sagte: "Hier bin ich, denn du hast mich gerufen." Da merkte Eli, dass Jahweh den Knaben rief.
9Und Eli sagte zu Samuel: "Geh, lege dich hin. Und es geschehe, wenn er3 dich ruft, sag: 'Rede, Jahweh, denn dein Knecht hört.'" Und Samuel ging und legte sich an seinem Ort hin.
10Und Jahweh kam und stellte sich hin und rief wie die anderen Male: "Samuel, Samuel!" Und Samuel sagte: "Rede, denn dein Knecht hört!"
11Und Jahweh sagte zu Samuel: "Siehe! - ich bin im Begriff, in Israel eine Sache zu tun, dass jedem, der davon hört, seine beiden Ohren gellen werden.
12An jenem Tag werde ich gegen Eli alles aufrecht halten <und erfüllen>4, was ich über sein Haus geredet habe: [Ich werde] es anfangen und vollenden;
13denn ich habe ihm mitgeteilt, dass ich im Begriff bin, sein Haus zu richten für ewig - wegen der Verschuldung, von der er gewusst hat, dass seine Söhne sich den Fluch zugezogen haben, und er hat ihnen nicht Einhalt geboten5.
14Und darum habe ich dem Haus Elis geschworen: Wenn die Schuld des Hauses Elis je gesühnt werden soll durch Schlachtopfer und durch Speisopfer, in Ewigkeit ...!"6
15Und Samuel lag bis zum Morgen. Und er öffnete die Türen des Hauses Jahwehs. Samuel aber fürchtete sich, Eli das Gesicht mitzuteilen.
16Da rief Eli Samuel und sagte: "Samuel, mein Sohn!" Und er sagte: "Hier bin ich!"
17Und er sagte: "Was ist das Wort, das er zu dir gesagt hat? Halte es mir ja nicht verborgen. So tue dir Gott und so füge er hinzu, wenn du mir ein Wort verborgen hältst von allem Wort, das er zu dir gesagt hat!"
18Da teilte ihm Samuel alle Worte mit und hielt nichts vor ihm verborgen. Und er sagte: "Er ist Jahweh. Er tue, was gut ist in seinen Augen."
19Und Samuel wurde groß. Und Jahweh war mit ihm. Und er ließ keines von allen seinen Worten auf die Erde fallen.
20Und ganz Israel, von Dan bis Beerscheba, erkannte, dass Samuel zum Propheten betraut worden war7.
21Und Jahweh fuhr fort, in Silo zu erscheinen; denn Jahweh offenbarte sich Samuel in Silo durch das Wort Jahwehs.

Fußnoten

  1. 1 i. S. v.: kaum; nur sehr schwach; 1Sam 4,13; vgl. 1Mo 48,8.10. Sätze in runden Klammern sind Teil des biblischen Textes.
  2. 2 d. i.: im Zelt der Begegnung
  3. 3 o.: man
  4. 4 o.: erwecken; erstehen lassen
  5. 5 und sie nicht gescholten.
  6. 6 D. i. eine Schwurformel; nur die erste Hälfte des Satzes wird ausgesprochen; der zweite Teil, der Fluch, ist weggelassen.
  7. 7 o.: als Prophet vertrauenswürdig war; sich als Prophet zuverlässig erwies.