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Altes Testament

1. Samuel Kapitel 28

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und es geschah in jenen Tagen, da versammelten die Philister ihre Heere zum Feldzug, um gegen Israel zu kämpfen. Und Achisch sagte zu David: "Du sollst mit Bestimmtheit wissen, dass du mit mir ins Heerlager ausziehen sollst, du und deine Männer."
2Und David sagte zu Achisch: "Wahrlich, so wirst du selbst erfahren, was dein Knecht tun wird." Und Achisch sagte zu David: "Wahrlich, so setze ich dich zum Wächter meines Hauptes ein - für alle Tage."
3Samuel aber war gestorben, und ganz Israel hatte um ihn geklagt und ihn in Rama, in seiner Stadt, begraben. Und Saul hatte die Geisterbeschwörer und die Wahrsager aus dem Land entfernt.
4Und die Philister versammelten sich und kamen und lagerten bei Schunem. Und Saul versammelte ganz Israel, und sie lagerten am Gilboa1.
5Und als Saul das Heer der Philister sah, fürchtete er sich, und sein Herz bebte sehr.
6Und Saul fragte Jahweh. Aber Jahweh antwortete ihm nicht, weder durch Träume noch durch die Urim noch durch die Propheten.
7Und Saul sagte zu seinen Knechten: "Sucht mir eine Frau, eine Geisterbeschwörerin2, damit ich zu ihr gehe und durch sie [Rat] suche." Und seine Knechte sagten zu ihm: "Siehe! - [es gibt] eine Frau, eine Geisterbeschwörerin, in En-Dor."
8Und Saul machte sich unkenntlich und zog andere Kleider an und ging hin, er und zwei Männer mit ihm. Und sie kamen bei Nacht zu der Frau. Und er sagte: "Wahrsage mir doch durch Geisterbeschwörung3 und bring mir den herauf, den ich dir sagen werde!"
9Aber die Frau sagte zu ihm: "Siehe! Du selbst weißt, was Saul getan hat, dass er die Geisterbeschwörer und die Wahrsager aus dem Land ausgerottet hat. Und warum legst du meiner Seele eine Schlinge, mich zu töten?"
10Und Saul schwor ihr bei Jahweh und sagte: "So wahr Jahweh lebt: Wenn dich wegen dieser Sache eine Schuld treffen wird ...!"
11Und die Frau sagte: "Wen soll ich dir heraufsteigen lassen?" Und er sagte: "Lass mir Samuel heraufsteigen."
12Und als die Frau Samuel sah, schrie sie mit großer Stimme auf. Und die Frau sagte zu Saul: "Warum hast du mich betrogen? Du bist ja Saul!"
13Und der König sagte zu ihr: "Fürchte dich nicht! Was siehst du denn?" Und die Frau sagte zu Saul: "Ich sehe einen Gott aus der Erde heraufsteigen."
14Und er sagte zu ihr: "Wie ist seine Gestalt?" Und sie sagte: "Ein alter Mann steigt herauf. Und er hüllt sich in ein Oberkleid." Da erkannte Saul, dass es Samuel war. Und er kniete sich hin, mit dem Gesicht zur Erde, und warf sich huldigend nieder.
15Und Samuel sagte zu Saul: "Warum hast du mich aufgestört, dass du mich heraufkommen lässt?" Und Saul sagte: "Ich bin sehr in Bedrängnis, denn die Philister kämpfen gegen mich. Und Gott ist von mir gewichen und antwortet mir nicht mehr, weder durch die Hand der Propheten noch durch Träume. Da ließ ich dich rufen, damit du mich wissen lässt, was ich tun soll."
16Und Samuel sagte: "Warum fragst du mich, da Jahweh von dir gewichen und dein Gegner geworden ist?
17Ja, Jahweh hat für sich4 getan, wie er durch mich geredet hat, und Jahweh hat das Königtum aus deiner Hand gerissen und es deinem Nächsten5 gegeben: David!
18Weil du nicht auf die Stimme Jahwehs gehört hast und die Glut seines Zorns6 an Amalek nicht ausgeführt hast, darum hat Jahweh dir dieses am heutigen Tag getan.
19Und Jahweh wird auch Israel - zusammen mit dir - in die Hand der Philister geben. Und morgen wirst du mitsamt deinen Söhnen bei mir sein. Auch das Heerlager Israels wird Jahweh in die Hand der Philister geben."
20Da fiel Saul eilends in seiner vollen Länge zur Erde. Und er fürchtete sich sehr aufgrund der Worte Samuels. Auch war keine Kraft in ihm, denn er hatte den ganzen Tag und die ganze Nacht nichts gegessen.
21Und die Frau kam zu Saul herein und sah, dass er sehr bestürzt war. Und sie sagte zu ihm: "Siehe! Deine leibeigene Magd hat auf deine Stimme gehört, und ich habe meine Seele in meine Hand gelegt7 und auf deine Worte gehört, die du zu mir gesagt hast.
22Und nun höre bitte auch du auf die Stimme deiner leibeigenen Magd, und zwar: Ich will dir einen Bissen Brot vorsetzen. Iss, dass Kraft in dir sei, wenn du deines Weges gehst!"
23Aber er weigerte sich und sagte: "Ich will nicht essen." Da drangen seine Knechte in ihn, und auch die Frau. Und er hörte auf ihre Stimme und erhob sich von der Erde und setzte sich aufs Bett.
24Und die Frau hatte ein gemästetes Kalb im Haus. Und sie eilte und schlachtete es. Und sie nahm Mehl und knetete es und backte daraus ungesäuertes [Brot].
25Und sie brachte es her vor Saul und vor seine Knechte. Und sie aßen. Und sie machten sich auf und gingen in jener Nacht fort.

Fußnoten

  1. 1 D. i. eine Bergkette südöstlich der Jesreel-Ebene.
  2. 2 eigtl.: eine Besitzerin eines Totengeistes o. Totenbeschwörergeistes
  3. 3 o.: durch den Totenbeschwörergeist
  4. 4 o.: im eigenen Interesse
  5. 5 o.: Gefährten
  6. 6 o.: seines Schnaubens; Grundbed.: Nase
  7. 7 d. h.: mein Leben aufs Spiel gesetzt