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Altes Testament

1. Samuel Kapitel 21

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und David machte sich auf und ging weg. Jonathan aber kam in die Stadt.
2Und David kam nach Nob, zu Ahimelech, dem Priester. Und Ahimelech1 kam David ängstlich2 entgegen und sagte zu ihm: "Warum bist du allein und ist niemand bei dir?"
3Und David sagte zu Ahimelech, dem Priester: "Der König gebot mir eine Sache und sagte zu mir: 'Niemand soll irgendetwas von der Sache wissen, betreffend der ich dich sende und die ich dir gebiete!' Und die Burschen habe ich an den und den Ort gewiesen.
4Und nun, was ist unter deiner Hand?3 Gib fünf Brote in meine Hand oder was sich findet."
5Und der Priester antwortete David und sagte: "Es ist kein gewöhnliches4 Brot unter meiner Hand, sondern nur Brot des Heiligen5 ist da. Wenn sich die Burschen [doch] nur von der Frau enthalten haben!"
6Und David antwortete dem Priester und sagte zu ihm: "Ja, denn eine Frau ist uns seit gestern [und] drei Tagen, als ich auszog, versagt gewesen. Und die Gefäße6 der Burschen waren heilig; dabei war das noch ein gewöhnliches Unternehmen7. Erst recht sind sie heute an ihrem Gefäß geheiligt."
7Da gab ihm der Priester geheiligtes [Brot], denn es war dort kein anderes Brot als nur das Schaubrot8, das von [dem Ort] vor dem Angesicht Jahwehs weggenommen wird, um am Tag seiner Wegnahme warmes Brot aufzulegen.
8(Es war aber dort an jenem Tag ein Mann von den Knechten Sauls, eingeschlossen vor dem Angesicht Jahwehs, und sein Name war Doeg, der Edomiter. Er war der Anführer9 der Hirten, die Saul gehörten.)
9Und David sagte zu Ahimelech: "Gibt es hier nicht unter deiner Hand irgendeinen Speer oder ein Schwert?, denn weder mein Schwert noch meine Waffen, nichts habe ich in meine Hand genommen, denn die Sache des Königs war dringend."
10Und der Priester sagte: "Das Schwert Goliats, des Philisters, den du im Terebinthental erschlagen hast, - siehe! - es ist in ein Kleid gewickelt hinter dem Ephod10; wenn du es dir nehmen willst, nimm es, denn es ist kein anderes hier außer diesem." Und David sagte: "Seinesgleichen gibt es nicht. Reiche es mir her!"
11Und David machte sich auf und floh an diesem Tag vor Saul. Und er kam zu Achisch, dem König von Gat.
12Und die Knechte Achischs sagten zu ihm: "Ist das nicht David, der König des Landes? Singen11 sie von diesem nicht im Reigen und sagen: 'Saul hat seine Tausende geschlagen und David seine Zehntausende'?"
13Und David nahm sich diese Worte zu Herzen und fürchtete sich sehr vor Achisch, dem König von Gat.
14Und er verstellte vor ihren Augen seinen Verstand und stellte sich unsinnig unter ihren Händen, und er kritzelte an die Flügel des Tores und ließ seinen Speichel in seinen Bart herabfließen.
15Und Achisch sagte zu seinen Knechten: "Siehe! Ihr seht einen Mann, der sich wie ein Wahnsinniger benimmt. Warum bringt ihr ihn zu mir?
16Fehlt es mir an Wahnsinnigen12, dass ihr diesen hergebracht habt, um sich bei mir wie ein Wahnsinniger zu benehmen? Sollte der in mein Haus kommen?"

Fußnoten

  1. 1 Ahimelech ist wahrsch. gleichzusetzen mit Ahija; s. zu 1Sam 14,3.
  2. 2 und <vor Schreck> bebend
  3. 3 i. S. v.: was hast du zur Verfügung?
  4. 4 o.: profanes
  5. 5 d. i.: Brot des Heiligtums; heiliges Brot
  6. 6 d. h.: die Leiber; so a. i. Folg.
  7. 7 eigtl.: ein gewöhnlicher (bzw.: profaner) Weg
  8. 8 w.: das Brot des Angesichts
  9. 9 o.: ein Mächtiger
  10. 10 d. i.: dem Priesterschurz
  11. 11 "Singen" bed. eigtl. "im Wechselgesang singen".
  12. 12 heb. meschugga'im