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Altes Testament

1. Samuel Kapitel 30

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und es geschah, als David und seine Männer am dritten Tag nach Ziklag kamen, da waren die Amalekiter ins Südland und in Ziklag eingefallen. Und sie hatten Ziklag geschlagen und im Feuer verbrannt.
2Und die Frauen, die darin waren, hatten sie gefangen weggeführt, [alles], von Klein bis Groß. Getötet hatten sie niemanden, sie hatten sie weggeführt und waren ihres Weges gezogen.
3Und als David mit seinen Männern zur Stadt kam - siehe! -, da war sie im Feuer verbrannt! Und ihre Frauen und ihre Söhne und ihre Töchter waren gefangen weggeführt.
4Da erhoben David und das Volk, das bei ihm war, ihre Stimme, und sie weinten, bis keine Kraft mehr zum Weinen in ihnen war.
5Und beide von den Frauen Davids waren gefangen weggeführt worden, Ahinoam, die Jesreeliterin, und Abigajil, die Frau Nabals, des Karmeliters.
6Und David war sehr bedrängt, denn das Volk sprach davon, ihn zu steinigen; denn die Seele allen Volkes war erbittert, ein jeder wegen seiner Söhne und wegen seiner Töchter. Aber David machte sich stark in Jahweh, seinem Gott.
7Und David sagte zu Abjatar, dem Priester, dem Sohn Ahimelechs: "Bring mir bitte das Ephod herbei!" Und Abjatar brachte das Ephod her zu David.
8Und David fragte Jahweh und sagte: "Soll ich dieser Streifschar1 nachjagen? Werde ich sie einholen?" Und er sagte zu ihm: "Jage, denn gewisslich wirst du einholen und gewisslich befreien!"
9Und David ging, er und die sechshundert Mann, die mit ihm waren. Und sie kamen an den Bach Besor. Und die Zurückbleibenden blieben stehen.
10Aber David jagte weiter, er und vierhundert Mann; denn zweihundert Mann, die zu erschöpft waren, um über den Bach Besor zu gehen, waren stehengeblieben.
11Und sie fanden einen ägyptischen Mann auf dem Felde. Und sie brachten ihn zu David. Und sie gaben ihm Brot, und er aß. Und sie ließen ihn Wasser trinken
12und gaben ihm eine Scheibe gepresste Feigen und zwei [Schnitten] gepresste Dörrtrauben, und er aß. Und sein Geist kehrte zu ihm zurück, denn er hatte drei Tage und drei Nächte nicht Brot gegessen und nicht Wasser getrunken.
13Und David sagte zu ihm: "Wem gehörst du? Und woher bist du?" Und er sagte: "Ich bin ein ägyptischer Bursche, der Knecht eines amalekitischen Mannes. Und mein Herr hat mich zurückgelassen, denn ich war krank geworden, heute vor drei Tagen.
14Wir sind in das Südland der Kreter2 eingefallen und in das Gebiet, das Juda gehört, und in das Südland von Kaleb. Und wir haben Ziklag im Feuer verbrannt."
15Und David sagte zu ihm: "Führst du mich zu dieser Streifschar hinab?" Und er sagte: "Schwöre mir bei Gott, dass du mich nicht tötest noch mich der Hand meines Herrn auslieferst, <dann> führe ich dich zu dieser Streifschar hinab."
16Und er führte ihn hinab. Und - siehe! - sie waren über die Fläche des ganzen Landes zerstreut und aßen und tranken und feierten infolge all der großen Beute, die sie aus dem Land der Philister und aus dem Land Juda genommen hatten.
17Und David schlug sie von der Dämmerung an3 bis zum Abend des nächstfolgenden Tages. Und keiner von ihnen entkam, außer vierhundert der Jungmannschaft, die auf Kamele gestiegen und geflohen waren.
18Und David befreite alles, was die Amalekiter genommen hatten. Und David befreite seine beiden Frauen.
19Und es fehlte ihnen nichts, von Klein bis Groß und bis zu den Söhnen und Töchtern und von der Beute bis zu allem, was sie ihnen genommen hatten, alles brachte David zurück.
20Und David nahm alles Kleinvieh und die Rinder. Man trieb sie vor jenem4 Vieh her und sagte: "Das ist die Beute Davids!"
21Und David kam zu den zweihundert Männern, die zu erschöpft gewesen waren, um David zu folgen, und die sie am Bach Besor sitzengelassen hatten5. Und sie zogen aus, um David und dem Volk, das mit ihm gewesen war, zu begegnen. Und als David mit dem Volk herankam, fragte er sie nach ihrem Frieden <und Ergehen>6.
22Und allerlei böse Leute und [Männer] Belials7 von den Männern, die mit David gezogen waren, antworteten und sagten: "Weil sie nicht mit uns zogen, wollen wir ihnen von der Beute, die wir [jenen] entrissen haben8, nichts geben als nur jedem seine Frau und seine Kinder, dass sie <sie> mit sich wegführen und gehen."
23Aber David sagte: "Tut nicht so, meine Brüder, mit dem, was Jahweh uns gegeben hat! Er hat uns bewahrt und die Streifschar, die über uns gekommen war, in unsere Hand gegeben.
24Und wer sollte in dieser Sache auf euch hören? - denn wie das Teil dessen, der in den Kampf hinabzieht, so soll auch das Teil dessen sein, der bei den Geräten9 bleibt: Miteinander sollen sie teilen!"
25Und es geschah [so] von jenem Tag an und weiterhin. Und er machte es als <feste> Satzung und als Recht für Israel - bis zu diesem Tag.
26Und David kam nach Ziklag. Und er sandte seinen Gefährten10, den Ältesten Judas, von der Beute und sagte11: "Siehe - für euch! Ein Segen von der Beute der Feinde Jahwehs!"
27- denen in Bethel, denen in Ramot im Südland12, denen in Jattir,
28denen in Aroër, denen in Sifmot, denen in Eschtemoa,
29denen in Rakal, denen in den Städten der Jerachmeeliter, denen in den Städten der Keniter,
30denen in Horma, denen in Bor-Aschan, denen in Atach,
31denen in Hebron und an alle Orte, wo David umhergezogen war, er und seine Männer.

Fußnoten

  1. 1 o.: Rotte; Räuberbande
  2. 2 "Kreter" ist wahrsch. eine Bezeichnung für einen Teil der Philister.
  3. 3 d. i. wahrsch.: von der Abenddämmerung an
  4. 4 d. h. vmtl.: vor jenem anderen Vieh
  5. 5 o.: gelassen hatten, dass sie [dort] blieben.
  6. 6 o.: entbot er ihnen den Friedensgruß.
  7. 7 o.: allerlei böse und nichtswürdige Leute; w.: jeder Mann des Bösen und Belials
  8. 8 o.: die wir befreit haben
  9. 9 o.: beim Gepäck; beim Tross
  10. 10 o.: seinen Freunden
  11. 11 i. S. v.: ließ sagen
  12. 12 o.: in Ramot-Negeb